Mayari: Eisfabrik & Freunde grüssen Moncada!

28.07.2009 11:49
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#1 Mayari: Eisfabrik & Freunde grüssen Moncada!
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Mein Veriss zum Artikel

Nuevas obras en Mayarí saludan el 26 de Julio

von FROILÁN PARRA SUÁREZ, erschienen in der Granma vom 16.07.2009

Der Bericht beginnt mit der blinden Mireya Herrera Ramírez aus Mayari, welche auch heute noch der Revolución dankend von Beginn an in einer (extra zum -26.07.?) neu renovierten Einrichtung für Behinderte arbeitet.

Eigentliches Ziel des Autores ist es offenbar den -26.07. schönzuschreiben und die neuen Errungenschaften, nebst der renovierten Behinderteneinrichtung für 17 Menschen, hervorzuheben.

Da wäre die defizitäre Eisfabrik, ein Geschenk des "Plan Especial para las provincias orientales" (von dem ich bis anhin noch nie was gehört geschweigedenn gesehen hab) an die IKE-geplagte Population des muncipios Mayari zum -26.07.09 - mal nachrechnen:

1 galón sind 3,7854 litros, 800 galónes täglich = 3'028 Liter/Tag
20'000 galónes (75'708.00 Liter) insgesamt bisher produziert, man produziert Stand 16.07. seit ca. 25 Tagen!

14'000 galónes (52'995.60 Liter) entsprechen Produktionskosten von 23'000 CUC
=> mit 1 CUC kann man folglich knapp 0.61 galónes (2.30 Liter) Eis herstellen, bei täglich Herstellungskosten von 1'310 CUC

VK: 1 Kugel Eis kostet 0.60 PMN. Für 1 CUC (=25 PMN) gibt es demnach knapp 42 Kugeln Eis, hergestellt aus 2.30 Liter oder 2'300ml
= maximal 54 ml je Kugel, also etwas über 5cl bzw 2.5 Schnapsgläser voll "Volumen"

Entweder sind die Bollen wirklich so winzig und der Betrieb arbeitet gerade knapp kostendeckend oder man macht Miese. Aber schön, dass jetzt jeder der ca. 190'000 Einwohner (inkl. Cueto und Urbano Noris) 5.8 ltr./Jahr des "delicioso productos" fressen können, während sie überlegen, wann und wo es wieder Reis zu kaufen gibt (zu 5-6 PMN/libra statt 3.50 wie in Havanna und im Westen Kubas!). Mir wär bisher nicht aufgefallen, dass Eis knapp ist - im Gegenteil. Ab und an war mal "fresa" ausverkauft und wir nahmen vanilla oder sonst was. Aber Eis gabs immer. Ab sofort halt von staatlicher Seite ungewollt subventioniert... und zusätzlich zu dem Eis oder kühlen Milchshake, welches annähernd überall privat für den Eigenkonsum produziert wird.

Aber ich kann ja unsere Nachbarin mal Fragen, wie ihr das neue Eis so schmeckt, dass sie unter freiem Himmel geniessen kann, da der Staat Kuba es noch nicht geschafft hat, ihr bei der Renovation des IKE-Schadens an ihrem Häuschen zu helfen. Das Warten auf die Zinkdächer fällt eine 54ml-Kugel schleckend sicher gleich viel leichter.


Lesen wir weiter, über den "empuje recuerdaor", den Vorwärtsschub, der (pünktlich zum -26.07.?) eine Pro-Kopf-Zuteilung von 11.6 libras Lebensmittel und 13.2 libra Gemüse ermöglicht. Jubelfeier ohne Grenzen - ich werde meine Leute sofort anrufen, dass gleich mal Platz geschaffen wird, denn Stand Samstag haben wir noch nix erhalten. Leider steht im Artikel auch nicht wann oder zumindest wo man das abholen könnte.

Und Danke möchte ich sagen, dass (pünktlich zum -26.07.) irgendwo 3 von 7 Berieselungsanlagen funktionieren. Die Boniato-Ernte ist gerade noch gerettet. Von Wasserknappheit hab ich nix gehört, Stauseen voll, Niederschläge teils heftig und seit Mai regelmässig. Nicht nur unser Boniato in unserem patio hat es geschafft, ohne Berieselung zu wachsen. Das saftige Grün der Blätter war den Hasen ein Festmahl und ist als Tee auch dem Mensch ein gesunder Trank.

Nach all den kritischen Worten bleibt mir noch die echte Freude über den neuen Computer-Tomographen in Mayari. Das erspart den Leuten monatelange Wartezeiten und die vorallem für Kranke beschwerliche Reise nach Santiago oder Holguin, wo bis anhin die einzige Möglichkeit bestand, ein CT zu erhalten. Das Krankenhaus von Mayari hat tatsächlich keinen schlechten Ruf, ist jedoch für, wie ich im Artikel lese, ein Einzugsgebiet mit 140'000 Menschen viel zu klein.

Fazit: Wieder mal ein Artikel, der liniengetreu und gut gemeint ist aber dennoch die absolute Unfähigkeit des Systems offen legt. Die Eisfabrik ärgert mich masslos, noch mehr als die Lügen wüber die Zusatzverteilung von Lebensmittel/Gemüse. Allein was man mit den 1'310 CUC Herstellungksoten pro Tag anfangen könnte...

La tierra esta ahí, aquí están los cubanos ..... sag ich da nur den Ralle zitierend.





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28.07.2009 12:15 (zuletzt bearbeitet: 28.07.2009 12:16)
#2 RE: Mayari: Eisfabrik & Freunde grüssen Moncada!
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Forums-Senator/in

Hätte es einer so detaillierten Analyse bedurft, um das nachzuweisen, was wir sowieso schon lange wissen???
Nämlich das GRANMA nichts weiter als ein Partei-Propaganda-Organ ist, wo man Wahrhaftigkeit, Objektivität und journalistische Qualität mit der Lupe suchen muss.

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„Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“
Winston Churchill

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28.07.2009 13:16
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#3 RE: Mayari: Eisfabrik & Freunde grüssen Moncada!
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Tschuldige, chavalito. So detailliert war das aber garnicht. Mayari ist nunmal mein Wohnzimmer. Wäre es ein Artikel über Pinar oder Isla de Juventud, über Trinidad oder Manzanillo gewesen - ich hätte ihn gelesen und gut. Erschreckend ist für mich, dass selbst das Parteiorgan aus "meinem" munizipio über nix Bessers zu berichten weiss als ne olle Speiseeisfabrik, die zudem nichtmal gewinnbringend arbeiten kann. Das dann in Kontext mit Ike-Schäden und den tollen Festtag der alten Revoluzer zu stellen, lässt mich halt kurzfristig etwas aufkochen.


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