Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2

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21.01.2002 18:11
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#1 Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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spitzen Mitglied
Hier nun der zweite Teil meines Reisetagebuches. Wie gesagt, es ist ein Tagebuch und von daher besonders im zweiten Teil mitunter recht persönlich. Es hat mir aber Spass gemacht mein Tagebuch abzutippen und es hat mir viele schöne Erinnerungen beschert. Ich kann jedem nur empfehlen auf seinen Kuba-Reisen Tagebuch zu führen. Ist eine schöne Sache. Anyway, here we go:


Der Bus nach La Habana ist schön leer. Rund 8 Leute, fast alle deutschsprachig. Gegen 19.30 Uhr – es ist schon dunkel – platzt doch glatt ein Reifen am Arsch der Welt, aber glücklicherweise unweit einer Tankstelle. Ein Blick auf das eingesetzte Werkzeug bestätigt mich, dass das wohl etwas länger dauert. Es ist mir egal, da es in Havanna Freitag abends eh erst spät los geht. Ich gönne mir eine Monte Christo und frage mich, ob ich Carmen wiedersehen werde. Ich hoffe es sehr .................... ENDE TEIL EINS.

ANFANG TEIL 2
Die Viaazul-Fahrer stellen sich beim Reifenwechsel recht ungeschickt an. Ist ja auch nicht unbedingt ihre Aufgabe. In Kuba wird nur das erledigt für was man auch bezahlt wird. Die Herren werden fürs Fahren bezahlt, nicht aber für das Reifenwechseln. Die Verstärkung von der Tankstelle behebt den Schaden dann innerhalb einer Stunde mit abenteuerlichem Werkzeug. Zum Dank gibt es etwas Tabaco. Im Bus erzählt mir ein Schweizer noch ein paar wüste Geschichten aus dem Oriente. In Santiago und besonders in Baracoa, was ja eigentlich ein wunderschöner Flecken Erde sein soll, muss es Chicamässig derb hergehen. Besonders die Italo-Jungs müssen sich wohl heftig daneben benehmen, bzw. die Mädels für ein Appel und ein Ei nageln und sie dann wie Scheiße zu behandeln. Arschlöcher.

Zurück in La Habana werde ich vom Portero und von Albertina begrüßt wie der verlorengegangene Sohn. Sehr nett. Für den Abend stehen die regimetreuen Salsa-Altstars „Los Van Van“ auf dem Programm. Regimetreu wohl um spielen zu können, denn in Europa ist die Auswahl an guten kubanischen CDs größer als in Havanna selbst, da hier nur regimefreundliche Acts gepusht werden. Ich treffe mich um 24h mit Rafe und seiner Chica im „Turquin “im 25. Stock des Habana Libre Hotels, dem Ort des Geschehens. $20 Eintritt sind nicht ohne. Überhaupt gehört das Turquin in Havanna eher zu den teureren Läden, auch in bezug auf die anwesenden Mädels. Der Blick über Havanna ist aber super. Rafe hat mit seiner Adria ein echtes „Good-Girl“ erwischt, welches wohl der kubanischen „Oberschicht“ angehört. Der Laden ist sehr gut besucht und die Musik kommt auch sehr gut. Ich bleibe aber der Tanzfläche fern. „Tengo ritmo aleman“. Ich unterhalte mich mit einem Australier, auch so um die 30, der seinen ersten Abend in Havanna verbringt. Der Kerl ist baff. „This is unbelievable. Look at all these girls. No way, that a girl like this one over there is going to talk to me back home in Australia. Impossible. Oh my god, she is coming…..…” Gegen 1 Uhr verdrücke ich mich kurz ins Tikoa an der La Rampa um nach Carmen Ausschau zu halten. Ich habe Glück, finde Sie, nehme sie mit zurück ins Turquin und dann mit nach Hause auf dem besten Weg ihr Novio zu werden. Ist schon verrückt. Kuba ist voller Traumfrauen die voll meinem Geschmack- sprich bildhübsche Mulattinnen – entsprechen. Aber ich will sie: Carmen, auch sehr hübsch, aber eher schwarz und mir eigentlich auch etwas zu dünn. Aber irgend etwas an ihr hat mich gepackt. Sie ist süß, witzig und hat eine schöne jazzige Stimme. Sie ist auch nicht 20 oder so wie die meisten Mädels die man(n) in Kuba so trifft, sondern schon 27, was auch einen gewissen Unterschied macht. Mit meinen 31 Jahren bin da näher dran. Anyway, wir verbringen eine bombige Nacht....

22.12.2001
Bis 12 Uhr ausgedöst, denn so richtig schlafen lassen hat mich Carmen nicht, obwohl wir erst gegen 5Uhr zum Schlafen kamen. Ich gebe ihr etwas Geld für ein Taxi. Ich möchte den Tag doch lieber alleine verbringen. Ich möchte mich nicht verlieben. Bei Sonne (wie immer), stärkerem Wellengang und Wind schlendere ich (wie immer) den Malecon entlang Richtung Altstadt um mir (wie immer) bei super Livemusik Pasta zu gönnen.

Es hat heute nur rund 24 Grad und meine kubanischen Bekannten frieren durch die Bank. Eigentlich wollte ich heute Nachmittag ins Fitness-Studio im Nacional ($10 einschließlich Dampfbad, aber wer braucht das schon auf Kuba), aber das Leben und das Treiben mit dem damit verbundenen Geräuschpegel auf den Straßen Havannas hat mich wieder angesteckt und ich ziehe durch die Straßen, mache Photos von Häusern, unglaublich verfallenen Treppenhäusern und den Leuten. Die Menschen lassen sich gerne photographieren. Teilweise posen ganze Familien. Inzwischen habe ich den 6. Film verschossen.

Abends gehe ich mit Carmen und einer Freundin von ihr ins Jazz-Cafe. Von der Freundin wusste ich eigentlich nichts, habe aber trotzdem mitbezahlt. Musik & Show kommen fantastisch. Ich kann jedem nur empfehlen einmal Samstags ins Jazz-Cafe zu gehen. Aber mit Pulli, denn die Klimaanlage ist nicht ohne. Oftmals viel kubanische Prominenz da, die dann im „Spotlight“ auch etwas Show machen. Wirklich sehr gut. Den Mädels gefällt es auch prima. Carmens hübsche Freundin wird prompt von einem Italiener angesprochen, welcher ihr $100 bietet. Sie lehnt ab. Wegen mir oder nicht weiß ich nicht. Wir genießen die Show und ich teste eine Bolivar.

Wieder zu Hause habe ich Spass mit Carmen. Im Anschluss bemängelt sie aber das mangelnde verbale „Commitment“ von meiner Seite aus hinsichtlich unserer „Liebe“. Ich möchte ihr aber nichts vormachen und sage es ihr auch. Sie fragt mich, ob ich den Rest meines Urlaubs bei ihr zu Hause wohnen möchte. (Geht das überhaupt?) Ich verneine und beziehe mich auf die exzellente Lage meines Casas. Ich bin ja schließlich in erster Linie Tourist. Wir unterhalten uns über meinen „Vorgänger“. Ein Italo - die verfolgen mich irgendwie. Die beiden waren mehrere Jahre zusammen und sie für ein ½ Jahr in Italien. Hat aber nicht funktioniert. Carmen ist wie immer sehr offen und sehr geradlinig. Später weint sie. Sie will weg aus Kuba......

23.12.2001
Schön ausgepennt mit Carmen im Arm. Carmen hat eine unglaubliche Körpertemperatur. Da schläft es sich angenehm. Wir verabreden uns für den nächsten Abend, Heilig Abend.

Ich treffe Rafe, den Engländer, und wir bummeln durch die Stadt und genießen das Wochenendflair. Es ist Sonntag und ich mag Sonntage in Havanna, wenn ganze Familien am Malecon sitzen und durch die Stadt flanieren. Hat ein besonderes oder auch ein anderes Flair. Mir fallen die vielen Dackel - die Hunde - auf. Auf dem Morro, welcher einen schönen Blick auf den Malcon für mich den Maleconsüchtigen bietet, lassen wir uns den Leuchtturm und die Arbeit der Leute der Hafenaufsicht gegen geringes Trinkgeld erklären. Nette Leute. Gut drauf.

Laut Internet soll das Wetter auch in der kommenden Woche in Santiago eher grau und nass sein. Ich beschließe den Oriente zu vergessen und die Sonne im Norden der Isla Cubana zu genießen. Vom Oriente habe mittlerweile leider auch recht viel negatives gehört.

Abends gehe ich mit Rafe & Adria ins „Guarida“, ein spanisches Restaurant in Centro Habana. Die Location ist kultig. Das Restaurant liegt im 2. Stock eines schönen alten Palacios. Um zum Restaurant zu kommen, benutzt man das gemeinsame Treppenhaus für die vielen im Erdgeschoss, Hof und im 1. Stock beheimateten „Cuartos“ in welchen Menschen auf recht engem Raum wohnen. In dem Gebäude wurde seinerzeit der Film „Fresa y Chocolate“ gedreht und ich kann mich sogar an das pompöse Treppenhaus erinnern. Das Essen ist gut, aber nicht billig. Auch die Weine sind nicht ohne. Es werden gute spanische Weine der zweiten Reihe zu Preisen der Gran Reservas der ersten Reihe angeboten. Also nicht billig. Dennoch das Essen ist gut und schon die Location und das Ambiente machen das „Guarida“ empfehlenswert. Reservierung ist zu empfehlen. Gegen später bummeln wir noch etwas durch die Altstadt. Abends / nachts (ab 23 Uhr) ist in La Habana Vieja nicht viel los. Eigentlich gar nichts. Relaxter Spaziergang.

24.12.2001
Heiligabend – weit weg von Kälte, Triste und vor allem weit weg von Weihnachten und dem ganzen Theater rund um Weihnachten. Morgens kurz ins Nacional um zu Hause anzurufen ($4,80 pro Minute!) und um ein frohes Fest zu wünschen. Mit dem Taxi lasse ich mich mit Rafe nach Guanabo fahren. Weihnachten am Strand hat doch was. Wir bummeln ein bisschen durch Guanabo auf der Suche nach Nahrung und gehen dann am Strand / am Wasser entlang in Richtung Playa Santa Maria del Mar. Unterwegs stoppen wir an einem rein kubanischen Strandabschnitt zum schwimmen und chillen. Der Strand ist hier deutlich dreckiger als die Touristenstrände. Ein Oficial taucht aus dem Nichts heraus auf und weist uns darauf hin, dass wir besonders an diesem Abschnitt auf unsere sieben Sachen aufpassen sollen. Er verschwindet wieder, taucht aber wieder unmittelbar auf als sich ein paar Mädels in rund 50 Meter Entfernung hinlegen....... Via dem „Playa de los Maricones“ geht es weiter Richtung Santa Maria del Mar. Dieser Abschnitt muss für Frauen, besonders für mittel- und nordeuropäische Frauen, eine echte Augenweite sein. „Cuban Dream Men“.......

Am Strand von Santa Maria del Mar ist recht viel los. Etliche Italiener, vornehmlich in kleinen Gruppen, einige wirklich knackige Working-Girls und korrupte Polizisten, die wissen wann Sie wegschauen müssen. Das Wasser ist klasse. Schön klar und schön warm. Prima zum Schwimmen und plantschen. Überhaupt ist dieser Strandabschnitt sehr schön und kommt dem Anspruch an einen karibischen Strand – wie aus der Werbung- schon verdammt nahe. Chillen und in der Sonne liegen. Sehr schön.

Zurück in La Habana möchte ich für Carmen noch ein kleines Weihnachtsgeschenk organisieren. Ich denke an ein Parfum – passt immer und so benützt sie dann nicht meins, was sie auch schon gemacht hat. Ich werde fündig und kaufe ihr „Fleur d’interdit“ von Givenchy. Zurück im Casa treffe ich Steven aus Beverly Hills, meinen neuen Flatmate. Steven ist nett und gut drauf, aber „crazy as hell“ und mächtig hinter den Mädels her. Er ist 50, sieht aber 15 Jahre jünger aus und macht trotz Bierbauch einen fitten Eindruck. Leider muss ich nun in ein kleineres Zimmer umziehen, da Steven bereits vor Wochen reserviert hatte. Egal. Ich lasse mich in meinen neuen „chiquita“ Zimmer von kubanischem Fernsehen – in erster Linie Propaganda und alte schlechte Serien u.a. Lassie- foltern.

Um 22.00 Uhr treffe ich Carmen und Freundinnen & Freunde von ihr. Die Stimmung ist angespannt. Alle sind etwas nervös. Es ist Zivilpolizei an der La Rampa unterwegs. Auch wenn ich mit Carmen nie Probleme mit der Polizei hatte, wir sind auch nachts meistens zu Fuß nach Hause gegangen, hat sie vor den Zivilcops doch großen Respekt. Wir gehen deshalb stracks in das Sofia, am unteren Teil der Straße. Ich hasse diesen Laden. Ich mag das Ambiente nicht, die Leute nicht und ich hasse die Bedienungen die einen hier gerne über den Tisch ziehen, wenn Sie gerade einmal etwas arbeiten. Überhaupt ist das Sofia, nebem dem Bistro im Habana Libre ein Musterbeispiel für die kubanische / sozialistische Arbeitshaltung bzw. Arbeitsverteilung. In der Regel gibt es rund 8 Bedienungen. Eine bringt die Karte, eine Getränke, ein anderer das Essen, eine nimmt die Rechung auf und eine andere tippt sie ein...... Ruft man jetzt nicht die richtige Bedienung, wird man entweder ignoriert oder man bekommt ein Schulterzucken und den Hinweis auf eine andere Bedienung. Naja, ich trinke ein Crystal, rauche eine Monte Christo und Carmen flüstert mir Süßes ins Ohr...... Das ist Weihnachten!

Steven kommt ins Sofia setzt sich zu uns. Wir gehen alle noch ein wenig ins Tikoa. Carmen und ich verdrücken uns schnell. Wir verbringen abermals eine super Nacht. Mit Discman hat sie einen noch schöneren Hüftschwung drauf und das will was heißen...... Das ist Weihnachten!


25.12.2001
Trotz der schönen Nacht wache ich mit schlechter Laune auf. Das mit Carmen führt einfach nirgendwo hin. Außerdem muss ich zugeben auch Lust auf andere Mädchen zu haben. In La Habana bekommt man(n) als Mann einfach einen Knall. Ich denke es ist besser & fairer die Sache zu beenden. Doch sie kommt mir zuvor. Sie weint und meint sie wäre völlig in mich verliebt, hätte Angst vor der kommenden Trennung und möchte aus diesem Grund unsere kleine Sache sofort beenden. Auch wenn ich mir ihres Umfelds und des „cuban games“ bewusst bin, glaube ich ihr zum Teil. Sie fragt mich nie nach Geld und sonstigen materiellen Gefallen. Was mache ich also? Ich nehme sie in den Arm und sage ihr, dass ich Sie am Abend wiedersehen möchte.........

Am Nachmittag ist es erstmalig bewölkt. Nach fast 3 Wochen Sonne pur ist das fast eine willkommene Abwechslung. Das „ergraute“ Havanna erinnert mich an das letzte Jahr, als ich erstmals noch Kuba kam und dann erst einmal einer Woche lang Regen & Sturm ausgesetzt war. Trotzdem hat mich Havanna auch damals fasziniert und in seinen Bann gezogen.

Abends gehe ich mit Steven im Hotel Nacional de Cuba im Restaurant ans Buffet. $25 für all you can eat. Das Essen ist sehr gut und die Auswahl riesig, dennoch ist mein Appetit begrenzt. Ich fühle deutlich, dass ich mir magenmäßig etwas eingefangen habe. Später treffe ich Carmen und Steven trifft Carmens Freundin Daisy. Carmen fragt mich laufend, ob ich auch nach meiner Abreise ihr Novio bleibe. Sie würde dann zu Ihrer Mutter nach Pinar del Rio zurückziehen und auf mich warten. Nun, das glaube ich ihr aber jetzt wirklich nicht. Carmen und ich gehen früh nach Hause. Ich bin platt und mir ist schlecht. Carmen massiert mir den Rücken und gibt mir viel „carino“. Sie ist super lieb. Ich bin hin- und hergerissen.

26.12.2001 – VINALES
Früh aus der Kiste, da ich mit Rafe einen Kurztrip (2 Tage) nach Vinales organisiert habe. Ein bisschen Natur zwischendrin kommt immer gut. Ich schlafe die ganze Busfahrt. Ich habe mir irgendetwas eingefangen. Eigentlich schade, dass ich die ganze Zeit penne, den die Landschaft in Pinar del Rio ist wirklich toll. Hügelig und ein sattes Grün. Vinales liegt wunderbar eingebunden zwischen Hügeln. Die Vegetation ist schön und vielfältig. Vinales ist zwar einerseits sehr touristisch, andererseits aber auch sehr verschlafen. Wir organisieren jeweils ein Zimmer. Es regnet ohne Ende. Gut so, d. h. kein Sigthseeing-Streß. Dennoch lasse ich mich mit Rafe umzingelt von deutschen Ausflüglern aus Varadero durch die Indianerhöhle schippern. Auf der Rückfahrt mit dem Taxi nehmen wir zwei nette Anhalterinnen mit. Doch Rafe setzt sich ungeschickt zwischen mich und die Mädels. Ich werde sauer. Da ich ohnehin schon Bauchschmerzen habe, habe ich also wirklich schlechte Laune und lasse Rafe den Rest des Nachmittags alleine Sightseeing machen. Ich setzte mich in eine der zwei Bars an der Hauptstrasse im „Zentrum“ und schreibe Tagebuch. Endlich mal eine Bar ohne Livemusik und ohne „Chan Chan“. Mein „Glück“ ist nur von kurzer Dauer. Eine 3-Mann-Kombo geht in Position. Aha, die Band spielt erfreulicherweise mal ein anderes Set. Kein „Chan Chan“ und kein „Comandante Che Guevara“. Die Musik ist wie immer gut. Warum können die eigentlich alle so toll singen. Nach einer Weile stehe ich auf, bezahle und die Bank stimmt „Chan Chan“ an.

Abends ist Abendessen im Casa angesagt. Meine Vermieterin hat super und vor allem reichlich für $5 gekocht. Leider nichts für mich, den nach dem ersten Biss passiert, was sich seit 24 Stunden angekündigt hat......... ich renne auf die Toilette. Übergeben und Durchfall ohne Ende.

27.12.2001
Gut ausgeschlafen. Die Sonne scheint wieder. Ich fühle mich besser, wenn auch schwach. Nach einem vorsichtigen Frühstück sonne ich mich erst einmal im Schaukelstuhl auf der Veranda und lasse die 5 gerade sein. In meiner Straße gibt es wie mir scheint in allen Straßen Vinales ein Büro zur Verteidigung der Revolution. Hier kann man wohl seine Nachbarn verpetzten. Auf dem Land will aber eh niemand mit mir über Fidel oder Politik reden. Pedro, der Casabesitzer, zeigt mir stolz sein altes Motorrad. Eine alte MZ aus dem Jahr 1974. Pedro ist Professor an der Uni in Pinar del Rio und hatte früher viel mit DDR-Deutschen zu tun. Netter Kerl.

Mit Rafe bummle ich dann kurz durchs Dorf und dann einen Hügel hoch in Richtung La Ermita, ein Horizontes Hotel mit angeblichen super Blick. Vinales ist wirklich ein bildhübsches Dörfchen und die Landschaft ist atemberaubend. Wir kommen an einer Grundschule vorbei. Nett wie die Kleinen alle mit Schuluniformen bei offenen Fenstern und Türen, wie auch in Havanna, Unterricht haben. Überhaupt bietet Vinales neben der Landschaft viele Motive zum Photos machen. Oben angekommen werden wir wirklich mit einem schönen Blick auf das Tal belohnt, wobei der Weg an sich bessere Blicke oder Motive bietet. Wir holen unsere Rucksäcke in unseren Casas, gehen downtown, warten in der Sonne auf den Bus nach Havanna und schauen dem Treiben in diesem Städchen zu. Mir fällt auf, dass es im Vergleich zum benachbartem Pinar del Rio auffallend wenig Schwarze in Vinales gibt.

Im Bus treffe ich die Deutsche aus Trinidad und ihren Begleiter wieder. „El Mundo es un pueblo“. Wir unterhalten uns nett und tauschen unsere Erfahrungen in Kuba aus. In Havanna angekommen vermittle ich den beiden noch ein Zimmer in meinen Edificio. Vor einer Siesta beschließe ich noch kurz etwas Wasser & Tabaco zu kaufen. Auf dem Weg treffe ich prompt auf wen? La Bomba! Natürlich kann ich ihr überhaupt nicht wiederstehen. 15 Minuten später liegt sie abermals frisch geduscht und nackt wie Gott sie schuf in meinem Bett. Dios mios..........was für eine Frau. Ich frage sie abermals nach ihrem Namen, kann ihn mir aber abermals nicht merken. Klingt zwar sehr schön aber...

Steven erzählt mir später, dass er glaubte am Vortag Carmen mit einem anderen gesehen zu haben. Ich bin nicht überrascht, schließlich weiß ich dass sie zum Lager der Gelegenheits-Jineteras gehört. Ich fühle mich aber trotzdem gekränkt. Das Telefon klingelt. Es ist Carmen. Albertina fragt mich ob ich für Carmen zu Hause bin oder nicht. Ich verneine und gehe mit Steven und Adam, ein Kumpel von Steven, ins Nacional de Cuba zum Abendessen und Cohibas rauchen. Nach fast 3 Wochen in Kuba genieße ich es auch wieder über Business zu reden. Steven & Adam wollen jeweils ein Mädchen und ich bin neugierig was Carmen so treibt. Also gehen wir ins Tikoa. Ich treffe Carmen. Sie ist sauer, weil ich telefonisch nicht erreichbar war. Die Stimmung zwischen Carmen und mir ist Scheiße. Sie ist darüber hinaus sauer, als ich ihr sage was Steven mir erzählte und sie verneint bitterlichst. Als dann noch ein wirklich hübsches junges Ding vor mir abtanzt und ich es mir nicht verkneifen kann sie anzusehen und anzulächeln wird sie stinksauer. Der Abend ist anstrengend. Es kommt noch dazu, dass ich laufend zwischen Steven und Adam und den Mädels übersetzen muss. Mein Spanisch verschlechtert sich rapide und „ich verstehe nur noch Spanisch“. Ich gehe nach Hause........mit Carmen.

28.12.2001
Um 11 Uhr klopft Albertina an meine Türe. Rafe sitzt im Flur und fragt mich was ich heute vor habe. Rafe ist ein netter Kerl aber eindeutig zu unselbstständig. Ich schicke ihn weg. Zurück im Bett, meint Carmen, dass sie das Gefühl hätte, dass dies die letzte Nacht war. Ich nicke. Ich mag Carmen sehr und ich mag auch einfach nur ihre Gegenwart, aber gerade das ist das Gefährliche. Ich bleibe dieses Mal stur. Sie wird, vielleicht zu recht, zickig, gibt mir mächtig Attitude und meint dann noch: „Wenn nicht Du, dann halt ein anderer“. Wir wissen beide, dass das wohl die Wahrheit ist. Sie meint, dass sie nicht möchte, dass ich noch mal ins Tikoa komme. Sie wolle mich nicht mit einer anderen sehen. Ich glaube aber, dass sie nicht will, dass ich sie mit einem anderen sehe. Ich muss gestehen, dass ich ihren Gesichtsausdruck, ihr Posing und ihren Gang liebe, wenn Sie sauer ist, aber ......Wir wünschen uns gegenseitig viel Glück und glauben beide, glaube ich zumindest, zu wissen, dass wir uns wiedersehen werden. Ich bin hin- und hergerissen.

Das Wetter ist wieder super. Schön warm und Sonne pur. Ich schlendere auf der Mauer den Malecon entlang und genieße das Licht und den Tag. Den Nachmittag und den Sonnenuntergang lasse ich dann auch wieder am Malecon verstreichen und schaue ins Meer. Ich könnte mir eigentlich auch 3 Wochen Malecon als Urlaub buchen..........

Abends gehe ich mit Steven & Adam essen. Adam kann nicht verwinden, dass er zweimal in Folge von zwei unterschiedlichen Mädchen versetzt worden ist. Dazu noch von Jineteras. Irgendwas scheint er falsch zumachen. Es interessiert mich aber nicht näher. Beide haben Tickets für „Los Van Van“ im Pool-Garten des Nacional Hotels. Ich nicht. Ich will mir Chucho Valdes (super Jazz) im Jazz Club an der La Rampa, gefährlich nahe am Tikoa, geben. Da der Salsagig schon früh beginnt, gehe mit den beiden mit. Ohne Ticket. An der Kontrolle zeige ich einfach auf Adam, der bereits mitten drin ist und sage „El senor tiene .............“ Der Poolgarten kommt abends sehr schön. Wir gönnen uns Mojitos (wässrig) und je eine Zigarre. Auch wenn die Veranstaltung mehr oder minder eine reine Touristenshow ist, sind doch einige besser betuchte Kubaner und Kubanerinnen da. Die Musik kommt gut. Die Stimmung vorn an der Bühne ist auch gut und die Mädels schütteln ab. Das Konzert endet gegen 0.30 Uhr. Steven möchte früh nach Hause, da am nächsten Tag seine Novia kommt. Adam will ins Tikoa. Ich gehe etwas spazieren und treffe auf wen? La Bomba! Dios mio..... Sie kommt gerade auf mich zu, küsst mich und fragt mich, ob ich die Nacht mit ihr verbringen möchte. Sie ist eine Göttin. Wirklich. Dennoch lehne ich ab. Ich hole mir 2 Crystal und setze mich vor mein Casa und genieße die Nacht mit einer Romeo y Julieta No 2.

29.12.2001
Steven & Albertina sind in heller Aufregung. Stevens Novia kommt heute. Da Steven „offiziell“ erst heute anreist, müssen alle Spuren seines bisherigen Aufenthaltes gründlich beseitig werden. Albertina ist klasse und beweist kriminalistisches Geschick.

Ich lasse mich für $13 mit dem Taxi an den Playa Santa Maria del Mar fahren. Wetter ist schon wieder super. Der Strand ist fest in italienischer Hand. Hunderte von italienischen Männern, meist in 2er bis 4er Gruppen. Ich frage mich, ob, wenn ich jetzt in Roma wäre ich auf der Straße nur noch auf Frauen treffen würde. Anyway, schön hier. Ich genieße die Sonne und das Wasser. Schön relaxen.

Auf der Rückfahrt mit dem Taxi nehme ich zwei hübsche Mulattinnen mit. Ich habe aber aus mir unbekannten Gründen keine große Lust mich mit ihnen zu unterhalten, sondern genieße den Fahrtwind und lasse die beiden auf der Rückbank zu den Salsaliedern, die aus dem Radio dröhnen (in Kuba gibt es nur volle Lautstärke oder „aus“) trällern. Via Rückspiegel lächelt mich die eine nett an. In Havanna sagen beide „gracias“ und ich sage „de nada“. Ich gehe Zigarren kaufen.

Im Casa treffe ich auf Stevens Novia. Verdammt hübsch die Kleine. Steven, der Wahnsinnige, hat ihr einen $400 Ring aus den Staaten mitgebracht. Für eine Siesta ist es leider viel zu laut. Irgendjemand hat seine Anlage voll aufdreht, was dazu führt, daß alle anderen ihre Anlagen und Fernsehgeräte auch voll aufdrehen. Wer auch immer sagt, dass Tokio und Madrid die lautesten Städte der Welt seien, war noch nicht in La Habana. Ich beschließe auf meine Siesta zu verzichten und ziehe mir stattdessen einen John-Travolta Tanzfilm in der Cafeteria des Nacionals rein. Es will einfach nicht spät werden, aber ich möchte noch ausgehen. Als es endlich Zeit wird, legt ein Stromausfall meinen Teil der 21. Strasse lahm. Glücklicherweise ist der Stromausfall nicht von langer Dauer, da ich mich noch umziehen muss. Ich will nicht ins Tikoa und ziehe durch andere Clubs in Vedado. Die Clubs in La Habana Vieja / Centro sind nicht mein Ding. Aber heute machen mir die Läden in Vedado auch keinen Spaß. Ich beschließe doch noch einen kurzen Blick ins Tikoa zu werfen. Es ist brechend voll. Tolle Mädels ohne Ende. Ich entdecke Carmen mit einem Italiener auf der Tanzfläche. Was passiert? Die anderen Mädels interessieren mich nur noch die Bohne und mein „Sportsgeist“ ist geweckt. Ich hole mir ein Crystal und gehe in Position. Carmen entdeckt mich. An ihren Augen kann ich sehen, dass sie mich wirklich mag. Verdammt. Sie bleibt aber bei dem Italiener. Daisy gibt mir in Carmens Namen einen Kuss. Ich treffe Carmen kurz an der Bar. Wir küssen uns etwas. Sie geht zurück zu dem Knaller aus Italien. Als das Tikoa zu macht, kann es der Italiener nicht erwarten und stürmt voran auf die Straße. Ich nutze diese Gelegenheit und frage Carmen das Offensichtliche, ob er sie bezahlt. Sie bejaht. $50. Ich gebe ihr $60 und somit erstmals Geld für eine Nacht. „Sergio“ freut es nicht, dass Carmen plötzlich Bauchschmerzen hat und somit alleine nach Hause will. Carmen und ich verbringen abermals eine super Nacht zusammen. Die beste bisher. Das will was heißen.

30.12.2001
Schön ausgeschlafen. Es regnet erstmals. Erstmals scheint das Wetter im Oriente besser zu sein als in Havanna. Am Nachmittag passiert nicht viel, einfach „hang loose“. Am Abend feiert das Hotel Nacional de Cuba seinen 75. Geburtstag. Compay Segundo gibt die Ehre und Carmen und ich sind natürlich ebenfalls vor Ort. Allerdings nicht zum Company-Konzert, sondern unten im Restaurant haben wir draußen am kleinen Pool einen Tisch und werden ab und dann von den Synchronschwimmern etwas nass gemacht. Super kitschig. Too much. Im Garten des Nacionals gönnen wir uns bei einem schön Blick auf den nächtlichen Malecon noch ein paar Mojitos und knutschen wie Teenager. Wir bummeln noch etwas durchs Hotel und schauen auf die Prominenz an den Wänden. Ich stelle ihr die ausländischen Stars vor, die sie teilweise nicht kennt, sie mir die Kubanische Prominenz. Früh ins Bett, aber nicht zum schlafen. In der Nacht reden wir noch viel. Auch über Einkünfte als kubanischer Arbeitnehmer, Musiker und als Gelegenheits-Jinetera. „Was würdest Du tun“........ Sie ist wie immer sehr „straight“ und hat klare Standpunkte und eine Meinung zu allem, die sie auch stets vehement vertritt. Sie hat Charakter. Sie gefällt mir.

31.12.2001
Es ist Sylvester. Nach dem gemeinsamen Frühstück bei CCN „en espanol“ in der Cafeteria des Nacionals manövriert mich Carmen geschickt in die Situation mit ihr Einkaufen zu gehen. Das war einfach zu durchschauen, und ich sage es ihr. Wir brauchen uns nichts vormachen. Ich kaufe ihr gerne was. Also ziehen wir durch sämtliche Fashionshops im Habana Libre, Melia Cohiba und im Riviera. Mit allen Frauen, egal wo auf der Welt, ist so was ein zeitaufwendiges Unterfangen. So auch mit Carmen. Wobei sie ausgesprochen preis- und qualitätsbewusst ist. Sie lehnt ein schicke $60 Hose ab, die ihr gut gefallen hat, um 3 Stunden später eine zugegebenerweise sehr schöne / scharfe Hose für $35 den Vorzug zu geben. Während sie laufend in der Ankleide verschwindet werde ich mit der spanischen „Cosmopolitain“ unterm Arm von den Verkäuferrinnen belagert. Allerdings steht bei denen die Zeitschrift im Mittelpunkt des Interesses. Wir bummeln etwas durch einen Straßenmarkt in Vedado unweit des Melia Cohiba Hotels. Carmen ist glücklich mit ihrer Hose und ich bin glücklich mit meinem spanischen Turon (Weihnachtsschokolade) und zwei Kisten RyJ No.2. Wir passieren zig Cops, haben aber keine Probleme. Wir lassen uns mit dem Bicitaxi am Malecon entlang zurückfahren.

Siesta ist mal wieder nicht, da es wieder irre laut ist. Alle scheinen in ihren Wohnungen zu sein und bei dröhnendem Radio ihr Sylvester-Fest vorzubereiten. Steven hat Probleme mit seiner Novia. Sie ist nicht schüchtern und nimmt ihn ganz schön aus und fragte auch noch nach ganz dringenden $400 für ihre Mutter.... Ich rate ihm sie rauszuwerfen. Hätte er es bloß gemacht, dann hätte er sich noch einiges erspart..........Mittlerweile ist Albertinas Familie komplett eingetroffen. Die kleine Enkelin ist herausgeputzt wie ein Engel und der Star des Abends. Die Stimmung ist gut. Draußen stürmt und regnet es. Im Fernsehen kommt wieder mehr oder minder offensichtliche Propaganda. Ich frage mich, für wie bescheuert das System seine Leute eigentlich hält.

Ich bin um 22 Uhr wieder mit Carmen verabredet. Wunschgemäss bin ich schick unterwegs. Carmen kennt da nichts. Shorts, Polos und Sandalen... vergiss es. Lange Hose & Hemd! Ich schifft ohne Ende, ich werde nass wie ein Pudel und von Carmen ist auch nach einer Weile keine Spur zu sehen. Ich werde sauer, gehe ins Nacional, trinke ein Crystal, bestelle mir Pasta, renne nach Hause, werfe die nassen Sachen ab und ziehe mir mein geliebtes Rugby-Shirt über und gehe zurück ins Nacional. Albertina sagt mir, dass Carmen mich sucht. Wir hatten uns wohl knapp verpasst. Ich hätte daran denken müssen, das Regen für eine Kubanerin ein legitimer Grund ist eine Stunde zu spät zu kommen. Ich Idiot aber auch....... Anyway, wir treffen uns und gehen zurück ins Nacional, wo meine Pasta schon auf mich wartet. Carmen ißt wie immer Spaghetti. Ich frage mich wo meine kleine Dünne das alles hin packt. Sie isst wie immer reichlich. Mit Steven, der Krach mit seiner Novia hat, gehen wir noch auf eine kleine Party von riegeldichten „upper“ Engländern oben im Hotel. Sehr witzig. Nach einigen Jahren in London können die mich aber nicht mehr überraschen. Ein älterer Herr mit teurer Uhr, die ist ausnahmsweise mal wirklich teuer, den die dicken Dinger der Italiener sind meist billige Festinas, ist nicht „amused“ dass Carmen mich in meinem Rugby-Shirt ihm vorzieht. Ich frage mich ohnehin was der Knaller wollte, den 10 Minuten später taucht seine ältere Gattin wieder auf.....Gegen 3 Uhr gehe mit Carmen nach Hause, ins Bett, mit Discman....... Es ist Sylvester!

01.01.2002
Neujahr. Wir wachen um 10 Uhr auf. Carmen möchte kurz nach Hause, um nach Daisy zu sehen die Fieber hat. Ich gebe ihr Medizin und Ratschläge mit. Wir verabreden uns für 15 Uhr. Es ist leicht bedeckt, windig aber nicht kalt. Ich bummle den Malecon entlang. Ich liebe diesen Malecon.

Als ich nach Hause komme, befindet sich auffallend viel Polizei in der Straße. Steven ist in höchster Aufregung. Seine Novia, hat die Gunst der Stunde als sie für 30 Minuten alleine zu Hause war genutzt und Steven um sein gesamtes Cash (US Credit Cards sind in Kuba nutzlos) erleichtert. Satte $1100. Ich renne hoch und checke meine Habseligkeiten. Alles da. Unten „briefe“ ich Steven. Albertina, die nicht zu Hause ist, hat nur eine Lizenz zum Vermieten. Sie vermietet aber aktuell 2 Zimmer. Es war also nicht das Klügste sofort die Polizei zu rufen ohne vorher mit Albertina zu reden. Ich sage ihm, dass ich deshalb nicht existent bin (Carmen sowieso nicht) und somit auch nicht mit aufs Revier gehe. Aus dem Forum weiß ich schon, dass das i.d.R. nichts bringt aber Stunden dauert.

Ich treffe Carmen und erzähle ihr die Geschichte. Sie meint, dass Stevens Kleine einen Knall hätte. Es ist kein Papenstil in Kuba einen Touristen zu bestehlen. Und $1100 sind auch nicht ohne. Sollte sie nicht die Polizei geschmiert haben, dürfte sich die Gute wohl auf viele Jahre Knast freuen. Schlimmer sei allerdings, dass sie jetzt wohl von den Zivilcops gesucht werden würde. Verhöre finden dann an einem Ort Namens „Cien y Aldabo“ statt. Bei dem Wort bekommt jeder Kubaner angeblich eine Gänsehaut. Dort gesteht / unterschreibt man wohl alles. Wir verbringen den Nachmittag auf dem Souveniermarkt in La Habana Vieja. Carmen ist klasse. Sie macht tausend gute Vorschläge und handelt die Preise für mich runter. Neben einem netten Old-School Kubanerhemd, ein paar Geschenken, habe ich es auch geschafft Carmen was zu kaufen. Ich musste nahezu aufdringlich werden. Die Kleine scheint wirklich keine reinen materiellen Motive zu haben. Da wäre sie mit anderen ohnehin besser dran – zumindest dieser Tage in Havanna. Ich lasse keinen „Big Max“ raushängen und trage in Kuba vornehmlich billige Klamotten. Davon was ich in meiner Bank genau mache und wie viel ich verdiene, davon hat sie keinen Schimmer. Es passiert was passieren musste. Ich fange an mich ganz und gar in die Kleine zu verlieben.......Eine gemeinsame Siesta ist leider nicht drin, da es in meinem Casa vor Polica nur so wimmelt.

Wir sind für 22 Uhr verabredet. Wieder warte ich vergebens. Ich gehe kurz nach Hause um zu sehen, ob Carmen angerufen hat. Hat sie. Sie ist mit Daisy im Krankenhaus. Daisy hat sich was eingefangen. Albertina scheint ihre Meinung über Carmen geändert zu haben. Zum Positiveren. Auch wenn die Umstände unglücklich sind ist es besser, dass wir uns diese Nacht nicht sehen. Die Nummer Eins der Polizeistation ist persönlich vor Ort um Steven zu interviewen. Steven ist US-Amerikaner und das Polizei-Oberhaupt möchte sich persönlich vergewissern, dass der Raub tatsächlich stattgefunden hat und es sich nicht um eine amerikanische Provokation handelt. Ohne Scheiß. Ein „Criminalista“ im weisen Kittel macht mit seiner alten überdimensionalen Kamera Fotos und pinselt alles auf der Jagd nach Fingerabdrücken mit rotem Staub / Farbe zu. Das ganze geht bis vier Uhr morgens. Filmreif. Verständlicherweise ist Albertina nicht gerade happy. Wir haben es aber gedeichselt, dass sie wegen der mangelnden Lizenz keine Probleme bekommt.

Den Abend verbringe ich mit einer Hand voll Crystal und zwei RyJ No.2 am Malecon beim alljährlichen Neujahrs-Salsagig. Schön, Gute Stimmung. Ich möchte aber mit Carmen zusammen sein. Um 1 Uhr ziehe ich mir noch eine Pizza rein und gehe dann nach Hause und schaue Inspektor Derrick bei der Arbeit zu.

02.01.2001 Letzter voller Tag (Oh je)
Albertina sagte mir dass Carmen zwischen 9 und 10 anrufen will. Tut sie aber nicht. Frustriert gehe ich mit dem noch frustrierterem Steven zur Bank ins Nacional. Ich leihe ihm $200. Ich beschließe noch kurz meine E-Mails zu checken. Aus dem Nichts taucht Carmen auf. Sie hat mich gesucht. Wollte mich überraschen. Wir frühstücken gemeinsam und gehen in mein Casa. El amor y una siesta. Ich liege auf meinem Bett, Carmen schlafend auf mir. Durch die Holzjalousien dringt die Sonne rein und über mir brummt der Ventilator. Ich genieße den Moment. So könnte ich sterben.....

Später schlendern wir den Malecon in Höhe Centro Habana entlang. Carmen in meinem Arm singt mir laufend leise ins Ohr. Wunderbar. Sie kennt echt alle Lieder. Überhaupt hat sie einen Hang zu Musik und kennt etliche Musiker und Musikerinnen in den Bars von Havanna. Mit dem Bicitaxi lassen wir uns zum Inglaterra fahren. Ich brauche noch Rasierschaum. Geht mir doch glatt am vorletzten Tag aus. Im „Harris Brothers“ gibt es keinen, dafür aber eine schöne Hose für Carmen. Es zieht ein feistes Unwetter auf. Wir flüchten ins Hotel Golden Tulip Parque Central. Dort finde ich auch meinen Rasierschaum. Zum satten Preis. Mit einem Crystal und einer Cohiba Siglo No.2 unterhalten wir uns super in der Bar und genießen die Unwetterstimmung. Sie fragt mich ob ich ihr Novio bleiben werde. Sie möchte dann nach Pinar del Rio zurück – auf mich warten. Dieses Mal glaube ich ihr oder besser ich will es darauf ankommen lassen.

Das Unwetter lässt nach. Wir lassen uns zurück ins Casa fahren – por el amor. Wir gönnen uns noch mal ein fettes gutes Essen am Buffet des Nacional de Cubas. Ich frage mich wieder wo meine Kleine das alles hin steckt. Wir gehen früh zurück. Wir wollen die Nacht alleine sein. Ich liege 1/2 nackt auf dem Bett, rauche eine Zigarre, trinke ein Bier und Carmen tanzt ein wenig mit meinem Disman in der Hand. Ich sehe ihr zu und genieße den Augenblick. So könnte ich sterben. Wir lieben uns noch 2 oder 3 mal.........

03.01.2001 The very last day
Carmen hat unruhig geschlafen. Morgens lieben wir uns abermals. Mann, ist schon irre zu welchen Leistungen sie mich bringt. Ich packe meine Sachen. Carmen schreit mir einen süßen Brief. Abscheid von Albertina, Steven und dem Portero. Vor dem Casa spricht mich nochmals ein Oficial wegen Stevens Novia an. Carmen, die ich im Arm halte scheint ihn nicht zu stören. Wir gehen frühstücken. Mit dem Taxi (dem Gelben, sind die billigsten) lasse ich mich für $50 nach Varadero zum Flughafen fahren. Auf den Bus hatte ich keine Lust. Ich wollte lieber 2 Stunden mehr mit Carmen verbringen. Ich verspreche Sie in zwei Tagen bei ihrer Mutter in Pinar del Rio anzurufen, was ich auch tun werde. Adios mi amor....

Die Taxifahrt ist langweilig. Ich denke über meinen Urlaub nach. Es kam ja doch einiges anders als gedacht. Kurz vor Matanzas wird die Landschaft wirklich super. Scheint eine schöne Ecke zu sein. Am Flughafen holt mich die deutsche Realität ein. Griesgrämige Deutsche jeden Alters die sich nur beschweren. Über die Preise, das Essen, das Wetter der letzten Tage......Arschlöcher. Ich will nicht zurück nach Deutschland. ENDE



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21.01.2002 19:57
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#2 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
Felicidades !
Erstklassiger Bericht, tolle Schreibe - die Stimmung springt einem ins Gesicht.
Hoffe nur, du lässt uns hin und ab an der entstehenden Cuba-Bande teilhaben. Ist Carmen jetz brav - in Pinar ?? Am Rande würde mich mal interessiern was du so an Kohle in den 3 Wochen verbraten hast - es sei dir gegönnt - es war schon immer etwas teurer einen besonderen Geschmack zu haben !
Saludos cubay

Ach ja, bevor ich es vergesse, unter dieser Adresse findet ihr einen guten spanisch-trainer zum kostenlosen download - uso ilimitado, pero no tiene voz.
http://computer.t-online.de/TOnl/Comp/soft/Down/ci/CP/ci__tmxspanisch.html


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21.01.2002 20:14
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#3 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
Toller Bericht Macht Lust gleich wieder loszufliegen

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21.01.2002 21:55 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2002 22:02)
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#4 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
Die Italo-Jungs müssen sich wohl heftig daneben benehmen
Hallo 1970,
Du siehst, dass Deine ausführlichen, chronologischen Berichte sich großer Beliebtheit erfreuen. Was die Chica-suchenden (und findenden) Italiener angeht:
Italiener verhalten sich i.d.R. auffälliger als die Deutschen.Es gibt aber solche und solche! Bei den jüngeren Italienern sind mir viele Proleten aufgefallen. Unter den älteren trifft man aber zahlreiche Geschäftsleute aus der Lombardei (Milano, Bologna, Modena u.a.), welche die Chicas gut behandeln und auch großzügig sind. Wenn ich das richtig beurteile, fliegen die meisten Italiener auf der Suche nach amourösen Abenteuern nach Kuba und wechseln häufig ihre Partnerinnen (sie scheinen an Langzeit- Beziehungen weniger interessiert zu sein). Viele junge Kubanerinnen versuchen trotzdem ihr Glück und möchten gerne einen Italiener heiraten. Da dürfen wir Deutsche uns nichts vormachen: Italien wird (nach der Nr.1: Spanien) bevorzugt (geringe Sprachprobleme und die heiteren, eher oberflächlichen Umgangsformen). Jetzt hat Berlusconi die italienischen Visabestimmungen deutlich verschärft. Insofern befürchte ich, dass -jetzt vermehrt- einige kubanische Descaradas (üble Nutten) sich einen verliebten Deutschen suchen, um auf dem Umweg über eine Einladung aus Deutschland in ihr Wunschland Italien (oder Spanien)zu kommen.

ulli

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21.01.2002 22:31
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#5 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
In Antwort auf:
Unter den älteren trifft man aber zahlreiche Geschäftsleute aus der Lombardei (Milano, Bologna, Modena u.a.), welche die Chicas gut behandeln und auch großzügig sind.

Also ich hatte zu Weihnachten ein solches Exemplar im Flugzeug neben mir sitzen. Etwas älter, Geschäftsmann, im Nadelstreifenanzug. Eigentlich ganz nett, außer dass er nicht fünf Minuten ruhig sein konnte. Und was er mir über seine Freundin erzählt und seine Beziehung erzählt hat, ist er auch nicht sonderlich großzügig. Das schlimmste war, dass er nur spanisch und italienisch sprach, der Steward aber keines von beiden und ich auf englisch dolmetschen musste. Und der wollte echt 'ne Menge von dem armen Bordpersonal.
Und da hat doch mal irgendjemand behauptet, die Kubaner denken von sich "somos los mejores". Ich habe diesmal einige (jüngere) Italiener gesehen, die sich so benommen haben, z.B. Rumschikanieren von Rapido-Bedienung, etc.

Andy


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21.01.2002 22:45
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#6 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( gelöscht )
Wow, super Bericht!!!! Weiter so.

Allerdings musste ich doch an der einen oder anderen Stelle grinsen.
Warum? Weil du ähnlich wie viele der Leute, die hier posten, Dinge bewusst übersiehst, glaubst und dir einredest, aber dabei völlig glücklich bist.

Diese Leichtigkeit des Seins verliert man leider je mehr man weiß.
Der Vorteil liegt allerdings darin, dass es einem erspart bleibt, sich so wie du kopflos zu verlieben.

Das mit dem Oriente stimmt übrigens auch nach meinem Eindruck.

errue


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22.01.2002 00:26
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#7 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )

ein wirklich gut geschriebener bericht und man kann so richtig mitfühlen mit dir.
wäre echt interessant, wie die geschichte mit dir und carmen weitergeht.
vielleicht schreibst du wieder mal was

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22.01.2002 01:43
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#8 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
In Antwort auf:
Diese Leichtigkeit des Seins verliert man leider je mehr man weiß.


Wie wahr!
Ich weiß ne menge und es tut sich immer mehr auf,was zu entdecken sich im grunde nicht lohnt.
mfG max

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22.01.2002 07:41
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#9 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
hi 1970,
wie alle anderen auch schon gesagt haben, der Bericht ist
wirklich super. Vor allen Dingen gut nach zu vollziehen. War etwa im gleichen Zeitraum in Havanna....

an errue und max,

ich denke ihr habt beide recht..... das es so ist das man viel übersieht oder sich einredet und trotzdem glücklich ist liegt meiner Meinung nach auch an der widersprüchlichkeit vieler Erfahrungen. Man erlebt Dinge die man in Deutschland so nicht erleben würde (vielleicht könnte aber ..)und nimmt dafür andere Sachen hin, läßt fünfe gerade sein oder denkt einfach es sind Erlebnisse die man nicht missen möchte.... trotz aller Probleme. Zu dem was passiert gehören auch immer zwei und blind fährt von uns keiner nach Kuba... jedenfalls nicht wenn er im Forum ließt....

Grüße
jackmann

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22.01.2002 11:21
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#10 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
@ 1970
Wie schon mehrmals erwähnt toller Bericht, ich war auch in dieser Zeit
(27.12.01 bis 10.01.02) in Havanna, da haben wir uns ein paar mal ja knapp verpasst.
Ich war z.B auch mit Freunden am 01.01.02 auf der Feier zu Ehren des 43. Jahrestages der Revolution am Malecon (la tribuna) und habe die tolle Salsa-Fete genossen.
Also halte uns auf dem laufenden über deine Cuba-connection

Saludos
Malo cantidad

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22.01.2002 13:35
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#11 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
Wenn du salamischeibchenhaft die warheit herausfindest wird es zur qual.Bei mir gab es einen "Point of no return" Ich weiß aber nicht mehr so genau wann das war.
Warscheinlich bin ich der Don Quichote der für o. gegen etwas kämpft was nicht vorhanden ist.
Doch gehe ich lieber mit wehenden fahnen unter als kurz vor schluß aufzugeben.
mfG max

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22.01.2002 14:54
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#12 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( gelöscht )
In einem Punkt gebe ich dir völlig Recht:
Ich möchte nichts von dem missen, was ich in und mit Cuba erlebt habe.

Aber: Die Leichtigkeit des Seins werde ich nur noch sehr selten dort erleben, denn das geht nur mit Gefühl. Und je mehr du weißt, um so weniger bist du einfach bereit, eben dieses zu investieren. Genau das hat ja 1970 versucht und hat sich doch über die Maßen "blind" verliebt. Oder er ist einfach noch nicht bei den entsprechenden Scheibchen (siehe Max) der Erkenntnis angelangt. Und die sind sehr bitter.

Dennoch liebe ich Cuba, da ich dort mit meinen Bekannten und meinem Wissen inzwischen sehr gut Urlaub machen kann.

errue

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22.01.2002 19:12
avatar  1970
#13 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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spitzen Mitglied
Hola Errue,

vielen Dank. Freut mich, dass der Bericht vielen von Euch gut gefällt. Hat mir auch Spass gemacht Tagebuch zu führen. War auch ein super Urlaub....
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Allerdings musste ich doch an der einen oder anderen Stelle grinsen.
Warum? Weil du ähnlich wie viele der Leute, die hier posten, Dinge bewusst übersiehst, glaubst und dir einredest, aber dabei völlig glücklich bist
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Da hast Du sicherlich nicht ganz unrecht. Naja, ich war ja auch im Urlaub. Wobei mich interessieren würde an welche Stellen Du denkst. Anyway, glücklich war / bin ich.

1970


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22.01.2002 19:24
avatar  1970
#14 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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spitzen Mitglied
Hola Errue (otra vez)!
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Aber: Die Leichtigkeit des Seins werde ich nur noch sehr selten dort erleben, denn das geht nur mit Gefühl. Und je mehr du weißt, um so weniger bist du einfach bereit, eben dieses zu investieren. Genau das hat ja 1970 versucht und hat sich doch über die Maßen "blind" verliebt. Oder er ist einfach noch nicht bei den entsprechenden Scheibchen (siehe Max) der Erkenntnis angelangt. Und die sind sehr bitter.
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Über die Maßen blind verliebt ist vielleicht etwas zu viel gesagt. Ich besitze durchaus genug Realismus und Flexibilität um mit "bitteren" Wahrheiten / Risiken umgehen zu können. Aber die Kleine hat mir gefallen und ich lasse es gerne drauf ankommen ...... Will heissen, ich habe Kontakt mir ihr und werde ggf. im März nochmal nach Kuba fliegen. Spass habe ich mit ihr, ich mag sie, aber meine Erwartungen / Hoffnungen liegen nicht allzu hoch.

Aber die Leichtigkeit des Seins hat doch was!

1970


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22.01.2002 19:33
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#15 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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spitzen Mitglied
Hola Kubay,

vielen Dank für die Blumen. Carmen ist in der Tat in Pinar del Rio, zumindest wenn ich Sie anrufe. Ob sie aber brav ist? Wieviel Kohle ich verbraten habe? Ich weiss es gar nicht. Ich war aber unter meinem mir selbst aufgelegtem Budget von $100 am Tag. Der Flug mit Condor (über Weihnachten & Neujahr) hat natürlich reingehauen. Puh! Naja, jetzt fördere ich ja diverse Telefondiscountanbieter mit meinen Anrufen in der kubanischen Provinz.... Somit könnte man(n) eine kubanische Freundin durchaus als Statussymbol deklarieren. Materiell gesehen, sexuell sowieso.

1970


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22.01.2002 20:35
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#16 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( gelöscht )
@ 1970

Ich fliege auch wieder im Ende März! Wann bist du denn in Habana?

Wo ich grinsen musste? Gibt da einige Stellen. Bei Gelegenheit suche ich dir mal alle raus.

Zunächst nur mal einige Beispiele (sind beileibe nicht alle):
Du titulierst sie als Halbprofessionelle oder gar Gelegenheitsamateurin. Hey, das ist ein Vollprofi! Eine chica, die im Habana Libre anschaffen geht, ist weit von der Amateurin entfernt, weiter geht es fast nicht (Macumba wäre Top)! Und wie abgezockt sie ist, zeigt doch die Geschichte mit dem Italiener. Normalerweise wechselt eine chica ihren Standort respektive Arbeitsort für eine Weile, wenn eine Geschichte wie mit dir am Laufen ist, auch wenn alles scheinbar aus ist. Die aber nicht! Die schmeißt sich gleich vor deinen Augen an den nächsten ran und besitzt noch die Frechheit bei dem zu bleiben, obwohl du aufläufst. Mann, und dann zahlst du auch noch mehr als er, um ihn auszustechen??? Bist du noch ganz bei Trost?? Was hast du von so einer zu erwarten??
Wer bezahlt ihr eigentlich den Eintritt? Wer organisiert alles vom Türsteher bis zur Polizei für sie? Warum musste sie sofort wieder anschaffen? Wenn die keinen chulo hat, dann gebe ich dir in Habana mächtig einen aus!
Warum du zunächst nicht zahlen musstest? Du bist ein Hauptgewinn!! Gehst ständig in eine 20$ Disko, isst im Nacional oder in anderen renomierten Hotels, gehst mit ihr shoppen. Du könntest der langersehnte Traumprinz (Millionario) für sie (und ihren chulo) sein, der ihr das Ticket nach draußen besorgt. Klar wartet die jetzt in Pinar bis März. Die Gute wird ja auch nicht jünger und die Konkurrenz rückt nach.
Auf mich wartet übrigens auch eine chica bis März, die bisher noch nicht einmal ansatzweise solche Auffälligkeiten gezeigt hat, und dennoch weiß ich noch nicht, ob sie eine descarada ist oder nicht. Aber in deinem Fall: Nimm deine Beine in die Hand und lauf!

Nichts für ungut. Es spricht ja nichts dagegen, dass du noch mal mit ihr einen Urlaub dort verbringst, aber lass sie da!! Vielleicht sind wir ja gleichzeitig drüben und können irgendwo zusammen einen Mojito schlabbern.

errue

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22.01.2002 20:42 (zuletzt bearbeitet: 22.01.2002 20:48)
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#17 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( gelöscht )
Hola 1970 !!

Ich wiederhole mich: toller Bericht!

Ich bin auch der Meinung, dass Dich da eine Vollprofessionelle um den Finger gewickelt hat. Macht ja nix. Leisten kannst Du es Dir ja. Und besser, als irgend einem kleinen Mädel das Herz zu brechen ist das ja allemal.

Ein paar Tage Bilanzen lesen in der Bank werden Dir sicher helfen, wieder klarer zu sehen...

Grundsätzlich dürften wir uns alle einig darüber sein, dass vor allem in Vedado nur wenige "Klosterfrauen" jede Nacht in den einschlägigen Clubs ´rumhängen...
... und dass der "Animal Magnetism" des männlichen Touristen "Bimbes" und die Möglichkeit einer Ausreise-Einladung sind...



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23.01.2002 00:07
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#18 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
@1970,
wenn sie sich bis jetzt in Pinar aufhält ist das mal zunächst ganz positiv zu werten. Pero cuidado ! Errue hat womöglich nicht ganz unrecht, daß sie sich doch auf recht professionellen Pfaden bewegt(hat). Keep contakt und sondiere die Lage bis Ende März. Schickst du ihr eigentlich Kohle rüber oder hast du ihr einen größeren Betrag bei deiner Abreise gegeben ? Wenn du sie knapp hältst und sie es bis März in P.d.R. aushält wird es interessant. Glabe kaum, daß sie dann mit einem Chulo agiert. Aber wie gesagt: kurz halten. Ansonsten kann es auch mit ner Profesionellen eine ganze Zeitlang echt nett sein ... aber auf Dauer hinterlässt eine Descarada - wenn du nicht absolut sattelfest bist - einen schalen Beigeschmack, ein klaffendes Loch im Budget und nen seelischen Scherbenhaufen.
cubay

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23.01.2002 09:24
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#19 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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spitzen Mitglied
@ Errue,

klar, sollten wir zeitgleich in La Habana sein würde ich gerne mit Dir ein / zwei Mojitos schlürfen. Wann ich da sein werde weis ich noch nicht. Denke mal Mitte / Ende März.

Naja, daß Carmen keine "Klosterfrau" (wie MIKE 1411 sagte) und auch recht abgebrüht ist, ist mir auch klar. Vielleicht macht das ja auch einen gewissen Reiz aus..... Aber ein paar Sachen hast Du falsch verstanden. Carmen verkehrt(e)nicht im Habana Libre sondern im Tikoa. Das kostet keine $20 Eintritt sondern nur $2. Stimmt natürlich daß die Mädels in Clubs, wo auch immer, ein bestimmter Typ sind. Ich habe aber recht viele ihr Freundinnen oder "Kolleginnen" kennengelernt und bin mir sicher, daß ein Chulo nicht existiert. Das würde mich echt ärgern. Aber mir ist schon klar, daß ich für sie ein potentieller Hauptgewinn bin und somit .....

@Kubay

ne ne Kohle schicke ich nicht rüber und werde es auch nicht tun. Ich habe ihr bis auf die erwähnten $60 und Taxigeld auch sonst nie Geld - halt stop einmal $20 - gegeben. Ich sehe es wie Du, ich halte Kontakt, sondiere die Lage und lasse mich dann ggf. im März überraschen.

1970


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23.01.2002 12:44
avatar  ( gelöscht )
#20 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( gelöscht )
@1970

Dann habe ich das mit der Disse echt falsch verstanden. Entschuldigung.

Von einer Sache kannst du aber mit Sicherheit ausgehen: Es gibt keine, absolut keine chica aus der Provinz, die in Habana anschafft, die ohne einen chulo bzw. novio cubano auskommt. (Wie eng dann diese Beziehung ist, das steht auf einem ganz anderen Blatt.) In der Frage können dir weder ihre Bekannten noch ihre Familie weiterhelfen. Falls wir uns treffen, organisiere ich dir ein paar zuverlässige Informationsbeschaffer.
Wie gut die arbeiten?
Kostprobe: Im Oktober habe ich eine chica buena aus Guantanamo im Krankenhaus in Habana - die war mit ihrer Mutter da - kennengelernt.
Habe einen Bekannten beauftragt, einige Details zu überprüfen. Ich gab ihm am letzten Tag meiner Reise den Beruf, das Alter und ihr Aussehen und den Vornamen.
Als ich im Dezember wiederkehrte, hatte er ihre volle Anschrift (bei Mama) mit Telefonnummer in Guantanamo (das hatte ich zwar auch von ihr erhalten, aber man weiß ja nie, wo die vielleicht in Wirklichkeit wohnen) sowie eine detaillierte Beschreibung ihres bisherigen Lebenswandels, die sich mit ihren Schilderungen deckte. Zwar blieben Vagheiten, aber mit denen muss man auf Cuba immer leben. Beim nächsten Mal bin ich hoffentlich weiter.

errue

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23.01.2002 17:16 (zuletzt bearbeitet: 12.02.2002 14:11)
avatar  chulo
#21 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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Forums-Senator/in
Hi 1970,

Kompliment für Deinen super Bericht, das meiste kommt mir sehr bekannt vor und macht gleich wieder Lust runter zu fahren.

Bezüglich der Wettersituation in Santiago: Ich war von 4. bis 19. Dez 01 bei meiner Süssen in Santiago und das Wetter war bis auf ganz wenige Ausnahmen immer trocken und warm. Santiago ist in der Regel immer ein paar Grad wärmer als der Westen.

Mit Deiner novia wünsche ich Dir viel Spaß und Glück, bedenke aber, dass es mit mehreren Kubanerinnen (gleichzeitig oder nacheinander) wesentlich einfacher ist als nur mit einer.

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23.01.2002 18:06 (zuletzt bearbeitet: 23.01.2002 20:37)
avatar  ( Gast )
#22 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
errue:..keine chica aus der Provinz, die in Habana anschafft, die ohne einen chulo bzw. novio cubano auskommt
Hallo 1970,
Du würdest Dir in Deine eigene Tasche lügen, wenn Du die o.a. Aussage von errue ignorierst! Da würde ich mir an Deiner Stelle einen Spass draus machen, diesen cubano ausfindig zu machen, ihn zu besuchen und mit ihm zu reden. Du kannst sicher sein, dass sich diese kriminalistische Arbeit für Dich auszahlt nach dem Motto: "Sage mir, mit wem Du gehst und ich sage Dir, wer Du bist!" Wenn der chulo oder novio cubano "Deiner" Carmen ein descarado (dummdreister Flegel) ist, solltest Du die Beziehung sofort beenden! Wenn der cubano eher ein Typ ist wie der Guajiro von Renate, musst Du herausfinden, ob Carmen den liebt, oder ob der nur so eine Art "Statussymbol" ist, der auch im Bett nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wenn es Deine Zeit erlaubt, solltest Du Dir die früheren Berichte (vom vorigen Jahr) von errue zu diesem Thema noch einmal durchlesen (errue weiß wovon er redet). Das Beste wäre natürlich, wenn errue "Deine" Carmen mal sehen und befragen würde (dafür kannst Du ihm auch zwei Mojitos als "Honorar für die Erteilung einer fachlichen Auskunft" spendieren).

ulli

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23.01.2002 19:33
avatar  Che
#23 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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Che
Top - Forenliebhaber/in
Super Bericht, der Lust macht sofort wieder rüberzufliegen.

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24.01.2002 10:47
avatar  ( Gast )
#24 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
Hola 1970

Tolles bericht ! A few comments :
- I experienced that sleeping in the house of a chica (you mentinned she asked you to), is considered in Cuba as a very strong commitment : you somehow become the official boyfriend, just a bit less than engaged. The result is that you find yourself after that entangled in a lot of obligation, with the familly, the neighbours.... Also it may give your novia some unrealistic hope about what you expect to be for her in the future. The cuban girls are often so desesperate by their situation that they tend to over-interpret the signs of commitment that you can give. They all expect the "charming prince"... Unless you are sure to be that prince, maybe it is also better for her not to raise too high expectations.
- about her being a jinetera, well, no one can expect to go to cuba a few times a year and the girl stay "brav" the rest of the time. I've been intimate with some jineteras and there was no difference than with a "good girl". So as long as you feel well with her, is it necessary to spoil your life by expecting too much, by investigating, etc ? (Also for her, she cannot put all her hopes in a relationship of which she don't know the outcome). Anyway, only you can feel it (some girls can fake, but if you stay enough time with them, you usually find out)
- In case you want to make something serious with a cuban girl, also don't forget that many other girls are potentially availlable to you. (I remember that the first time I was in cuba, a cuban told me "here you are Alain Delon".I did not believe it at the beginning....but only at the beginning )
SAludos

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24.01.2002 22:56
avatar  ( Gast )
#25 RE:Kuba 2001/2002 oder "Es sollte anders kommen" TEIL 2
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( Gast )
hi el frances,

what i like with your posting is that you give some light to the situation of the girl as well. Very often they as well make the experience that commitment given by tourists are a weak thing.... it seems to me that a lot of guys are a little bit splitted: on one hand they admit they love to stay with more than one girl during their Cuba vacations
(which is ok if that is their choice) and on the other hand they react disappointed if they find out that the girl is not 100% theirs.

Ok, one more remark. Max said in another thread that Cubans tend to be more liberal and relaxed in sexual things. An observation i made as well and i realy enjoy that. It seems to be that having a sexual relationship with somebody does not set up a strong commitment necessarily (like very often in Europe). So that might explain why Cubans can enjoy sex even in lose relations, whithout faking.....
What i most liked with your statement El Frances, is just go and enjoy and don't expect to much.
Ok, its a rather complex thing and its always difficult to deal with all the contrary aspects.... but its interesting,
enjoyable (some of it) and i don't want to miss it.

regards
Ruediger

P.S. Let me know if most of you guys prefer german over english; El Frances if i got you right you understand german but don't like to write in it...

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