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Dieses Thema hat 25 Antworten
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 Lateinamerika und karibische Inseln ( kleine und große Antillen)
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user
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kinderhandel in guatemala
09.09.2007 10:53
In Guatemala blüht der Handel mit Kindern. Menschenjäger vergewaltigen Idígenas, zwingen sie, das Kind zur Adoption freizugeben - und kassieren pro Baby 40.000 Dollar. VON RUTH REICHSTEIN

GUATEMALA-STADT Ein Linienbus für Touristen auf der Strecke zwischen Guatemala-Stadt und Antigua, der ehemaligen Hauptstadt des zentralamerikanischen Landes Guatemala. Der weiße Kleinbus, voll mit Europäern und US-Amerikanern, hält mit quietschenden Reifen auf freier Strecke. Der Fahrer springt aus dem Wagen und läuft auf zwei Frauen zu, die am Straßenrand warten. Die eine von ihnen - dunkelhäutig, schlank und in dunklem Kostüm - packt eine Reisetasche, steigt in den Bus und hilft ihrer Begleiterin auf die Rückbank.
Die andere, US-Amerikanerin, weiß, fettleibig und atemlos. Sie lässt sich neben zwei Kinder auf der Bank in den Sitz fallen und von der offensichtlich einheimischen Frau ein etwa sieben Monate altes Baby reichen. Das Kind schreit und die Amerikanerin dreht genervt den Kopf zur Seite, während sie das Baby auf den Knien wippen lässt. Nur mühsam beruhigt sich das kleine Mädchen mit dem dunklen Teint und den schwarzen Haaren. Es steckt in einer Latzhose aus Jeansstoff und schaut die anderen Fahrgäste mit großen schwarzen Augen an.
"Ist das dein Kind?", fragt ein Mädchen, das neben den beiden auf der Rückbank sitzt, in perfektem Englisch. "Nein", antwortet die US-Amerikanerin, die sich als Katty vorstellt. "Ich habe sie adoptiert. Und sie kommt jetzt mit mir nach Hause in die Vereinigten Staaten." Was "adoptieren" denn bedeuten würde, will das Mädchen wissen. "Sie hat keine Eltern mehr. Ich bin ihre neue Familie. Sie wird es gut haben bei uns", sagt Katty und zieht ein Fotoalbum aus ihrer Reisetasche. Stolz zeigt sie dem Mädchen und ihrer neuen Tochter die Bilder von ihrem Mann, ihren Geschwistern und deren Kindern. Alle würden sie auf den Neuankömmling warten, das Kinderzimmer sei frisch gestrichen. Katty strahlt übers ganze Gesicht und drückt das Baby ein bisschen zu heftig gegen ihre Brust.
Katty ist eine von über 5.000 US-Amerikanern, die jährlich Kinder in Guatemala adoptieren. Die Zahl steigt ständig an. Nach Berechnungen der größten Tageszeitung des Landes Prensa Libre wird alle zweieinhalb Stunden ein Kind zur Adoption freigegeben.
"In Guatemala kann praktisch jeder adoptieren - egal ob verheiratet oder alleinstehend, Mann oder Frau. Auch das Alter spielt keine Rolle. Es gibt keine Beschränkung und kaum staatliche Kontrolle", sagt Rossana de Gonzales von der Mesa de las Adopciones" einem Zusammenschluss von 16 staatlichen und privaten Organisationen, die sich für Kinderrechte in Guatemala einsetzen.
Seit 1997 wurden - nach offiziellen Angaben - über 28.000 guatemaltekische Kinder zur Adoption im Ausland freigegeben. 97 Prozent von ihnen wurden in die USA vermittelt. Guatemala liegt mit China und einigen osteuropäischen Ländern wie Kasachstan an der Spitze der Länder für internationale Adoptionen.
Kattys neue Tochter ist auf der Rückbank des Busses eingenickt. Die einheimische Begleiterin der US-Amerikanerin telefoniert mit dem Handy, blättert in ihren Unterlagen - ganz Geschäftsfrau. Gerade prüft sie, ob das Hotelzimmer in Antigua für Mutter und Tochter tatsächlich reserviert und bezugsfertig ist. Ihrer Sitznachbarin erzählt sie, sie sei von einer Vermittlungsagentur für Adoptionen als Begleiterin für Katty abgestellt worden. "Ich kenne das Land und spreche Spanisch. Wir wollen unseren Kunden schließlich einen unvergesslichen Aufenthalt bieten." Alles ist organisiert, bis ins kleinste Detail geplant.
Katty blättert in einer graumelierten Mappe mit der Aufschrift "Five Stars", ihre Adoptionsagentur. Passend zur neuen Tochter gibt es für die Adoptiveltern ein entsprechendes touristisches Programm. Adoptionen zum Sonderpreis "All inclusive". Vom Wohl des Kindes spricht niemand.
"Der Adoptionsprozess ist einfach, die Reise ins Land ist kurz und relativ billig", preist die US-amerikanische Adoptionsvermittlungsagentur "Carolina Hope" Guatemala auf ihrer Internetseite an. Sie ist eine von rund 160 ausländischen Agenturen, die die Adoptionen organisieren. Sie heißen "Helping Hand, "Childrens Hope" oder "Adopt Abroad". Meistens können die Interessenten im Internet schon mal Fotos ihrer potenziellen Kinder anschauen und ihre Reiseroute buchen. Sie mieten sich in Nobelhotels wie Marriot oder Camino Real ein und lassen sich ihre Kinder wie das Frühstück ins Hotelzimmer liefern. Kinder als Ware.
Hinter der glücksgoldenen Fassade der Agenturen verbirgt sich eine skrupellose Mafia. In Guatemala arbeiten die Agenturen nicht mit staatlichen Stellen, sondern mit privaten Anwälten zusammen, die sich darauf spezialisiert haben, guatemaltekische Kinder an ausländische Interessenten zu vermitteln. "Es ist in diesem Land das Gleiche wie ein Telefon oder ein Auto zu kaufen. Ein stinknormales Geschäft: Ich gehe zu einem Anwalt, sage ihm, ich will ein Kind, und er verkauft es mir", sagt Rossana de Gonzales.
Und die Anwälte verdienen sich daran eine goldene Nase. Rund 200 Millionen US-Dollar im Jahr nehmen sie mit dem Kindergeschäft ein, schätzen Menschenrechtsorganisationen. "Eine Mutter, die ihr Kind hergibt, bekommt dafür vielleicht 60 Dollar, manchmal auch mehr, aber die Amerikaner bezahlen zwischen 25.000 und 40.000 Dollar für ein Adoptivkind. Die Gewinnspanne ist sehr groß", sagt de Gonzales.
Menschen- und Kinderrechte sind zweitrangig. "Oft werden Kinder schon zu dem Zweck gezeugt, sie später zu verkaufen", sagt die Menschenrechtlerin. Guatemala ist das ärmste Land Zentralamerikas. 56 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Nach einer Untersuchung der Vereinten Nationen vom Mai dieses Jahres sind 59 Prozent der Kinder unter fünf Jahren unterernährt. Da sind schon 60 Dollar für ein Kind viel Geld. "Mein Neffe ist Zeitungsverkäufer. Er verdient 800 bis 900 Quetzales im Monat, das ist weniger als 100 Euro. Und wenn dann einer der Mutter für ihr Kind 1.000 oder 2.000 Quetzales anbietet, ist das natürlich verlockend. Es ist Menschenhandel", sagt Alfredo, der seinen Nachnamen aus Sicherheitsgründen lieber nicht nennen möchte. Er arbeitet in der Hauptstadt für die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ).
Der 32-Jährige sitzt am Schreibtisch, die Hände fest ineinander verschränkt, der Blick schweift aus dem Fenster ins Leere. Seine Familie lebt in Cobán, einer Provinzhauptstadt im Norden des Landes, und seine Stimme wird rau, die Wörter kommen stockend, wenn er von ihr erzählt. Die Frau seines Neffen, des Zeitungsverkäufers eben, hatte eine Entführung vorgetäuscht, ihr Baby an die Mafia verkauft. "Am einfachsten ist es, die Mutter zu überreden. Meistens rauben die Leute aber das Kind oder - und das ist die schlimmste Form - die Leute zwingen die indigenen Frauen, sich in der Hauptstadt in bestimmten Restaurants zu prostituieren. Die Frauen werden schwanger und dann versprechen sie ihr, sich um das Kind zu kümmern und ihr mögliche Probleme zu ersparen." Cobán liegt fünf Busstunden von Guatemala-Stadt entfernt, inmitten einer Traumlandschaft von dichten Wäldern und Seen. Die Region lebt vor allem von Tourismus und Kaffeeanbau. Hier leben vor allem Indigene. Viele haben keine offiziellen Identitätspapiere, sind Analphabeten und leben in extremer Armut. Für die Adoptionsmafia ein ideales Terrain.
Das Dorf Chioya besteht aus einigen versprengten Hütten aus Holz und Wellblech, die inmitten von Maisfeldern liegen. Wäsche liegt auf den Palmblättern zum Trocknen in der Mittagssonne.
Adela sitzt mit ihren Geschwistern vor einer Holzhütte auf dem Lehmboden und zerstampft Maiskörner zu einer mehligen Masse, aus der sie später Tortillas macht. An ihrem Bauch lehnt ihre Tochter, Anita. Sie ist sieben Monate alt und folgt jeder Bewegung ihrer Mutter mit den Augen. "Im vergangenen Jahr bin ich vergewaltigt worden von einem Mann aus dem Nachbardorf. Acht Monate später ist er wieder aufgetaucht und hat mich gezwungen, mit ihm in die Hauptstadt zu gehen. Dort habe ich mein Kind zur Welt gebracht, aber sie haben es mir sofort weggenommen", erzählt Adela in dem regionalen Maya-Akzent Qeqchi. Sie habe noch nicht einmal gewusst, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen zur Welt gebracht hatte. Sie wurde gezwungen Blanko-Dokumente zu unterschreiben, aber zu ihrem Glück hatten sich die Entführer ihrer Tochter verzählt. "Es fehlte eine Unterschrift. Deshalb sind sie wieder gekommen. Sie haben mir Geld geboten, viel Geld. Sie haben gesagt, sie wollten meine Tochter in die USA bringen. Aber ich wollte sie zurückhaben", erzählt Adela und ihr schießen Tränen der Wut in die Augen. Mit einer lokalen Menschenrechtsorganisation verhandelte sie mit der Bande, sicherte ihnen zu, keine Anzeige zu erstatten. "Nach sieben Monaten haben sie Anita zurückgebracht. Ohne die fehlende Unterschrift konnten sie nichts mit ihr anfangen."
Adela ist kein Einzelfall. "Die Banden vergewaltigen die Frauen systematisch und nehmen ihnen dann gleich nach der Geburt die Kinder weg", sagt Ana Rutila, die sich in Cobán für die Rechte von indigenen Frauen einsetzt. "Die Frauen können meistens nicht lesen und schreiben und sprechen nur Maya. Sie lassen sich leicht unter Druck setzen und sind außerhalb ihres Dorfes völlig orientierungslos."
Seit Jahresbeginn weiß die UN-Kommissarin für Menschenrechte in Guatemala von über 200 geraubten Kindern. Die Dunkelziffer liegt vermutlich um ein Vielfaches höher. In wie vielen Fällen die Frauen auch vergewaltigt wurden, weiß niemand so genau.
Erst in der vergangenen Woche wurden in Antigua 46 Kinder aus einem Haus befreit, die dort festgehalten wurden und mit gefälschten Papieren auf ihre Adoption warteten. Ob die Besitzer des illegalen Waisenhauses allerdings mit einer Strafe rechnen müssen, ist mehr als fraglich. Es gibt in Guatemala kein Gesetz, das eine strafrechtliche Verfolgung bei Kindesraub vorsieht.
In der Hauptstadt, die für Adela und hunderte anderer Frauen grausame Erinnerungen birgt, finden die Adoptiveltern aus den USA unterdessen ihr Glück. Das Camino Real liegt im Herzen von Guatemala-Stadt. Ein Portier, gekleidet in rotem Frack mit Goldknöpfen, öffnet die Tür. Die weitläufige Lobby ist mit Marmor ausgekleidet. Armut und Gewalt bleiben draußen. Leise rieselt die Aufnahme eines Klavierkonzerts von Mozart aus versteckten Lautsprechern. Mehrere Pärchen schlendern durch die Halle. Ihre dunkelhäutigen Babys, die sie auf dem Arm tragen oder in Kinderwagen schieben, sind eindeutig nicht ihre leiblichen Kinder. Der Aufzug in die oberen Stockwerke ist nur Gästen zugänglich. "Es gibt hier eine besondere Etage nur für Adoptiveltern, die ihre Kinder besuchen oder abholen. Die Zimmer sind extra babyfreundlich ausgestattet und die Eltern bekommen einen billigeren Spezialtarif", berichtet ein Hotelangestellter hinter vorgehaltener Hand.
Links ab von der Lobby, in einem Gang, reihen sich Frisör, Post und einige Souvenirläden aneinander. Neben guatemaltekischem Kaffee und bunten Halstüchern gibt es hier auch Windeln, Babyfläschchen und Plastikspielzeug zu kaufen. Eine offensichtlich US-amerikanische Mutter verhandelt gerade mit dem Verkäufer über den Preis von mehreren Gläschen Babynahrung. Einige Schritte weiter eine Tür ohne Aufschrift. Hier haben die Adoptionsvermittler ihr Büro. Die Tür bleibt auch nach mehrmaligem Klopfen verschlossen. Einlass nur nach Terminabsprache. Nachfragen ist unerwünscht. Auch nicht am Swimmingpool im Garten hinter dem Hotel.
Die US-Amerikaner, die sich hier in den späten Nachmittagsstunden mit ihren guatemaltekischen Kindern tummeln, lehnen Interviews kategorisch ab. Gesprächig werden sie nur anscheinend neutralen Gästen gegenüber, die sich für ihren süßen Nachwuchs interessieren. "Ich habe ein gutes Gefühl. Die leibliche Mutter war mit der Adoption einverstanden", sagt eine Frau, die es sich auf einem Liegestuhl am Poolrand bequem gemacht hat. "Ich habe das entsprechende Dokument gesehen. Alles ist korrekt gelaufen." Ihre achteinhalb Monate alte Adoptivtochter sitzt auf ihrem Bauch und spielt mit einer Rassel aus rotem Kunststoff. Die Frau in den Vierzigern hat sie Maya-Angelika getauft. "Ich bin geschieden. Mein Mann wollte keine Kinder. Adoption war für mich die einzige Alternative. Ich habe es in China versucht, aber dort akzeptieren sie keine Alleinstehenden mehr", erzählt die US-Amerikanerin. Immer wieder knuddelt sie ihre neue Tochter und wiederholt ununterbrochen: "Wie süß, wie süß du bist - mein ganzes Glück."
Von skrupellosen Anwälten, Kindesraub und Vergewaltigung will sie nichts wissen. Schließlich biete sie Maya-Angelika in Texas ein viel besseres Leben, als sie es in Guatemala hätte führen können. Und es habe doch einen DNA-Test gegeben, um sicherzustellen, dass die leibliche Mutter und das Kind tatsächlich zusammengehören, Maya-Angelika nicht geraubt worden ist. "Solche Test können in jeder Privatklinik gegen das entsprechende Geld gefälscht werden", sagt Rossana de Gonzales. "Das Land ist korrupt. Solche scheinbaren Beweise zählen nichts."
Ab 2008 soll sich das ändern. Das guatemaltekische Parlament hat kurz vor der Sommerpause die Konvention von Den Haag ratifiziert. Die UN-Charta regelt internationale Adoptionen und verlangt unter anderem eine staatliche Kontrolle des Prozesses. So soll das Geschäftemachen der Anwälte unterbunden werden. Außerdem sollen zum Beispiel die Einverständniserklärung der Mutter und andere Dokumente Pflicht und die Auswahlkriterien der Adoptiveltern verschärft werden.
Noch ist aber völlig unklar, wie diese Verpflichtungen in Guatemala in Gesetze umgesetzt werden sollen. Bereits zweimal lehnten die Abgeordneten in den vergangenen Jahren entsprechende Vorschläge der Mesa de las Adopciones ab. "Ich kann mir kaum vorstellen, dass es diesmal durchkommt", sagt Rossana de Gonzales. "Ich denke, dass die Abgeordneten unter Druck stehen oder, dass sie das Problem einfach nicht interessiert."
Menschenrechtler befürchten außerdem, dass auch solche Kontrollen kaum etwas verändern würden. "Das Problem ist, dass der Prozess am Ende völlig legal erscheint. Zum Beispiel lassen die Leute Mütter Dokumente unterschreiben, ohne dass die wissen, was sie da eigentlich unterschreiben. Sie glauben, es sei eine Quittung, aber dann wird die Unterschrift für die Dokumente benutzt, die man für den legalen Adoptionsprozess braucht", erläutert Alfredo von der GTZ.
Bis Ende des Jahres wird die Anzahl der Adoptionen vermutlich sprunghaft in die Höhe gehen. "Die Agenturen wollen möglichst viele Kinder vermitteln, bevor die Konvention in Kraft tritt und der Adoptionsprozess komplizierter werden könnte."
Die Adoptivmutter von Maya-Angelika musste keine Prüfungen durchlaufen - nur bezahlen. Wie viel ihre Tochter gekostet hat, will sie nicht sagen. Es sei nicht billig gewesen, sagte die Frau aus Texas. "Aber wenn ich ein Auto kaufe, denke ich auch nicht über den Preis nach. Und jetzt habe ich immerhin mein eigenes Kind."

http://www.taz.de/index.php?id=amerika&a...Hash=c73da179b1

http://www.taz.de/index.php?id=amerika&a...Hash=bb2c9c02b5

seizi
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#2 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 12:18

In Antwort auf:
97 Prozent von ihnen wurden in die USA vermittelt.


Das passt. Typisch Amis.

Fette Weiber, die keinen mehr abkriegen, kaufen sich ein Kind.

chico tonto
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#3 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 13:07
In Antwort auf:
Das passt. Typisch Amis.

Fette Weiber, die keinen mehr abkriegen, kaufen sich ein Kind.



???? Was ist daran typisch Amis..... typisch Amis wäre es, wenn die Mehrheit der "Amis" Kinder kaufen würden. Und Deine andere Schlußfolgerung ist (ginge es nicht um ein ernstes Thema) zum Madonna hat doch auch Kinder adoptiert... also, die ist doch weder fett und die wird schon noch den ein oder anderen abkriegen

Ich gehöre ja bestimmt nicht zu den Anhängern der US-Politik!! hier im Forum.....

aber man kann auch alles übertreiben
seizi
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#4 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 13:32

Typisch Ami ist, dass man (frau) locker hingeht und statt einen Hamburger,
Rasenmäher oder Gebrauchtwagen eben einfach ein Kind kauft.

Herstellungsland und -art steht nicht auf der Verpackung, also warum sich
Gedanken machen. Denken ist eh keine Stärke der Amis, lieber noch ein bis zwei Hamburger
zusätzlich fressen.

Wenn dann später was mit dem Kind nicht in Ordnung sein sollte, werden sie sich wohl
auch noch auf den Käufer- oder Verbraucherschutz berufen.

Schliesslich hat ja in diesem Scheissland jeder seinen Anwalt und der will ja
auch beschäftigt sein.

hermanolito
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#5 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 13:48

In Antwort auf:
Wenn dann später was mit dem Kind nicht in Ordnung sein sollte, werden sie sich wohl
auch noch auf den Käufer- oder Verbraucherschutz berufen.

...gibt bestimmt vom Dealer noch Garantie und Umtauschsrecht...

Time is money.

saludos
hermanolito


Todo hermano se interesa por una hermana, sobre todo si esa hermana es de otro.

Rafael_70
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#6 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 20:36

Zitat von chico tonto
In Antwort auf:
Das passt. Typisch Amis.
Fette Weiber, die keinen mehr abkriegen, kaufen sich ein Kind.


???? Was ist daran typisch Amis..... typisch Amis wäre es, wenn die Mehrheit der "Amis" Kinder kaufen würden. Und Deine andere Schlußfolgerung ist (ginge es nicht um ein ernstes Thema) zum Madonna hat doch auch Kinder adoptiert... also, die ist doch weder fett und die wird schon noch den ein oder anderen abkriegen
Ich gehöre ja bestimmt nicht zu den Anhängern der US-Politik!! hier im Forum.....
aber man kann auch alles übertreiben


Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich noch einmal eine an chico/-a tonto/-a verteilen würde.

Ich nehme an, du denkst selber daran, ein Kind zu adoptieren und kannst dein Selbstbild nicht ganz mit der Pauschalcharakterisierung von suizo in Einklang bringen.

Tja, Diskriminierung tut nur dann weh, wenn man selbst betroffen ist.

Trotzdem alle Achtung.

PS

es ist irgendwo klar, dass Adoption vor allem Kinder aus "armen" Ländern und Pflegeeltern aus "reichen" Ländern betrifft, so bitter das auch ist ....

user
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#7 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 21:14
In Antwort auf:
es ist irgendwo klar, dass Adoption vor allem Kinder aus "armen" Ländern und Pflegeeltern aus "reichen" Ländern betrifft, so bitter das auch ist ....




mir ist das nicht klar, erklär mal, warum die eltern aus armen länder ihre kinder denen aus den reichen länder geben sollen? wenn es nicht gewollt wäre, könnte man es ja ändern; zum beispiel auch dass es überhaupt arme menschen gibt.
Rafael_70
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#8 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 21:19

In Antwort auf:
Statistische Daten zur Adoption in Deutschland

In Deutschland wurden im Jahr 2005 insgesamt 4.762 Kinder und Jugendliche adoptiert. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 6%. Damit setzte sich die rückläufige Entwicklung der vergangenen Jahre fort: Seit 1994 hat sich die Zahl der Adoptionen um 40% verringert (1993: 8.687 Adoptionen - 1996: 7.420 Adoptionen - 1999: 6.399 Adoptionen - 2002: 5.668 Adoptionen - 2004: 5.064 Adoptionen)

Rund 61% der im Jahr 2005 adoptierten Minderjährigen wurden von einem Stiefelternteil oder von Verwandten als Kind angenommen. 40% der Adoptierten waren unter sechs Jahre alt, 30 % waren zwischen sechs und elf Jahren und 30 % zwölf Jahre oder älter.

1.632 der adoptierten Kinder und Jugendlichen (32%) besaßen 2004 nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. 861 der adoptierten ausländischen Minderjährigen kamen aus dem europäischen Ausland (darunter 255 aus der Russischen Föderation und 70 aus Rumänien), 453 aus Asien, 169 aus Nord- und Südamerika sowie 132 aus Afrika. 631 der adoptierten Kinder und Jugendlichen mit ausländischer Staatsangehörigkeit waren aus Anlass der Adoption nach Deutschland gekommen.

Ende 2004 waren 895 Kinder und Jugendliche für eine Adoption vorgemerkt; 10,5% mehr als im Jahr 2003. Dagegen lagen den Adoptionsvermittlungsstellen insgesamt 10.045 Adoptionsbewerbungen vor (4% weniger als 2003). Rein rechnerisch standen damit einem zur Adoption vorgemerkten Minderjährigen 11 mögliche Adoptiveltern gegenüber.

[...]

In der Regel ist jedoch eine Auslandsadoption der einzige Weg für Paare, die auf biologischem Weg keine Kinder bekommen können, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Ein Verfahren dauert von der Kontaktaufnahme bei einer Auslandsvermittlungsstelle bis zum gerichtlichen Abschluss 2-5 Jahre und ist nicht nur wegen der Dauer eine besondere Belastung.


Rafael_70
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#9 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 21:54
Zitat von Mogli100
mir ist das nicht klar, erklär mal, warum die eltern aus armen länder ihre kinder denen aus den reichen länder geben sollen? wenn es nicht gewollt wäre, könnte man es ja ändern; zum beispiel auch dass es überhaupt arme menschen gibt.
^

Ja klar, am besten führen wir überall den Sozialismus ein, das wolltest du doch sagen, nicht wahr?

Mogli, weil du so "schlau" bist, wirst du uns auch verraten, warum Kuba die niedrigste Geburtenrate in Süd-, Mittel- und Nordamerika hat (inklusive USA und Kanada)!

hermanolito
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#10 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 21:58
In Antwort auf:
Sozialsimus

...Hut ab!!!

saludos
hermanolito


Todo hermano se interesa por una hermana, sobre todo si esa hermana es de otro.

Rafael_70
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#11 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 22:00
Zitat von hermanolito
In Antwort auf:
Sozialsimus

...Hut ab!!!


Dankeschön, es geht doch nichts über einen guten Lektor!

ElHombreBlanco
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#12 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 22:01

Zitat von hermanolito
Zitat von Rafael_70
Sozialsimus

...Hut ab!!!

Siehe auch: Tipps für Leute, die Intelligenz mit einem L schreiben

--
La vida debería ser amarilla... amar y ya.

San_German
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#13 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 22:02

rafael wo hast du den quatsch mit der geburtenrate schon wieder her?

das mit dem Kinderhandel gehört doch zum Kapitalismus - es gibt einen Markt und der wird befriedigt!

_________
"Ehrenmänner lesen nicht die Post anderer Leute" - Henry L. Stimson US-Außenminister 1929

Rafael_70
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#14 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 22:05

Super, San German, dann gibt es im Nicht-Kapitalismus also keine Adoptionen!

Tolle Beobachtung, gratuliere!

dirk_71
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#15 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 22:07
In Antwort auf:
wo hast du den quatsch mit der geburtenrate schon wieder her?


So ein Quatsch ist das nicht...

DER DEMOGRAPHISCHE ÜBERGANG IN DEN LÄNDERN LATEINAMERIKAS

Lateinamerika ist jedoch demographisch kein Monolith. Die verschiedenen Staaten haben eine unter-schiedliche wirtschaftliche und soziale Entwicklung erlebt und befinden sich daher auch in verschiedenen Stadien der demographischen Transformation1. Beinahe vollendet haben Kuba, Argentinien, Uruguay und Chile die demographische Transformation.
Diese Länder haben niedrige Geburten- und Sterberaten und nur noch ein geringes Bevölkerungswachs-tum zwischen 0,6 Prozent (Kuba) und 1,4 Prozent (Chile) jährlich.
Die Lebenserwartung liegt zwischen 74 und 76 Jahren und damit auf dem Niveau entwickelter Länder. Argentinien und Uruguay hatten bereits in den 50er Jahren niedrige Fertilitätsraten (3,2 bzw. 2,7 Kinder je Frau), die sich bis heute (2,6 bzw. 2,2 Kin-der) nur noch wenig verändert haben.
In Kuba und Chile hingegen, deren Fertilitätsraten 1950 wenig un-ter dem lateinamerikanischen Durchschnitt lagen (ca. 6), bekommen Frauen heute nur noch sehr wenige Kinder.
In Kuba liegt die Gesamtfertilitätsrate mit 1,5 Kindern sogar deutlich unter dem Niveau der Ver-einigten Staaten.
http://www.berlin-institut.org/pages/bue...oehnert_LA.html

Nos vemos


Dirk

chavalito
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#16 RE: kinderhandel in guatemala
09.09.2007 23:24

Zitat von seizi
Denken ist eh keine Stärke der Amis, lieber noch ein bis zwei Hamburger
zusätzlich fressen.

Zum Glück werden hier im Forum keine dumpfen Klischees verbreitet.

_______

„Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“
Winston Churchill

¡Visca Barça! [img]http://www.soccer24-7.com/forum/images/smilies/BarcaBarca.gif[/img]
_______

don olafio
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#17 RE: kinderhandel in guatemala
10.09.2007 06:39

Zitat von San_German

das mit dem Kinderhandel gehört doch zum Kapitalismus - es gibt einen Markt und der wird befriedigt!
Zitat von Rafael_70
Super, San German, dann gibt es im Nicht-Kapitalismus also keine Adoptionen!
Tolle Beobachtung, gratuliere!


Die Ungeheuerlichkeit, den gewinnorientierten Handel mit Kindern (die, wie in dem threaderöffnenden Artikel dargelegt, in diesem Falle auch noch zu eben diesem Zweck unter grausamsten Umständen "produziert" werden, um danach wie ein Stück Fleisch verhökert zu werden) mit einer normalen Adoption gleichzusetzen - dazu ist wohl wirklich nur ein einziger User dieses Forums in der Lage.


Don Olafio

don olafio
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#18 RE: kinderhandel in guatemala
10.09.2007 07:20
Zitat von Rafael_70
Zitat von Mogli100
mir ist das nicht klar, erklär mal, warum die eltern aus armen länder ihre kinder denen aus den reichen länder geben sollen? wenn es nicht gewollt wäre, könnte man es ja ändern; zum beispiel auch dass es überhaupt arme menschen gibt.

Ja klar, am besten führen wir überall den Sozialismus ein, das wolltest du doch sagen, nicht wahr?
Mogli, weil du so "schlau" bist, wirst du uns auch verraten, warum Kuba die niedrigste Geburtenrate in Süd-, Mittel- und Nordamerika hat (inklusive USA und Kanada)!



Es besteht offenbar ein Zusammenhang zwischen dem ökonomisch-sozialen Standard einer Gesellschaft und der Höhe der Geburtenrate.
In Gesellschaften, die über ein allgemein hohes Bildungsniveau (bei Männern und Frauen), eine grundlegende soziale Absicherung, eine umfassende medizinische Versorgung verfügen sowie die eigenständige Geburtenplanung durch die Frauen selbst zum Grundatz haben, liegt die Geburtenrate weit niedriger, als in Ländern, die über all das in nur geringerem Maße oder gar nicht verfügen.

Weiterführendes u.a. hier:

http://www.berlin-institut.org/pages/fs/...klung_einf.html

Don Olafio
Rafael_70
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#19 RE: kinderhandel in guatemala
10.09.2007 08:08
Zitat von don olafio
Zitat von Rafael_70
Zitat von Mogli100
mir ist das nicht klar, erklär mal, warum die eltern aus armen länder ihre kinder denen aus den reichen länder geben sollen? wenn es nicht gewollt wäre, könnte man es ja ändern; zum beispiel auch dass es überhaupt arme menschen gibt.

Ja klar, am besten führen wir überall den Sozialismus ein, das wolltest du doch sagen, nicht wahr?
Mogli, weil du so "schlau" bist, wirst du uns auch verraten, warum Kuba die niedrigste Geburtenrate in Süd-, Mittel- und Nordamerika hat (inklusive USA und Kanada)!


Es besteht offenbar ein Zusammenhang zwischen dem ökonomisch-sozialen Standard einer Gesellschaft und der Höhe der Geburtenrate.
In Gesellschaften, die über ein allgemein hohes Bildungsniveau (bei Männern und Frauen) eine grundlegende soziale Absicherung, eine umfassende medizinische Versorgung verfügen sowie die eigenständige Geburtenplanung durch die Frauen selbst zum Grundatz haben, liegt die Geburtenrate weit niedriger, als in Ländern, die über all das in nur geringerem Maße oder gar nicht verfügen.
Weiterführendes u.a. hier:
http://www.berlin-institut.org/pages/fs/...klung_einf.html
Don Olafio


D.O. die Theorie der so genannten "demographischen Transformation" ist Ausbildungsgegenstand für das 10. Schuljahr in deutschen Schulen. Da muss man sich nicht die Nächte um die Ohren zu schlagen, um zu dieser wegweisenden Erkenntnis zu kommen.

Da du ein scharfer "Analytiker" bist, weisst du sicher auch, warum die Geburtenraten in den neuen Bundesländern nach der Wende so drastisch gefallen sind.

Höheres Bildungsniveau? Bessere soziale Ansicherung? Umfassendere medizinische Versorgung? Eigenständigere Geburtenplanung?

Eine letzte Frage: Warum entscheiden sich in Kuba so viele Frauen gegen Kinder und treiben ab? Und die allerletzte Frage: Warum gehen so viele junge Leute, oft "gut" ausgebildet und unternehmenslustig, aus Kuba ins Ausland anstatt in Kuba eine Familie zu gründen? Und warum will der kubanische Staat dies unterbinden?

ElHombreBlanco
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#20 RE: kinderhandel in guatemala
10.09.2007 08:57
Zitat von don olafio
sowie die eigenständige Geburtenplanung durch die Frauen selbst

In Kuba geschieht dies hauptsächlich durch Abtreibungen, die AFAIK bis zum 6. Schwangerschaftsmonat legal möglich sind.

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La vida debería ser amarilla... amar y ya.

don olafio
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#21 RE: kinderhandel in guatemala
10.09.2007 10:15

Zitat von Rafael_70
(...) weisst du sicher auch, warum die Geburtenraten in den neuen Bundesländern nach der Wende so drastisch gefallen sind.
Höheres Bildungsniveau? Bessere soziale Ansicherung? Umfassendere medizinische Versorgung? Eigenständigere Geburtenplanung?
Das Bildungsniveau ist in den "Neuen Bundesländern" nicht per 3.Oktober 1990 plötzlich auf einen mittelafrikanischen bzw.mittelamerikanischen Stand gesunken. Es befand sich am 4. Oktober jenes Jahres auf dem selben Stand wie zwei Tage zuvor, als die DDR noch formal existierte.

Darüber hinaus war die praktische Gleichberechtigung ostdeutscher Frauen in den entscheidenden Kriterien wie z.B wirtschaftliche Unabhängigkeit (in der DDR waren 96 Prozent aller Frauen berufstätig und damit wirtschaftlich unabhängig - in der "alten" Bundesrepublik betraf das nur um die 60 Prozent aller Frauen) bedeutend weiter fortgeschritten als in den "alten" Ländern. Dies hatte logischerweise auch ein selbstbestimmteres Handeln zur Folge.

Das schloss ein, in den folgenden wirtschaftlich schwierigeren Zeiten keine oder weniger Kinder zu bekommen - zumal auch das zuvor vorhandene staatliche Betreuungs- und Unterstützungsnetz reduziert wurde, was eine weitere diesbezügliche Unsicherheit hervorrief.

"Wirtschaftlich unsichere Zeiten" bedeutet aber nicht - und hier liegt unredliche Falle in deiner Fragestellung - dass damit Zustände wie in Mittel- und Südamerika (oder aber auch in den USA, wo 50 Millionen Menschen ohne jegliche Krankenversicherung leben) über die ostdeutsche Gesellschaft hereinbrachen. Das soziale und wirtschaftliche Niveau ist im weltweilten Vergleich nach wie vor hoch. Auch die Bildungs- und Aufklärungsstandards liegen momentan noch weit über dem vieler Entwicklungsländer... - und bisher ist auch noch eine Krankenversicherung für fast alle möglich.

Änderungen in die eine oder andere Richtung sind logischerweise auch erst dann zu erwarten, wenn 1. sich die genannten Rahmenbedingungen drastisch verändern - und 2. dann wenigsten ein bis zwei Generationen vergangen sind und die veränderte Situationn stabil bleibt. Denn Bildungsstand und ein auf Selbstbestimmung geprägtes Handlungsmuster lassen sich nicht bei der vorhandenen, sondern in der Mehrheit erst in den nächsten Generationen verändern.

Auch auf Kuba gab es ein Bevölkerungswachstum, das nicht sofort mit dem Heben der Bildungs-, Gleichberechtigungs- und Sozialstandards zum erliegen kam. Auch hier waren mindestens eineinhalb Generationen vonnöten, um eine Stagnation des Bevölkerungswachstums feststellen zu können.
Zitat von Rafael_70
Und die allerletzte Frage: Warum gehen so viele junge Leute, oft "gut" ausgebildet und unternehmenslustig, aus Kuba ins Ausland anstatt in Kuba eine Familie zu gründen?

Der Drang dorthin gehen zu wollen, wo es einem vermeintlich oder tatsächlich wirtschaftlich besser gehen könnte, ist universal, weltumspannend und an keinen Ausbildungsstandard gebunden (Warum ziehen Ecuadorianer oder Mexikaner nach Norden, warum Ostdeutsche nach Australien, warum Westdeutsche nach Neuseeland...?)

Eine andere Frage aber scheint mir zu sein, ob die Vorstellungen jener Kubaner - die oft von außen befördert werden - tatsächlich den Realitäten entsprechen. Offenbar nicht immer... .
Dies mag mit dem Bild zu tun haben, das - möglicherweise auch aus politischen Gründen - auch von außen her erzeugt wird.
Es erinnert mich ein wenig an die DDR: Wie es drinnen aussah, wusste - Einheitsmedien hin oder her - jeder und wollte Veränderung. Wie die Realitäten in der Bundesrepublik in ihrer Gesamtheit waren, wussten die wenigsten. Sie kannten nur einen ausgesuchten Teil - nämlich jenen, der von den westdeutschen Medien nach Ostdeutschland transportiert wurde.

Hinterher war - wie wir heute wissen - nach der Erfahrung der tatsächlichen Gegebenheiten der Katzenjammer groß. Und so verwundert es auch nicht, dass nach aktuellen Umfragen noch immer fast zwei Drittel der Menschen in den neuen Bundesländern "eher positive" und nur 17 Prozent "eher negative" Erinnerungen an die DDR haben

(http://www.tagesspiegel.de/politik/Deuts...;art122,2375905)

Dass dies nichts mit "ostalgischer Verklärung" zu tun hat, kann man daran erkennen, dass in der selben Umfrage 71 Prozent der Ostdeutschen angaben, dass sie Verhältnisse wie in der DDR "auf keinen Fall" zurückhaben wollen.

Zitat von Rafael_70
Eine letzte Frage: Warum entscheiden sich in Kuba so viele Frauen gegen Kinder und treiben ab?
Dies wurde eigentlich schon beantwortet. Hohes Bildungsniveau und ein gewisser Standard an sozialer Sicherheit, verbunden mit einem hohen Grad an Gleichberechtigung (inklusive der Möglichkeit des freien und kostenlosen Zugangs zum Schwangerschaftsabbruch) und der daraus resultierenden Selbstbestimmtheit betreffs der Geburtenplanung.
Auch mag die schwierige ökonomische Situation eine Rolle spielen - aber auf Grund der bereits genannten (und in vielen anderen, ärmeren Ländern nicht vorhandenen) Komponenten entscheiden sich nicht wenige Frauen im Zweifelsfall gegen ein Kind - und können dies auch selbst frei entscheiden.
Zitat von Rafael_70
Und warum will der kubanische Staat dies unterbinden?

Kuba ist bekanntlich ein wirtschaftlich schwaches Land und steckt dennoch einen erheblichen Teil seines Staatshaushaltes in die Bildung. Würden diese Leute nach ihrer Ausbildung in großer Zahl abwandern, bedeutete dies sicher zugleich, dass der arme kubanische Staat (und damit auch dessen Bevölkerung) die Erhöhung der Leistungskraft der reichen "Empfängerländer" fördern - und die eigene Leistungskraft schwächen würden.
Doch es sind ja nicht nur die Kosten der Ausbildung. Würde es einen Exodus bei Ärzten geben, könnte das heute immer noch vorhandene flächendeckende kostenfreie Gesundheitsystem für alle kaum noch aufrecht erhalten werden. Dies wiederum würde eine bedeutende Verschlechterung der Lebenslage der gesamten Bevölkerung zur Folge haben. Dies werden wohl die vorrangigen Gründe sein, warum der kubanische Staat eine Abwanderung in größerer Zahl verhindern will.
Denn im Gegensatz zu reichen Staaten macht sich eine solche Abwanderung in den armen Ländern geradezu verheerend bemerkbar.

Die Abwägung zwischen indivudueller Freiheit und gesamtgesellschaftlicher Wohlfahrt ist übrigens ein Thema, über dass man jahrelang diskutieren kann...

Don Olafio

chico tonto
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#22 RE: kinderhandel in guatemala
10.09.2007 10:43

In Antwort auf:
Ich nehme an, du denkst selber daran, ein Kind zu adoptieren und kannst dein Selbstbild nicht ganz mit der Pauschalcharakterisierung von suizo in Einklang bringen.



Rafael, wie immer... Du liegst falsch......

Wobei jetzt wieder ganz viel vermischt wird...... (darauf weiss ja auch Don hin)

Ich glaube nicht (ohne, dass ich dazu Zahlen habe) dass es typisch für Amerikaner ist, Kinder zu kaufen......
Nicht mehr und nicht weniger.......

seizi
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#23 RE: kinderhandel in guatemala
10.09.2007 13:19

Zitat von ElHombreBlanco
Zitat von don olafio
sowie die eigenständige Geburtenplanung durch die Frauen selbst

In Kuba geschieht dies hauptsächlich durch Abtreibungen, die AFAIK bis zum 6. Schwangerschaftsmonat legal möglich sind.


AFAIK = as far as I know.

Dein Wissen in Ehren, EHB, aber sind es nicht eher 6 WOCHEN während denen
in Kuba ein Schwangerschaftsabbruch gratis und legal ist?



ElHombreBlanco
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#24 RE: kinderhandel in guatemala
10.09.2007 13:28
Da hab ich dann doch gleich nochmal recherchiert. Ergebnis:
In Antwort auf:
La interrupción voluntaria del embarazo por libre decisión de la mujer se realiza hasta las ocho semanas de gestación (diez semanas de falta de menstruación contada a partir del primer día de la última regla) y para el caso de la regulación menstrual es hasta 45 días de falta de menstruación (amenorrea).

http://consultas.cuba.cu/consultas.php?ini=a&ord=1

Es ist also bis zur 8. Schwangerschaftswoche legal.

Sorry für die Falschinformation.

--
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hermanolito
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#25 RE: kinderhandel in guatemala
10.09.2007 13:30

In Antwort auf:
sind es nicht eher 6 WOCHEN während denen
in Kuba ein Schwangerschaftsabbruch gratis und legal ist?



ABORTO

http://www.granma.cubaweb.cu/salud/consultas/a/index.html

saludos
hermanolito


Todo hermano se interesa por una hermana, sobre todo si esa hermana es de otro.

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