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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 552 mal aufgerufen
 Literatur aus/über Kuba
vilmaris
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Padura: Die Krise der 90er löst die urbane Gewalt aus -Interview über neues Buch
26.06.2005 13:20

http://www.jornada.unam.mx/2005/jun05/050620/a07n1cul.php

Padura beschreibt in seinem Buch "La neblina del ayer" die wachsende urbane Gewalt in den marginalen Barrios La Habanas.
In einem Interview mit der mexikanischen Zeitung La Jornada analysiert er die Ursachen dieser Entwicklung:

La Habana, 19 de junio. En su novela La neblina del ayer, que aparecerá este mes en México y España, Leonardo Padura narra los brotes de violencia urbana de algunas zonas de La Habana actual, "uno de los fenómenos que recientemente están marcando el carácter de la sociedad cubana".

In seiner neuen Novelle "La neblina del ayer", welche diesen Monat in Mexiko und Spanien erscheinen wird, beschreibt Leonardo Padura die Wurzelen der urbanen Gewalt in einigen Vierteln der heutigen Havannas, eine der Phänomene, die neuerdings den Charakter der kubanischen Gesellschaft dominieren.

[...]

En la novela hay una crónica subyacente de esa violencia "que puede ocurrir en un camello (autobús de pasajeros), donde van 150 personas con 47 grados de temperatura, después de ocho horas de trabajo, luego de dos horas de espera y uno le pisa un pie a otro", dice el autor a La Jornada. "Ahí se puede armar la tercera guerra mundial.

In seiner Novelle gibt es eine unterschwellige Chronik dieser Gewalt, "welche in einem Camelo (städtischer Autobus in Havanna) passieren kann, in dem 150 Personen bei einer Temperatur von 47 Grad fahren, und das nach acht Stunden Arbeit, zwei Stunden Wartezeit, nachdem einer dem anderen auf den Fuss steigt" sagt der Autor der Zeitung La Jornada. "So könnte der dritte Weltkrieg beginnen" meint er.

[...]

Por otra parte está esa violencia que, si bien no llega a ser organizada, es mucho más compacta, orgánica, en determinados barrios y sectores sociales y que irradia hacia toda la sociedad", puntualiza el autor.

"Andererseit ist diese Gewalt, obwohl nicht organisiert, sehr kompakt, organisch und in bestimmten Vierteln und sozialen Schichten verankert und strahlt auf die ganze Gesellschaft aus", präzisiert der Autor.

[...]

"Todo esto tiene que ver, por supuesto, con el empobrecimiento de un sector grande de la sociedad cubana y con una crisis de valores morales, que creo que ha llegado a una espiral ascendente, que es muy peligrosa."

Alles hat selbstverständlich mit der völligen Verarmung eines Großteils der kubanischen Gesellschaft zu tun und mit einer Krise der moralischen Werte, die sich spiralförmig ausweitet, was sehr gefährlich ist.

[...][...]

En la novela hay un par de ancianos que representan la generación "a la que los cambios de los últimos tiempos la sumió prácticamente en una pobreza absoluta". Luego está la de Conde, "la que creció con la Revolución, con las esperanzas de que existía un futuro mejor y de pronto ese futuro mejor desapareció.

"Y está la de los que andan entre los 20 y 30 años, que son totalmente heréticos con respecto a cualquier discurso político, a cualquier posibilidad de cambio y que tratan de hacerse la vida de la mejor manera posible, con un pragmatismo que no tiene la generación anterior."

In seiner Novelle beschreibt er eine Gruppe alter Leute, "die die Generation repräsentieren, welche die Änderungen der letzten Zeit in die absolute Armut führten". Nach Condé "wuchsen sie mit der Revolution auf, in der Hoffnung, dass eine bessere Zukunft existiere und plötzlich verschwand diese Zukunft."

"Und diejenigen zwischen 20 und 30 sind total immun gegen jede Form des politische Diskurses, jede Art der Veränderung und versuchen sich das Leben so angenehm wie möglich zu machen, mit einem Pragmatismus, den die vorhergehende Generation nicht hatte"

vilmaris
Beiträge:
Mitglied seit:

#2 RE:Padura: Die Krise der 90er löst die urbane Gewalt aus -Interview über neues B
26.06.2005 13:32

Also ich wundere mich schon über die menschenverachtenden, höhnischen "Diskussionen" über die angeblich "defizitäre" kubanische Moral, welche den deutschen Touristen "natürlich" völlig fremd ist.

Gerade bei ideologisch verblendeten Weltverbesserern scheint die Analyse der sozial-ökonomische Ursache von gesellschaftlichen Veränderungen völlig ausgeblendet zu sein. (Marx würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen)

Nebenbei gesagt, war es nicht Marx, der die kommunistische Gesellschaft propagierte, um den unteren Schichten der Gesellschaft sowie der Gesellschaft an sich ein besseres MATERIELLES Leben zu ermöglichen? Hat irgendeiner dieser Forums-Gehirnakrobaten schon Marx gelesen? oder ihn womöglich verstanden??

Stattdessen wird auf der Moraltrompete gespielt, nach dem Motto der neue sozialistische Mensch braucht keinen Strom, soll gefälligst "bescheiden" sein und auch sonst der utopischen Vorstellungen dieser Weltverbesserer genügen.

Die nicht weniger widerliche Unterschichtfraktion in diesem Forum findet hingegen ein voyeuristisches Interesse daran, sich über die Verzweiflungstaten dieser Leute zu amüsieren, die alles tun, um eine ein eingermaßen menschenwürdiges Leben für sich und ihre Familie zu führen.

Meine Meinung: das ist beides völlig krank ...........

jeff
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spitzen Mitglied

Beiträge: 508
Mitglied seit: 01.01.2001

#3 RE:Padura: Die Krise der 90er löst die urbane Gewalt aus -Interview über neues B
26.06.2005 14:04

In Antwort auf:
ideologisch verblendeten Weltverbesserern

das sind also die anderen. Wo darf man denn Dich einordnen?

¡Danilismo o muerte!

Quesito
Beiträge:
Mitglied seit:

#4 RE:Padura: Die Krise der 90er löst die urbane Gewalt aus -Interview über neues B
26.06.2005 15:07

In Antwort auf:
ein voyeuristisches Interesse daran, sich über die Verzweiflungstaten dieser Leute zu amüsieren, die alles tun, um eine ein eingermaßen menschenwürdiges Leben für sich und ihre Familie zu führen.

Das ist schön formuliert. Auch ich kenne den Spaß an dieser Form des Voyeurismus - mit der Mastercard in der Hosentasche durch das Elend marschierend. Ist bei mir aber stimmungsabhängig, in einer anderen Situation nervt das nur und am häufigsten macht es mich nur noch traurig.
There's no future for you!

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