Kubareise - von Anfängern für Anfänger

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03.03.2006 01:01 (zuletzt bearbeitet: 03.03.2006 01:08)
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#1 Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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( gelöscht )
Also: hier der Reisbericht, den ich dem Forum aus Dankbarkeit schulde.
Geschrieben für nicht-Kuba-Kenner, viele Erklärungen sind für die Profis hier selbstredend überflüssig, aber vielleicht tummeln ich ja auch einige Anfänger hier im Forum, und ausserdem: eine gekürzte Forumsversion kriege ich in absehbarer Zeit nicht hin. Wms zu lang ist: einfach wegzappen...

Kuba…! Nach langen Vorbereitungen, Gesprächen mit ”erfahrenen” Freunden – Kubatouristen und Kubanerinnen - , nach der Lektüre von drei Reiseführern und Intensivem Studium verschiedener Internetquellen, nicht zuletzt Kubaforum.com, ist jetzt der Augenblick gekommen, wo das Erleben aus zweiter in erste Hand übergeht.
Die ersten Minuten, die ersten Stunden ein bisschen wie erwartet, und doch ganz anders. Der erste Schreck darüber, dass wir (42,42,20,19)offenbar im Gegensatz zu allen anderen Touristen in unserem Flieger kein Visum haben ( die Passagen darüber muss ich wohl überlesen haben) wird abgelöst durch die Erleichterung, dass es einen kleinen Schalter gibt, an dem ein freundlichen Kubaner uns erklärt, dass wir hier Visa für 15 CUC kaufen können. Dafür verschwindet er nach wenigen Minuten, wird aber von einer freundlichen Kollegin für uns gesucht und nach 10 Minuten gefunden. 30 Min später haben wir die Visa in der Hand, haben die ersten 800 Euro in Fidel Castro Gedenkscheine, genannt Peso Convertible (=CUC), umgetauscht, sind unbehelligt an der Kontrolle vorbei und atmen die milde Subtropenluft ein, warm und feucht. Der Taxifahrer verlangt 25CUC, die Energie nach 24 Stunden Reise reicht noch zum verhandeln auf 20, unterstützt vom demonstrativen Weggehen. Erträglich, auch wenn die „unverbindliche Preisempfehlung“ der Reiseführers bei 15-17 liegt. Der Taxifahrer nimmt noch zwei dunkelhäutige Freunde mit. Noch unwissend um die Transportverhältnisse in Kuba wittern wir die erste Bedrohung, warum sollte er sonst Verstärkung mitnehmen?!?. Der Verdacht wird doch weniger, je mehr wir uns dem Stadtzentrum nähern. Auch wenn es schon dunkel ist, gibt die Fahrt erste Eindrücke: Slalom um tiefe Schlaglöcher, 3-fach besetzte Fahrräder, die ersten der berühmten Straßenkreuzer aus den 40er und 50 er Jahren werden staunend zur Kenntnis genommen.

Quartier/Gastgeber:
Angekommen am Ziel sehen wir sehr zweifelnd auf die angegeben Adresse: Die Hausfassade grau in grau, der Putz nicht bröckelnd sondern eher brockenweise stürzend, die Treppe kaum beleuchtet, die Stufen zum Teil abgebrochen, lose Kabelbäume.
Der Kontrast wenige Sekunden später kann nicht größer sein: Die Wohnung ist freundlich und hell, liebevoll eingerichtet.
Von unseren Gastgeberinnen Magdalena (46) und Tochter Giselle (24) werden wir mehr als herzlich begrüßt. Schnell finden wir heraus, dass Christine und ich das Schlafzimmer der Mutter einschließlich Bad und Mona und Nico Giselles Zimmer bewohnen werden. Unsere Gastgeber/Vermieter werden sich für die Dauer unseres Aufenthaltes mit dem oberen kleine Wohn/Esszimmer mit winzigen Kabuff mit Klo und Duschschlauch bescheiden. Geschäftssinn? Gastfreundschaft? Das eine schließt das andere in Kuba nicht aus, lernen wir im Laufe der Zeit, auch Bekannte/Freunde lassen sich für manche Dienste für westliche Touristen gut bezahlen. Aber Bezahlung für Dienstleistungen muss keineswegs freundschaftlichen Bindungen im Wege stehen. Zwischen den beiden Frauen, angeheiratete Tante und Cousine einer kubanischen Freundin in Sønderborg, und uns entwickelt sich bald ein enges freundschaftliches Band. Wir laden sie ein ins Casa de la Musica Galiano zu einer der (auch international) berühmtesten Band Kubas: Los Van Van. Ein für normale Kubaner fast unerschwingliches Ereignis zum Preis von 25 CUC pro Person, ca. 2-3 kubanische Monatslöhne. Beide kommen zum ersten Mal ins Casa de la Musica, nur 5 Blöcke von ihrem Zuhause entfernt, und sehen ihre Lieblingsband zum ersten Mal live. Die Einladung wird, wenn auch erst nach erheblichem Zögern, dankbar angenommen, wohl nicht zuletzt durch Christines Insistieren, dass uns das Konzert ohne sie bestimmt nur halb so viel Spaß machen würde. Magdalena revanchiert sich mit der Einladung zu zweimal Abendessen und einmal Frühstück, was sie ansonsten für eine moderate Bezahlung für uns zubereitet. Ûberhaupt sind wir für die kleine Familie Vollzeitbeschäftigung, das Organisieren der Nahrungsmittel, zu der auch der Hausfreund und Nachbar gelegentlich herangezogen wird, ist offenbar eine Zeitraubende Aufgabe, zumal die Versorgungslage in Havanna laut unseren Gastgebern und auch anderen Quellen wesentlich schlechter ist als im Durchschnitt der letzten Jahre. Davon merken wir als Gäste doch so gut wie nichts: Der Tisch ist jeden Abend reich gedeckt mit frischem Salat in verschiedensten Variationen und typisch kubanischen Gerichten einschließlich illegal beschafftem Fleisch. Das Essen Tag um Tag ein Genuss und straft alle Vorwarnungen über die eintönige, geschmacksarme kubanische Küche Lügen. (Die lernen wir allerdings bei späteren Gelegenheiten kennen).
Die Lage unseres Quartiers ist Traumhaft: direkt am Malecon gelegen, nicht weit von der Hafeneinfahrt, mit wunderbarem Blick über die gesamte Atlantikpromenade des alten Havanna und auf den offenen Atlantik.
Auch wenn wir die meisten Tage schönes Wetter haben, erleben wir doch während eines kleinen Nachzüglersturms, wie es ist, wenn der Atlantik seine Zähne zeigt. Die Gischt spritzt meterhoch über die Brüstung, mit großen Wellen schwappt reichlich Wasser auf die Promenade und auf die Strasse.

Einen Tag lang kann man die Seeseite des Malecon nicht benutzten ohne durch und durch nass zu werden. Diese Tage geben uns eine leise Ahnung davon, wir Hurrikan Wilma, nur 3 Wochen vor unserer Ankunft, gewütet haben muss. Eineinhalb Tage stand das Wasser bis zu einem Meter hoch in den Wohnungen des Malecon und der angrenzenden Strassen, beträchtliche Teile der Mauer und des Straßenbelags waren weggespült. An einigen Stellen wird noch gebaut, aber ein Grossteil ist repariert, die Löcher gestopft und die Strasse neu asphaltiert.
Die sanitären Verhältnisse sind für uns verwöhnte Europäer etwas gewöhnungsbedürftig: Das Warmwasser in der Dusche wird direkt am Duschkopf erwärmt, ein notdürftig isoliertes Kabel führt den 110 Volt starken Strom dorthin. Diese Konstruktion gibt jedoch nach einigen Tagen unter heftigem Qualmen und Funkensprühen den Geist auf. Die Außentemperaturen (zwischen 18 und 30 Grad) lassen das Kaltduschen doch klar als das kleinere Übel erscheinen im Vergleich zu einer erneuten Inbetriebnahme dieser Höllenmaschine. Die Toilette ohne Brille – offenbar ein entbehrbarer Luxus - das Toilettenpapier muss wegen des alten Kanalisationssystems im Eimer nebendran entsorgt werden.

Im Laufe der 10 Tage, die wir mit unseren Gastgebern zusammen verbringen, erleben wir zwei leichte bis mittelschwere Beziehungsdramen (1 Mutter, 1 Tochter), verbunden mit langen abendlichen Gesprächen. Dies, der Kontakt zwischen den fast gleichaltrigen „Kindern“, und insbesondere Christines warmherzige, offene und engagierte Art, so gar nicht nordeuropäisch, führt zu einem freundschaftlich-familiären miteinander. Die Mahlzeiten werden zusammen eingenommen, Pläne geschmiedet, Abendprogramme werden gemeinsam geplant, und zum Schluss ist es unserer Gastgeberin fast peinlich uns den vorher abgemachten (und mehr als angemessenen) Preis abzuverlangen. Los Locos Danesos – die verrückten Dänen – wird schnell zu unserem liebevoll gemeinten Spitznamen. Der Abschied nach 10 gemeinsamen Tagen fällt allen nicht leicht.

Das mit den Männern und den Frauen:
Nachdem Christine und ich aus dem Alter raus sind, wo lange Blicke nachgeworfen werden, sich die Menschen auf der Strasse die Hälse verrenken, dreht es sich hier vor allem um die jüngere Generation. (Mein „Erfolg“ auf diesem Gebiet beschränkt sich auf den kurzen Moment wo ich, 100 Meter entfernt von meiner Familie, neben Cigarros und Restaurante auch eine Chica angeboten bekomme, ein Angebot, das ich nicht etwa meiner männlichen Ausstrahlung sonder nur dem vermuteten Inhalt meiner Geldbörse zu verdanken habe.)
Unsere Annahme, das unsere blonde, schlanke, für kubanische Verhältnisse relativ hochgewachsene Tochter Blicke der jüngeren männlichen Bevölkerung inklusive Kommentare wie „hola chica“ oder „guapa“ auf sich ziehen werde, wird natürlich nicht enttäuscht. Aber dass die Voraussage unserer kubanischen Freundin aus Sønderborg eintrifft, nämlich dass wir vor allem auf unseren Sohn Nico, 19, sportlich, gut gebaut, aufpassen müssen, das überrascht uns schon. Es beginnt schon im Haus, wo sein Erscheinen aus der Dusche, nur mit Handtuch bekleidet, Applaus und aufmunternde Kommentare unserer beiden Gastgeberinnen auslöst. Es setzt sich fort auf der Strasse, wo Mädchen und Frauen verschiedener Generationen mit anerkennenden Blicken und Kommentaren nicht geizen, eine ältere Dame, wenn auch gezeichnet von einer psychischen Erkrankung, muss ihrer Begeisterung mit einer spontanen Umarmung und Wangenkuss Ausdruck verleihen. Auf den Tanzflächen sind beide, trotz begrenzter Salsa-Könnerschaft, bei Gleichaltrigen begehrte Tanzpartner. Anmache mit anzüglichen, kommerziell motivierten Angeboten bleiben uns erspart, wohl deshalb, weil wir zumeist als Familie, z. T. auch mit unseren kubanischen Freunden, unterwegs sind.


Salsa:

Die Erwartung an das Geburtsland des Salsa wird nicht enttäuscht. Auch wenn wir überrascht feststellen, dass es eine Minorität nicht tanzender Kubaner gibt, bewegt sich die Mehrheit mit angeborener oder früh erlernter Grazie, Energie, Sensualität bis zum kaum verhohlenen Ausdruck von sexuellen Inhalten. Salsa, wie Salsa sein muss. Ein Vergnügen, Zuschauer zu sein, und eine Überwindung, sich selbst auf die Tanzfläche zu wagen. Es gelingt doch, gelegentlich anerkennende Blicke zu ernten, natürlich vor allem Christines Bewegungen zu verdanken, die ihren Geburtsort Hamburg als einen Fehler der Vorhersehung erscheinen lassen – eine lateinamerikanische Geburtsurkunde erschiene in diesen Augenblicken mehr angemessen. Eine Runde Son, getanzt mit meiner Tochter im Casa de la Trova zu Live-Musik, ruft ein aufmunterndes Lächeln des betagten Tänzers neben uns hervor, als wolle er seine Dankbarkeit darüber ausdrücken, dass dieser ruhige Vorläufer des Salsa, welcher seit den 70er Jahren die Tanzflächen dominiert, bei den jungen Leuten nicht ganz in Vergessenheit geraten ist, und offenbar auch den Weg über den Atlantik nach Europa gefunden hat.

Die Tanzschule:
Mitten in Habana Centro, in einem Viertel in das sich kaum ein Tourist verirrt, hinter einer (wie könnte es auch anders sein) mehr als bröckelnden Fassade, tut sich m 1. Stock ein schöner, geräumiger Tanzsaal auf, mit seinem Kachelfußboden und den Säulen an den Charme einer längst vergangenen Kolonialzeit erinnernd. Die Tanzlehrerin führt die Aufsicht, supervisiert, korrigiert sowie die Schüler, also uns, sowie ihre Hilfskräfte: ihr Sohn und Nichten und Neffen im Alter zwischen 16 und 28 Jahren. Jeder von uns bekommt einen kubanischen Tanzpartner für die gesamte Doppelstunde. Der Unterricht ist intensiv, Nico startet durch vom absoluten Anfänger bis zum erfolgreichen Herumwirbeln seiner Tanzpartnerin nach fünf Doppelstunden, Mona erledigt den Unterricht der Frühjahrssaison innerhalb der gleichen Zeit. Leider bin ich selber zwei vom fünf Tagen krank, die verbleibende drei geben mir zumindest die Klarheit, an was ich arbeiten muss.

Diskothek:
Kubanische Tradition ist es, entweder unter Freunden einen Kreis zu bilden und sich wechselweise einzeln in die Mitte zu begeben und sich selbst darzustellen, oder aber um einen auffallenden Tänzer/Tänzerin einen Kreis zu bilden, um ihm Raum und Aufmerksamkeit zu geben. Im Gegensatz zu unseren Breitengraden stellt man sich gerne zur Schau. Die körperlichen Reize sind schließlich dazu da um gezeigt zu werden!! Was nützt es schon, wenn ich der Schönste und Beste bin, wenn´ s keiner mitkriegt!
Neues wird gerne gesehen. Nico mit seinem äußerst eigenwilligen Techno-Tanzstil wird umringt, nach wenigen Minuten kommen die ersten Kopierversuche, bald ziemlich erfolgreich. Reisender, kommst du jetzt nach Kuba wirst du schon vielerorts diesen in Kuba neuen Stil bewundern können.


Straßenhändler und andere Touristenfallen:
Der nach ausgiebigem Studium von Berichten anderer Kubareisender gewählte Grundsatz: „halte Dich von allen fern, die sich selbst anbieten, wenn du nicht weiterweißt suche eine eher schüchtern aussehende Person, eher weiblich, eher älteren Jahrgangs“, bewährt sich. Die Standardeinleitung „Hello my frrrend”…” wherre arre yu frrom?”...”Bjutiful cantrry, I have a cousin there”…”Yu like Cuba?”... “Yu wont to buy Cigarrs“… „Yu wont a restaurant“…., wird freundlich lächelnd, mit kurzen Kommentaren wie gracias, no fumo (Danke, ich rauche nicht) oder gracias, hemos comido (Danke, wir haben schon gegessen) o.ä. abgewehrt. Meist trennt man sich schnell mit einem Lächeln. Natürlich passiert es auch, dass man auf ein an der Brusttasche angeheftetes Namensschild auf hellblauem Kragenhemd hereinfällt, nach einer Bank fragt, eine ungefragte Führung von 10 min bekommt, gewürzt mit Angebot für Zigarren, Restaurants und einem Aufenthalt in der berühmten Hemmingway-Bar. Nach zwei geschlossenen Banken ist diese Führung nur durch energisches Auftreten und das Zahlen von 2½ CUC zu beenden.
Es gibt jedoch auch ernsthafteres zu berichten: In Trinidad treffen wir zwei Dänen mittleren Alters, denen von drei mitgenommen Anhaltern ein beträchtlicher Teil des Gepäcks einschließlich Brieftasche mit Bargeld, Pass und Kreditkarten unter der Fahrt aus dem Kofferraum gestohlen wurde, das ganze wurde hochprofessionell abgewickelt und von den beiden erst bei Ankunft an ihrem Zielort bemerkt, lange nachdem sie ihre „Tramper“ abgesetzt hatten.
Die Unterscheidung, wann mit Pesos Cubanos und wann mit Devisen, also CUC zu zahlen ist, ist für einen Nichteinheimischen schier unmöglich. Klar ist, dass aller Straßenverkauf an Ständen oder in Häusern mit „fast food“ mit Moneda Nacional“ bezahlt werden kann. Genauso klar ist, dass alle Angebote für Touristen (Hotel inkl. Bar, Taxi, Museen) nur CUC entgegennehmen. In Geschäften wartet man so lange, bis man einen Kubaner bezahlen sieht, wenn sogar er mit CUC rausrücken muss, muss ich nicht fürchten, aufgrund meiner Hautfarbe das 24fache zu bezahlen. Aber für Restaurants, Paladares, Bars außerhalb der Touristenhotels gab es für mich keine erkennbare Regel, das Befragen unserer kubanischen Freunde war auch nicht weiter hilfreich. Glücklicherweise war dieses Problem für uns so gut wie ohne Bedeutung durch die hervorragende Versorgung in unserem Casa Particular (kubanischer Name für Privatquartier).
Beim Taxi fahren werden viele Chauffeure einen festen Preis vorschlagen, der in der Regel 20% über dem Taxameterpreis liegt. (Nachdem alle angestellt sind, keiner auf Provision fährt gehen diese Pesos direkt in die eigene Tasche). Durch zähes Verhandeln lässt sich oft ein Preis ca. 20% unter dem regulären Fahrpreis erzielen. Schlechtes Gewissen ist hier unangebracht, es ist immer noch Reingewinn für den Taxifahrer. Es empfiehlt sich also, die ersten Male auf Taxameter zu bestehen, um eine Einschätzung der Preise zu bekommen.
Auch wenn die Preise generell gelegentlich insbesondere gemessen am dortigen Lebensstandard völlig unangemessen hoch erscheinen, liegen sie doch in der Regel 10-50% unter Mitteleuropäischen Preisen – bei zugegeben sehr wechselndem Preis-Leistungsverhältnis. Die Eintrittspreise für staatliche Einrichtungen, z.B. Museen sind konsequent differenziert, Touristen zahlen in etwa das gleiche in CUC wie Kubaner in Pesos Cubanos – für mich ein akzeptabler Akt ausgleichender Gerechtigkeit. Alles in allem habe ich das Gefühl, mit € 1.350 pro Person für 18 Tage inkl. Flug bestimmt nicht zu viel für diesen Urlaub ausgegeben zu haben.


Reisen auf Cuba:
Die Fortbewegung auf Rädern in Kuba ist für uns verwöhnte Mitteleuropäer abenteuerlich. Selbst in der Metropole Havanna mit 2,2 Millionen Einwohnern ist die Verkehrsdichte niedrig, verglichen mit europäischen Großstädten. In manchen Vierteln kann man zwei bis drei Blocks gehen, ohne ein Auto zu sehen. Selbst im den Stosszeiten gibt es keine Staus. Die fehlende Masse wird aber durch den Lärm und besonders den Gestank der vorhandenen Vehikel mehr als wettgemacht. Immer noch besteht ein beträchtlicher Teil des kubanischen Fuhrparks aus amerikanischen Autos aus den 40er und 50er Jahren, einige europäische Oldtimer sind auch dabei.
Dann sind viele Lada und Moskwitsch aus den 70er und 80ern unterwegs. Viele von diesen Autos wären hierzulande vom TÛV schon vor 20 Jahren aus dem Verkehr gezogen worden. Autos, die jünger als 10-15 Jahre sind gehören hauptsächlich Diplomaten oder sind Leihwagen. Linienbusse und Lastwagen sind schnaufende Dreckschleudern, die bei uns seit 25 Jahren im Museum stünden oder auf dem Schrottplatz gelandet wären, Busse immer hoffnungslos überfüllt, die Türen oft nur an einer Angel hängend. Viele Lastwagen werden, ob mit oder ohne Bänke auf der Ladefläche, zum Personentransport herangezogen. Alles was Räder hat, wird bis an die Grenze des möglichen beladen: kaum ein Fahrrad, auf dem nicht mindestens zwei, oft drei Kubaner sitzen, kaum ein privates Taxi in dem sich nicht 6-8 Menschen zusammenquetschen.

Eine unserer Reisen auf Kuba sollte uns von Havanna nach Pinar del Rio führen, ca. 160 Kilometer, um von dort aus die wunderbare Landschaft von Valle de Viñales zu erkunden. Der Freund der Tochter unserer Gastgeberin, Jose, hatte sich bereit erklärt, uns für den Preis von 60 CUC dorthin zu bringen in einem für dortige Verhältnisse sehr ordentlichen Peugeot 405, vielleicht 12 Jahre alt. Bei genauerem Hinsehen am Morgen fielen zwar ein fehlender Scheinwerfer, diverse Beulen und ein defekter Tacho auf, auch die Stossdämpfer zeigten sich beim Fahren als dringend auswechselungsbedürftig, aber für Kuba und für nur 6 Personen immer noch eine recht luxuriöse Art des Reisens (wenn man die vollklimatisierten Touristenbusse und die nagelneuen, aber unverschämt teuren Leihwagen mal außen vor lässt).
Die Autopista, Kubas Stolz als einzige Autobahn des Landes und wichtigste Ost-West-Verbindung entspricht nicht ganz unseren Vorstellung einer Schnellstrasse: Gelegentlich Schlaglöcher einer Größe und Tiefe, die die Umrundung nahe legen, Mofas, Fahrräder und Pferdegespanne auf der Strasse, durchaus mal die Gegenfahrbahn benutzend, scharenweise Kubaner, besonders unter Brücken und an Ausfahrten, die auf einen Lift hoffen, Straßenverkäufer die hausgemachten Käse oder Kuchen anbieten, mit langen geflochtenen Knoblauchketten am Straßenrand stehen, vereinzelt gibt es auch fertig gerupfte Hühner zu kaufen.
Nach etwa 50 km tut es einen Schlag als Ursache stellt sich ein geplatzter Hinterreifen heraus. Nicht ganz zufällig wie sich zeigt, dieser Reifen hat wohl das mindestens das gleiche Alter wie das Auto. Reservereifen? Fehlanzeige. Mit Hilfe unserer Handys erreicht Jose einen Freund, der wird gleich mit einem Reserverad vorbeikommen, kein Problem. Als nach über zwei Stunden noch keine Hilfe in Sicht ist, gelingt es den drei Damen, ein Auto mit spanischen Touristen anzuhalten und bis zur nächsten Raststätte mitzufahren. Nach knapp drei Stunden taucht der Freund mit seinem vollbesetzten Lada auf, im Kofferraum nichts anderes als sein eigenes Reserverad, das Bösartigerweise nicht auf Joses Peugeot passen will. Kurz darauf verschwindet der Lada mit Freunden wieder, nun unseren kaputten Reifen im Gepäck, um gleich wiederzukommen, kein Problem, höchstens eine halbe Stunde. Nachdem wir von der Mittagshitze und der kubanischen Zeitrechnung genug haben, verlegen Nico und ich uns (nach einem vergeblichen Versuch, ein Taxi zu bestellen) auf Autostopp. Ein Familie mit Vater, Mutter, Onkel, zwei Kindern und riesiger Geburtstagstorte im Kofferraum, als Gefährt ein russischer Jeep aus den 50erm oder 60ern, hält an, rückt zusammen und erklärt sich bereit, uns bis zur nächsten Raststätte mitzunehmen. Kaum im Auto erfahren wir per SMS dass die drei Damen einen Lift nach Pinar del Rio bekommen haben (ein deutsches Touristenpaar). Die Familie erklärt sich problemlos bereit, uns bis zu ihrem Zielort, glücklicherweise auch Pinar del Rio, mitzunehmen. So brettern wir unserem Ziel entgegen, Spitzengeschwindigkeit 70km/h, die Rumflasche kreist (Fahrer ausgenommen), wir nehmen dankend an, die Stimmung ist gut, und nach kaum zwei Stunden ist Pinar erreicht. Wir bedanken uns mit freundlichen Worten und 20CUC zur beidseitigen vollsten Zufriedenheit.

Für den weiteren Transport hat der Freund unserer Gastgeberin gesorgt, nachdem sein Auto kaputt ist, hat er einen Freund organisiert, der uns für 100CUC zwei Tage zur Verfügung steht und uns am nächsten Tag ohne Zwischenfälle nach Havanna zurückbringen wird. Das Gefährt: Ein hellblauer Dodge mit weißem Dach, fast frisch gestrichen, Baujahr 1950, mit einem Wolga-Motor aus den 70ern, also fast neu.

Auch wenn ein Fenster nur angeklebt ist, die Innenverkleidung sich im Laufe der Jahre völlig aufgelöst hat, und einige Türen nur von außen zu öffnen sind, vermittelt das Auto und der Chauffeur, Marco, einen Vertrauen erweckenden Eindruck, der sich in den folgenden 1½ Tagen bestätigt. Und es ist Platz genug für die inzwischen auf sieben Köpfe angewachsene Reisegesellschaft. Die als gefährlich verrufene, kurvige und bergige Strecke zwischen Pinar del Rio und Viñales erledigt Marco souverän. 5 cm rechts zum Strassengraben und 6½ cm zwischen Außenspiegel und entgegenkommenden LKW reichen ihm völlig für die zügige Weiterfahrt, ein kubanischer Ausdruck für „Sicherheitsabstand beim Überholen von Fahrradfahrern“ existiert nicht, also keine Fahrt für empfindsame Seelen.

Die nächste große Fahrt steht an zwischen Havanna und Trinidad wo wir die letzten 6 Tage im Hotel am Strand verbringen wollen.
Das Taxi zum Busbahnhof, diesmal ein Dodge von 1947, neu lackiert in schönem Rotmetallic, verliert nach wenigen hundert Metern unter lautem Scheppern ein Teil. Der Taxifahrer hält an, läuft zurück und beruhigt die schon etwas besorgten Insassen: „Solo una luz“, nur eine Lampe sei abgefallen.
Am Busbahnhof werden wir von den Compañeros eines Taxifahrers abgefangen, wir bekommen ein Angebot zum gleichen Preis (d.h. 25 CUC pro Person) in einem Citroën-Taxibus gefahren zu werden, Ankunft in Trinidad ca. 2 Stunden früher als mit dem Reisebus. Nach anfänglichem Zögern überzeugt uns der passable Zustand des Busses inkl. Reifen, das Vorhandensein eines Reserverades und die Anwesenheit einer netten dreiköpfigen finnischen Familie mit gleichem Reiseziel. Dass dies das erste Auto mit funktionierendem Tacho ist, bestätigt mich in dem Glauben, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Das Vertrauen erweist sich jedoch als unbegründet, schließlich hat ein Auto mehr Teile als Reifen, Tacho und Lichter: 70 km vor Trinidad gibt der Motor noch kurzem Lärmen den Geist auf, nach meiner Laienauffassung Motorschaden, vermutlich aufgrund einer kaputten Nockenwelle.
Diesmal helfen unsere Handys nicht, wir sind weit draußen, stehen geblieben auf der Landstrasse zwischen Cienfuegos und Trinidad, genau auf einer Brücke. Mobilfunknetz gibt es hier nicht.
Glücklicherweise gibt es einen kleinen Ort in Sichtweite. Der Fahrer, insgesamt sehr wenig kommunikativ, verschwindet, um nach 30 min. wiederzukommen und zu verkünden, ein Kollege sei in einem anderen Kleinbus so gut wie unterwegs und sei sehr bald hier, kein Problem. Auf meine Einwendung dass der ja wohl aus Trinidad komme, das seien 70 km und würde bestimmt eine Stunde dauern, antwortet er empört, so lange auf keinen Fall, das ginge viel schneller. Sprach´ s und verschwand, und lässt seine skandinavische Touristenschar alleine beim Bus zurück. Als eine knappe Stunde später ein Bus der anderen großen Busgesellschaft anhält und uns für 25 CUC die Fahrt nach Trinidad für 7 Personen inkl. Gepäck anbietet, zögern wir nicht lange, und nachdem uns der Fahrer für einen kleinen Aufpreis direkt zum Hotel 10 km außerhalb von Trinidad bringt, kommen wir doch noch fahrplanmäßig an. Der Taxifahrer muss sich leider mit einem Bruchteil des erhofften Gewinns zufrieden geben, immerhin ist die finnische Familie so freundlich, ihm die Hälfte ihres Fahrpreises in den Bus zulegen, ich bin zu solchen Freundlichkeiten nicht zuletzt wegen seines muffigen, extrem unfreundlichen Verhaltens, nicht aufgelegt.

Kuba als Pauschaltourist – sechs Tage all inclusive im Hotel Ancon
Ist das hier noch Kuba? Diese Frage drängt sich auf, kurz nachdem wir im Hotel ankommen. Gelangweilte, langweilige Pauschaltouristengesichter, ein gesichtsloses Ambiente, am ersten Abend im Restaurant gleichgültiges Personal. Das Essen reichlich, aber bestenfalls mittelmäßig.
In den nächsten Tagen stellen sich dann doch auch die positive Erlebnisse ein; Der Strand ist, wie vorher beschrieben, wunderbar mit feinem weißen Sand und klarem Wasser, jeder kann in der ersten Reihe liegen, und wer ein Fleckchen ganz für sich alleine haben will, muss sich nur wenige hundert Meter vom Hotel entfernen.
Das Personal entpuppt sich als freundlich und bemüht, unterstützt von kleineren Trinkgeldern hier und da. Nachdem eine Bedienung versehentlich einen halben Teller Reis mit Bohnen über Monas Hose leert, entschuldigt sich die Restaurantleitung mit einem Hummerschwanz, eine typisch kubanische Delikatesse, die im all inclusive-Angebot nicht zu finden war. Die 7-köpfige Hotelband, die zu 1-2 Mahlzeiten und gelegentlich zur Abendshow aufspielt, macht ihre Sache gut und routiniert, auch wenn sie fast immer das gleiche Repertoire von höchstens 10 Nummern abspielt. Es zeigt sich doch, das das Spektrum durch gezielte Nachfrage erheblich erweiterbar ist, fast alle Wünsche werden entweder gleich oder bei der nächsten Gelegenheit erfüllt, fast immer mit einem Lächeln auf den Lippen.
Die Shows am Abend, bestehend aus einer immer neu zusammen gewürfelten Mischung aus Tanznummern (von ballettartigen Darbietungen über Cabaret und Salsa bis zu afroamerikanischen Tänzen) Livegesang zu Karaoke-Background und ebenjener Band werden zwar engagiert und ernsthaft dargeboten, manchmal recht unterhaltsam, spätestens nach dem dritten Abend hat man alle Bausteine gesehen. Aber für ein 3-Sterne-Hotel mittlere Größe geht das absolut in Ordnung. Mona und Nico freunden sich bald mit den Jüngeren des Animationsteams an und verbringen ein paar Abende gemeinsam entweder in der Bar oder der hoteleigenen Diskothek.
Vor den Zimmern waren wir gewarnt, wir hatten den abgewohnten Charme der späten 70er Jahre erwartet. Diese Erwartung wird auch in der ersten Nacht im alten Teil des Hotels voll erfüllt. Am zweiten Tag werden wir aber in den Neubau umquartiert, und hier lassen die Räume nichts zu wünschen übrig: Geräumig, einigermaßen geschmackvoll eingerichtet, schöne Bäder, gute Betten, gemütlicher Balkon.
Trotz dieser positiven Seiten vermissen wir bald das pulsierende Leben des „richtigen“ Kuba, dieses Hotel, dieser Strand könnte ebenso gut auf einer beliebigen anderen tropischen Insel liegen. Aber das ist ja wohl auch das Wesen des Chartertourismus: Vorhersehbare Erlebnisse mit einem Hauch von Lokalkolorit, aber letztlich beliebig austauschbar. Zwei Abende in Trinidad im Casa de la Trova mit Livemusik und Möglichkeit zum Tanzen bringen da erfreuliche Abwechslung.

Kuba – Politik, Wirtschaft, Soziales
Dazu ist so viel geschrieben worden, dass ich kaum etwas nennenswert Neues dazu beitragen kann. Auffällig ist natürlich der relativ hohe Bildungsstandard, keine schwere Armut kein Hunger, die im Basisbereich offenbar immer noch gut funktionierende Gesundheitsversorgung. Eine dänische Krankenschwester, die sich im Rahmen eines Forschungsprojektes in Havanna aufhielt zeigte sich ziemlich beeindruckt von dem was sie im Primärsektor und in der Rehabilitierung gesehen hatte. Gemessen am 3.Welt-Standard, wozu sich Kuba immer noch zählt sicher weit überdurchschnittlich.
Auf der anderen Seite die chronische Versorgungsknappheit auch bei elementaren Dingen, die bei einer einigermaßen vernünftigen Wirtschaftsweise in einem Land wie Kuba absolut unnötig wären. Gearbeitet wird wenig, ineffektiv, viele Menschen sind mit wenig Arbeit beschäftigt. Im Hotel waren z.B. zum Mittag- und Abendessen in der Regel zwei Leute ausschließlich damit beschäftigt, den Gästen die Tür aufzuhalten, teilweise aber so ins Gespräch vertieft, dass sie auch das vergaßen. Dafür wird viel Zeit und Energie darauf verwendet, die Mangelwirtschaft durch Erschließen von mehr oder weniger illegalen Quellen und durch Pflegen von Beziehungen zu kompensieren, sich durch Nebenjobs Teilhabe an dem Teil der Wirtschaft zu sichern, in der alles mit Devisen bezahlt wird. Das Überleben ohne CUC scheint gerade so möglich, aber selbst so elementare Dinge wie Kühlschränke, Seife etc. sind für lokale Währung praktisch nicht zu bekommen.
Viele sind unzufrieden mit El Maximo Lider, auch wenn seine Popularität sicher trotz allem noch weit größer ist als alle ehemaligen osteuropäischen kommunistischen Staatschefs zusammen. Die Mehrzahl derer, mit denen ich länger gesprochen habe, würde das Land lieber heute als morgen verlassen, wenn sich die Möglichkeit böte. Che Guevara übrigens genießt unverändert den Status eines Helden, seine Popularität ist nahezu ungebrochen – Gnade des frühen „Märtyrertodes“.

Kuba – Insel der Sehnsucht?!?
Auch wenn wir in vielen Kommentaren von erfahrenen Kubareisenden lesen konnten dass nichts in Kuba mehr so sei wie früher, dass alles schlechter, die Menschen unzufriedener, geldgieriger, unfreundlicher und betrügerischer geworden seien, wir nehmen vor allem aus den Begegnungen mit den Kubanern viele positive Eindrücke mit nach Hause. Die viel beschriebene Warmherzigkeit, Offenheit und Lebensfreude wird nicht weniger wahr dadurch, dass sie immer wieder und bis zum Klischee beschrieben worden ist. Diese arme, reiche Karibikinsel und ihre Menschen strahlen eine Faszination auf uns alle vier aus, der wir uns kaum entziehen können. Schon im Bus zum Flughafen in Havanna fangen wir an, Kuba zu vermissen, und die 1°C bei Regen und eisigem Wind bei der Ankunft in Hamburg sind auch nicht gerade geeignet, uns vom akuten Kuba-Fernweh zu heilen.
Die nächste Kubareise ist nur eine Frage der Zeit – und des Geldbeutels…


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03.03.2006 01:52 (zuletzt bearbeitet: 03.03.2006 02:00)
#2 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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Rey/Reina del Foro
Vielen Dank!
Solch ein Bericht ist eine echte Bereicherung für dieses Forum - auch deshalb, weil er aus einem etwas anderen Blickwinkel geschrieben ist.
Sehr schön finde ich auch das Resümee!

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03.03.2006 03:38
avatar  ( Gast )
#3 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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( Gast )

Hallo Paul,
ein Super Bericht,echt Erfrischend,kein Wort über Sex ,weiter so


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03.03.2006 07:46
avatar  dirk_71
#4 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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Rey/Reina del Foro

Danke für den klasse Bericht...
Nos vemos
Dirk
---------------------------------------------
Das Infoportal zu Kuba (mit Bannertausch und Webkatalog):
http://www.mi-cuba.de // http://www.mi-kuba.com


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03.03.2006 07:52
avatar  ( Gast )
#5 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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( Gast )

Danke für Deinen Bericht !!!! Einfach Super


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03.03.2006 08:18
avatar  Tina
#6 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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Forenliebhaber/in

Felicidades, toller Bericht! Viele Sachen sehr gut beobachtet, nach meiner ersten Kubareise (noch ohne Spanischkenntnisse) war ich noch nicht so weit.

Tina


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03.03.2006 09:55
avatar  palito
#7 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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super Mitglied

Ein echt toller Reisebericht. Vielen Dank.


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03.03.2006 10:12
avatar  Chaval
#8 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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Rey/Reina del Foro

Ein Lehrbeispiel in Sachen Objektivität und scharfer Beobachtungsgabe!! Danke, Paul!


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03.03.2006 10:58 (zuletzt bearbeitet: 03.03.2006 11:00)
avatar  Moskito
#9 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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Rey/Reina del Foro

Toller Bericht. Ihr habt in der kurzen Zeit einiges gesehen und erlebt. Bleibt der Oriente als weiteres Highlight für die nächste Reise.

Manches hat mich an meine ersten Kuba Reisen erinnert, als die Eindrücke noch unvoreingenommen und dadurch intensiver waren. Wenn man öfters in Kuba reist, wird (leider) vieles zur Routine und verliert dadurch an Faszination. Den von dir beschriebene Negativismus, der manche Kuba'profis' befällt, teile ich zum Glück bis heute nicht. Auch wenn ich inzwischen die Gelegenheit hatte, reichlich hinter die Kulissen zu schauen, und dabei so manches romantisches Vorurteil auf der Strecke blieb, bleibt Kuba eines der faszinierendsten Länder der Welt.

Moskito


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03.03.2006 21:34
avatar  ( Gast )
#10 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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( Gast )

Zitat von paul aus DK
Die nächste Kubareise ist nur eine Frage der Zeit – und des Geldbeutels…

Vielen Dank für Deinen tollen Bericht. Fidel und seine Vasellen verstehen sich wirklich bestens darauf uns Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Vielleicht ist das der Grund, dass Kuba von manchen als der Grösste Puff der Karibik bezeichnet wird?!
_____________________________
hpblue - zurich - switzerland


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03.03.2006 21:44 (zuletzt bearbeitet: 03.03.2006 21:44)
avatar  jan
#11 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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jan
Rey/Reina del Foro
In Antwort auf:
Fidel und seine Vasellen

Vaselinen?

Braucht man in cuba nicht, ist doch soo feucht dort


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03.03.2006 23:09
avatar  ( Gast )
#12 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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( Gast )

IHR HABT ALLES SO WIEDER GEGEBEN; WIE ES HALT IN KUBA IST. ich glaube dass haben wir alle so miterlebt


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04.03.2006 10:40
avatar  Vicdan
#13 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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sehr erfahrenes Mitglied

ein super bericht danke
mir wird es viel helfen


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04.03.2006 10:46
avatar  mojito
#14 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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sehr erfahrenes Mitglied


Dazu ist so viel geschrieben worden, dass ich kaum etwas nennenswert Neues dazu beitragen kann. Auffällig ist natürlich der relativ hohe Bildungsstandard, keine schwere Armut kein Hunger, die im Basisbereich offenbar immer noch gut funktionierende Gesundheitsversorgung.

Stand wohl in der "Granma" so geschrieben?
Die wahre Realität ist aber leider anders! Ärzte die keine Lust u. Kenntnisse haben. Die
einfachsten Medikamente fehlen. Es wird zwar ein Rezept geschrieben, wo die Medizin
herkommt ist eine total andere Sache.
Den Bildungsstandart bzw. Wissen eines Ingenieurs in Cuba haben in Europa z.T.
Schüler im Gymnasium.

Keine schwere Armut!? HMMMMMMMMMM

Da habe ich ein vermutlich anderes Wissen.

saludos mojito



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04.03.2006 11:46
avatar  Che
#15 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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Che
Top - Forenliebhaber/in

Endlich mal wieder ein guter Reisebericht.


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04.03.2006 12:04
avatar  Chaval
#16 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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Rey/Reina del Foro

Zitat von mojito
Keine schwere Armut!? HMMMMMMMMMM
Da habe ich ein vermutlich anderes Wissen.

Das kommt immer auf den Blickwinkel an, keine Frage von Wissen. Aus dem 3.Welt-Blickwinkel gibt es in Kuba definitiv keine "schwere Armut"!! Von hier aus betrachtet sind sie bitterarm.


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04.03.2006 12:21
avatar  pepino
#17 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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Top - Forenliebhaber/in

urlaub in der schönsten diktatur der welt


vamos bien


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04.03.2006 18:40
avatar  ( gelöscht )
#18 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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( gelöscht )

Vielen Dank für die , bin ganz überrascht
Vergessen habe ich zwei wichtige Quellen hervozuheben: Den Reiseführer "Politiken, turen gaar til Cuba" (leider auf Dänisch). und die Homepage http://www.cuba.atheart.dk von Joern Nielsen.


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04.03.2006 18:46
avatar  dirk_71
#19 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
und die Homepage http://www.cuba.atheart.dk von Joern Nielsen.

das www ist in Deinem Link zuviel.. die Seite findet man unter: http://cuba.atheart.dk/


Nos vemos
Dirk
---------------------------------------------
Das Infoportal zu Kuba (mit Bannertausch und Webkatalog):
http://www.mi-cuba.de // http://www.mi-kuba.com


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04.03.2006 23:44
#20 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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Rey/Reina del Foro

Diesen unvoreingenommenen Bericht sollte man einigen
ewig Nörglern und ich weiß alles besser Leuten als Zwangslektüre
verabreichen.
Wir fahren nach Cuba um Urlaub zu machen und Spaß zu haben,
außerdem reizt uns das unvollkommene und andersartige.
Wer Perfektion erwartet muß sich anders orientieren.
Wer nur Nörgeln kann sollte sich fragen ob das eigene Leben richtig
organisiert ist.


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05.03.2006 11:47 (zuletzt bearbeitet: 05.03.2006 11:57)
avatar  joe1
#21 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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sehr erfahrenes Mitglied
Henky, der seit 15 Jahren in Kuba lebt, meint,
dass die Kubaner eindeutig überheblich seien.
Sie sind die Besten, dann kommen die Spanier und
erst später die Europäer.
Da die Touristen aber Geld haben, wird grosse Freundlichkeit gezeigt,
die aber im Nu verschwindet, wenn sie Vorteile für sich sehen.
Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen aber wieder so einfach,
dass man das merken kann, was sie wieder sympatisch macht.

Die Geschenke haben keinen Wert in dem Sinne,
dass sie sich etwas schuldig fühlen würden
dafür auch was zu tun.

Ein von zwei ähnlichen Beispielen:
Für die Nachbar Familie habe ich in zwei Jahren
mindestens 2 mal in der Woche gekocht und
sie waren die ganze Zeit furchtbar freundlich zu mir.
Als ich über Nacht Kuba verlassen musste,
habe ich denen die Koch-Sachen, Fahrrad, sehr gutes Fotoaparat
und noch andere Sachen überlassen, so um 400 CUC.
Ich habe sie gebeten und 10 Pesos geben wollen für eine Flasche Orangensaft,
die sie am nahen Markt kaufen konnten.
Abends haben sie mir gesagt, dass sie es vegessen haben mir Saft zu kaufen.
Die 7 Pesos für die 1,5 l Flashe war denen eben zu viel.
In Oriente habe ich denen auch Geld und Sachen für mehr als 500E geschenkt
und habe das Gleiche erlebt.

Von etwa 50 Personen, mit denen ich was zu tun hatte,
habe ich nur sehr Wenige als ehrlich im unseren Sinne erlebt.
Vielleicht bin ich zu kritisch, weil auch hier wäre es bei der Armut,
die in Kuba herscht auch so.

Moskito hat geschrieben, dass er immer ein Gegenwert von Kubanern verlangt,
bevor er ihnen was gibt.
Ich glaube dass ist die richtige Verhaltensweise.

Noch die Bemerkung zu der Meinung, dass die grosse Mehrheit Kuba verlassen möchte.
Das war vielleicht die Meinung vor 5 oder 10 Jahren
aber jetzt wissen auch die Kubaner, dass im Ausland zu leben nicht so einfach ist.
Ich neige sogar zu der Meinung, dass die Mehrheit
nicht mal das andere politische System möchte,
sondern nur das Jetzige sollte offener und freier sein.

Jose


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05.03.2006 14:01
avatar  ( Gast )
#22 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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( Gast )

wenn ihre Lügen so leicht zu durchschauen sind, frage ich mich, warum hier soviele auf sie reingefallen sind und jetzt hier meckern und schimpfen. War wohl doch die rosarote Brille auf und das Gehirn aus. Biene


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05.03.2006 14:13
avatar  ( Gast )
#23 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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( Gast )

Biene die meisten europäer fallen darauf rein, weil sie gar nicht damit rechnen das Menschen so hinterhältig und verschlagen sein können. Viele sehen es wollen aber nicht glauben was ihre oder ihr geliebter in wirklichkeit ist und macht. Man ist verliebt und und Rechtfertig beziehungsweise man verharmlost ihre taten selber.

Bestes Beispiel:
Quesito mit seinem Hausbau.


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05.03.2006 14:23
#24 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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Forenliebhaber/in

@ joe1
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Henky, der seit 15 Jahren in Kuba lebt, meint,
dass die Kubaner eindeutig überheblich seien
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"jeder bekommt das was er verdient"
weiß der geier wie dein freund henky sich seit 15 jahren auf cuba benimmt.
wenn es jemandem nicht gefällt ist man doch spätestens nach einem jahr wieder zu hause, oder?
übrigens henky spielt in einer TV-serie mit, bei RTL in south park.


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05.03.2006 14:43
avatar  ( Gast )
#25 RE: Kubareise - von Anfängern für Anfänger
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( Gast )

Esperro
ja das meinte ich mit rosaroter Brille, aber ich finde es auch nicht gut, wenn man die Cubis dann hier so schlecht macht. Wenn hier im Forum dann Betroffene von ihren Erfahrungen sprechen, sich noch lustig darüber zu machen, ist aber auch nicht die feine Art. Jeder sollte mal daran denken, daß er mal genauso verliebt und blind war. Man kann warnen vor bestimmten Dingen, aber dabei sachlich bleiben. Heutzutage ist jeder aufgeklärt genug, zu wissen, andere Länder andere Sitten. Ich habe auch meine Erfahrungen machen müssen, aber ich würde meinen Ex nicht schlecht machen. Ich wäre nicht mit ihm zusammen geblieben, wenn ich nicht auch gute Zeiten mit ihm gehabt hätte. Erfahrung prägt das Leben und man sollte danach schlauer und vorsichtiger sein. Biene


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