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Wie man es schafft, einen Aufsatz über 8 Jahre Politik in Kolumbien zu schreiben, ohne ein einziges mal eine wichtige Bürgerkriegspartei, nämlich die FARC zu erwähnen, ist schon erstaunlich ...
Hier mal ein etwas neutralerer, dafür aber wissenschaftlicher Aufsatz:
Zitat Sicherheit zuerst: eine Bilanz nachholender Staatsbildung in Kolumbien
Sabine Kurtenbach
In der Stichwahl vom 20. Juni 2010 wurde Juan Manuel Santos zum neuen Präsidenten Kolumbiens gewählt. Die Wahl von Santos steht für Kontinuität, schließt sie doch an die Politik der „demokratischen Sicherheit“ seines Vorgängers Álvaro Uribe an, dessen Mandat nach acht Jahren endet. Uribes Politik war der Versuch einer nachholenden Staatsbildung, bei der die Stärkung der repressiven Funktionen des kolumbianischen Staats im Vordergrund stand.
Analyse
Die jüngsten kolumbianischen Präsidentschaftswahlen vom 30. Mai und die Stichwahl am 20. Juni 2010 haben gezeigt, dass das Projekt der nachholenden Staatsbildung durch autoritäre Stabilisierung weit weniger an die Person Uribe gebunden ist, als viele Beobachter meinten. Die Politik der „Sicherheit zuerst“ zielt darauf, als ersten Schritt die Gewalt einzudämmen, für die insbesondere die älteste Guerillagruppe Lateinamerikas verantwortlich gemacht wird. Trotz vielfältiger Kritik an ihren Methoden und Konsequenzen hat sich diese Politik im Mainstream Kolumbiens durchgesetzt, grundlegende Opposition gibt es kaum.
. Auch erwähnenswert. (Hatten wir ja schon mal im Forum):
Zitat Zwei weitere Entwicklungen zeigen, dass die Regierung Uribe nationales und internationales Recht den Prioritäten ihrer Sicherheitspolitik untergeordnet hat:
1) Über 2.000 junge Menschen wurden von den staatlichen Sicherheitskräften erschossen,danach (!) in Uniformen der FARC gesteckt und gegenüber den Medien als im Kampf getötete Guerilleros dargestellt. Diese Politik ist vom Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für extralegale Hinrichtungen, Philip Alston, im März 2010 zwar nicht als systematische Staatspolitik bezeichnet worden, es handele sich aber auch nicht um isolierte Einzelfälle, wie u.a. zukünftige Präsident Juan Manuel Santos behauptet hatte (UNGA 2010).
2) Der vormalige Verteidigungsminister Santos befahl die Bombardierung eines FARC-Lagers jenseits der kolumbianischen Grenze in Ecuador; ein Akt der militärischen Grenzüberschreitung, derzu schweren Konflikten mit Kolumbiens Nachbarn führte und ihm zwar Kritik wegen der Verletzung des internationalen Recht einbrachte, der Regierung Kolumbiens aber eine nationalistische Rhetorik erlaubte, die sich vor allem gegen Venezuelas Präsident Hugo Chávez richtete.
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