Bolivien bei Pressefreiheit vor Deutschland

24.10.2006 08:11
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#1 Bolivien bei Pressefreiheit vor Deutschland
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( Gast )

Artikel aus der Netzeitung vom 24.10.2006

Die Bundesrepublik ist im Pressefreiheits-Ranking der Vereinigung Reporter ohne Grenzen abgerutscht. Wegen der Bespitzelung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst sank Deutschland um fünf Plätze.

Die Bespitzelung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst hat Deutschland im Pressefreiheits-Ranking abrutschen lassen. In der am Dienstag in Paris veröffentlichten Liste von Reporter ohne Grenzen belegt die Bundesrepublik nur noch Platz 23, vorher lag sie auf dem 18. Rang. Die USA finden sich wegen der zunehmend angespannten Beziehungen der Bush-Regierung zu den Medien nur noch im Mittelfeld. Nordkorea, Turkmenistan und Eritrea behaupteten ihre Stammplätze am Ende der Skala.

«In den Ländern, die zu den größten Feinden der Pressefreiheit gehören, hat sich kaum etwas geändert», stellen die Reporter ohne Grenzen in ihrer fünften Rangliste fest. «Journalisten in Nordkorea, Eritrea, Turkmenistan, Kuba, Myanmar (Birma) und China riskieren für unabhängige Recherchen massive Drohungen, Schikanen und langjährige Haftstrafen, manchmal sogar ihr Leben.»

Aber die Organisation hat auch positive Entwicklungen ausgemacht: Zwei Länder rückten erstmals in die Top 20 auf. Bolivien (16.) erreichte von den ärmeren Ländern die beste Platzierung. «Pressefreiheit wird dort genauso geachtet wie in Kanada oder Österreich», heißt es in dem Bericht. An der Spitze der Rangliste stehen nach wie vor nordeuropäische Länder wie Finnland, Irland, Island und die Niederlande, die sich den ersten Platz teilen.

Meldungen über Zensur, Bedrohungen, Einschüchterungsversuche oder Repressalien lägen von dort nicht vor. In Deutschland sei der Zugang zu Daten dagegen trotz Verabschiedung des Informationsfreiheitsgesetzes noch immer erschwert. Punkte auf der Rangliste kosteten nicht nur die Aktivitäten des BND, der zehn Jahre lang bis zum Herbst 2005 Journalisten illegal überwachte. Auch der Fall «Cicero» wird von den Reportern ohne Grenzen kritisiert: «Es gab Redaktions- und Hausdurchsuchungen, inzwischen wurde das Verfahren wegen 'Beihilfe zum Geheimnisverrat' gegen zwei Journalisten jedoch eingestellt.»

Die USA standen beim ersten Ranking 2002 noch auf Platz 17, mittlerweile sind sie auf Platz 53 abgerutscht. Grund sei, das US-Präsident George W. Bush «jeder Journalist verdächtig erscheint, der den 'Anti-Terror-Krieg' kritisch hinterfragt.» In mindestens 17 US-Staaten werde der Quellenschutz abgelehnt. Der freie Journalist und Blogger Josh Wolf sei verhaftet worden, nachdem er sich weigerte, Video-Aufnahmen herauszugeben. Der sudanesische Kameramann Sami al-Hadsch, der für den arabischen Sender Al Dschasira arbeitet, werde seit Juni 2002 ohne Gerichtsverfahren in der US-Militärbasis Guantanamo festgehalten. (nz)

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Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind.


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24.10.2006 08:24
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#2 RE: Bolivien bei Pressefreiheit vor Deutschland
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( Gast )

Da sind die Amis ja noch gut weggekommen. Bei wissenschaftlichen Arbeiten können sie Spitzenresultate aufweisen, bezüglich Pressefreiheit liegen gleich auf wie die von ihnen bezeichneten Länder der "Achse des Bösen"
Saludos


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24.10.2006 09:12
avatar  derhelm
#3 RE: Bolivien bei Pressefreiheit vor Deutschland
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Forums-Senator/in

Nicht, dass ich es gut heisse, dass sich die Situation insbesondere in den USA verschlechtert hat, aber sie sind noch lange nicht gleich auf mit Cuba, Nordkorea etc.
Da gibt schon noch einen gewaltigen Unterschied.
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"In the poker game of life, women are the rake."
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24.10.2006 09:57
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#4 RE: Bolivien bei Pressefreiheit vor Deutschland
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( Gast )

Zitat von derhelm
Nicht, dass ich es gut heisse, dass sich die Situation insbesondere in den USA verschlechtert hat, aber sie sind noch lange nicht gleich auf mit Cuba, Nordkorea etc.
Da gibt schon noch einen gewaltigen Unterschied.
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klar, absolut. Mein Hinweis ist auch nur auf ausgewählte Thematiken wie "Terrorismus" bezogen. Alles was Bushi und Konsorten als terroristisch einschätzen wird überprüft und Journalisten zur Preisgabe der Quellen verdonnert. Genau dieser letzte Punkt ist nicht weit von der "Pressefreiheit" der "Achse des Bösen" entfernt.
Saludos


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24.10.2006 10:19
avatar  derhelm
#5 RE: Bolivien bei Pressefreiheit vor Deutschland
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Forums-Senator/in

Die vollständige Liste findet sich hier: Reporter ohne Grenzen: Rangliste der Pressefreiheit 2006 - 23.10.2006
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24.10.2006 10:42
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#6 RE: Bolivien bei Pressefreiheit vor Deutschland
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( Gast )

Auch die Schweiz hat Ränge eingebüsst. Zu recht, wurden doch Reporter verurteil militärische Geheimnisse veröffentlicht zu haben, die längst schon keine Gemeimnisse mehr sind (die ausländischen Geheimdienste wussten dies ohnehin schon längst).

Borniertheit führt zu Rangverlust!
Saludos


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24.10.2006 10:49
avatar  Uli
#7 RE: Bolivien bei Pressefreiheit vor Deutschland
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Uli
Rey/Reina del Foro

Die USA ist ja auch (noch) keine Diktatur. Wäre ein Armutszeugnis, müsste sich die USA mit den Ländern vergleichen, die sie am meisten kritisiert. Für Deutschland ist das Ranking auch peinlich.
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Es lo que hay!


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25.10.2006 16:47 (zuletzt bearbeitet: 25.10.2006 16:47)
avatar  Rody
#8 RE: Bolivien bei Pressefreiheit vor Deutschland
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super Mitglied
Zitat von derhelm
Nicht, dass ich es gut heisse, dass sich die Situation insbesondere in den USA verschlechtert hat, aber sie sind noch lange nicht gleich auf mit Cuba, Nordkorea etc.
Da gibt schon noch einen gewaltigen Unterschied.
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Ach..?

Und was ist mit dem sudanesischen Kameramann, der ohne Anklage oder Gerichtsprozess seit 4 Jahren inhaftiert ist, weil er unwillkommen berichtet hat?

Das ist 1 zu 1 vergleichbar mit Situationen in Korea oder China.

Ganz abgesehen davon, daß seriöse Journalisten in den USA mit dem Rausschmiss bedroht werden, wenn sie nicht politisch gefällige Artikel verfassen, teilweise auch schon rausgeworfen wurden. Es werden Journalisten in Zwangshaft gesteckt, wenn sie nicht entgegen dem Quellenschutz der in den jeweiligen Staaten gilt, die Namen ihrer Informanten preisgeben.

Das sind haarsträubende Rechtsverletzungen, die bei anderen Ländern ganz anders angeprangert würden.

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