Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest

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18.12.2007 02:21
#1 Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Forums-Senator/in

Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest

Havanna (AFP) - Der kubanische Staatschef Fidel Castro will sich nach eigenen Worten nicht an seinen offiziellen Funktionen festklammern. Noch weniger wolle er "jüngeren Menschen" den Weg versperren, heißt es in einem am Montag im kubanischen Fernsehen verlesenen Schreiben Castros. Allerdings wolle er "Erfahrungen und Ideen" weitergeben. Der 81-Jährige ist seit längerem schwer krank und hatte im Sommer 2006 die Macht vorläufig an seinen jüngeren Bruder Raúl übertragen. Anfang des Monats wurde Castro trotz seiner Krankheit erneut für das kubanische Parlament nominiert.

http://www.koeln.de/aktuell/afp/newstick...5.eekbmf2n.html

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„Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“
Winston Churchill

¡Visca Barça! [img]http://www.soccer24-7.com/forum/images/smilies/BarcaBarca.gif[/img]
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18.12.2007 08:05
avatar  dirk_71
#2 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Rey/Reina del Foro

Fidel Castro verabschiedet sich von der Macht

Der erkrankte kubanische Revolutionsführer Fidel Castro will sich nicht an die Macht klammern: In einer Montagabend im Staatsfernsehen verlesenen Botschaft versicherte der 81-Jährige, er wolle dem Land künftig nur noch seine Erfahrung zur Verfügung stellen.

Der langjährige kubanische Revolutionsführer Fidel Castro will sich offenbar endgültig aus der aktiven Regierungsverantwortung zurückziehen. In einer am Montagabend im kubanischen Staatsfernsehen verlesenen Botschaft versicherte der erkrankte 81-Jährige, er werde sich nicht an die Macht klammern. Vielmehr wolle er den Jüngeren den Weg nicht versperren und dem Land künftig nur noch seine Erfahrung zur Verfügung stellen. Chavez an Castros Krankenbett

Castro hatte Kuba nach dem Sturz des Diktators Fulgencio Batista 1959 in den Kommunismus geführt und 47 Jahre lang regiert. Am am 31. Juli 2006 übergab er seine Ämter wegen einer Operation an eine provisorische Regierung unter seinem jüngeren Bruder Raul (76). Bislang war eine mögliche Rückkehr Fidels an die Staatsspitze nicht gänzlich ausgeschlossen worden.
Meine elementare Pflicht ist es nicht, mich an die Ämter zu klammern, und noch viel weniger möchte ich den Jüngeren den Weg versperren", versicherte Castro laut der im Programm "Runder Tisch" verlesenen Botschaft. "Meine Aufgabe ist es vielmehr, Erfahrungen und Ideen beizutragen, deren bescheidener Wert aus einer außerordentlichen Epoche stammen, in der ich gelebt habe."

Weichen für künftige Regierung
Die überraschende Erklärung Castro erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die Weichen für die künftige Regierung auf der Karibikinsel gestellt werden. Derzeit laufen die Vorbereitungen zur Bestimmung der künftigen Regierung, die aus den Reihen der Nationalversammlung hervorgeht. Diese wird am 20. Januar nächsten Jahres gewählt. Fidel Castro wurde Anfang Dezember als Kandidat aufgestellt, was sofort Gerüchte aufkommen ließ, denen zufolge der kranke Staatsführer am Ende doch noch an die Staatsspitze zurückkehren könnte.

Das galt unter Beobachtern und Kennern der Lage in Kuba jedoch als unwahrscheinlich. Mitte 2006 hatte sich Castro einer Darmoperation unterziehen müssen, von der er sich nie völlig erholt hat. Er ist seither nicht mehr öffentlich aufgetreten. Nur mit der Veröffentlichung von Fotos und Videos aus dem Krankenzimmer wurde gezeigt, dass er noch am Leben ist. Die neuen Führer Kubas erklärten stets lediglich, der "Comandante" sei auf dem Weg der Besserung.
http://www.stern.de/politik/ausland/:Kuba-Castro/605541.html

Nos vemos
Dirk

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18.12.2007 08:17 (zuletzt bearbeitet: 18.12.2007 09:12)
avatar  jojo
#3 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Mitglied
Castro deutet endgültigen Abschied von der Macht an

Der erkrankte kubanische Staatschef Fidel Castro will sich offenbar endgültig aus der aktiven Regierungsverantwortung zurückziehen. In einem am Abend im kubanischen Staatsfernsehen verlesenen Brief kündigte der 81-Jährige an, dem Land künftig nur noch seine Erfahrung zur Verfügung stellen zu wollen: "Meine natürliche Pflicht ist nicht, an Ämtern festzuhalten - und noch weniger, den Weg jüngerer Menschen zu behindern", hieß es in dem Brief.

Castro hatte Kuba 47 Jahre regiert, ehe er am 31. Juli 2006 vorläufig seine Ämter wegen einer Operation an seinen 76-jährigen Bruder Raul übergab. Castro ist seitdem nicht mehr direkt in der Öffentlichkeit aufgetreten. Er hat sich aber wiederholt mit Zeitungsartikeln zur Innen- und Außenpolitik geäußert und war im Fernsehen zu sehen.

Nominierung für das Parlament Anfang des MonatsCastros Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Weichen für die künftige Regierung gestellt werden. Am 20. Januar wird die Nationalversammlung gewählt. Aus ihr gehen die Mitglieder der Regierung hervor. Trotz seiner Krankheit wurde Castro Anfang des Monats erneut für das Parlament nominiert, was zunächst Spekulationen aufkommen ließ, er könne sich doch wieder aktiv an der Macht beteiligen. Mit seinem Brief scheint er die Meinung von Experten zu bestätigen, die eine Rückkehr in die Staatsführung für unwahrscheinlich halten.

Die Bilanz von Castros Herrschaft ist zwiespältig. So sank die Analphabetenquote unter seiner Führung drastisch und selbst entlegene Dörfer werden kostenlos durch ein Gesundheitssystem versorgt. Die Meinungsfreiheit ist indes stark eingeschränkt. Wer das System grundsätzlich in Frage stellt, muss mit Repressalien rechnen. Human Rights Watch meldete für 2005 unter Berufung auf örtliche Menschenrechtsgruppen mehr als 300 politische Häftlinge. Zudem sind Lebensmittel rationiert, viele Häuser verfallen und in großen Teilen des Landes fällt häufig der Strom aus.

Und was kommt nun???

http://www.tagesschau.de/ausland/castro6.html

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18.12.2007 09:52
avatar  Pastica
#4 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Was da kommt?
Die Ratten verlassen das singende Schiff und werden ihre zusammengeklauten Moneten und ihr Leben in Sicherheit bringen.
Wie war es am Ende der DDR, Russland usw.? Plötzlich war keiner in der Partei, keiner bei der Stasi und alle im offenen Wiederstand.
So oder ähnlich wird es in Kuba kommen. Die Armen, bleiben arm und die Funktionäre werden die größten und schlimmsten Kapitalisten sein.
Sein? Was sie schon immer waren unterm Deckmantel Sozialismus.

Pastica


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18.12.2007 09:53
avatar  pepino
#5 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Top - Forenliebhaber/in

zu früh gefreut man sollte den brief bis zum letzten satz lesen.

"ich halte es mit oscar niemeyer: man muß konsequent sein bis zum ende".

und das sieht mir nicht nach rückzug aus denn der oskar ist gerade 100 geworden und baut munter weiter



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18.12.2007 10:11
#6 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Rey/Reina del Foro

Zitat von pepino
zu früh gefreut man sollte den brief bis zum letzten satz lesen.

"ich halte es mit oscar niemeyer: man muß konsequent sein bis zum ende".

und das sieht mir nicht nach rückzug aus denn der oskar ist gerade 100 geworden und baut munter weiter


Baut der nicht in Brasilien (moderne Architektur)?


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18.12.2007 10:15
avatar  jojo
#7 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Mitglied

Zitat von Varna 90
Zitat von pepino
zu früh gefreut man sollte den brief bis zum letzten satz lesen.

"ich halte es mit oscar niemeyer: man muß konsequent sein bis zum ende".

und das sieht mir nicht nach rückzug aus denn der oskar ist gerade 100 geworden und baut munter weiter


Baut der nicht in Brasilien (moderne Architektur)?



Richtig erkannt!
http://de.wikipedia.org/wiki/Oscar_Niemeyer


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18.12.2007 10:27
avatar  Pastica
#8 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Top - Forenliebhaber/in

Richtig pepino, mit Oscar magst du recht haben, dem wurde auch nicht der Kanal verlegt. Was am wichtigsten ist, Oscar ist bis heute kreativ, was man von Fidel nicht sagen kann. Fidel ist vor Jahren an einem Punkt stehen geblieben und dort steht Kuba noch heute.

Warten wir ab.

Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.

Wie lange hielt der Satz von Honi?

Pastica


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18.12.2007 10:35 (zuletzt bearbeitet: 18.12.2007 10:36)
avatar  Don Arnulfo ( gelöscht )
#9 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Don Arnulfo ( gelöscht )
Zitat von Pastica
Richtig pepino, mit Oscar magst du recht haben, dem wurde auch nicht der Kanal verlegt. Was am wichtigsten ist, Oscar ist bis heute kreativ, was man von Fidel nicht sagen kann. Fidel ist vor Jahren an einem Punkt stehen geblieben und dort steht Kuba noch heute.

Warten wir ab.

Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.

Wie lange hielt der Satz von Honi?

Pastica


der Satz hält immer noch, da Du ihn gebrauchst, der Sozialismus, das ist eine andere Sache, der hat in seiner damaligen Form nicht gehalten.
Und, hast es in vorgehenden Antworten gut beschrieben: die größten Bonzen sind die schlimmsten Ausbeuter geworden.

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18.12.2007 10:36
avatar  jojo
#10 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Mitglied

Zitat von Pastica
Richtig pepino, mit Oscar magst du recht haben, dem wurde auch nicht der Kanal verlegt. Was am wichtigsten ist, Oscar ist bis heute kreativ, was man von Fidel nicht sagen kann. Fidel ist vor Jahren an einem Punkt stehen geblieben und dort steht Kuba noch heute.

Warten wir ab.

Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.

Wie lange hielt der Satz von Honi?

Pastica


War das nicht Walter Ulpricht, der dieses gesagt hatte???


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18.12.2007 10:37
avatar  jojo
#11 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Mitglied

Zitat von Pastica
Richtig pepino, mit Oscar magst du recht haben, dem wurde auch nicht der Kanal verlegt. Was am wichtigsten ist, Oscar ist bis heute kreativ, was man von Fidel nicht sagen kann. Fidel ist vor Jahren an einem Punkt stehen geblieben und dort steht Kuba noch heute.

Warten wir ab.

Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.

Wie lange hielt der Satz von Honi?

Pastica


War das nicht Walter Ulpricht, der dieses gesagt hatte???


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18.12.2007 10:41 (zuletzt bearbeitet: 18.12.2007 10:45)
avatar  Don Arnulfo ( gelöscht )
#12 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Don Arnulfo ( gelöscht )
Zitat von jojo
Zitat von Pastica
Richtig pepino, mit Oscar magst du recht haben, dem wurde auch nicht der Kanal verlegt. Was am wichtigsten ist, Oscar ist bis heute kreativ, was man von Fidel nicht sagen kann. Fidel ist vor Jahren an einem Punkt stehen geblieben und dort steht Kuba noch heute.

Warten wir ab.

Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.

Wie lange hielt der Satz von Honi?

Pastica


War das nicht Walter Ulpricht, der dieses gesagt hatte???


nee: http://www.ddr-im-www.de/Aktuelles/221298.htm und wie heißt es so schön weiter in diesem Artikel: der Ochse kennt seinen Herrn.. und der Esel die Krippe seines Herrn...

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18.12.2007 11:12 (zuletzt bearbeitet: 18.12.2007 11:12)
avatar  jojo
#13 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Mitglied
Zitat von Don Arnulfo
Zitat von jojo
Zitat von Pastica
Richtig pepino, mit Oscar magst du recht haben, dem wurde auch nicht der Kanal verlegt. Was am wichtigsten ist, Oscar ist bis heute kreativ, was man von Fidel nicht sagen kann. Fidel ist vor Jahren an einem Punkt stehen geblieben und dort steht Kuba noch heute.

Warten wir ab.

Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.

Wie lange hielt der Satz von Honi?

Pastica


War das nicht Walter Ulpricht, der dieses gesagt hatte???


nee: http://www.ddr-im-www.de/Aktuelles/221298.htm und wie heißt es so schön weiter in diesem Artikel: der Ochse kennt seinen Herrn.. und der Esel die Krippe seines Herrn...



Er Zitiert diese Äusserung ja auch nur, als erstes war es der Walter U. wo das steht keinen Plan! Iss aber so...

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18.12.2007 11:39
avatar  Socke
#14 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Top - Forenliebhaber/in

Noch so ein Antikubaner der Fidel absetzen will, wann hört das nur auf?

----
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18.12.2007 11:59 (zuletzt bearbeitet: 18.12.2007 12:00)
avatar  Don Arnulfo ( gelöscht )
#15 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Don Arnulfo ( gelöscht )
Zitat von jojo



Er Zitiert diese Äusserung ja auch nur, als erstes war es der Walter U. wo das steht keinen Plan! Iss aber so...


hab noch was älteres gefunden: Bebel....http://de.wikiquote.org/wiki/August_Bebel + http://de.wikiquote.org/wiki/DDR

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18.12.2007 14:34
avatar  user_k ( gelöscht )
#16 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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user_k ( gelöscht )

Die Wende steht vor der Tur.


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18.12.2007 15:24
avatar  sarchi
#17 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Forenliebhaber/in

Woran glaubst du denn.
wenn dem ollen Fidel was nicht in den kram passt
wird es auch nichts werden.


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18.12.2007 17:49
avatar  ( Gast )
#18 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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( Gast )

Zitat von kubanon
Die Wende steht vor der Tur.

Es ist egal ob Fidel, Raul oder ein anderer, wenn eine Wende nicht von außen kommt passiert gar nichts. Ich habe gerade mit meiner Familie in Santiago telefoniert und mein Großvater ist ein Anhänger von Fidel aber selbst für ihn ist er abgehakt. Die Leute unterhalten sich auf der Straße aber ohne Erwartungen. Vielmehr ist die Meinung, daß Raul sehr fest im Sattel sitzt. Solange nicht aus Venezuela der Geldhahn abgedreht wird, ändert sich nichts, vielleicht etwas Kosmetik, aber ohne größere Bedeutung für den Großteil der Bevölkerung. Wie es geht einen "Nachfolger" zu installieren, ohne selber das Ruder aus der Hand geben zu müßen haben die Russen doch gerade erst gezeigt. Die Söhne der Führungsriege sind doch alle längst in Ämtern und warten nur auf ihren Tag.


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18.12.2007 18:26
avatar  Garnele
#19 O-Ton: Brief Fidel Castros an "Mesa Redonda"
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Top - Forenliebhaber/in

Brief Fidel Castros an die Fernsehsendung "Mesa Redonda"



Ich habe das Podiumsgespräch vom Donnerstag, dem 13., vollständig gehört, ohne auch nur eine Sekunde auszulassen. Die von Rogelio Polanco, dem Chefredakteur der Zeitung Juventud Rebelde, angesprochenen Nachrichten über die Bali-Konferenz bestätigen die Bedeutung der internationalen Abkommen und die Notwendigkeit, diese sehr ernst zu nehmen.
Auf jener kleinen Insel von Indonesien sind zahlreiche Regierungschefs der Länder der so genannten Dritten Welt zusammengekommen, die den Kampf um ihre Entwicklung führen und von den ebenfalls dort vertretenen Abgesandten der Industrienationen eine gleichberechtigte Behandlung, Finanzierungsmittel und Technologietransfer fordern.
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen warnte am Freitag, dem 14. – Freitag nach kubanischer Ortszeit, denn in Bali war schon Samstag - angesichts der hartnäckigen Blockade durch die Vereinigten Staaten vor den 190 dort zusammengekommenen Vertretungen und nach zwölf Verhandlungstagen, dass die menschliche Gattung infolge des Klimawechsels aussterben könne. Anschließend ging er nach Ost-Timor.
Jene Erklärung verwandelte die Konferenz in ein Tollhaus. Am zwölften Tag fruchtloser Überzeugungsversuche erklärte die Vertreterin der Yankees, Paula Dobriansky, nach einem tiefen Seufzer: „Wir schließen uns dem Konsens an.“ Es ist offensichtlich, dass die Vereinigten Staaten manövriert haben, um ihre Isolierung zu umgehen, obwohl das die düsteren Absichten des Imperiums absolut nicht verändert hat.
Es folgte die große Show: Kanada und Japan schlossen sich sofort den Vereinigten Staaten an, im Gegensatz zu allen anderen Ländern, die ernsthafte Verpflichtungen bezüglich der Gasemissionen forderten, welche den Klimawechsel verursachen. Alles war schon im Voraus zwischen den NATO-Verbündeten und dem mächtigen Imperium vorgesehen worden, welches in einem Täuschungsmanöver zugestand, im Jahr 2008 in Hawaii, US-amerikanischem Gebiet, über einen neuen Vertragsentwurf zu verhandeln, welcher der Konferenz in Kopenhagen, Dänemark, im Jahr 2009 vorgelegt und von dieser angenommen werden soll und den von Kyoto ersetzen würde, sobald dieser im Jahr 2012 abläuft.
Europa hatten sie bei der theatralischen Lösung die Rolle als Retter der Welt zugedacht. Es sprachen Brown, Frau Merkel und andere Führungskräfte der europäischen Länder und baten um internationale Dankbarkeit. Ein ausgezeichnetes Weihnachts- und Neujahrsgeschenk. Keiner der Lobredner erwähnte die armen Menschen, die aufgrund der schwierigen heutigen Realitäten weiterhin jedes Jahr in zweistelliger Millionenhöhe an Krankheiten und an Hunger sterben. Als ob wir in der besten der Welten leben würden.
Die Gruppe der 77, der 132 um ihre Entwicklung kämpfende Länder angehören, hatte einen Konsens erreicht, um von den Industriestaaten für das Jahr 2020 eine Verminderung der den Klimawechsel verursachenden Emissionen auf 20 bis 40 Prozent und für das Jahr 2050 von 60 bis 70 Prozent unterhalb des 1990 erreichten Niveaus zu fordern , was technisch möglich ist. Sie forderten außerdem die Zuweisung von genügend Fonds für den Technologietransfer an die Dritte Welt.
Es darf nicht vergessen werden, dass diese Gase die Hitzewellen, die Wüstenbildung, das Gletscherschmelzen und den Anstieg des Niveaus der Meere verursachen, die ganze Länder oder einen Großteil von deren Oberfläche bedecken könnten. Die Industrieländer teilen die Idee der Vereinigten Staaten, die Nahrungsmittel in Kraftstoffe für die luxuriösen Autos und andere Verschwendungen der Konsumgesellschaften zu verwandeln.
Das, was ich behaupte, wurde bewiesen, als am selben Samstag, dem 15. Dezember, um 10:06 Uhr Washingtoner Ortszeit öffentlich bekannt gegeben wurde, dass der Präsident der Vereinigten Staaten beim Senat 696 Milliarden Dollar für den Militärhaushalt im Steuerjahr 2008 beantragt hatte, die dieser genehmigt hatte, darunter 189 Milliarden für die Kriege in Irak und Afghanistan.
Ich spürte einen gesunden Stolz, als ich an die würdige und gelassene Art und Weise zurückdachte, mit der ich die beleidigenden Vorschläge zurückwies, die mir 1998 der damalige Premierminister von Kanada Jean Chrétien unterbreitet hatte. Ich mache mir keine Illusionen.
Es ist meine tiefste Überzeugung, dass die Antworten auf die heutigen Probleme der kubanischen Gesellschaft, die ein durchschnittliches Bildungsniveau von 12 Schuljahren, knapp eine Million Hochschulabgänger und die reale Studienmöglichkeit für alle seine Bürger ohne jegliche Diskriminierung aufweist, mehr Antwortvarianten für jedes konkrete Problem benötigt, als die auf einem Schachbrett enthaltenen. Kein einzelnes Detail darf unberücksichtigt bleiben und es ist kein leichter Weg, wenn die Intelligenz des menschlichen Wesens in einer revolutionären Gesellschaft über seine Instinkte herrschen soll.

(und jetzt das Zitat das den Blätterwald rauschen läßt:)
Es ist meine elementare Pflicht, mich nicht an Ämter zu klammern, und erst recht nicht den Weg für jüngere Menschen zu versperren, sondern Erfahrungen und Ideen beizutragen, deren bescheidener Wert aus dem außerordentlichen Zeitabschnitt stammen, der meinem Leben entsprach.

Ich denke so wie Niemeyer, dass man bis zum Schluss konsequent sein muss.

Fidel Castro Ruz, 17. Dezember 2007

http://www.cuba.cu/gobierno/discursos/2007/ale/f171207a.html



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18.12.2007 18:29 (zuletzt bearbeitet: 18.12.2007 18:34)
avatar  pedrito
#20 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Cubaliebhaber/in
aus Spiegel.de:

CASTROS ABSCHIED
Das Ende der Ära Fidel
Fidel Castro hat 47 Jahre lang regiert – länger als es die DDR überhaupt gegeben hat. Der Abtritt von der politischen Bühne fällt nicht nur dem Comandante en Jefe schwer, findet Kuba-Experte Bert Hoffmann, sondern dem Land insgesamt.

Hamburg - Als sich Fidel Castro vor anderthalb Jahren einer Notoperation unterziehen müsste, übergab er die Amtsgeschäfte an seinen Bruder und Stellvertreter Raúl – allerdings nur "vorläufig", wie seitdem immer wieder betont wurde. Nun deutet der Comandante erstmals an, dass daraus ein "endgültig" wird: "Meine elementare Pflicht ist es nicht, an Ämtern zu kleben und schon gar nicht, den Weg für Jüngere zu verstellen."

Noch vor wenigen Wochen war Fidel Castro erneut als Kandidat für das im Januar zu wählende Parlament nominiert worden. Politbüromitglieder hatten bereits begonnen, die Bevölkerung auf das deprimierende Schauspiel vorzubereiten, dass das Parlament einen Schwerkranken in ein Amt wiederwählt, dessen Ausübung er seit anderthalb Jahren delegiert hat. Fidel Castros jüngste Botschaft markiert hier einen Schwenk: Sie bereitet, so darf man annehmen, die Bevölkerung darauf vor, dass das neue Parlament nicht Fidel Castro, sondern Raúl Castro auch formell ins oberste Amt von Staat und Regierung wählen wird. Kurz gesagt: Auf das Ende der Ära Fidel.

Seit der Erkrankung des Comandante en Jefe lag die Führung Kubas in einer brüderlichen Doppelspitze: Die Regierung unter Raúl lenkte zwar die Tagespolitik, aber Fidel Castros Schatten blieb immer präsent.

Kein Schritt, keine Maßnahme überschritt den Rahmen dessen, was der kranke Comandante en Jefe als sein Erbe versteht. Trotzdem war der atmosphärische Wandel erheblich: Raúl schaltete die ideologischen Kampagnen seines Bruders drei Gänge tiefer, sprach über die mangelnde Effizienz der Betriebe und die unzureichenden Löhne der Arbeiter. Damit ist der jüngere, so wenig charismatische Bruder sehr viel näher an der Stimmung im Volke als Fidel Castro. Der wollte zuletzt nur noch über den Lauf der Welt reden, den Imperialismus und die globalen Probleme - aber nicht davon, dass die Wechselstuben des sozialistischen Staates den durchschnittlichen Peso-Lohn noch immer in ganze zwölf der an den US-Dollar gekoppelten Devisen-Pesos tauschen.

Raúl Castro ist kein "Fidel II" - und versucht auch nicht, dessen Rolle zu imitieren. Er ist ein nüchterner, bürokratischer, vielleicht auch pragmatischer Sachwalter des kubanischen Sozialismus, kein Volkstribun. Die Revolution, so das Credo Raúl Castros, muss sich nicht nur in den Reden von der Tribüne, sondern auch auf den Essenstischen der Kubaner beweisen.

Dass das sozialistische Kuba den Zusammenbruch der Sowjetunion überlebte, verbuchte Fidel Castro als Erfolg seiner Standfestigkeit. Und mit dem Venezuela unter Hugo Chávez erwuchs in den zurückliegenden Jahren ein mächtiger Verbündeter, durch den Fidel Castro nicht mehr als "letzter Dinosaurier" des vergangenen, sondern als "Elder Statesman" des kommenden Sozialismus erscheinen konnte. Doch die Regierung um Raúl Castro weiß, dass es dabei um mehr geht, als die sprudelnden Petro-Dollars aus Venezuela zu verteilen. Es braucht dafür Änderungen an Strukturen und Mechanismen in der kubanischen Wirtschaft.

Doch die Reformen, die zur Umsetzung nötig wären, bleiben noch vertagt. Wie es ein kubanischer Kader kürzlich im privaten Gespräch formulierte: Solange der Papst nicht beerdigt ist, halten die Kardinäle still.

Dabei ist Fidel Castro kein Papst auf Lebenszeit - sondern ein Regierungschef, der sich zwar nicht pluralistischen Wahlen stellt, aber dessen Herrschaft sich doch – so die Botschaft hinter der Botschaft - in Amtszeiten misst. Während Freund und Feind sich schon im Warten auf die "biologische Lösung" eingerichtet zu haben schienen, sieht es nun doch nach einer politischen Lösung zu seinen Lebzeiten aus: Voraussichtlich wird das Anfang des kommenden Jahres neu zusammentretende Parlament Fidel Castro mit einem der längsten Applaus-Leistungen der Geschichte danken – und Raúl Castro zum Staatschef wählen.

Kurzfristig wird sich wenig ändern. Die Regierung wird die Kontinuität betonen, und auch die Bevölkerung hat in vielen Jahren Geduld gelernt. Allerdings ist der Hunger nach einer Verbesserung der Lebensumstände unübersehbar - auch wenn Raúl Castro die Bevölkerung schon mehrfach vor "überhöhten Erwartungen" gewarnt hat. Die Führungselite in Havanna weiß, dass die auf Fidel Castro folgende Regierung sehr viel mehr als die des Comandante en Jefe an ihren konkreten Resultaten gemessen werden wird. Gleichwohl fürchtet sie, dass anfangs begrenzte Reformen eine Eigendynamik entwickeln können, die ihrer Kontrolle entgleiten könnte.

Zudem weiß Raúl Castro auch, dass der Schatten seines Bruders nicht einfach verschwindet, wenn dieser kein formelles Amt mehr bekleidet. Nicht zufällig ist die von der Regierung zurzeit flächendeckend im Stadtbild und den Medien verbreitete Leitparole ein Fidel-Zitat: "Revolution", so heißt es da, "bedeutet all das zu ändern, was geändert werden muss."

Was jeder lesen kann, wie er will.

URL:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,524118,00.html

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18.12.2007 21:36
#21 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Rey/Reina del Foro

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19.12.2007 09:43
avatar  Don Arnulfo ( gelöscht )
#22 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Don Arnulfo ( gelöscht )

Zitat von kubanon
Die Wende steht vor der Tur.


...du kommst hier net rein....



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19.12.2007 11:13
#23 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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Top - Forenliebhaber/in
saludos
hermanolito


Todo hermano se interesa por una hermana, sobre todo si esa hermana es de otro.

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19.12.2007 14:25
avatar  ( Gast )
#24 RE: Castro: Klammere mich nicht an der Macht fest
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( Gast )

aus TAZ-online:
"Interview mit kubanischem Ökonom
"Kuba verändert sich"
Dass Fidel Castro sich aus der Politik zurückzieht, passt ins Bild. Denn das Kuba öffnet sich langsam für Reformen und kulturelle Freiheiten, so der kubanische Ökonom Omar Everleny Pérez"

mehr: http://www.taz.de/1/politik/amerika/arti...Hash=c3364370a9


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19.12.2007 18:52
avatar  Socke
#25 Ach nee? Erdöl vor Kubas Küste?
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Top - Forenliebhaber/in

Es kommen wieder mehr Investoren nach Kuba und falls die Spanier - wie erwartet - wirklich im nächsten Frühjahr Erdöl vor Kubas Küste finden, wird sich das Szenario erneut verändern.


Na das wäre doch was!

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