USA und Prostitution auf Kuba: Was ist an den Vorwürfen dran?

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04.08.2004 07:12 (zuletzt bearbeitet: 04.08.2004 07:13)
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#51 RE:USA und Prostitution auf Kuba: Was ist an den Vorwürfen dran?
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( Gast )

Chris
Ich habe doch die Frau mit drei Kindern erwähnt, die mit ihrer Schwester und Mutter wohnt und sie müssen am Anfang des Monats Plan machen, was sie kaufen können und wenn sie mir sagt, dass ab und zu für einen Ananas im Monat bleibt, dann denke ich, dass sie nicht nur einseitig, besonders wichtig für die heranwachsende Kinder, ernährt werden, sondern auch mehr essen würden, wenn sie mehr Geld hätten.
Dass in Kuba eine aussergewöhnliche Solidarität herrscht ist mir bekannt. Nur so ist möglich, dass Vieles gegen die Gesetze gemacht wird.
Dass aber dieser Familie irgend Jemand hilft, das glaube ich nicht. Sie muüssem mit dem auskommen, was sie verdienen und auf libreta bekommen.

Ich habe von Hungern und nicht vom Verhungern gesprochen.

Nochmal! Mir ist es ein Rätsel wie ein alter Mann, der 60 oder 80 Pesos und libreta und keine Frau hat, lebt. Ob solche Leute, die ich ab und zu sehe, wie sie in den Abfallkontaienern wühlen, Nahrung oder was Anderes suchen, weiss ich nicht.

Und zu Propaganda:
Es ist nicht nur so dass die, die politisch dagegen sind, das Negative betonen oder sogar lügen.

Es ist aber auch wahr, dass wir, die Kuba mögen, die negativen Erkenntnisse nicht preisgeben, teilweise, weil man so was nicht tut aber auch wegen der Selbstzensur, sei es auch aus Angst, dass das was wir schreiben, dort gelesen wird und dass man dann im Falle des Falles deswegen Schwierigkeiten bekommen könnte.

Und genau das ist nicht korrekt.
Wenn man sieht, was nicht OK ist, dann soll man das schon beschreiben.
Dass ich dass nicht tue liegt es daran, dass ich schon meine Meinung und Vorschläge an die Stellen in Kuba geschrieben habe, wo man wirklich was ändern kann und müsste.
Dass man generell von solchen Schreiben keine Antwort bekommt, kenne ich aus Deutschland.

Gruss
José


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04.08.2004 08:36 (zuletzt bearbeitet: 04.08.2004 08:45)
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#52 RE:USA und Prostitution auf Kuba: Was ist an den Vorwürfen dran?
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Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
Nochmal! Mir ist es ein Rätsel wie ein alter Mann, der 60 oder 80 Pesos und libreta und keine Frau hat, lebt.
Joe, zufällig kenne ich so einen Mann. Ehemaliger Angolakämpfer, heute pensioniert, ca. 80 Pesos pro Monat Rente. Er arbeitet zusätzlich halbtags als Gärtner in einer Schule, beackert einen Gemüsegarten wo er alles mögliche anbaut, mit einem Kumpel zusammen züchtet er Schweine im Hinterhof seines Hauses. Ob er sonst noch Einnahmequellen hat, weiß ich nicht. Vermutlich steckt ihm seine Familie ab und zu etwas zu (er hat 3 Söhne und zwei Töchter aus zwei Ehen) und ich schenke ihm manchmal ein Päckchen Zigaretten, er mir von seiner caña oder eine niame. Bisweilen hat er ein paar Pesos übrig, die verspielt er dann in der Lotterie. Tja und er lebt ohne zu hungern und ohne Dollarzuwendungen.
In Antwort auf:
Ob solche Leute, die ich ab und zu sehe, wie sie in den Abfallcontainern wühlen, Nahrung oder was Anderes suchen, weiß ich nicht.
Ich denke du sprichst davon, dass man z.B. in Parks der Städte manchmal Menschen sieht, die Müllbehälter nach leeren Plastikflaschen und Bierdosen (Abfall der Touris) durchsuchen. Wie du sicherlich weißt, haben diese Dinge in Kuba durchaus einen Wert. Eine große Plastikflasche kann man glaube ich für 1 Peso verkaufen, bei Bierdosen geht es nach Gewicht.

Es gibt auch sicherlich einzelne Beispiele, wo Menschen nahe am Existenzminimum leben, aber sie stellen nicht die Normalität in Kuba dar. Das hat nichts mit politisch dafür oder dagegen zu tun und es gäbe schon einiges, was man negatives über Kuba berichten könnte, aber das die Menschon dort hungern/verhungern entspricht einfach nicht meinen Beobachtungen.

Moskito


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04.08.2004 09:23
#53 RE:USA und Prostitution auf Kuba: Was ist an den Vorwürfen dran?
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Forums-Senator/in

In Antwort auf:
fast die ganze Familie meiner Novia hat keinen Zugang zu USD, das sind Tanten auf dem Land, Brüder, Schwestern, Onkels in Guantanamo, Santiago und Havana.

Doch, sie haben dich und die Moskita.

Du erwähnst ja selbst, dass du der Schwiegermutter verboten hast, Medikamente zu verteilen. Das tut sie natürlich doch wenn du nicht mehr da bist. Ausserdem werden Sachen die du und deine Freundin mitgebracht hast oder mit eurem Geld gekauft wurden an nahen Verwandten verschenkt. Die Solidarität innerhalb den cubanischen Familien ist tatsächlich gross und überlebensnotwendig.

Wenn Not am Mann ist, wird manchmal auch was von dem "Überflüssigem" verkauft, sei es ein Kleidungsstück, den Ventilator oder auch das tiefgekühlte Poulet, das noch von deinem Besuch übrig war. Alles mit deinem Geld gekauft.


Elisabeth


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04.08.2004 10:24 (zuletzt bearbeitet: 04.08.2004 10:26)
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#54 RE:USA und Prostitution auf Kuba: Was ist an den Vorwürfen dran?
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Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
Doch, sie haben dich und die Moskita.
Elisabeth, diese große Familie lebte und überlebte schon viele Jahre bevor ich in ihr Leben trat. Sie haben z.B. den Periodo Especial überlebt, und diese Zeit war wesentlich härter als heute.
In Antwort auf:
Ausserdem werden Sachen die du und deine Freundin mitgebracht hast oder mit eurem Geld gekauft wurden an nahen Verwandten verschenkt
Weißt du Elisabeth, von uns gibt es keine großartigen Geschenke wo es lohnen würde diese weiterzuverkaufen. Natürlich packt meine Freundin wenn wir nach Kuba fahren für jeden im engeren Familienkreis etwas ein, z.B ein Handtuch für die Tia im Campo, ein Schoppenfläschchen für deren Nieta, eine Blusita für die Schwester, Kinderkleider für die Sobrinos usw. Ob sie dies nun verkaufen oder selbst benutzen bleibt ihnen überlassen.
In Antwort auf:
Wenn Not am Mann ist, wird manchmal auch was von dem "Überflüssigem" verkauft, sei es ein Kleidungsstück, den Ventilator oder auch das tiefgekühlte Poulet, das noch von deinem Besuch übrig war.
Nun bis jetzt war noch keine "Not am Mann" und Überflüssiges ist bestimmt nicht unter den Mitbringseln, auch keine tiefgekühlten Poulets.
In Antwort auf:
Alles mit deinem Geld gekauft.
Ich halte eigentlich nichts davon Geld ohne akute Not oder reale (Gegen-)leistung einfach so zu verschenken. Ich habe daher nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass wir nur konkrete Projekte unterstützen, bei denen auch alle Nutznießer Eigenleistung bringen müssen. Letztes Jahr wurde z.B. ein Kühlschrank gekauft, ein vorrevolutionäres Modell, aber gut in Schuss, frisch renoviert und lackiert. Kosten 3000 Pesos, etwa 120 USD. Die zukünftigen Kühlschrankbenutzer steuerten etwa 500 Pesos bei, wir den Rest. Es geht mir dabei wirklich nicht um die 20 USD sondern darum, dass der Wert einer Sache größer ist, wenn man selbst etwas dafür geleistet hat. Vielleicht sind auch deshalb die Dinge die wir in den Haushalt investiert haben alle noch vorhanden und in gutem Zustand.

Moskito


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04.08.2004 10:28 (zuletzt bearbeitet: 04.08.2004 10:29)
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#55 RE:USA und Prostitution auf Kuba: Was ist an den Vorwürfen dran?
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Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
Du erwähnst ja selbst, dass du der Schwiegermutter verboten hast, Medikamente zu verteilen. Das tut sie natürlich doch wenn du nicht mehr da bist.
Sie hat versprochen keine ihrer Blutdrucktabletten mehr zu verschenken und sie nach Vorschrift zu nehmen. Und ich vertraue ihr.

Moskito


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04.08.2004 12:30
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#56 RE:USA und Prostitution auf Kuba: Was ist an den Vorwürfen dran?
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( Gast )

Es klingt so ideologisch was hier geschrieben wird.

Wenn ich Hunger schreibe, dann meine ich:
--(Duden)unangenehmes Gefühl in der Magengegend, das durch das Bedürfniss nach Nahrung hervorgerufen wird.
--die einseitige Ernährung
Sie schadet der Gesundheit und ermöglicht nicht das gesundes Wachstum. Es ist nicht nur so, dass die Leute nicht so richtig wissen, was Alles gesund und notwendig für eine ausgewogene Ernährung ist, sondern sie haben kein Geld um Gemüse und Obst zu kaufen..
Sommer 1946. Unser niederbranntes Dorf wurde neu aufgebaut und es gab auch deutsche Kreigsgefangenen. Als Einer an die Tomaten in unserem Garten gezeigt hat, dass er sie essen wollte, habe ich nicht verstanden, wie man so was essen kann. Ungefähr so einen Eindruck habe ich in Kuba, wenn den Kubanern Gemüse serviert wird.

Wieviele Rentner in der Lage sind noch zusätzlich was zu verdienen ist einmal die Frage ihrer Gesundheit und des Angebotes.

Wenn man etwas in Kuba betont krititisieren soll und muss ist sicher die Landwirschaft. Ein Bauer nahe Havanna kann seine Erzeugnisse auf den Märkten verkaufen. Die Bauern, die ich gesprocehn habe, sind mit den Preisen zufrieden. Dann ist es eine grosse Ungerechtigkeit, dass die Bauern in Oriente, wo es mehr Armut gibt, für Kaffee oder Kakao so wenig bekommen und nicht ein Teil davon auf dem freien Markt verkaufen dürfen. Es ist sogar so, dass die Polizei in den Zügen die Taschen kontrolliert, ob man so was vom Oriente mitbringt.
Die Schwägerin von Meiner sagt, dass sie hungern würden, wenn der Ehemann nicht zusätzlich verdienen würde. 2 Kinder. Dass er Einiges verdient, glaube ich schon, weil er dem 7-jährigen Sohn Baseballdress für 17$ gekauft hat.

Gruss
José


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