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Dieses Thema hat 87 Antworten
und wurde 5.842 mal aufgerufen
 Kubaforum (Fortsetzung ab 14.02.2001)
Seiten 1 | 2 | 3 | 4
El Guajiro
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Mitglied seit:

#51 RE:Lesetips
05.08.2002 15:46
Hanna
du bestätigst ja was ich sage.
Du liebst Musik und es ist auch O.K. so, ( obwohl in Kuba gerade Musiker neben Animateure die grössten gigolos sind ).
Ich persönlich halte vom cubanischen Artisten ziemlich wenig, das ist ja aber Geschmackssache.
Andere wenigen Leute mögen Strand, anderen Natur, usw. und dieses stellt für einige den Hauptgrund der Cubareise dar.
Solche leute sind aber in der minderheit, denn die tatsache sieht es so aus:
die meisten touris fliegen ja wegen den chicas nach Kuba,( mögen sie gerne neben die Chicas andere hobbys haben wie Musik ,Strand usw. haben) aber der Hauptgrund der Reise bleibt bei den meisten die Chicas.
Nicht umsonst sprechen die Leute über Chicas wenn sie sich mit deinen Freund über Kuba unterhalten.
Wenn deinen Mann z.B. aus den Iran,aus BRD oder aus Saudi Arabien käme, würde kaum einer über die Chicas reden.
Sextourismus war allerdings nicht das Thema vom gutierrez, Thema vom gutierrez war Cubanos und den Sex.
Diesbezueglich kann ich dir die aussagen vom den alten bestätigen, wenn nach mir
( oder ausnahmslos nach der mir bekannten gleichaltrigen Boys) ginge, würden wir gerne 365 mal im Jahr mit 365 verschiedene Frauen Sex haben.
Das gelingt natürlich nur die wenigsten, aber je nachdem wie die eigene Voraussetzungen sind, bemüht sich jeder soviele Frauen wie es geht zu bekommen, dieses ist für mich voll normal. ( Ausnahmen gibt es, und bestätigen die Regel )
Deine Aussage: .... cubanische Verhältnisse gibt es auch hier..
kann ich nicht bestätigen.. um in BRD zu schaffen das was ich in Kuba geschafft hat, brauchte ich bestimmt 5.000 Jahren, auch in BRD ist es mir gelungen mehr latinas zu bekommen ( das 4 fache bestimmt ) als deutsche Frauen... das sagt schon einiges.
Ich habe noch nicht begriffen, was deinen Freund genau stört... das was gutierrez schrieb, oder den billig sex tourismus ?
Ich bin übrigens auch Sportler, gehe hier regelmässig zum Fussball ( bin referee ) und wenn ich in Kuba bin gehe mal Angeln und häufig Golf Spielen, hier weniger, spiele wenn überhaupt nur minigolf .

Saludos

Renate
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#52 RE:Lesetips
05.08.2002 15:46
In Antwort auf:
Was aber den Sex anbetrifft, sind diese seit Ende der 80-er vorbei


Na, ich weiß nicht. Ich würde sagen, das kommt ganz drauf an, in welchen Kreisen man sozusagen verkehrt...

Renate
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#53 RE:Lesetips
05.08.2002 15:57
In Antwort auf:
wenn nach mir ( oder ausnahmslos nach der mir bekannten gleichaltrigen Boys) ginge, würden wir gerne 365 mal im Jahr mit 365 verschiedene Frauen Sex haben.


How! Der Stümper hat gesprochen.


El Guajiro
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#54 RE:Lesetips
05.08.2002 16:00
Liebe Renate,
vielleicht sollte man in nachtklubs gehen .
IIn kuba hängt dieses nicht vom kreis ab.
In der Schule macht man es, während arbeit macht man es, währens Sportveranstaltungen macht man es, während Bus/Zug fahrten macht man es, auf der Strasse macht man es, wenn ich übertreibe sage ich noch: selbst beim bestattungen...

Nee lieber Renata, es ist nicht eine Frage wo man verkehrt, in Kuba sind die leute halt lockerer und sehen das ganze als Spass, in manchen anderen Länder wie BRD/Saudi Arabien/ iran/Iraq dürfte es etwas stränger sein.

Tut mir leid, ich sehe aber keinen zusammenhang zwischen sex haben und das Geld für Zu hause besorgen.
Mann kann ohne weiteres beide machen, ich begreife es beim besten will nicht was du da zu beanstanden hast.

Oder glaubst du wirklich das die Guajiros und Sportlehrern hatten ( neben die Offizielle )keine andere Frau gehabt ???

Beachte; ich rede von normalen menschen, geht man von unnormalen Menschen aus, könnte man fast sagen, das viele Familien sich gerade über die Seitensprünge der Chicas/os übers Wasser halten, ist aber eine minderheit.

Für dich

Hanna
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#55 RE:Lesetips
05.08.2002 16:00
In Antwort auf:
obwohl in Kuba gerade Musiker neben Animateure die grössten gigolos sind

Genau solche Aussagen stören meinen Mann,
ach Guajiro, ich glaube wir verstehn uns nicht.
Ansonsten scheinst du ja ein toller Hecht zu sein, 5000 Jahre reichen dir hier nicht,
um das hinzukriegen, was du in Kuba schaffst.
Auf alle Fälle, interessante Diskussion. Renate hat recht, kommt auf die Kreise an...
Hanna

El Guajiro
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#56 RE:Lesetips
05.08.2002 16:06
Hanna
das ist nun mal tatsache das Musiker und Animateure zu den grössten gigolos gehören,
nicht zuletz weil diese leute am häufigsten im kontakt mit Touris kommen.
Es heisst jedoch lange nicht, dass alle Musiker oder Animateure gigolos sind.
Warum sollte man sich daran stören ?
Mann könnte auch sagen: die meisten Jineteras stammen aus sehr armen Familien !!
Auch diese aussage stimmt !!
Sollen die Chicas welche aus armen familien stammen und keine Jineteras sind sich daran stören ?

Was Renate angeht, naja möglicherweise bin ich hier in BRD blind, und könnte während meine Schulzeiten/Freizeiten/Arbeitszeiten nicht richtig anbaggern, dieses würde von mir anscheinend verlernt, und kam mir Stark in erinnerung nur bei latinas.
Beachte: ich rede nicht vom Liebes Verhältnissen verbunden mit 50 Kino/Kafes/Eisdiele besuch.... ich rede ausschliesslich vom schnellen Sex unter +- gleichaltrigen( also nix ungewöhnliches)aus Hobby /Spass, so wie es in Kuba zum grössten teil verstanden wird.

Saludos

Renate
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#57 RE:Lesetips
05.08.2002 16:12
In Antwort auf:
vielleicht sollte man in nachtklubs gehen


Nee, Blablo, aber tanzen können sollte man schon. Und wenn man sich als Kubaner ausgeben will, dann sowieso.

Bei Bedarf steht in den Salsadiskos bei mir um die Ecke jedenfalls immer eine ganze Armada von charmanten und sehr großzügigen Latinos bereit, von denen jeder gerne die Frau auch mal mehr als nur im Arm gehalten hätte.



El Guajiro
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#58 RE:Lesetips
05.08.2002 16:30
Hi Hanna
ich habe es versucht genau zu rechnen.
In meine 30 Jahren habe ich und 4 deutsche Frauen gehabt.
Nach meine rechnerei brauchte ich um die ZAhl von der gehabten Latinas zu erreichen 7380 Jahren .
Dabei habe ich natürlich nicht berücksichtigt das ich in Kuba länger
als in BRD gelebt habe.

@ Renata
tuts mir leid, tanzen kann ich nicht und interessieren tut es mir auch nicht.
Das hat mir aber die grossen Erfolge bisher nicht weggenommen.
( ausserhalb BRD oder innerhalb BRD mit latinas )
Saludos

Renate
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#59 RE:Lesetips
05.08.2002 16:34
In Antwort auf:
Daher finde ich jedes Sex-Klischee über Kuba nur teilweise (es stimmt ja auch vieles) richtig. Diese Art von Büchern hilft sehr, das Bild weiter auszumalen.


Ich glaube eben, dass viele Leute den Fehler machen und die Geschichten als "Kuba" verstehen und nicht als die Biografie von Gutiérrez.

Für einen halbwegs anständigen kubanischen Mann ist es meiner Beobachtung nach völlig unvorstellbar, sich von irgendwelchen Schlampen aushalten zu lassen bzw. eine solche an seiner Seite zu dulden. Was so ein typischer Kubaner der seriösen Sorte will, ist eine Frau, auf die er sich verlassen kann, und zwar unter anderem auch in sexueller Hinsicht. Fremdgehen ist so ziemlich das Letzte, was man da bringen kann.

So einer schlägt seine Frau entweder tot (die kubanischen Gefängnisse sind voll von solchen Affekttätern) oder packt im besten Fall auf der Stelle seine Siebensachen und macht sich von dannen. Von "lockerem Umgang mit Sex" keine Spur.

Okay, dieser Männertypus kommt bei Gutiérrez auch mal vor, aber eben als kaum wahrnehmbare Randgestalten.

el lobo
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Beiträge: 3.314
Mitglied seit: 27.03.2002

#60 RE:Lesetips
05.08.2002 17:17
In Antwort auf:
in 30jahren hab ich 984 latinas.....

Hola Guajiro ! Du bist halt eben nur SCHWANZGESTEUERT .Dann
fehlts dann halt an anderen Stellen.
Übrigens wundere ich mich nach dem lesen Deiner Beiträge das manche in
einem Deutsch geschrieben sind welche meine Deutschlehrerin vor 20 Jahren
zu Beifallsstürmen getrieben hätte.Andere wiederum könnten von den beiden komischen
"Türken"(wie heißen sie noch gleich?) stammen. Ist das beabsichtigt ???
MfG El Lobo

El Guajiro
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#61 RE:Lesetips
05.08.2002 18:45
Sehr geehrter Wolf,
deine pers. kommentare kannst du dir ja weisst du schon wo hinstellen.
Wenn du meinst das wenn einem die Frauen gut gefallen=schwanzgesteuert ist, , dann ist die merheit der Cubanos die ich kenne ( nämlich alle ) schwanzgesteuert.
Wenn es dir aus Moralischen grunden nicht recht ist, kannst immer noch dein urlaub in Saudi Arabien, oder in den Iran verbringen.

Renate hat ein wichtiges Thema angesprochen, sie schrieb nämlich das um in BRD irgendwie etwas leichter an Sex dran zu kommen, sollte man latinos discos bekommen, wer weisst warum ??
In Kuba ist es Gott sei dank nicht so, denn überall und zu jeder Zeit kann man anbaggern.
Abgesehen davon, ( da ich es nicht wegen die Kohle mache) wenn ich schon ein latino disco besuchen würde, dann würde ich latinas anbaggern, aber das war nicht das Thema.
Thema war das was gutierrez schrieb, ( du hast dich ja zum Thema nicht geäussert ) dieses fand Renate und Hanna nicht einverstanden , mich schon.
Nicht jede Chica die aus Spass mit jemanden ins Bett geht ist eine Schlampe, es gibt auch in Kuba viele Chicas die Sex als Spass sehen und es bei gelegenheit gerne tun ( ohne das eine feste Partnerschaft vorhanden/erwünscht wird ).
Es wäre schon, wenn du beim Thema bleiben würdest.
Viele Grüsse

zaurus
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#62 RE:Lesetips
08.08.2002 16:42
Hola,
die schmutzige Havanna Triologie hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Neben Sex, Rum und nochmal Sex gibt es aber auch Intelektuelle in Kuba. Nachzulesen in Jesus Diaz "Die verlorenen Worte": "Drei Junge Literaturliebhaber im Havanna der sechziger Jahre haben ein immenses Bedürfnis nach einem besseren Leben und nach poetischer Innovation, scheitern jedoch durch politischen Verrat an der Zensur. Ihre Texte sind "verlorene Worte". Ein opulenter, witzig funkelnder Kuba-Roman voller Sinnlichkeit."

Ebenfalls gut gefallen haben mir der Thriller "Nacht in Havanna" von Martin Cruz Smith und "Havanna Blues" von Daina Chaviano.

Gruß von Zaurus

Sandy
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#63 RE:Lesetips
08.08.2002 18:03
Die Havanna - Triologie ist aus meiner Sicht ein Buch, an dem sich die Geister scheiden: entweder man liebt es oder man hasst es .... Mein Ding ist es auf jeden Fall nicht so, aber wie gesagt: Geschmacksache!

Grossartig fand ich dagegen von Diaz "Erzähl mir von Kuba!". Wer schwarzen Humor liebt, wird sich sicherlich mit diesem Buch köstlich amüsieren: Der kubanische Arzt Stalin, den "Irrungen und Wirrungen" illegal ins gelobte Miami gebracht haben, schmort auf dem Dach seines Bruders, um das Aussehen eines Bootsflüchtlings zu erhalten und erzählt uns einiges von Kuba ... Das Buch ist wirklich eine echte Alternative zu der Gedankenwelt unseres Forums-Gujis :-)

Auch gerade als Taschenbuch frisch auf dem Markt für Leute, die keine Berühungsängste mir Schwulinsky-Sex haben Reinaldo Arenas: Bevor es Nacht wird - Ein Leben in Havanna. Sex, Zensur, Gefängnis, Denunziation, AIDS, Exil ... und ein unbändiger Überlebenswille .... Eine sehr ergreifende Biographie!

El2
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Mitglied seit:

#64 RE:Lesetips
12.08.2002 13:33
Sandy,

vor fast zwei Jahren hat mir ein schwuler US-Amerikaner, den ich in Kuba getroffen habe, von einem Film vorgeschwärmt, der "Before the night falls" heißt. Ich habe in Programmkinos immer wieder nach diesem Film gesucht, jedoch nie einen Hinweis darauf gesehen. Das von dir geschilderte Buch scheint die Vorlage für den Film zu sein - so eine Ähnlichkeit der Titel ist kein Zufall. Das Buch werde ich mir auf jeden Fall besorgen. Vielen Dank für den Hinweis!

Elisabeth 2

Sandy
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#65 RE:Lesetips
12.08.2002 14:08
Hallo EL2, Du liegst richtig !

Das Buch wurde mit Johnny Depp in der Hauptrolle verfilmt. Leider habe ich den Film bisher auch noch nicht gesehen, :-(

Gruß
Sandy

Renate
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Mitglied seit:

#66 RE:Lesetips
14.08.2002 12:44
In Antwort auf:
Allerdings ist das Urteil von Gutiérrez über die Schweden (sind wir wirklich alle so??) etwas klischeehaft.


Zu "Animal tropical"

Na, ich finde jedenfalls, dass die schwedische Freundin gemessen daran, dass sie mit ihren 44 Jahren Jahren in mancherlei Hinsicht reichlich unbedarft ist, sich dem Egozentriker aus Havanna gegenüber (der u. a. auf jeder zweiten Seite seinen Unmut über ihre lückenhaften Spanischkenntnisse äußert, selber jedoch selbstverständlich kein einziges Wort Schwedisch spricht) insgesamt doch ziemlich wacker behauptet.




joaquin
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Mitglied seit:

#67 RE:Lesetips
14.08.2002 22:07
@renate

In Antwort auf:
Na, ich finde jedenfalls, dass die schwedische Freundin gemessen daran, dass sie mit ihren 44 Jahren Jahren in mancherlei Hinsicht reichlich unbedarft ist, sich dem Egozentriker aus Havanna gegenüber (der u. a. auf jeder zweiten Seite seinen Unmut über ihre lückenhaften Spanischkenntnisse äußert, selber jedoch selbstverständlich kein einziges Wort Schwedisch spricht) insgesamt doch ziemlich wacker behauptet.


War klar, dass Du dich etwas mehr in der Rolle von Agneta wiederfindest als in der von Gloria. Könnte da wohl einige interessante Parallelen geben mit Deiner Biographie...

Wirklich lustig, wenn auch etwas gemein, der Vorschlag von Gloria: (weiss nicht, ob Du schon beim Lesen so weit bist)

In Antwort auf:
Mi macho eres tú! Deja que esa sueca venga que le voy a echar cuatro negros pinga-larga atrás, que le van a volver loca, le van a quitar hasta los zapatos y hasta el último dólar, y va a regresar desnuda y temblando de frío. jajajá [...]
Ya sé cuáles son les negros que le voy a tirar arriba: no le van a quedar ganas de volver jamás a Cuba.



Joaquin

Renate
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Mitglied seit:

#68 RE:Lesetips
15.08.2002 10:23
In Antwort auf:
War klar, dass Du dich etwas mehr in der Rolle von Agneta wiederfindest als in der von Gloria.


Joaquin -

ich meine eigentlich nicht, dass ich dazu etwas gesagt hätte.

Aber wo Du schon so neugierig fragst: Die Lebensumgebung ist natürlich bei mir ganz ähnlich, wie bei Agneta. Und ich finde auch, dass Gutiérrez diesen Zusammenprall von Menschen, die einen ziemlich unterschiedlichen Persönlichkeitsaufbau haben, sehr gut beobachtet und beschrieben hat. Dass er eben aufgrund seines Lebenshintergrunds aus völlig anderem Schrot und Korn ist, als ein typischer Vertreter der Wohlstandsgesellschaft.

Ansonsten - also, so völlig vom Leben unbeleckt, wie Agneta, war ich vielleicht mal mit 18. Außerdem ist mein kubanischer Sportlehrer kein egozentrischer Zyniker. Soll heißen, wir beide sind nicht grundsätzlich inkompatibel, na, und was bisher dabei herausgekommen ist, nimmt eher die Dimensionen von Gloria an. Nur die Peitsche lassen wir immer weg : )


joaquin
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#69 RE:Lesetips
18.08.2002 19:07
@ joe1;

Danke für Deinen Tip. Ich habe mir das angeschaut. Insgesamt sehr gut macht. Der Gesamteindruck
ist aber trotzdem aber sehr ambivalent. Positiv: viele Insiderinformationen, die allerdings jeder Individualtourist idR schon irgendwo gehört hat. Negativ: Fehlinformationen und Verzerrung durch Auslassen relevanter Fakten.

Hier meine Eindrücke: (Teil 1)

Die Frauen von Havanna - die Realität Kubas? (Teil 1)

Inventar, sich was einfallen lassen, so ist das Motto dieses Buches über Havannas Frauen. Exemplarisch werden Frauen aus verschiedenen sozialen Umfeldern beschrieben. Scheinbar unzensiert kommen diese Frauen zu Wort und erzählen ihren Alltag ("Lebensberichte"), wobei - dies ist ein Frauenbuch - das Thema Beziehungen nicht zu kurz kommen darf.

Die meisten Leser - wohl auch der durchschnittliche Individualtourist, der typische Pauschaltourist sowieso -werden allerhand Neues und Interessantes erfahren , so dass man dieses Werk wohl eher empfehlen kann.

So schön, so gut. Richtig ärgerlich ist die subtile Vermischung von Fakten und Fiktion, Insider-Realität und politischer Propaganda, die nur dem Kubakenner auffallen dürfte, der die Sprach- und Kulturbarriere überwinden konnte. Die Autorinnen vermitteln ein politisch gefärbtes Zerrbild der Realität, welches die wahren Zustände - jedenfalls zum Teil - im Unklaren lässt. Neben krassen Fehlinformationen besteht die Kunst der Verzerrung darin, dass bestimmte Punkte, die der eigenen Wahrnehmung nicht entsprechen (dürfen), einfach ausgeblendet werden.

Zu den einzelnen Geschichten:

Vorwort

Die Mädels (die Autorinnen) schwafeln über die Offenherzigkeit der Kubaner, ihre Kommunikationsfähigkeit auch mit Ausländern. Dann wird der verzweifelte Kampf ("luchadores"; "cubanidad") im Alltag angesprochen, wobei nicht ganz klar ist, ob diese Phrasen nicht aus den Broschüren der KP kopiert wurden.
Anschliessend werden die gängigen Kuba-Stereotypen bedient ("grenzenloser Einfallsreichtum, unbändige Lebensfreude, unerschöpfliche Liebe zu Kindern, Verwandten und Freunden").

Leider wird nicht erwähnt, dass der gesamte Alltag durch eine Atmosphäre der Angst und des Mißtrauens vergiftet wird, die die meisten zwischenmenschlichen Beziehungen recht ambivalent erscheinen läßt. (Man lese etwa, wenn man diese Realität nicht selbst erlebt hat, die beklemmenden Werke von Reinaldo Arenas oder Zoé Valdes)
Die Notwendigkeit fehlende Ressourcen durch direkten Kontakt mit den Hauptdevisenbringern, den Touristen, zu verschaffen, wurde bereits in diesem Forum angesprochen, die Freundlichkeit gegenüber uns Ausländern ist also nicht frei von egoistische Motiven.
Dass viele der Lebenskünstler und Frohnaturen zutiefst verzweifelt sind und dass dies zu hohen Selbstmordraten und zu verzweifelten, häufig tödlich verlaufenden Fluchtversuchen führt, kommt - jedenfalls im Vorwort - zu kurz. (Man vergleiche etwa die Geschichte "Tipos duros" von Gutiérrez in "Trilogia").
Die Zerrissenheit vieler Familien und der brutale Geschlechterkampf werden - jedenfalls im Vorwort noch - verniedlicht. (Kuba hat die höchste Scheidungsrate der Welt, viele Kinder wachsen bei Großeltern auf)

Miriam - die Lehrerin

Die Autorinnen treffen sich mit Miriam im Café Mercaderes. Unerwähnt bleibt, dass dies der teuerste Ort in Habana ist, um einen Kaffee zu trinken. (Sicher, nett renoviert) Miriam, so stellt sich heraus, ist die "Freundin", die auch die Kontakte zu den anderen Frauen herstellt. Wie kann sich Miriam als Kubanerin im teuersten Kaffee Habanas verabreden, ist die Porträtauswahl der Autorinnen wirklich "Random Choice", ist das alles etwa inszeniert?
Meine Vermutung: So ein ehrgeiziges Projekt mit so vielen Interviewpartnerinnen wird wohl kaum ohne Mitwirkung der Geheimpolizei funktionieren.

Natürlich steht - zufällig - ein schwarz arbeitender Taxifahrer bereit, der - natürlich völlig altruistisch - die Transporte organisiert.

Richtig merkwürdig die Bemerkung der arbeitslosen Miriam, dass ihr der Staat einen Job als "Leiter einer Putzkolonne" für monatlich 70 Dollars angeboten hätte, sie würde aber unter 100 Dollar gar nicht erst anfangen zu arbeiten. Kann das wahr sein??

Margarita - die Geigerin

Hier lernen wir ein sozialistisches Wunderkind kennen, welches schon mit 11 Jahren die Aufnahmeprüfung für das Konservatorium schafft. Nun arbeitet sie im Hotel Sevilla, um Touristen zu unterhalten und um Dollars zu verdienen.
Nebenbei erfahren wir viel von den schrecklichen Zuständen in der Zeit Batistas. An der jetzigen Misere sind natürlich die USA schuld, die das Land aushungern wollen, so Margarita.
Dann wird die Einführung des Dollars beklagt, die zu einer Entsolidarisierung geführt habe. Sentimental erinnert sich Margarita an die guten achtziger Jahre, als die Wirtschaft noch brummte.

Margarita erwähnt nicht, wie die übrigen 75% der Bevölkerung leben, die keinen Touristenkontakt haben. Wer hat ihr diesen Job verschafft? Wem muss sie Kommission zahlen oder Informationen liefern? IHRE Solidarität mit IHREN Landsleuten bleibt im Dunkeln. Dass nicht der Dollar, sondern das Ausbleiben der jährlich 6 Mrd. Euro russischen Wirtschaftshilfe sowie eine absurde Planwirtschaft (viel schlimmer als sie jemals in Osteuropa war) die Ursache der Krise sind, wird verschwiegen.
Ebenso, dass Kuba vor der Revolution ein reiches Land war (sicher mit grossen sozialen Unterschieden) . Natürlich wird nicht erwähnt, dass Kuba mit den übrigen 199 Staaten der Welt frei handeln kann und das Embargo deswegen ein Witz ist.

Rosalinda - die Jinetera

Dies ist eine der stärkeren Geschichten, die wirklich manch Neues enthält und ausserdem Realismus atmet. Die Begegnung im Slum, der pragmatische Umgang vieler Kubaner mit dem Thema Jinterismo, der prügelnde Vater, der seine Tochter beklaut, dass ist wirklich gut getroffen.

Nicht ganz so gut erkennen die Autorinnen den (etwa von E-L-A) beschriebenen Hang zum Markenluxus, zur Protzerei mit Klamotten, Schuhen oder teuren Kosmetikartikeln. Die moralische Ambivalenz des Themas zwischen Zwang zur Versorgung des Kindes und Verschaffung eigener Konsummöglichkeiten ist nur unscharf getroffen.

Schnell erfolgt die Rückblende auf die Zeit Batistas ("Spielhölle", "Hurenhaus"), als alles noch viel schlimmer war. Verschämt wird die Verfolgung der Homosexuellen in Castros Kuba am Rand erwähnt ("Heute besteht dieses Verbot nicht mehr").

Interessant die Beschreibung der innerkubanischen Frauenmigration nach Westen, die Verachtung der Candogeras, der "billigen" Kubanernutten, sowie die Klagen Rosalindas über die unzuverlässigen kubanischen Männer (sie "saufen, misshandeln, kontrollieren, sind eifersüchtig, untreu, schicken ihre Frauen auf den Strich etcetc.")

Natürlich darf der süsse Verweis auf das Warten auf den (ausländischen) Märchenprinzen, der Traum von der Schauspielerei und von den Auftritten im Fernsehen nicht fehlen.

Mágia - die Rapperin

Dass spätestens seit Mitte der neunziger Jahre 1998 Hip-Hop der favorisierte Musikstil der heutigen Kids ist (im Osten wohl eher Reggaeton), kann nur blinden und tauben Pauschaltouristen verborgen bleiben.
Dass dahinter sich auch die völlige Abkehr der Jugend von den bewährten kulturellen und gesellschaftlichen Denkschablonen verbirgt, fällt den Autorinnen nicht auf.

Hip-Hop ist die Musik des Erzfeindes USA, es ist aber vor allem der Traum der Jugend von einem besseren Leben, von einem Ende der kulturellen und gesellschaftlichen Isolation. Die staatliche verordnete kubanische Musikidentität wird abgelehnt. Auch eignet sich der rhythmische Sprechgesang, um unbequeme Wahrheiten kodiert auszusprechen. Kein Wort davon von unseren selbsternannten Berichterstatterinnen.

Die Autorinnen würzen die Story noch mit einigen Hinweisen über die Wohnverhältnisse der Rapperin. Dies erinnert doch sehr stark an eine billige Kopie von Valdes oder Gutiérrez.

Elvira - die Schriftstellerin

Gut läßt es sich leben, wenn man zur kreativen kulturellen Elite Havannas zählt. Evira besitzt zwar kein Telefon, doch jeder Anruf für sie ist eine Gelegenheit bei der Nachbarin, der Telefonbesitzerin "ausgiebig" zu plaudern. Sie "redet, trinkt, tanzt und bleibt". "Natürlich" ist Elvira "immer anregend und so anziehend: weich und rund das kleine Gesicht, voll der Busen und der dunkelrot umrandete Mund. Die Augen glänzend wie schwarze Murmeln, die Haut schneewittchenweiss."

Kein Auszug aus einem Groschenroman für frustrierte Hausfrauen, nein, "ein außergewöhnlicher Lebensbericht".

Elviras Wohnung, so heisst es "erinnert an die Salons des 18.Jahrhundert", ist "Treffpunkt all der Kreativen, die in der kubanischen Kulturszene etwas zu sagen haben."

Unsere Autorinnen sind Ihren kubanischen Offiziellen voll auf den Leim gegangen. Unser kubanischer Stasi weiss halt, wie man menschliche Schwächen ausnutzt.
Sie treffen die kubanische "Kulturelite" (wahrscheinlich sehen sie selbst sich als deutsche "Kulturelite") und schon ist jeder Hauch von Objektivität verflogen. Da wird von Leandro "dem bildschönen schwarzen Tänzer" geschwärmt und vom "beachtlichen" Werk Elviras.
Besonders auffällig der inflationäre Gebrauch von Adjektiven, die dem Leser suggerieren soll: das ist aber toll.

Ja 1994, als sie noch verheiratet war, da träumte Elvira davon aus Kuba "abzuhauen". (man beachte die Wortwahl, als ob es hier um die Launen eines minderjährigen Teenagers ginge und nicht um ein elementares Menschenrecht) "Sie träumte von einem leichten Leben und sah sich schon als berühmte Schriftstellerin in den USA"
Natürlich steht am Ende die Gewissheit Elviras: "Ich gehöre hierher, ich bleibe hier." Sie gehört eben zu den edlen Kubanern, die nicht ihre Seele für lumpige Dollars verkaufen und einfach die Revolution verraten und nach Miami "abhauen".
Dazu passt auch, dass der geflüchtete Ehemann nur mehr genau einen Dollar Unterhalt schickt und im Übrigen dazu natürlich noch eine andere hat.

Klar, dass unsere Berichterstatterin nicht von der Hexenjagd berichten, mit der revolutionäre Deserteure zu Hause bedacht werden. Zwar kann der Deserteur nicht mehr erschossen werden, aber in bester Pogrommanier werden in organisierten Veranstaltungen Drohappelle unterzeichnet und Verwünschungen ausgestossen (etwa sehr schön nachzulesen in "Dime algo sobre Cuba" von Jesus Diaz.)

Der Rückfall in revolutionäre Schwärmereien bleibt nicht aus. "Dabei ist das Meer für Elvira nicht nur eine unüberwindbare Festung, es ist auch ein Schutzwall, der Kuba hilft seine cubanidad zu bewahren." "Weißt du, wann ich abhauen will" fragt Elvira rhetorisch. "Wenn Fidel stirbt. Wenn Kuba nicht mehr das ist, was es heute ist - noch. Wir haben euch nämlich einiges voraus. Wir zeigen mehr Gefühl, wir haben Zeit füreinander. Euch geht es in erster Linie um Status und Erfolg. Wenn es bei uns so weit ist, dann ist Kuba nicht mehr mein Kuba, sonder nur noch ein Abklatsch aller andere Orte auf diese Welt."

Haben wir diese Schutzwalltheorie nicht alle schon einmal gehört? Die Verniedlichung des brutalen Überlebenskampfes der meisten Kubaner als gefühlsbetonten, zeitlosen Lebensstil verschlägt mir die Sprache. Die Zeit wird wohl eher beim Warten in den endlosen Schlangen vergeudet, in denen der Kubaner selbst für jede Kleinigkeit anstehen muss. ("Quien es el ultimo?")

Elvira "sagt, viele ihrer Landsleute seien dabei, ihre Seele zu verkaufen, ihre Unschuld zu verlieren."
(ist wohl eher im übertragenen Sinne gemeint)

Natürlich darf in diesem Frauenbuch auch nicht der Hinweis auf die bösen kubanischen Machos fehlen, welche es nicht aushalten, wenn ihre Frauen sie betrügen. "Immer wieder drehen verlassene Männer durch und werden gewalttätig".

Maria Victoria - die Mathematikerin

Marias getrennter Freund wandert wegen Schmuggels ins Gefängnis. Eine Möglichkeit die periodo especial Revue passieren zu lassen. Diebstahl am Arbeitsplatz, Verkauf von Hausgegenständen etc. etc.

Gut das Bild der chaotischen Studienabrecherin, dies sich mit Verkauf von gebrauchten Klamotten über Wasser hält. Auch die ständigen Partnerwechsel werden recht gekonnt dargestellt, allerdings übertrieben idealisiert:
"Auf dieser Insel, auf der nach wie vor Mangel und Unsicherheit herrschen, sind Sex und Liebe wie ein unverwüstliches Bekenntnis zum Leben, und der Zusammenhalt in der Familie bildet ein trotziges Bollwerk gegen das tägliche Chaos. Wenigstens die Liebe kann von niemandem rationiert werden."

Hört sich nett an, scheint aber nicht sehr realistisch zu sein angesichts der kubanischen Scheidungsraten (>50% aller Ehen). Vergleiche auch die vielen deprimierenden Geschichten Gutiérrez' über von Ihren Kindern verlassene alte Leute in Havanna.

Anissa - Die Ballett-Tänzerin

Die deutsche Kreativen bekommen von ihrer Kontaktfrau mit Anissa eine weitere Künstlerin serviert, "die eine erfolgreiche Laufbahn als Ballett-Tänzerin" verfolgt.
Wie schön: "sie ist geschmeidig, gelenkig, biegsam wie ein Bambusrohr, hat aber zugleich etwas Hoheitsvolles. Sie hält sich kerzengerade, und ihre Bewegungen sind grazil und doch kontrolliert"
Eigenschaften, die wohl auf alle Ballett-Tänzerinnen der Welt mehr oder weniger zutreffen, so dass hier die Frage aufkommt, was solche Platitüden in einem Buch über Kuba zu suchen haben.

Natürlich macht es mehr Spass die "kreativen Elite" zu interviewen als gewöhnliche Verkäuferinnen oder Bedienungen in einer Bar. Das ist trendy und vom Glanz der Schönen fällt auch hoffentlich etwas auf unsere Autorinnen.

Selbstverständlich wird wieder das Opfer-/Heldensyndrom bemüht: "Für den Tanz hat sie auf das verzichtet, wonach sich Millionen Kubaner vergeblich verzehren: ein vergnügliches Leben im Ausland [...]"
Disziplin gehört auch dazu für eine ordentliche Revolutionärin: "Die Bühne ist ihr zweites Zuhause, ihre Arbeitsdisziplin ist eisern. Strikt ordnet sie de Ballett ihre persönlichen Bedürfnisse und ihr Privatleben unter."

Marta - die Hausärztin

Wieder einmal eine geschiedene Frau, die Tag und Nacht im Einsatz ist. In Kuba arbeiten alle hart, auch wenn sie dafür den Einheitslohn bekommen, welcher, weil in Pesos bezahlt, nicht zum Überleben reicht. Aha!
Wenigstens erfährt man, dass es keine Medikamente gibt und das auf Operationen monatelang gewartet werden muss.

Kein Wort von der Korruption im Gesundheitswesen, die unter anderem zu häufigen Skandalen und vor wenigen Tagen auch zum Rücktritt des kubanischen Gesundheitsministers führte.

"Unsere Ärztedichte ist doppelt so hoch wie Eure" so Marta. Was das alles soll, so völlig ohne Medikamente und Apparaturen bleibt ein Rätsel. Wie bekannt ist schon unser medizinische Sektor total überbesetzt. (jedenfalls bei den niedergelassenen Ärzten, nicht bei den armen Schweinen im Krankenhaus)

Das tollste kommt noch: Marta erzählt vom "bakteriologischen" Krieg der USA: die CIA soll mit Viren und Bakterien Ernten zerstört und Hunderte von Menschen infiziert und getötet haben. (habe die gleiche Geschichte übrigens von einem deutschen Castro-Fan in Kuba gehört). Auch die Dengue-Epidemie 1982 v.a. in Santiago führt Marta auf den Terror der USA zurück.

Noch ein Zuckerl am Schluss: Der kubanische Lover verlässt Marta wegen einer "reichen Venzolanerin". Da müssen unsere Mädels revolutionäre Frauensolidarität zeigen: "Auf dem Touristenmarkt gehen wir mit starrem Blick an Martas Exfreund vorbei. Dem kaufen wir bestimmt kein Bild ab."

Aurora - die Santera

Obwohl ich selbst bei einer Familienzeremonie meines Freundes R. teilgenommen habe (sein Großvater ist einer der drei wichtigsten Santeros in Kuba), war in dieser Geschichte doch vieles neu auch für mich.

Die Autorinnen führen in die - für Außenstehende - skurrile Welt der Santera ein, der afrokubanischen Religion Kubas. Recht ausführlich wird auf die Inhalte und Riten der Santeria eingegangen.

Natürlich darf der Seitenhieb auf die katholische Kirche nicht fehlen, "die zu Batistas Zeiten vor allem die Fürsprecherin der Reichen war". Dass die Katholiken systematisch von allen beruflichen Aufstiegschancen ausgeschlossen und massiv drangsaliert werden, passt hier wohl nicht in die Geschichte. Auch die Hilfe und das Eintreten der Kirche für die zahlreichen "desamparados", der Menschen , die auf der der Strasse leben, z.B. in Santiago, findet keine Erwähnung.

(Teil 2 folgt)

Renate
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#70 RE:Lesetips
18.08.2002 22:35

Ayayayayay, Joaquin,

kannst Du uns mal aufklären, von welchem Literaturtip hier die Rede ist?

Jedenfalls scheint die Sache Dich mächtig mitgenommen zu haben : )

joaquin
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#71 RE:Lesetips
19.08.2002 00:13
@ Renate

das hier meine ich: (siehe Thread)


In Antwort auf:
Auch ein Buch über die Frauen in Habana

Die Frauen von Havanna

von: Cornelia von Schwelling, Fotos von: Ann-Christine Wöhrl

14 Aussergewöhnliche Lebensberichte

Auszüge aus dem Faltbaltt:

Die Frauen erzählen, wie sie mit verblüffendem Einfallsreichstum,
immer neue Strategien erfinden, um sich in einem Land zwischen Abgrund
und Idylle behaupten zu können, in einer Stadt wo wenig funktioniert
und das Unmögliche oft geglückt.

In Bildern von grosser Ausdruckskraft zeigt die Fotografin,
das Leben dieser Frauen.

Gruss
Jose


Text

joe1
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#72 RE:Lesetips
19.08.2002 08:29
Joaquin
Auf jeden Fall schreibst so interessant, dass ich nochmals das Buch lesen möchte.
Es gefällt mir auch, dass du dir so viel Zeit genommen hast, so eine ausführliche Rezension zu schreiben.
Einige Bemerkungen:
--Auf jeden Fall wurden die Gesprächspartner ausgesucht und dann will man nicht die ganz schlimmen Fälle zeigen.
Auch nach mehr als 8 Monaten in Kuba ist es mir nicht klar, wie die Leute mit ihren 150 oder 200 Pesos und libreta leben können, wenn sie nicht in der Lage sind noch was dazu zu verdienen. . Oder, ich möchte auch lesen, wie ein Rentner, der 100 Pesos Rente oder noch weniger und keine Familie hat, lebt.
--Ich finde, dass deine subjektiven politischen Ansichten, in diesem Falle, nicht passend sind. Einige Sachen sehe ich anders

Ich habe nicht den Eindruck, wie du schreibst, "dass der gesamte Alltag durch eine Atmosphäre der Angst und des Mißtrauens vergiftet wird",
Mein Eindruck ist vielmehr, dass die Leute keine bessere Perspektive sehen, weil Kuba isoliert wird. (Z. B.: Europa will kein Kredit geben, weil angeblich Menschenrechte nicht gewährleistet sind.)
Und
ich wiederhole mich:
Wenn Kuba den Druck von USA überleben will, muss sie sich
ENTBÜROKRATISIEREN und POLITISCH und WIRTSCHAFTLICH ÖFFNEN:
Das die Kubaner merken: Wenn ich was tue, dann habe ich was davon. Und das ist in einem armen Land besser im Sozialismus möglich. als wenn sich Kuba "demokratisiert".

Gruss
Jose


Renate
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#73 RE:Lesetips
19.08.2002 08:50
In Antwort auf:
Ich habe nicht den Eindruck, wie du schreibst, "dass der gesamte Alltag durch eine Atmosphäre der Angst und des Mißtrauens vergiftet wird"


Ich aber schon. Wer in dem Land überleben will, kommt nicht darum herum, tagtäglich mit mehreren Jahren Knast bedrohte Straftaten zu begehen. Dem gesunden Schlaf ist das jedenfalls nicht gerade förderlich.




joaquin
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#74 RE:Lesetips
19.08.2002 09:10
@ Joe1

In Antwort auf:
Auch nach mehr als 8 Monaten in Kuba ist es mir nicht klar, wie die Leute mit ihren 150 oder 200 Pesos und libreta leben können, wenn sie nicht in der Lage sind noch was dazu zu verdienen. . Oder, ich möchte auch lesen, wie ein Rentner, der 100 Pesos Rente oder noch weniger und keine Familie hat, lebt.


Ich war zwar noch nicht 8 Monate in Kuba, aber mir ist schon nach weit kürzerer Zeit klar, wie das funktioniert:

- da der offizielle Lohn nicht reicht, um zu überleben,insbesondere wenn Kinder da sind, wird eben am Arbeitsplatz geklaut. Das fängt damit an, dass Mitarbeiter von Restaurants umsonst essen und sich Lebesmittel nach Hause nehmen. Zigarrendreher klauen sich Zigarren und verkaufen sie an Touristen. Jeder der in Geschäften tätig ist, wo Dollars fliessen, erhebt eine negative Steuer, d.h. von den verkauften Waren behalten die Werktätigen einen bestimmten Prozentsatz für sich. Der Wert eines Arbeitsplatzes misst sich nicht am ausgezahlten Lohn, sondern an der Möglichkeit, Waren und/oder Geld zu unterschlagen oder Devisen abzuzweigen.
- in den Dollargeschäften, die ständig völlig überfüllt sind, obwohl keiner Geld hat, wird ständig geklaut. Die Preise sind dreimal so hoch wie im Westen, offenbar,um den Schwund auszugleichen. Ist Dir nicht aufgefallen dass der Käufer bei Verlassen seinen Bon mit der Ware zeigen muss, um zu beweisen , dass er NICHTS geklaut hat?
- Alte Leute und Mensche ohne fixes Einkommen müssen von den(finanziellen) Zuwendungen ihrer Verwandte leben. Wie belastend solche Beziehungen sein müssen,braucht hier nicht erwähnt zu werden. Eine andere Notwendigkeit ist der Verkauf von Hausrat. Ich war bei einem alten Mann zu Hause, und habe selbst gesehen, dass er ALLES wirklich ALLES in seinem Haus verkaufen musste, umzu überleben, Möbel, Geschirr,Kleidung alles ...
- Die meiste Kubaner habe natürlich einen (illegalen) Zweitjob. Sie verkaufen irgendwelche Kleinigkeiten am Strassenrand
- Für viele bleien nur noch die Touristen als lezte Einkommensquelle. Immer mit einem Bein im Gefängnis, da auch diese Tätigkeit jederzeit mit Strafe belegt werden kann.

Das schlimme an dem System ist, dass nur der Unehrliche gut leben kann, der bewußt gegen Verbote verstößt. DAS SYSTEM ZWINGT ZUR UNEHRLICHKEIT.
Logischerweise ist es notwendig, Mitwisser zu bestechen, um der Verfolgung zu entgehen.

Daher auch mein Hinweis auf das ständige Misstrauen in der kubanischen Gesellschaft.

Joaquin


joe1
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#75 RE:Lesetips
19.08.2002 09:46
Renate!
Das ist doch nicht objektiv was du schreibst, dass "wenn man überleben will, muss man die Straftaten begehen"
Ich glaube, dass viele Kubaner auf diesem Niveau leben wie die Mutter mit drei Kindern und ich glaube nicht, dass sie irgendwelche Straftaten macht oder denkt daran welche zu machen.
Der Ehemann konnte bei ihrer Familie nicht mehr aushalten.
Jetzt wird das gesammte Geld zusammengelegt und entschieden was bis Ende des Monats gekauft wird. Und sie sagt, es bleibt ab und zu für ein oder zwei Ananas pro Monat übrig.
Und es ist eine grosse Freude für mich, den Kindern was zu geben, weil sie so gut erzogen und auch fröhlich sind.

Ich meine, dass in diesem Forum solche Geschichten fehlen, die das Leben der Leute, die im Schatten leben, beschreiben würden. Wenn man diese Leute kennt, dann wundert man sich, dass sie so froh sein können und sie wissen, wie wir Touristen gut leben.
Um froh zu sein reicht nicht das Geld zu haben.
Und ich glaube, dass Viele von uns gerade deswegen nach Kuba pilgern, weil wir hier nicht restlos zufrieden sind und suchen dort was wir hier nicht bekommen.

Gruss
Jose


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