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Dieses Thema hat 57 Antworten
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 Lateinamerika und karibische Inseln ( kleine und große Antillen)
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el loco alemán
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Rey/Reina del Foro

Beiträge: 22.662
Mitglied seit: 11.11.2001

BERICHT aus PARAGUAY
23.03.2008 16:58
Anreise

Die Anreise gestaltet sich schwieriger als bisher gewohnt. Ist ja auch das erste Mal, dass ich unterhalb des Aequators komme. Die Umsteigerei in Paris nervt. Der Flughafen dort ist ein Moloch, groesser als Frankfurt und man kommt sich drin verloren vor wie im Raumschiff Enterprise. Dieser Eindruck wird noch verstaerkt durch das futuristisch gestaltete Innenambiente der 70-er Jahre, wenn man durch riesige Plastikroehren in ueberdimensinale Untertassen und Kanaele kreuz und quer umhergeleitet wird.

Dann noch mal umsteigen in Sao Paulo, Brasilien. Direktfluege nach Asuncion gibt es leider nicht. Durch das viele Umsteigen in unterschiedliche Fluglinien sind natuerlich Probleme vorprogrammiert. Wie zu befuerchten war, ist mein Gepaeck ist nicht gleichzeitig mit angekommen. Das ist besonders aergerlich fuer alle die weiter reisen wollen.

Unser Ziel ist Villarrica, ca. 180 Km von der Hauptstadt entfernt, wo wir ein Hotel gebucht haben. Deshalb haben wir es vorgezogen bis zum Eintreffen der naechsten Maschine bis Mitternacht zu warten. Das bedeutet, erst mal 12 Stunden in der Hauptstadt zu vertroedeln und dies bei Muedigkeit nach so einem langen Flug. Um Mitternacht waren wir dann wieder am Flughafen. Das Gepaeck meines Mitreisenden war wenigstens dabei. Meins fehlte immer noch. Laenger warten war unzumutbar, zumal die uns abholende Person schon aus Kulanz die 12 Stunden mit uns wartend verbracht hatte. Also erst mal ins gebuchte Hotel. Dann muessen wir eben nochmal 180 km hin und dann wieder zurueck zum Flughafen, nachdem ich irgendwann mal per Telefon erfahren werde, ob ueberhaupt und wann mein Gepaeck angekommen ist. Schoene Scheisse.

Das Hotel Ybytyruzu in Villarrica ist ganz brauchbar, nachdem wir gestern nacht gegen 4 Uhr endlich ins Bett gefallen sind nach fast 40 Stunden ohne Schlaf. Heute frueh stand ich trotzdem neben dem Bett wegen des Krachs auf der Strasse und im Flur. Zimmer gewechselt soeben, naechste Nacht wirds ruhiger.

Am naechsten Mittag hab ich angerufen und morgen koennen wir dann mein Gepaeck abholen. Hoffe nur, dass die auch den richtigen Koffer da haben. Ansonsten kauf ich mir alles neu und hol mir das ab wen ich zurueck fliege. Nochmal hin und her faellt aus. Die Paraguayer koennen nichts dafuer. Die Schlamperei passierte ja offensichtlich beim Umladen in Brasilien, Sao Paulo mit der bras. TAM-Air.

Bei der Gepaeckermittlung in Asunción haben wir feststellen muessen, dass dies der allgemeine Normalzustand ist und etliche Leute waren auch schon zum wiederholten Male auf dem Flughafen um ihre vermissten Koffer zu suchen.

Naechster Tag. Heute waren wir 12 Stunden und 400 Km mit dem Bus unterwegs, um mein Gepaeck abzuholen. Schuld an dem Schlamassel waren nicht die Paraguayer, die hatte ich ohnehin nicht in Verdacht. Auch die Brasilianer sind rehabilitiert, wie sich herausstellte.

Es waren die Franzosen in Paris, die anscheinend zu bloed zum roentgen sind. Anstatt wie in Deutschland das Gepaeck zu durchleuchten haben sie einfach den Reissverschluss herausgerissen und damit die Tasche in einen Zustand versetzt der den Transport des Inhaltes nachhaltig unmoeglich gemacht hat. Meine Utensilien kamen daher lose zusammengewuerfelt in den Resten meiner Reisetasche an, ummantelt von einer Plastetuete mit der Aufschrift „Air France“. Musste mir daher hier direkt am Flughafen extra noch einen ueberteuerten Rucksack kaufen. Die Froschschenkelfresser haben es nun bei mir verschissen bis in die Steinzeit. Zum Glueck fehlte nichts. Also merke: niemals ueber Paris fliegen oder nur mit Handgepaeck.


Erste Eindruecke und wie die Leute hier so drauf sind

Die Leute hier sind nett, bis jetzt haben wir jedenfalls nur absolut freundliche Menschen getroffen. Meinen Eindruecken zufolge, die sich im wesentlichen auf Villarrica beziehen, sind die Paraguayer hoeflich, freundlich, aber etwas zurueckhaltend. Nicht so aufdringliche „Schnell-Freundschaftschliesser“ wie in der Karibik. Die „Sie“- Form ist grundsaetzlich an der Tagesordnung und es erfordert schon ein etwas besseres Kennenlernen, ehe zum „Du“ uebergegangen wird.

Irgendwie kommt mir das hier alles so vertraut vor, wie in einem Land in Europa gleich um die Ecke. Es gibt auch alles zu kaufen, Nobelshoppingmeilen usw. Technik, alles kein Problem. Die Strassen und viele Laeden sehen zwar manchmal etwas heruntergekommener aus, als im heutigen Westeuropa. Vieles erinnert mich jedoch unheimlich an die grossen Staedte in den ehemaligen Ostblockstaaten gegen Ende der 80-er Jahre. Mit dem Unterschied, dass man uns hier noch nicht ein einziges Mal versucht hat zu bescheissen. Weder beim Geldtausch, im Taxi noch im Restaurant oder sonst wo. Fuer Auslaender gelten die gleichen Preise wie fuer Einheimische. Das ist sehr angenehm im Vergleich zu den meisten anderen Laendern.

Paraguay ist ja ein Land mit vielen Unterschieden und etwas groesser als Deutschland heute.
Deshalb kann man schlecht etwas allgemeingueltiges zu ganz Paraguay sagen.
Da gibt es weit oben das Gebiet des Chaco, welches die Nordwesthaelfte des ganzen Landes ausmacht. Im Chaco gibt es fast ausschliesslich nur Steppe mit Gebuesch, hohen Temperaturschwankungen selbst am gleichen Tag von ueber 40 Grad sind nicht selten. Der Boden hat fast nur Salzwasser. Da ist selbst der billigste Grundstueckspreis uninteresant, es sei denn man wills Rinderzuechter werden. Bei Filadelfia leben seit etlichen Jahrzehnten einige Mennoniten, eine eingeschworene deutschstaemmige religioese Siedlergemeinschaft.

Das Chaco war ohnehin nicht unser Reiseziel. Geplant waren ausser Villarrica lediglich ein Tagesausflug nach Ciudad del Este, was aufgrund der grenznahen Lage ein ausgesprochenes Raeubernest sein soll, nur mal so tagsueber zum gucken und abends wieder zurueck. Und spaeter mit Gepaeck ueber Col.Oviedo nach Concepcion, Pozo Colorado und dann zurueck ueber San Bernadino am See nach Asunción.

Jedoch nach der Busfahrt mit offenen Fenstern hat sich mein Mitreisender zuerst und ich einen Tag spaeter eine boese Erkaeltung eingefangen, worauf jeder ein paar schlechte Tage hatte und im Bett blieb. Dadurch geriet der Zeitplan gehoerig durcheinender. Ausserdem ergaben sich in Villarica einige Dinge, die ein laengeres Verweilen am Ort als sinnvoll erscheinen liessen.

Das haengt auch damit zusammen, dass wir mittlerweile mit einer einheimischen Familie richtig befreundet sind. Die wuerden uns am liebsten gleich dort behalten. Gern haben wir die Einladung zu einer Geburtstagsfeier angenommen und dort einige Bekannte und Freunde der Familie kennen gelernt. Unter anderem auch einen hoeheren Polizeibeamten a.D. und den Oberst der 2. Infanteriedivision des ortsansaessigen Militaers. Dieser hat uns sogar eingeladen die Kaserne zu besichtigen und auch auf dem Schiessstand mit Kriegswaffen etwas herumzuballern.

Allgemein geht hier alles wesentlich lockerer und freier zu als in den meisten Laendern die ich bisher bereist habe. Rauchverbot in Gaststaetten gibt es nur und das auch erst neuerdings in der Hauptstadt. Woanders nicht. Abends besonders am Wochenende fahren in Villarrica junge Leute auf dem Moped oder im Auto mit laut droehnenden Musikanlagen im Korso durch die Stadt um sich zu zeigen. Immer wieder die gleiche Runde im Kreis, bevor sie dann in die Disco gehen. Der Fahrer mit der Bierflasche in der Hand am Polizisten vorbei. Die Maedels haengen mit dem Oberkoerper bis zum Hintern zum Autofenster heraus, sitzen auf dem Dach oder auf der Motorhaube. Alle mit der Bierflasche in der Hand. Niemanden stoert es. KFZ-Kennzeichen sind zwar Pflicht, doch solange man seine eigene Stadt nicht verlaesst und nicht die Staatsstrassen benutzt schert das keinen Polizisten, wenn kein Schild am Auto ist. Hauptsache die Steuermarke fuer das laufende Jahr klebt in der Frontscheibe.


Essen, Trinken und das liebe Kleingeld

Auf den ersten Eindruck im Supermarkt ist nicht alles ganz so billig wie vermutet und im Internet oft geschrieben wird, aber dieser erste Eindruck stammt ja aus der Hauptstadt. Einige Lebensmittel kosten wie in Deutschland, andere aber nur einen Bruchteil. Am Imbiss mit der Frau die uns abgeholt und mit uns 12 Stunden gewartet hat 3x Steak im Broetchen mit Salat und Ei gegessen, 2 Liter Bier dazu und eine Cola, 2 Schachteln Zigaretten, alles zusammen 7 Euro. Da lacht das Herz. Gastronomiepreise sind tatsaechlich ein Witz.

Hoteluebernachtung im ersten Haus am Platze knapp 12 Euro das Einzelzimmer. Fruehstueck und Internetnutzung inklusive. Es gibt auch einfache Hotels mit Einzelzimmer fuer 5 Euro, mit „Aufbettung“ fuer die 2. Person sind es dann 8. Was ebenfalls saubillig ist sind Medikamente, nicht alle aber z.B. Aspirin und Paracetamol kosten 100 Stueck um die 4 €.

Musste letzten Donnerstag zum Arzt, weil ich mir beim aufsteigen auf die Ladeflaeche eines Pick-Up eine Platzwunde am Kopf zugezogen habe. Hatte einfach vergessen, dass der unter einem Betondach parkte. Es blutete stark, sodass unsere mittlerweile guten Bekannten Paraguayer darauf bestanden mich in die Klinik zum Chirurgen zu fahren. Die Wunde wurde gereinigt, desinfiziert, ich bekam eine Spritze und es wurde mit 4 Stichen genaeht. Das ganze dauerte eine geschaetzte halbe Stunde. Dafuer bekam ich die Rechnung von 50.000 Guaranies. 70.000 entspricht 10 Euro. Die bezahlt man in Deutschland schon alleine als Gebuehr, wenn man die Praxisraeume betreten will.

Das Essen haengt uns langsam zum Hals heraus. Rindfleisch ohne Ende und in jeder Kneipe immer das selbe. „Lomito“, so was wie ehrliche handgemachte Big-Macs mit ganzem Fleisch statt industrieller Hackmasse, aber nach paar Mal auch langweilig. Dann „Milanesa“ so eine Art Riesenklops flachgedrueckt, mit Pommes und etwas Gemuese auf dem Teller und dann eben Rindersteaks ohne Ende. Das gleiche Angebot steht neben Pizza und Spaghetti ueberall auf den Karten einheimischer Restaurants. Mehr gibt es in der Regel nicht. Da muss man schon zum Deutschen gehen. Dort gibt es Suppen, Fisch und andere Fleischsorten, aber um den doppelten Preis.

So nach und nach steigen wir hier in Villarrica dahinter wie alles funktioniert. Von Gastronomie haben die hier nicht besonders viel Ahnung. Da helfen auch die weltweit billigsten Preise nicht weiter wenn man keinen Appetit mehr hat. So kann es durchaus passieren, dass ich hier sogar abnehme, obwohl ein Essen in der Einheimischen-Kneipe nur 2 Euro kostet.

Dafuer wird man mit den Getraenken entschaedigt. Fuer Biertrinker ein Paradies. Es kommt eine Flasche auf den Tisch, entweder ein Liter oder ein dreiviertel. Damit es nicht warm wird, gleich im Sektkuehler mit viel Eis. Sieht lustig aus. Ueberll auf der Plaza stehen Sektkuehler, aber alle trinken Bier. Das „Pilsen“ made in Paraguay ist das bessere, wird aber zunehmend verdraengt vom brasilianischen „Brahma“ genauso wie die einheimischen Minaeralwaesser durch die „Dasani“-Bruehe made by Coca-Cola. Kostenpunkt egal ob grosses Wasser oder Bier, meist unter 1 Euro.

Als Schnapstrinker bin ich hier der Aussenseiter. Fast jedes Mal, wenn ich „Caña“ bestelle – den einheimischen Schnaps aus Zuckerrohr – dann rennt der Kellner irgendwo hin und besorgt eine 200-ml-Schluckflasche. Es gibt meist keinen losen Ausschank von Spirituosen.
Aber das stoert mich nicht. Der Kellner berechnet schliesslich auch nur den Ladenpreis von umgerechnet 50 Cent dafuer.

Die preiswertesten Zigaretten kosten 1,20 Euro – die Stange! Nicht die Schachtel!
Zigarren gibt es auch, koennen aber nicht ganz mit kubanischen mithalten. Hier in Villarica gibt es sogar eine Fabrik, wo allerdings nur Samstags gedreht wird. Das reicht dann aber auch fuer den Verkauf die ganze Woche.

Heute haben wir was neues entdeckt. Am besten isst man im Supermarkt im Selbstbedienungsrestaurant zu Mittag und auch zu Abend. Es sieht aus wie in der Kantine von Ikea. Jedoch ein wirklich reichhaltiges abwechslungsreiches Buffet wie in einem AI-Hotel in Spanien. Braten vom Spiess, Braten in Sosse mit stets wechselnden Fleischsorten, Paella, Kartoffelsalat, Nudelsalat, Lasagne, Pastas, Huehnchen, dazu Rohkostsalate und diverse Gemueseauflaeufe. Bezahlt wird nach Gewicht. Egal was man sich auf den Teller sackt, alles hat einen Einheitspreis. Ich habe es beim besten Willen noch nicht geschafft, dass der Teller mehr als umgerechnet 1,50 € gekostet hat.

Stromausfaelle sind selten, aber sie gibt es. Die Kilowattstunde kostet weniger als bei uns aber nicht viel weniger. Genau konnte uns das noch niemand sagen. Jeder erzaehlt nur, was er im Monat bezahlt, aber weiss nicht wieviel KWH das sind.

Wassergeld gibt es auch, wenn man an einer oeffentlichen Leitung teilnimmt. Das haelt sich aber in bescheidenen Grenzen. Muss ja auch so sein, denn der staatliche Mindestlohn liegt bei etwa 150 Euro im Monat, aber den zahlt hier so gut wie niemand ausser den Banken, Staatsbetrieben und einigen groesseren auslaendischen Unternehmen.


Telefonieren und Internet

Mein Telefon mit der United-Mobile ICQ bucht sich nur in der Hauptstadt ueber den Anbieter VOX ein. Allerdings mit meinem normalen Vodafone-D2 Prepaid kann ich auch hier in Villarrica SMS lesen, nur das antworten kommt ziemlich teuer. Aber E+ und O2 gehen im ganzen Lande nicht. Ausserdem braucht man mindestens ein Tribandgeraet, besser noch ein Quad. Oder man kauft sich hier eins und einen Chip dazu, was langfristig das sinnvollste ist, weil die Gebuehren im Inland fuer Mobilfunk und SMS ebenfalls nur einen geringen Bruchteil der von Deutschland gewohnten Kosten ausmachen.

Festnetz kann man vergessen, es sei denn man hat es bereits anliegen. Eine Neuinstallation kann teuer werden, je nachdem wie weit man von der naechsten Leitung weg wohnt. Da bezahlt man jeden Mast selber. Ueberall bekommt man zumindest wenigstens ein PY Mobilfunknetz. Auf jedem Grundstueck zwar ein anderes, Mal Tigo, mal Personal und woanders CTI aber dann kauft man eben dieses. Internet laeuft auch ueber Antenne. Momentan noch ueber grosse Masten. Es soll aber noch dieses Jahr ausgebaut werden, dass man dann nur noch ein mausgrosses Geraet ans Laptop steckt und schon geht’s los.


Kriminalitaet

Wir haben zur Vorbeugung von Verlusten gleich am ersten Tag die wichtigsten Dinge an der Rezeption gegen Quittung abgegeben und in einen Umschlag gesteckt. Dieser wurde versiegelt und im Buerotresor verwahrt. Einzelschliessfaecher gibt es nicht.

Allerdings ist die gefuehlte Kriminalitaet hier in Villarrica, diesem vertraeumten 30.000-Seelen-Kaff eher gleich Null. Da ist es in Leipzig wesentlich gefaehrlicher. Hier kann man sogar nachts alleine besoffen durch die Strassen ziehen und keiner tut einem was. Ausserdem hat dieses Staedtchen auch kulturell einiges zu bieten, es gibt mehrere Universitaeten und ein entsprechendes studentisch angehauchtes Nachtleben auf bescheidenem Niveau.

Allerdings haben in Paraguay fast alle anderen Regionen so ihre Macken, da lohnt es sich entweder nicht zu bleiben weil absolut tote Hose herrscht oder es ist zu gefaehrlich. Besonders in den grenznahen Regionen nimmt die Kriminalitaet staendig zu. Schmuggel, Bandenkriminalitaet, grenzueberschreitende organisierte Raubzuege und Ueberfaelle sowie Korruption sind seit den 90-er Jahren auf fruchtbaren Boden gestoßen und verzeichnen sprunghafte Zuwachsraten, nachdem die alte Ordnung unter General Stroessner nicht mehr existiert. Seitdem ist auch die staatliche Infrastruktur dem Verfall preisgegeben worden. Die herrliche Eisenbahnlinie mit Dampfbetrieb durchs ganze Land wurde einfach stillgelegt, genauso wie die Strassenbahn in Asunción. Eine Folge der „Demokratisierung“ in Verbindung mit Profitgier und Korruption der Regierung.


Immobilien

Gestern waren wir mal ein paar Grundstuecke ansehen, die im Internet praesentiert werden.
Da es hier einige Tage bereits gegossen hat wie Mist, sind die Strassen entsprechend aufgeweicht und die Fahrt war eine herrliche Schusselpartie, trotz 4x4 Allrad im Jeep. Normale Autos waeren da nie hingekommen. Daher richten sich die Grudnstueckspreise auch hauptsaechlich nach der Entfernung vom Asfalt.
Als Kaeufer ist es also guenstig, Grundstuecke im Regen zu besichtigen. Da weiss man, welcher Weg tatsaechlich noch passierbar ist und von welchem dies bei Trockenheit vom Verkaeufer nur behauptet wird.

Heute haben wir im Zentrum einige Einkaeufe erledigt. Dabei sind wir zufaellig auf einen einheimischen Immobilario gestossen. Es ist die Frau des ortsansaessigen amtlichen Landvermessers. Der gute Mann hat von seinen Grundstuecken selbstverstaendlich detaillierte Ansichten und sogar einige Bilder aus der Luft, bei denen er die Distanzen mittels GPS-Daten und Computer sofort errechnen konnte.

Also wesentlich professioneller als die unzaehligen Hobby-Immobilienhaendler, die sich in Paraguay tummeln und weder Lageplaene noch Angebotskarteien besitzen und noch nichtmal ein Buero haben. Die dann mit ihren potenziellen Kaufinteressenten erstmal ins Internetcafe gehen muessen um ihre meist von einem Bekannten in Deutschland erstellte Internetseite aufzurufen, damit sie ueberhaupt einen Ueberblick ueber die eigenen Angebote haben. Das sind dann meist „Aussteiger“ die hoffen, wenigstens einen Deal im Jahr durchzuziehen und dabei soviel draufzuschlagen, damit sie davon wenigstens wieder ein weiteres Jahr leben koennen.

Jedenfalls hatten wir mit der sehr sympathischen Frau des Landvermessers fuer heute abend einen Termin ausgemacht und haben uns dort in ihrem Buero einige Laendereien auf dem Laptop ihres Mannes angesehen. Da fahren wir morgen nachmittag mal hin.

Jetzt sind wir auch ziemlich sicher wie hier sich die Preise zusammensetzen. In der Gegend um Villarica in Asfaltnaehe pro Hektar 2000-2500 €, plus Haus pro QM Flaeche um die 150 € mal mehr mal weniger je nach Qualitaet. Kaufpreise sind in der Regel nicht oder kaum verhandelbar. Es wird eben einfach gewartet, bis sich einer findet. Die Makler wollen schliesslich ihren Schnitt machen und sich nicht die Marge kuerzen lassen.

Allerdings muss man immer aufpassen. Und selbst wir haben sehr schnell mitbekommen, dass etliche schoene Wiesengrundstuecke bei Regen voll unter Wasser stehen.

Muellentsorgung existiert auf dem Lande nicht. Jeder graebt sich entweder irgendwo ein Loch oder schleppt die Saecke in die Stadt und laesst sie heimlich am Strassenrand stehen. Dort liest sie die staedtische Muellabfuhr jeden Tag auf.

Abwasser und Kloake fliesst auf dem Land dorthin wo jeder es will. Mancher baut sich seine Sickergrube direkt neben dem Brunnen. Ist dann aber auch alleine sein Problem, wenn das Wasser dann komischen Beigeschmack hat. Aber bei 500m Abstand zum Nachbarn hat man dann nur seine eigene Dummheit auszubaden und nicht die der Nachbarn.

Baugenehmigungen und Baubehoerden existieren nicht. Jeder kann bauen wie und was er will, solange es auf seinem eigenen Grundstueck stattfindet. Purzelt sein Bauwerk zusammen und begraebt den Baumeister, dann ist das ebenfalls alleine sein Problem.


Colónia Independencia – dort wo die Deutschen wohnen

Heute haben wir einen Busausflug ins benachbarte Colónia Indepedenza gemacht, 26 Km.
Dort existiert keine staedtische oder doerfliche Struktur, nur Fincas im 500-Meter Abstand aneinander gereiht, irgendwo an einer Kurve ein Supermarkt, eine Tankstelle und 3 Laeden, sonst nichts. Ab und zu noch auf einem Grundstueck am Asphalt eine Kneipe wie die „Dorfschaenke“. Das wars dann. Es ist nicht nur still, sondern todlangweilig dort.

Wir haben hier in den letzten Tagen einige moegliche und noch mehr unmoegliche Leute kennen gelernt, die in der Colónia wohnen. Die sogenannten „Aussteiger“ sind die schlimmsten von allen. Dagegen sind diejenigen, welche ich frueher auf Gran Canaria kennen gelernt haben und ihr Dasein mit Figuren am Strand modellieren fristen, allesamt als aeusserst serioes zu bezeichnen.

Wer will schon Nachbarn haben, die dich erstmal nur als dummen Ossi (oder andersrum als bloeden Wessi) ansehen und auch so behandeln? Zumindest so lange bis du denen was bewiesen hast? Ist dort so ueblich sagen viele, man bekeimt sich dort und schmiedet Intrigen.

Und wenn du dir dort aufgrund wesentlich hoeherer Preise nur einen halben Hektar leisten kannst, dann klebt dir der naechste Nachbar immer am Hintern.


Wetter und Klima

Bei Ankunft Ende Februar in Asunción hatten wir immer abwechselnd mal richtig Sonne und dann wieder Regen. Wenn hier Wasser runter kommt, dann aber gleich richtig. Ruckzuck waren die Strassen innerhalb von wenigen Minuten totale Sturzbaeche.
Temperaturen sind im Lande sehr unterschiedlich. Wer hier dauerhaft wohnen moechte sollte sich daher gut informieren. Sonst wird es unter Umstaenden nichts mit dem „Entfliehen vor der deutschen Kaelte“.

Zur Zeit sind tagsueber 31 Grad. Wir wohnen in Zimmern ohne Klimaanlage. Ein Deckenventilator reicht voll aus. Ich schalte nicht mal den ein. Fenster auf und Frischluft rein. Nur ein Laken zum zudecken ist etwas wenig, da es nachts doch mitunter auf 15 Grand runter geht. Jetzt ist hier Herbst. Aber zu gleicher Zeit in Asuncion sind nachts immer noch 26 Grad. Was 180 Km so ausmachen.

Wie bereits erwaehnt faengt man sich schnell eine leichte Erkaeltung durch Zugwind im Bus ein oder durch Klimaanlagen. Nachdem ich zwei volle Tage den ganzen Tag lang nur im Nest gelegen haben um so eine Art Grippe einigermassen wieder in den Griff zu bekommen, geht es uns beiden wieder besser. Unsere Plaene sind ohnehin verworfen. So wollten wir wenigstens heute nach San Bernardino gefahren und dort ein paar Tage uns in dem herrlichen Uralubsort am See umschauen. Aber dort ist der Sommer gerade vorbei und es ist mausetot, menschenleer. Ausser in den 2 Hochsommermonaten ist dort nichts los. Also sind wir wieder zurueck nach Villarrica. Und dort bleiben wir vorerst.


Chicas & Co.

Paraguay ist in dieser Hinsicht eher mit Europa zu vergleichen. Die Frauen sehen durchweg gut und europaeisch aus, so wie Spanierinen, Italienerinnen oder Franzoesinnen. Einige wenige haben indianischen Einschlag. Diese gehoeren aber meist der absoluten Unterschicht an.

Ansonsten herrscht scheinbarer Wohlstand. Junge Frauen fahren fast alle ein eigenes Fahrzeug, wenn auch auf Kredit gekauft. Die Raten sind extrem niedrig.

Auslaendern gegenueber wird keine besondere Beachtung entgegen gebracht. Blicke werden wie in Europa auch kaum erwidert. Es ist also nicht ganz einfach, an „normale“ Frauen heran zu kommen. Die huebschen Paraguayerinnen suchen sich eher eine feste Beziehung mit einem solventen Partner oder haben neben ihrem Freund noch maximal einen festen „Sugardaddy“ der ihnen das Studium finanziert.

Bei der Suche nach einem festen Partner spielt der Altersunterschied keine grosse Rolle. Allerdings ist der Bekanntheitsgrad und die Gewissheit ueber den Reichtums des potenziellen Ehegatten ein wichtiges Kriterium. Da hat man als unbekannter Neuankoemmling kaum Chancen auf schnellen Erfolg. Man muss dabei ziemlich geduldig und beharrlich sein. Aber es ist meiner Ansicht nach nicht ganz so schwierig wie in Deutschland, eine juengere feste Partnerin zu finden.

Bleiben noch die Damen des Gewerbes. Die wiederum duerfen sich in der gesamten Provinz Guaira, von der Villarica die Hauptstadt ist, nicht oeffentlich praesentieren. Villarrica ist sehr traditionell und religioes. Es gibt wichtige Pilgerrouten und einen starken Einfluss der Kirche auf die Departementsregierung. Prostitution ist daher in dieser Provinz offiziell verboten. In anderen nicht. Es gibt aber selbst auch in Villarrica Professionelle, die durch Vermittlung von Taxifahrern auf Bestellung ins Hotel kommen. Das sind meist Studentinnen, die ihr Studium damit finanzieren. Aber alles laeuft nach der Uhr im Profitakt und schoen geheim gehalten.

Der bekannteste und vermutlich groesste oeffentliche Strassenstrich ist in der Nachbarprovinz Oviedo, wo sich die Internationale Route zwischen Brasilien und Argentinien mit einer nationalen Fernstrasse kreuzen. Dort tummeln sich hauptsaechlich Fernfahrer auf der Suche nach der schnellen Nummer. Eine gemuetliche Grauzone zwischen Hausfrau und Prostituierter so wie in der Karibik haeufig anzutreffen, diese gibt es in Paraguay definitiv nicht.


Zwischenbilanz

Insgesamt bin ich bis jetzt recht positiv von Paraguay beeindruckt. Vor allem von der Herzlichkeit und Ehrlichkeit der Einwohner, besonders derer die wir nun jetzt auch naeher kennen.

Das Preisniveau ist trotz Inflation und Korruption immer noch als sehr angenehm zu betrachten. Man hat Freiheiten, von denen man in anderen Staaten nur traeumen kann, die Einheimischen sind uns Deutschen gegenueber weniger voreingenommen als in anderen Laendern und die in Paraguay lebenden Deutschen haben bei allen Macken die sie innehaben, egal ob Einwanderer der ersten, zweiten oder dritten Generation allesamt ein wesentlich gesuenderes Nationalbewusstsein, als die Mehrheit ihrer Landsleute in der BRD. Wer in Deutschland die Schnauze voll hat, der sollte sich Paraguay zumindest mal ansehen. Fuer mich ist es schon mal in der engeren Auswahl, auch wenn mir hier ein wenig der Strand fehlt und die Winter doch manchmal recht kuehl ausfallen koennen.

Allerdings sollte man nicht darauf angewiesen sein, hier sein Geld mit Arbeit verdienen zu muessen. Wer allerdings in der gluecklichen Lage sein sollte, von irgendwoher wenigstens 300 € monatlich „nachgeschoben“ zu bekommen, der kann hier damit schon leben. Und zwar wesentlich besser und viel freier als beispielsweise ein Hartz-4-Empfaenger in Deutschland.

user
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#2 RE: BERICHT aus PARAGUAY
23.03.2008 18:34

@ e-l-a habe deinen interessanten bericht gelesen. bin gespannt auf die fortsetzung! viel glück und gesundheit!

frankytoao
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#3 RE: BERICHT aus PARAGUAY
23.03.2008 19:45

Warte schon auf die Fortsetzung(en)

frankytoao
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#4 RE: BERICHT aus PARAGUAY
23.03.2008 20:19
jan
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Rey/Reina del Foro


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#5 RE: BERICHT aus PARAGUAY
23.03.2008 20:30

1 kg Rinderfilet, 16.500 Gs. (2,32 €)

e-l-a bring einen Koffer voll mit

el carino
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#6 RE: BERICHT aus PARAGUAY
24.03.2008 00:56

mir fehlt die spucke...

...

el-che
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#7 RE: BERICHT aus PARAGUAY
24.03.2008 02:05


paraguay und besonders asunción ist das zentrum der südamerikanisch-latino-mafia .alle geschäfte sind erlaubt oder geduldet wegen der höhen korruption.
las chicas de parauay sind hübsch atractivas pero no llegan ni a la altura de los zapatos comparado con las cubanas en lo referente al relajo. unvergesslich ist die iguasú arg.-br-paraguay ecke

Don Arnulfo
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#8 RE: BERICHT aus PARAGUAY
24.03.2008 08:45

Zitat von el loco alemán
Anreise

Die Anreise gestaltet sich schwieriger als bisher gewohnt. Ist ja auch das erste Mal, dass ich unterhalb des Aequators komme. Die Umsteigerei in Paris nervt. Der Flughafen dort ist ein Moloch, groesser als Frankfurt und man kommt sich drin verloren vor wie im Raumschiff Enterprise. Dieser Eindruck wird noch verstaerkt durch das futuristisch gestaltete Innenambiente der 70-er Jahre, wenn man durch riesige Plastikroehren in ueberdimensinale Untertassen und Kanaele kreuz und quer umhergeleitet wird.

Dann noch mal umsteigen in Sao Paulo, Brasilien. Direktfluege nach Asuncion gibt es leider nicht. Durch das viele Umsteigen in unterschiedliche Fluglinien sind natuerlich Probleme vorprogrammiert. Wie zu befuerchten war, ist mein Gepaeck ist nicht gleichzeitig mit angekommen. Das ist besonders aergerlich fuer alle die weiter reisen wollen.


besser geht Iberia: http://www.iberia.com/OneToOne/v3/timeTa...gcfkmdfhmdfon.0

user
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#9 RE: BERICHT aus PARAGUAY
24.03.2008 09:08

Zitat von el loco alemán

haben sie einfach den Reissverschluss herausgerissen.. Die Froschschenkelfresser haben es nun bei mir verschissen bis in die Steinzeit....Also merke: niemals ueber Paris fliegen oder nur mit Handgepaeck.



ich hab da einen ganz andern tipp:

nie mit einer reisetasche fliegen, aus der sich der reissverschluss loest.

es gibt doch schalenkoffer.

mit denen kann man auch ueber paris fliegen, machen uebrigens millionen..

aber dein zweiter tipp ist natuerlich exzellent: nur mit handgepaeck!

so mach ichs immer

Moskito
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Rey/Reina del Foro


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#10 RE: BERICHT aus PARAGUAY
24.03.2008 10:32
.
Während meiner Jahre in Südamerika hatte Paraguay den Ruf, das langweiligste Land dort zu sein - und nach Lesen des Reiseberichtes habe ich das Gefühl, dass sich nicht allviel verändert hat.

Auch hatten damals die dort lebenden Deutschen nicht gerade den besten Ruf, langjähriger Diktator Stroessner zeigte deutlich seine Zuneigung gegenüber Naziflüchtlingen, und es wird berichtet, daß er vielen Nazis in Paraguay Asyl gewährt und sie nach dem zweiten Weltkrieg dort verborgen hielt, als prominentes Beispiel sei Dr. Josef Mengele genannt. Diese Altlast als 'Auffangland für Naziflüchtlinge' betreffen auch die Nachbarländer, insbesondere Argentinien, Chile und Bolivien.

Ich könnte mir nun vorstellen, dass, auch wenn sich in den Folgegenerationen einiges geändert haben mag, in der Abgeschiedenheit paraguayischer Landstriche einige braune Kameradschaften ihre 'ökologische Nische' gefunden und bewahrt haben - nicht gerade die Nachbarschaft, die ich mir wünschte.

S

user
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#11 RE: BERICHT aus PARAGUAY
24.03.2008 10:40
Zitat von Moskito
.
Während meiner Jahre in Südamerika hatte Paraguay den Ruf, das langweiligste Land dort zu sein



den ruf hat es immer noch

und die hauptstadt hat uebrigens den ruf, schmutzig - was sag ich: dreckig - zu sein.

das kam in dem bericht von ela noch viel zu zaghaft raus.
el mayimbe
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spitzen Mitglied


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#12 RE: BERICHT aus PARAGUAY
24.03.2008 15:27

Einen interessanten Blog über Villarica im besonderen und Paraguay im allgemeinen findet man hier:

http://stadtmusikant.blog.de/

Peter Kluth hat viele Jahre in der Dominikanischen Republik gelebt und ist vor zwei Jahren nach Villarica übergesiedelt.

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Mein Blog Colmado

ElHombreBlanco
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Rey/Reina del Foro


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#13 RE: BERICHT aus PARAGUAY
24.03.2008 17:17

Zitat von el loco alemán
Es waren die Franzosen in Paris, die anscheinend zu bloed zum roentgen sind. Anstatt wie in Deutschland das Gepaeck zu durchleuchten haben sie einfach den Reissverschluss herausgerissen

Fuer diesen Zweck gibt es spezielle Schloesser. Ich glaube, die heissen TravelLock. Sind Zahlenschloesser mit einem Schluesselschloss, fuer die die Flughafenbehoerden einen Schluessel haben. Empfiehlt sich auch fuer US-Fluege.

--
La vida debería ser amarilla... amar y ya.

Halleluja
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spitzen Mitglied


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#14 RE: BERICHT aus PARAGUAY
24.03.2008 22:10
Die Aktion mit dem Gepaeck passiert sehr oft in Sao Paulo. Das liegt daran, dass der Weiterflug meist mit einer anderen Airline stattfindet. Man sollte beim Check In in Europa immer fragen ob man das Gepaeck in Sao Paulo entnehmen muss. Meistens oder fast immer muss man das Gepaeck in Sao Paulo entnehmen und dann wieder neu einchecken. Als ich letztes Jahr in Rio war ist mir das Gleiche passiert.

Bin gerade in Sued Brasilien, bzgl. den Chicas, die Frauen hier unten im Sueden Brasiliens sind der Hammer. Das sind keine typischen Brasilianer das ist eine Mischung aus Indianern, Portugiesen, Negritos, Deutschen, Polen, Ukrainern, Russen, Italienern, Libanesen und Syriern. Also nicht alle, aber die meisten haben wunderschoene Gesichter. Jedoch lebt hier unten im Sueden ueberwiegend die soziale Mittelschicht, Armut gibt es nicht sehr viel, demzufolge laufen die femininen Schoenheiten den Touris nicht hinterher.

Leider regnet es hier unten im Maerz fast taeglich, demzufolge bin ich dann nach Buenos Aires weitergeflogen. Buenos Aires ist fast genauso wie Madrid. Auch die Frauen sind eine Mischung aus Spaniern und Italo, demzufolge meistens alle kleine Zwuckel, ich mag ja mehr grosse Frauen.

Die Preise in Buenos Aires sind der Hammer, als ich angekommen bin war der Umrechnungskurs 1 Euro = 4,7 Pesos, als ich gefahren bin nach einer Woche 1 Euro = 5 Pesos. Demzufolge alles wahnsinnig billig, man bekommt in der Calle Santa Fe, im Zentrum in einem fast luxurioesen Buffet Restaurant (Fleisch Buffet, Fisch Buffet, Salat Buffet. Pasta Buffet, Nachtisch Buffet) kann man fuer 5 Euro essen. Ich konnte es nicht glauben, 25 Pesos, ein Liter Bier dazu 2 Euro. Fuer ein Apartment pro Woche habe ich pro Tag 32 Euro bezahlt, von der Einrichtung europaeisches Niveau. Taxi kostet fast nix. Geht man in einem normalen Restaurant essen, bekommt man jedesmal ein Steak so gross, dass es nicht auf´n Teller passt. Von den Preisen her ist Brasilien etwas teurer, aber trotzdem guenstig. Fuer 8-10 Euro kann man hier auch komplett Essen.
Was mir in Buenos Aires etwas auf´n Seiher ging war der Verkehr, das ist die Hoelle. Auch in der Innenstadt eine Hektik und die Argentinier sind nicht unbedingt die freundlichsten, wenn man mal mit jemanden gesprochen hat ist die Sache O.K., aber der erste Kontakt gestaltet sich etwas schwierig.

Jetzt bin ich wieder in Sued Brasilien und es regnet schon wieder oder immer noch. Mittwoch fliege ich von Sao Paulo ueber Paris wieder zurueck.
seizi
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#15 RE: BERICHT aus PARAGUAY
25.03.2008 09:17
Zitat von el loco alemán


Chicas & Co.

Paraguay ist in dieser Hinsicht eher mit Europa zu vergleichen.
Ansonsten herrscht scheinbarer Wohlstand. Junge Frauen fahren fast alle ein eigenes Fahrzeug
Auslaendern gegenueber wird keine besondere Beachtung entgegen gebracht. Blicke werden wie in Europa auch kaum erwidert.


Armer e-l-a
da reist er 40 Stunden in ein südamerikanisches Land und muss dann mühsam eine chica erobern.
Vielleicht schafft er es gar überhaupt nicht innert nützlicher Frist.

e-l-a, vielleicht solltest du die Heimreise via Kuba antreten.

Ansonsten: Super Bericht, bravo
Das erspart mir eine Reise dorthin.

user
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#16 RE: BERICHT aus PARAGUAY
25.03.2008 09:28

Zitat von seizi

Ansonsten: Super Bericht, bravo
Das erspart mir eine Reise dorthin.



naja, ich hab auch bereits nur aufgrund von berichten ueber das land entschieden, dort nach moeglichkeit NICHT hinzugehen.

allerdings muss man bedenken, dass ela ja anscheinend hin ist, um nachzusehen, ob da die grundstuecke wirklich so billig sind.

und das sind sie wohl.

nur: was nuetzt mir das billigste grundstueck, wenn dann die umgebung voellig tote hose ist?

el loco alemán
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#17 RE: BERICHT aus PARAGUAY
25.03.2008 11:55

Langeweile

Es ist wohl eher eine Frage der persoenlichen Definition, was man als langweilig empfindet.

Dazu waeren vielleicht seitens der "Langeweile"-Kritiker hier einige Erklaerungen anhand von Beispielen notwendig, um ueberhaupt verstehen zu koennen, was sie damit meinen. Was fehlt ihnen zum Beispiel konkret in Paraguay dazu, um sich nicht permanent zu langweilen? Was gibt es in anderen Laendern diesbezueglich, was PY nicht hat?

Mir persoenlich ist es hier bis jetzt jedenfalls noch nicht langweilig geworden. Das liegt aber auch daran, dass ich mich nicht irgendwo allein in der abgelegenen Pampa befinde, sondern mitten in einer Stadt die mit Umfeld gerechnet 50.000 EW hat. Es gibt ein wenn auch bescheidenes aber dennoch kulturelles Leben und man lernt jeden Tag neue , nicht uninteressante Leute kennen.

Da war es in "meinem" Dorf in Kuba oft wesentlich langweiliger. Selbst in der Halbmillionenstadt Leipzig kann man sich elend langweilen. Es liegt wahrscheinlich an den persoenlichen Praemissen und Anspruechen an Kurzweil und natuerlich an den finanziellen Moeglichkeiten, die so manchen von kurzweiligen Dingen schon im Vorfeld weitestgehend ausschliessen.

Was allerdings bei paraguayischen Preisen kein Kriterium sein duerfte. Denn was alles soeben in den Kommentaren hier ueber Argentinien und Brasilien als "preiswert" und "guenstig" gelobt und gepriesen wurde, kostet in Paraguay oft weniger als die Haelfte.



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#18 RE: BERICHT aus PARAGUAY
25.03.2008 12:23

Zitat von el loco alemán
Langeweile

...Was gibt es in anderen Laendern diesbezueglich, was PY nicht hat?

....Es gibt ein wenn auch bescheidenes aber dennoch kulturelles Leben und man lernt jeden Tag neue , nicht uninteressante Leute kennen.


das wichtigste fuer mich, was PY NICHT hat: es gibt keinerlei zugang zum meer. im sommer sitzt du dort gnadenlos in der hitze fest.

und gewiss: man lernt neue, interessante leute kennen. aber meine befuerchtung: das versiegt innerhalb kuerzester zeit. denn dann kennst du alle - und stetigen nachschub, wie in havanna oder rio, gibts da nicht.

Zitat von el loco alemán
Langeweile

Denn was alles soeben in den Kommentaren hier ueber Argentinien und Brasilien als "preiswert" und "guenstig" gelobt und gepriesen wurde, kostet in Paraguay oft weniger als die Haelfte.



DAS ist in der tat ein wichtiges kriterium. gerade im vergleich zu brasilien. denn in brasilien gehts mit den preisen fuer uns auslaender jahr fuer jahr aufwaerts. der unterschied zu europa ist immer noch da, aber so gewaltig ist er nicht mehr.

ela, so wie du dir PY anguckst, wegen der preise, gucke ich mir demnaechst CO an, auch wegen der preise, nur - vorteil in CO: da gibt es meer "satt"

el loco alemán
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#19 RE: BERICHT aus PARAGUAY
25.03.2008 18:12
Zitat von willibald

das wichtigste fuer mich, was PY NICHT hat: es gibt keinerlei zugang zum meer. im sommer sitzt du dort gnadenlos in der hitze fest.

Der fehlende Zugang zum Meer ist fuer PY ein Manko. Zugegeben. Aber welchen Einfluss auf die Langeweile hat das Vorhandensein eines Meeres gegenueber Seen und Fluessen und Quellen? Davon gibt es um Villarrica etliche. Ausserdem einige oeffentliche Schwimmbaeder.

Mal ehrlich. Von den vielen die das Meer hier als Kriterium so hoch bewerten. Wer von denen schwimmt denn tatsaechlich mehr als 100 Meter raus? Ausser ein paar Taucher und Hochseeangler vielleicht. Die meisten planschen doch auch in Kuba nur mehr oder weniger in Ufernaehe. Dafuer hat man dann die Klamotten voller Sand und den Mund voll Salz. Kubaner gehen z.B. viel lieber in die piscina als a la playa.

Also bitte, wo bleiben eure Argumente, warum PY angeblich langweiliger sein sollte als andere Laender der Region? Das fehlende Meer allein kann es ja wohl nicht sein. Wuerde mich echt mal interessieren. Vielleicht schau ich mir ja dann die Nachbarlaender auch mal an, wenn hier von den Kritikern was ueberzeugendes kommt.

Karo
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#20 RE: BERICHT aus PARAGUAY
25.03.2008 18:20

was läuft denn so auf den Flüssen mit Kanu, Booten oder so ???

seizi
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#21 RE: BERICHT aus PARAGUAY
25.03.2008 22:06
Zitat von el loco alemán

Also bitte, wo bleiben eure Argumente, warum PY angeblich langweiliger sein sollte als andere Laender der Region? Das fehlende Meer allein kann es ja wohl nicht sein. Wuerde mich echt mal interessieren.


Den Hauptgrund hast du wahrscheinlich schon selber beschrieben: die chicas!
So, wie du sie beschrieben hast gibt es sie ja auch in Spanien, Italien, Portugal
- sie sehen toll aus, aber haben einen hohen Lebensstandard (gar mit eigenem Auto).
Bei hohem Lebensstandart ergeben sich aber meistens auch entsprechende Pflichten und daher wenig Zeit
- d.h. für Fremde wenig bis gar kein Interesse.
Da kannst du ja auch gleich im sicheren Europa bleiben.

Das mit dem Meer ist wohl vorwiegend psychisch bedingt.
Am Meeresstrand sitzen, in die endlose Weite schauen, träumen und philosophieren,
die Meeresluft tief einatmen ...
Zum Traumland gehört halt bei vielen einfach Sonne, Sand und Meer.

el carino
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#22 RE: BERICHT aus PARAGUAY
01.04.2008 14:59
In Antwort auf:
Den Hauptgrund hast du wahrscheinlich schon selber beschrieben: die chicas!
So, wie du sie beschrieben hast gibt es sie ja auch in Spanien, Italien, Portugal
- sie sehen toll aus, aber haben einen hohen Lebensstandard (gar mit eigenem Auto).
Bei hohem Lebensstandart ergeben sich aber meistens auch entsprechende Pflichten und daher wenig Zeit
- d.h. für Fremde wenig bis gar kein Interesse.
Da kannst du ja auch gleich im sicheren Europa bleiben.

Das mit dem Meer ist wohl vorwiegend psychisch bedingt.
Am Meeresstrand sitzen, in die endlose Weite schauen, träumen und philosophieren,
die Meeresluft tief einatmen ...
Zum Traumland gehört halt bei vielen einfach Sonne, Sand und Meer.

seizi,


es gäbe aber noch einen, für mich weitaus wichtigeren grund, außer in einem 3. weltland regelmäßig einheimische schönheiten körperlich zu testen.
- nämlich dem drohendem wirtschaftskollaps in deutschland (Europa) und dem damit verbundenen persönlichen sozialem abstieg baldmöglichst zu entfliehen!
der gedanke ist sehr verlockend, mit einer kleinen rente (oder erspartem) der summe x im monat und, zwar damit eingeschränktem aber immer noch komfortablen bodenständigem leben in einem warmen land seinen lebensabend zu verbringen.
ok, man muß auch dort abstriche machen. wenns halt (nur) die chicas betrifft, pech!
alles kann man nicht haben.
Arturo
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#23 RE: BERICHT aus PARAGUAY
05.04.2008 04:32

Vorab: Eigentlich hatte ich beschlossen, mich aus diesem Forum herauszuhalten, weil ich (mal wieder) persoenlich angegriffen und beleidigt wurde ... aber: NU BIN ICH WIEDER DA!

Ich werde am Freitag, dem 11. April eine Party bei mir in Asunciòn geben! Grund: Ich feiere 2 Jahre hier leben zu duerfen! Es ist, wie einige Mit-Forumser auch sagen, teilweise "langweilig" hier ... aber e-l-a hat absolut Recht: Es kommt immer daruaf an, WAS man daraus macht. Und dieses liegt an Jedem selbst! In PY moechte ich auch nicht in einem Pueblo oder gar einer "Colonia" wohnen wollen - Ich bevorzuge Asunciòn.

Und nachdem ich knapp 4 Wochen in Cuba war, habe ich mich SEHR auf mein Paraguay gefreut (Cuba war -so toll wie es iss- fuer mich ein Negativ-Erlebnis!!!).

Ich bin froh, wieder in ASU zu sein und will auch so schnell nich wieder wech ...

Ihr alle habt Recht, wenn Ihr behaubtet, das nicht alles TOLL hier ist. Ist es NICHT!!!
Aber LEBEN, wenn man denn auch will und offen dazu ist, kann man hier.

In Spanien habe ich gelernt, das die Deutschen "Cabeza quadrat" sind ... Spanier haben Recht!

Arturo
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#24 RE: BERICHT aus PARAGUAY
05.04.2008 04:44

achso: Es wird hier auch der "Schmutz" von Paraguay beschrieben ... also was ich in Havanna gesehen habe, war der Gipfel. So schlimm ist es hier nicht; Wenn auch hier nicht angenehm ... aber Havanna!!! (Ich machte Fotos; Habe sie mehrfach angesehen; Aber sie geloescht!!!!) Auch von den Toiletten ...
Fuer mich -leider eigentlich- CUBA NIE WIEDER!!!!

Don Arnulfo
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#25 RE: BERICHT aus PARAGUAY
05.04.2008 08:28

Zitat von Arturo
achso: Es wird hier auch der "Schmutz" von Paraguay beschrieben ... also was ich in Havanna gesehen habe, war der Gipfel. So schlimm ist es hier nicht; Wenn auch hier nicht angenehm ... aber Havanna!!! (Ich machte Fotos; Habe sie mehrfach angesehen; Aber sie geloescht!!!!) Auch von den Toiletten ...
Fuer mich -leider eigentlich- CUBA NIE WIEDER!!!!



kein Heimweh mehr
http://www.kubaforen.de/t521600f11793258...html#msg7557984

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