Buchmesse in Havanna: Spiegel der Stimmung in Kuba

23.02.2016 15:20
#1 Buchmesse in Havanna: Spiegel der Stimmung in Kuba
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Rey/Reina del Foro

Zitat
Buchmesse in Havanna
Spiegel der Stimmung in Kuba

In Kuba ist vieles in Bewegung geraten. Die Karibikinsel öffnet und verändert sich. Der große Nachbar USA gibt seine Blockadepolitik mehr und mehr auf. Doch wo führt die Entwicklung hin? Hoffnungen und Ängste halten sich die Waage. Die gerade zu Ende gegangene Buchmesse in Havanna wirkt wie ein Spiegel der Lage und der Stimmung im Land.

http://www.deutschlandfunk.de/buchmesse-...ticle_id=346455

--
La vida debería ser amarilla... amar y ya.

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07.03.2016 13:29
avatar  tom2134
#2 RE: Buchmesse in Havanna: Spiegel der Stimmung in Kuba
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Forums-Senator/in

"Und so haben wir es mit Blick auf andere wirtschaftlich wichtige Dinge in Kuba wieder sein lassen."

Ganz typisch. Nach wie vor fehlt in Kuba ein elementares Element jeder Volkswirtschaft: die Kaufkraft. Die meisten Dinge, die nun zwar theoretisch möglich sind, scheitern daran, dass die Kubaner kein Geld haben und das bisschen für das allernötigste brauchen. Wer denkt da schon an Literatur. Ohne ordentliche Währungsreform wird das nix.


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07.03.2016 13:48
avatar  Mario
#3 RE: Buchmesse in Havanna: Spiegel der Stimmung in Kuba
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spitzen Mitglied

Zitat von tom2134 im Beitrag #2
Die meisten Dinge, die nun zwar theoretisch möglich sind, scheitern daran, dass die Kubaner kein Geld haben und das bisschen für das allernötigste brauchen.
Das trifft sicher auf viele Kubaner zu, andererseits gibt es immer mehr, die Geld haben. Nicht nur die mit Familie/Novia/o im Ausland, auch unter den cuentapropistas verdienen einige recht gut.


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07.03.2016 14:09
#4 RE: Buchmesse in Havanna: Spiegel der Stimmung in Kuba
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Rey/Reina del Foro

Zitat von Mario im Beitrag #3
Nicht nur die mit Familie/Novia/o im Ausland, auch unter den cuentapropistas verdienen einige recht gut.

Da gibt es eine große Schnittmenge. Das heißt, viele Cuentapropistas haben auch entsprechende Beziehungen ins Ausland, was bei der Anschubfinanzierung des Geschäfts sehr hilfreich sein kann. Offizielle Cuentapropistas gibt es übrigens unter 500.000. Kubaner mit einigermaßen frei verfügbarem Geld zum Konsumieren dürften also noch weit in der Minderheit sein.

--
La vida debería ser amarilla... amar y ya.

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08.03.2016 11:05
avatar  tom2134
#5 RE: Buchmesse in Havanna: Spiegel der Stimmung in Kuba
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Forums-Senator/in

Ihr habt prinzipiel recht. Auch gibt es große Unterschiede zwischen Land und Stadt. Trotzallem. Meine Frau ist eine Cuentrapropista (Nagelstudio) mit entsprechenden Beziehungen ins Ausland (mich). Ihr Negozio scheitert bisher daran, dass die Frauen einfach keine 3 Dollar haben um sich die Nägel fein machen zu lassen. Oder zu wenige. Klar die 20 Dollar die die Familie beim Staat verdient braucht man für Reis und Eier.

DH. wenn ich das ganze betriebswirtschaflich sehen würde Investition, Materialeinsatz, Arbeitszeit. Totales Zuschuss-Geschäft. Ich schicke ihr alle Materialien Nagellack, Kleber etc um sie zu unterstützen. Sonst wäre das Quatsch.

Das System hat jetzt gerade im Januar die Gehälter für eine Berufsgruppe halbiert !!! Weil man die für die Ärzte deutlich angehoben hat. Und die Kubaner? Leiden und akzeptieren. Niemand will den Kubanern ordentliches Geld bezahlen, denn dann wären sie ja keine Sklaven mehr und könnten aufmucken.


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09.03.2016 09:37 (zuletzt bearbeitet: 09.03.2016 09:43)
avatar  condor
#6 RE: Buchmesse in Havanna: Spiegel der Stimmung in Kuba
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Rey/Reina del Foro

Zitat von tom2134 im Beitrag #2
"Und so haben wir es mit Blick auf andere wirtschaftlich wichtige Dinge in Kuba wieder sein lassen."

Ganz typisch. Nach wie vor fehlt in Kuba ein elementares Element jeder Volkswirtschaft: die Kaufkraft. Die meisten Dinge, die nun zwar theoretisch möglich sind, scheitern daran, dass die Kubaner kein Geld haben und das bisschen für das allernötigste brauchen. Wer denkt da schon an Literatur. Ohne ordentliche Währungsreform wird das nix.


Ein bißchen länger zitiert

Zitat

"Es ist nicht so, dass es kein Papier gibt, sondern dass wir es importieren müssen. Vor zwei Jahren haben wir versucht, das Papier selbst herzustellen, in Zusammenarbeit mit Frankreich. Aber das hat nicht funktioniert, die Qualität war unzureichend. Und so haben wir es mit Blick auf andere wirtschaftlich wichtige Dinge in Kuba wieder sein lassen. Alle Materialien, die für die Buchproduktion notwendig sind, werden importiert: die Tinte, das Papier, sogar die Computer. Deshalb sind die Produktionskosten hoch und die Regierung muss die Produktion subventionieren."



Das in der Pulpa produzierte Papier sieht besser aus als Granma-Qualität:http://www.cubahora.cu/blogs/el-foro/pul...a-un-20-de-mayo

Nebenbei, das Papier-Geschäft hier in EU auch ein halbseidnes Geschäft - wie oft diese Anlage schon in den Konkurs gertieben wurde:https://de.wikipedia.org/wiki/UPM_Ettringen

Und Computer werden importiert! Der letzte Hersteller in Deutschland in nach dem Besuch bald auch nicht mehr da...

Hier könnte Ihr Zitat stehen.

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