Wie wird ein schnarchendes, gurgelndes hinteres R zu einem vorderen rollenden, zitternden, flappenden R? (ich habe dafür leider keinen Link mehr gefunden. Sorry)
Um das Gaumen-R nach vorne und zum Rollen zu bringen gibt es verschiedene Methoden. Die Schwierigkeit in der Bildung der vorderen R-Vibrante besteht darin, dass sich bei Gaumen-Rsprechenden die Zungenspitze nie die Muskeln und das entsprechende Muskelmotorik entwickeln konnte, die es braucht, um gelöst und locker diese Schwingungen zu produzieren. Je nach Alter, Geschicklichkeit und Motivation braucht es wochenlanges Üben, um diesen vorderen Zitterlaut hervorzubringen, auch ist zum Artikulieren dieses vorne gerollten [r] am Anfang automatisch mehr artikulatorische Energie aufzuwenden ist als für das Gaumen-R. Sobald man einmal dieses flappende, zitternde, rollende [r] hervorgebracht, gespürt und gehört hat, muss es systematisch verstärkt und konsequent weiter angewendet werden.
1. Methode Talma: Zuerst langsam, dann immer schneller t-d, t-d, t-d, t-d tonlos und mit Nachdruck auf dem t aussprechen. Darauf versucht man das Wort Tritt mit folgender Vorbereitung auszusprechen: 7- bis 9-mal di-titt, di-titt, di-titt, di-titt, … um schliesslich rasch das [r] zu T-r-itt einzuschieben.
2. Methode Possart: Das Prinzip besteht darin, über die gleichen Artikulationsstelle wie d und l zum r zu kommen. Lippen lose aufeinander legen, Zähne nicht zusammenbeissen. Zungenspitze heben und langsam düdl, düdl, düdl sprechen. Bei steigendem Tempo das ü ganz tonlos werden lassen. Je elastischer und biegsamer die Zungenspitze wird, umso eher scheidet sich das ü aus und es bleibt dldldldldl. Nun entsteht plötzlich der Gleitlaut r als drldrldri, der aber vorne artikuliert werden muss. Schwindet nun das l langsam, bleibt ein dr dr dr, wobei aber oft noch ein leichtes Reibegeräusch zu hören ist. In einer weiteren Phase versucht man, einen Vokal anzuhängen: drro-drro, drru-drru, drrä-drrä, später drra-drra und dann drre-drre, drri-drri. Die letzte Kombination ist die schwierigste, weil sich der Zungenrücken vor e und i gegen den vorderen Gaumen hebt.
droben drüber trübe tragen trete traben drunten dröhnen trösten träge trinken traufe Rosen Rübe Rüge ragen retten Raben ruhen Röte rösten Räder Riemen raufen droga druida drama drenar dril dromedario druso dragón drenaje drizar trópico trufa tráfico tres trigo tropa trucha trabajo tren trimestre trofeo truco traje trenes tribu trocar trtruncar tramo trece tripa roca [rroca] ruta [rruta] rata [rrata] red [rreD] rico [rriko] roer [rroer] rugir [rruxir] ratón [rra"ton] recién [rre"Tjen] rima [rrima] rojo [rroxo] ruina [rru"ina] radio [rradjo] regalo [rreGalo] riel [rrjel] Roma [rroma] rumbo [rrumbo] ráfaga ["rrafaGa] real [rreal] riña [rriJa] rogar rumor raja rey riguroso rolo rulo ramo reina río rollo ruso rana reforma Rioja ropa rutina rapé refrán risa rosa ruptura raya refrigerar Rita roto rupestre rastro regreso ritmo rorro rural raro recorrer rival
3. Methode Steil: Man beginnt mit den Konsonanten t, d, n, l und dann etwa sieben- bis neunmal in umgekehrter Reihenfolge l, n, d, t. Darauf l, d, t und t, d, l und hierauf die Übungen der Talma-Methode. Sollte sich der Erfolg nicht einstellen, dann beginnen wir wieder mit dem genauen Ort der Bildung von l, d, t und üben mit l-dre, t-der und l-dr, t-dr immer etwa neunmal. Das Ziel ist immer, das r anzuhängen. Gelingt dies immer noch nicht, üben wir mit di-dlingen, di-dlingen, di-dlingen, um wieder das r hineinzuschmuggeln, bis wir ein dringen hören.
Andere Kombinationen sind dä-dlängen, dä-dlängen > drängen da-dlangen, da-dlangen > drangen dü-dlüben, dü-dlüben > drüben do-dlohen, do-dlohen > drohen dä-dlei, dä-dlei > drei de-rehen, de-rehen > drehen Und ähnlich: parado, parado > pa rado, pa rado > prado, prado pereces, percdes > pe reces, pe reces > preces, preces eremita, eremita > eremita, eremita > ermita, ermita párate, párate > pára te, pára te > parte, parte corónica, corónica > co rónica, co rónica > crónica, crónica aforontar, aforontar > afo rontar, afo rontar > afrontar, afrontar tíguere, tíguere > tíge re, tige re > tigre, tigre Tres tristes tigres comen trigo en un trigal. Qué triste está Tristán. Me trajo Tajo tres trajes, tres trajes me trajo Tajo. Qué triste estás, Trinidad. Tras tres tristes trineos, triste trotan Trinidad y Tristán. El trapero tapa con trapos la tripa del potro.
4. Methode Hey: Während der Ansatz der oberen drei Methoden von der Artikulationsstelle des [r] ausgeht, versuchte Hey, von der Artikulationsart, d.h. der muskulären Vibration der frei schwebenden Zunge auszugehen. Das Prinzip ist ein von hinten nach vorne herausgeworfenes, herausgestossenes, herausgehustetes, hervorgeschossenes Zungenflattern. Vorausgehendes a oder ä verhelfen dabei zur richtigen Zungenstellung: aaa-rrrt, äää-rrrt, ääärrr, aaa-rrr-e, trrr-ä-trrr-a usw. Statt die Zungen von hinten nach vorne zu lockern, kann diese Feinmotorik auch von den Lippen ausgehend erlernt werden. Wir bilden dabei ein sog. Lippen-R, einen Laut, den wir hervorbringen, um das Kälteempfinden auszudrücken. Ähnlich wird auch das Pferdeschnauben imitiert. Zuerst kann man die Lippen zum Zittern bringen und dann locker die Zunge mitschwingen lassen. Man kann aber auch umgekehrt zuerst die Zungenspitze zwischen die Lippen schieben, schnaubt, und zieht dann die Zunge langsam zurück und versucht, die Lippenschwingungen auf die Zungenspitze zu übertragen. Eine physiognomische Methode besteht auch darin, in einem logopädischen Zentrum das Zungenspitzen-r mit Hilfe der Vibrationsmassage des Mundbodens zu erlernen.
5. Methode –ch–: Beim uvularen Reibe-Kratzlaut [χ] (schweizerdeutsches –ch– in Dach, wach) schwingt die Zunge hinten ähnlich wie sie vorne beim [r] schwingen sollte. Durch starkes Ausstossen oder Aushusten des [χ]-Lautes in Sequenzen wie chri, chri, chri und chrä, chrä, chrä nach vorne, sollte langsam die Zunge auch vorne mitschwingen.
6. Methode –s–: Bei der Bildung des deutschen [s] liegt die Zungenspitze hinter den unteren Schneidezähnen. Beim spanischen alveolaren [š] liegt die Zungenspitze genau auf den Alveolen hinter den oberen Schneidezähnen. Zieht man nun die Zungenspitze von der unteren Zahnstellung über den oberen Zahndamm ganz leicht zum vorderen Gaumen hin hoch, entsteht ein frikativer Laut, der zwischen [r], [ʃ] und [ʒ] liegt. Diese Übung hilft, mindestens die vorderste Zungenspitze zu lockern.
Alle diese Übungen fordern sehr viel Ausdauer. Das Schwierigste ist die Lockerung, resp. Entwicklung der atrophierten Muskeln und deren Feinmotorik. Wenn es uns einmal gelungen ist, das R vorne zum Rollen zu bringen, muss diese neu erworbene Fertigkeit verstärkt und wieder und wieder reproduziert werden. Anfänglich ist der artikulatorische Energieaufwand extrem hoch. Nur eine anfängliche Übertreibung führt aber zum gewünschten Erfolg. Das Gaumen-R im Französischen, Deutschen, Portugiesischen das Gaumen-r ist ein soziolinguistisches Phänomen, eine Art modischer Mutation höher gestellter Bevölkerungsschichten, die in der Folge von der übrigen Bevölkerung immer mehr nachgeahmt wurde, was im Spanischen nie der Fall war. Das Besondere im Spanischen ist also dieses Zungen-r, das in drei Varianten realisiert wird und zwischen [ɾ] und [r] eine bedeutungsunterscheidende Rolle spielt. [ɾ] einmal angeschlagenes Antippen [r:] achtfacher Triller [r] drei- bis achtfacher Triller Gruss Barbara y Johannes
"Die Torheit begleitet uns in allen Lebensperioden. Wenn einer weise scheint, liegt es daran, dass seine Torheiten seinem Alter und seinen Kräften angemessen sind." Francois Duc de La Rochefoucauld | |