Soziales Eigentum

22.07.2007 20:12 (zuletzt bearbeitet: 22.07.2007 21:34)
avatar  Garnele
#1 Soziales Eigentum
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Soziales Eigentum

Bewußtsein schaffen für das, was allen gehört: Untersuchung aus Havanna über staatliche Betriebe und die besten Organisationsformen

Korruption, Diebstahl in staatlichen Betrieben, organisierter illegaler Verkauf von Benzin, das sind Probleme, die sich nicht erst in letzter Zeit in Kuba stellen. Sozialarbeiter werden an die »Front« geschickt, um dem Abzweigen von Produkten Einhalt zu gebieten. Die sollen schließlich der gesamten Bevölkerung zugute kommen, statt in den Händen einiger weniger deren individuelle Lebensqualität zu verbessern. An Tankstellen wie in Betrieben kontrollieren sie, daß nichts abhanden kommt. Ganz abgesehen davon, ob diese jungen engagierten Menschen nicht ihrer Ausbildung gemäß sinnvoller woanders eingesetzt werden sollten, stellt sich auch die Frage, ob Kontrolle das Problem lösen kann.
Fehlendes Bewußtsein
Dario Machado, Professor an der Universität von Havanna, geht in seinem Buch »Ist es möglich, in Kuba den Sozialismus aufzubauen?« der Frage nach, welche Formen des sozialen Eigentums es in Kuba gibt und in welcher Form es organisiert sein sollte, damit sich die Bevölkerung mit diesem Eigentum identifiziert. Er geht davon aus, daß den Menschen das Bewußtsein fehlt, daß soziales Eigentum etwas ist, was ihnen gehört. In einem interview erklärte er im März gegenüber jW: »Wenn jemandem zu Hause der Fernseher gestohlen wird, dann fühlt er sich persönlich bestohlen und bezeichnet den Vorgang auch als Diebstahl. Wenn aber jemand etwas aus seinem Betrieb mit nach Hause nimmt, dann meinen die meisten Kubaner, er nimmt sich etwas von dem, was ihm gehört. Dabei sind es Produkte, die bei der Verteilung/dem Verkauf an die Bevölkerung fehlen und häufig auf dem Schwarzmarkt zu hohen Preisen verkauft werden.« Als soziales Eigentum, auch Volkseigentum, definiert Machado Produktionsmittel, Dienstleistungen, Boden und andere natürliche Reichtümer sowie die Infrastruktur. Grundlagen für dieses soziale Eigentum waren die Verstaatlichung von Boden und Betrieben nach der kubanischen Revolution 1959. Mit der Verstaatlichung war aber die Sozialisierung des Eigentums nicht gelöst.
................

Quelle: http://www.jungewelt.de/2007/07-23/006.php

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23.07.2007 07:26
avatar  el lobo
#2 RE: Soziales Eigentum
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Rey/Reina del Foro

Zitat von Garnele
Soziales Eigentum
: »Wenn jemandem zu Hause der Fernseher gestohlen wird, dann fühlt er sich persönlich bestohlen und bezeichnet den Vorgang auch als Diebstahl. Wenn aber jemand etwas aus seinem Betrieb mit nach Hause nimmt, dann meinen die meisten Kubaner, er nimmt sich etwas von dem, was ihm gehört.

MERKE : WENN JEDER JEDEM WAS KLAUT FEHLT AM ENDE NIEMANDEM ETWAS
MfG El Lobo


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23.07.2007 08:30
avatar  user ( gelöscht )
#3 RE: Soziales Eigentum
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user ( gelöscht )

wenn man mit 200 oder etwas mehr pesos nicht sein lebenskosten bestreiten und über keine familie außerhalb verfügt, die kohle schicken, sollte man sich gedanken machen, um nicht zu verhungern! solange die partei in kuba nicht erkennt, dass man von dem monatlichen verdienst eigentlich verhungert, können die soviel sozialarbeiter einsetzen wie die wollen! zumal diese sozialarbeiter inzwischen auch das erkannt haben!
alles andere sind geschichten aus der fabelwelt! sicherlich ein schönes buch, das keiner lesen kann!


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23.07.2007 09:29
avatar  Don Arnulfo ( gelöscht )
#4 RE: Soziales Eigentum
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Don Arnulfo ( gelöscht )

es ist sicher nicht nur eine Frage des Geldes, was jeder zur Verfügung hat, sondern vielmehr eine Frage der Kaufmöglichkeit.
Zum Beispiel in der ehemalige DDR, da wurde auch "es ist noch vielmehr aus den Betrieben rauszuholen" praktiziert.
Tja, sicher wird sogar heute noch viel in den Firmen geklaut , allerdings nicht unter o.g. Voraussetzungen.


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23.07.2007 11:19
avatar  guzzi ( gelöscht )
#5 RE: Soziales Eigentum
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guzzi ( gelöscht )

In Antwort auf:
Wenn aber jemand etwas aus seinem Betrieb mit nach Hause nimmt, dann meinen die meisten Kubaner, er nimmt sich etwas von dem, was ihm gehört.


Ist ja Staatseigentum und das gehört jedem Komunist, nein aber die Jeffes machen das und somit der Kleine auch, wie soll er dann leben ? Etwa mit seinen lumpigen 300 Peso MN. jede Frau möchte doch wenigsten auch einmal einen Deo Stift, oder eine Seife, die etwas ist.


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23.07.2007 11:41
avatar  Socke
#6 RE: Soziales Eigentum
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Top - Forenliebhaber/in

In Antwort auf:
»Ist es möglich, in Kuba den Sozialismus aufzubauen?«


Nach rund 48 Jahren sollte die Frage eigentlich beantwortet sein, es dauert sehr viel länger als gedacht.

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Have Space Suit, will travel.

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23.07.2007 11:56
avatar  guzzi ( gelöscht )
#7 RE: Soziales Eigentum
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guzzi ( gelöscht )

In Antwort auf:
Nach rund 48 Jahren sollte die Frage eigentlich beantwortet sein, es dauert sehr viel länger als gedacht.


Denke, dass da noch XXXL Jahre vergehen werden, werde es so nehmen wie es ist und keine Gedanken darüber verlieren, wegen einer Änderung, überraschen lasse ich mich sehr gerne.


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