Kuba und Panitz – ein Tagebuch aus alten Zeiten

23.04.2004 09:49
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#1 Kuba und Panitz – ein Tagebuch aus alten Zeiten
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Rey/Reina del Foro

Politisches Buch
Liebevoller Blick auf die letzte Insel
Kuba und Panitz – ein Tagebuch aus alten Zeiten

Von Gerhard Desombre

Zunächst glaubt man an ein Missverständnis. Ein Autor gibt sein 43 Jahre altes Tagebuch heraus, was normalerweise in das Genre Memoiren fällt – aber es ist aktuell gemeint. Das Thema ist Kuba, und da die Insel ein Stück dramatisches Weltgeschehen der Gegenwart verkörpert, erwartet man Einblicke in das Inselleben und Antworten auf Fragen, die sich jeder stellt, der heute nach Kuba blickt. Die Verlagsnotiz preist das Tagebuch »als Ausgangspunkt« an, »nach den Perspektiven der ›Insel der Revolution‹ zu fragen.« Dafür können historische Ereignisse durchaus eine Startplattform sein. Aber Panitz hebt nicht ab. Sein Buch bleibt im Zeitfenster 24. Juli bis 7. September 1961.
Drei Monate, nachdem im April 1961 die Schweinebucht-Invasion gescheitert ist, trifft er auf Kuba ein und besucht Schauplätze des Kampfes sowie andere Orte und Regionen der Insel. Spannend und lebendig zeichnet er die historischen Ereignisse nach. Zwischen Havanna und der Sierra Maestra begegnet er einfachen und prominenten Kubanern, darunter Fidel und Raúl Castro und Che Guevara. Und er trifft die DDR-Schriftsteller Bodo Uhse, Walter Kaufmann und Horst Salomon sowie Abgesandte einer »Kaderreserve« des damaligen FDJ-Zentralratsmitgliedes Werner Lamberz. Eine besondere Rolle spielt die junge Tamara Bunke, die ebenfalls von Lamberz »nach einem Telefonat mit Havanna« (Panitz) der DDR-Delegation zugesellt ist; sie dolmetscht und organisiert. Für junge Leser wird vieles neu und prickelnd sein, ältere werden einiges bereits kennen – von Panitz selbst. Jedem Leser wird deutlich, wie sehr des Autors Herz an diesem kleinen Land hängt. Und nicht wenige werden seine Sympathie und Anteilnahme an der Geschichte und den Geschicken des Eilands teilen.
Schade aber bleibt, dass bis auf einige Bemerkungen zur Bush-Politik und der Feststellung, dass »heute die Welt eine andere ist«, sich keine Berichte über das gegenwärtige Kuba finden. Der Nachtrag, der den Bogen zum Heute schlägt, bietet Castro-Zitate. Das letzte endet mit den Worten: »Unser Land ist nie eine idyllische Oase des Friedens gewesen, es hat vier Jahrzehnte rigoroser Blockade, einen dauernden Wirtschaftskrieg, Aggressionen aller Art, massenhafte Sabotage, Terrorakte, Mordpläne und eine unendliche Liste von feindlichen Handlungen gegen unser Vaterland gegeben.« Dies sagte Fidel Castro im vergangenen Jahr dem argentinischen Journalisten Miguel Bonasso.

Eberhard Panitz: Cuba mi amor – die letzte Insel. Edition Ost im Verlag Das Neue Berlin, 2004. 160S., br., 12,90.

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16.04.2007 11:56
avatar  Garnele
#2 RE: Kuba und Panitz – ein Tagebuch aus alten Zeiten
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Top - Forenliebhaber/in

Zum 75. Geburtstag des Autors von Cuba, mi amor - Die letzte Insel


http://www.eulenspiegel-verlag.de/

Späte Entdeckung, Eberhard Panitz wird 75
http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=108184&IDC=4

Auf den Kopf stellen
Der Schriftsteller Eberhard Panitz feiert heute seinen 75. Geburtstag

http://www.jungewelt.de/2007/04-16/027.php


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