Menschen in La Habana

02.10.2007 19:26
#1 Menschen in La Habana
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Forums-Senator/in

Menschen in La Habana

von aila

Noch immer höre ich die fröhlichen, lauten Stimmen in den Straßen von La Habana, sehe die einstmals bunten, nun jedoch kläglich verfallen(d)en Gebäude entlang des Malecón, rieche die von Öl und zerlaufendem Käse triefende Pizza, die in den vielen kleinen Seitenstraßen in sog. „cafeterias“ und Privatwohnungen zusammen mit beißend süßen Erfrischungsgetränken („refrescos“) verkauft wird und schmecke die feucht-warme Meeresluft, die von Regen kündet.

Ich denke an Anita, die bald für ein Jahr in Angola arbeiten wird, um in einer fernen Zukunft ihr hart verdientes Geld nicht allein für das Essen sparen zu müssen und in mehr als nur einem Zimmer mit Gasherd und hochklappbarem Bett leben zu können. Seit vielen Jahren arbeitet sie in einer Bodega – dem Ort, an dem die KubanerInnen monatlich mit ihren Bezugsscheinen („libretas“) eine kümmerliche Ration Reis, Bohnen, Kaffee, Eier und Milchpulver sowie ab und an (und nur, wenn vorhanden) eine halbe Tube Zahnpasta (für zwei Personen), eine kleine Schachtel Streichhölzer (bei ständigen Stromausfällen und Kerzenmangel) und geschmacksarme Kekse kaufen. Zwar lässt die kubanische Regierung immer und immer wieder über die Medien (vier staatseigene Fernsehsender, unzählige Propagandaplakate und natürlich die „!Granma“, das höchsteigene Parteiorgan der kommunistischen Partei Kubas [PCC]) verlauten, dass die Versorgung über die Bodegas der Grund dafür sei, dass auf Kuba „niemand mit Hunger zu Bett gehe“, aber die traurige Realität ist angesichts der sehr strikten Rationierung der Grundnahrungsmittel über die Bezugsscheine eine andere. Jeder muss zusätzlich noch Geld aufbringen, um weitere Lebensmittel für die Versorgung der Familie erstehen zu können – wobei bei einem durchschnittlichen Monatslohn von umgerechnet zehn Dollar selten etwas für weitere Anschaffungen, geschweige denn zum Sparen, übrig bleibt.

[...]

http://www.strassenfeger.org/strassenfeg...r=\bHavanna\b


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03.10.2007 09:44 (zuletzt bearbeitet: 03.10.2007 10:04)
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#2 RE: Menschen in La Habana
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( Gast )
Oye,
das ist ja ne super informative Web-seite http://www.strassenfeger.org/strassenfeg...07-20/0011.html

Privatisierung des Wohnungseigentums – Anfang der
Obdachlosigkeit
Bis Ende der 80er Jahre, in der kommunistischen Ära, gab es sie nicht, die Obdachlosen. Denn Wohnungen waren in staatlichem Besitz und wurden, quasi leihweise, allen Bürgern zur Verfügung gestellt.

...............ans Seitenende blättern...............

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