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El Cubanito Suizo
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Lustreisen ins Land des Hungers
29.06.2005 12:09

Der «Geliebte Führer» Kim Jong Il lockt reiche Touristen aus dem Reich der Mitte in sein bettelarmes, abgeschottetes Nordkorea – mit Glücksspiel und käuflichem Sex. Einheimische haben zu dieser Sonderzone nur als Bedienstete Zutritt.

Kommt dies dem einen oder anderen nicht bekannt vor? War das damals nicht ähnlich in Cuba.

Hier der ganze Artikel:

von Harald Maass (http://www.facts.ch/dyn/magazin/ausland/437395.html)

Langsam rollt der chinesische Bus Marke Golddrachen auf die Grenzbrücke zu. Ein nordkoreanischer Soldat in brauner Uniform hebt das Gewehr. «Heute Nacht suchen wir uns koreanische Mädchen», ruft Kong, der Beamte aus Schanghai. Die Reisegruppe, die meisten chinesische Männer mittleren Alters, jubelt auf. Der Bus ist von der nordchinesischen Stadt Yanji nach Nordkorea unterwegs. Zwei Stunden wird die Fahrt von der Grenze über den holprigen Feldweg dauern. Vorbei an ausgezehrten nordkoreanischen Bauern und halb zerfallenen Plattenbauten. Ziel der Reise ist das Hotel «Emperor» in Rason – das skurrilste Spielcasino der Welt.





«Willkommen», ruft der Hotelpage auf Chinesisch und verbeugt sich. Der Anstecker mit dem Kopf des verstorbenen Diktators Kim Il Sung, den alle erwachsenen Nordkoreaner auf der Brust tragen müssen, wirkt auf der Hoteluniform im altenglischen Stil merkwürdig. Chinesische Hostessen in aufreizend hoch geschnittenen Kleidern lächeln zur Begrüssung. Herr Kong und seine Reisefreunde marschieren jedoch gleich in Richtung Casino weiter, das an die Lobby des Hotels grenzt. Glücksspiel ist in der Volksrepublik China streng verboten. Jedes Jahr reisen deshalb Tausende Chinesen nach Rason. Lustreisen in ein hungerndes Land.

Hamburger und Coca-Cola
Das «Emperor», vor vier Jahren von einer Hongkonger Investmentfirma in eine idyllische Sandbucht gebaut, ist einzigartig in Nordkorea. Eine kapitalistische Oase im letzten streng sozialistischen Staat der Erde, in dem bis vor kurzem selbst Bauernmärkte verboten waren. Die prunkvolle Hotellobby ist mit Marmorsäulen und künstlichen Palmen dekoriert. Durch ein riesiges Panoramafenster blicken die Hotelgäste aufs Meer. Junges nordkoreanisches Personal mit einem Kim-Il-Sung-Anstecker auf der Uniform, serviert auf weiss gedeckten Tischen Hamburger und Coca- Cola – in Nordkorea das Symbolgetränk des Erzfeindes USA.

«Es gibt viele Amerikaner, die gern nach Rason kommen würden», sagt Frau Pak und lächelt. «Aber sie dürfen natürlich nicht kommen, weil die US-Regierung uns gegenüber so feindlich ist.» Frau Pak ist unsere koreanische Reiseleiterin und Aufpasserin. Im Grenzhaus stand sie plötzlich und unangekündigt vor uns, und seitdem lässt sie uns keinen Moment aus dem Auge. Wir seien die ersten Europäer in diesem Jahr in Rason, erklärt Frau Pak. Damit wir auf keinen Fall allein die Stadt besuchen, wohnt Frau Pak während unseres Aufenthalts in einem Spezialtrakt des Hotels im Untergeschoss. Offiziell sind wir als Touristen im Land. Um das Visum zu beantragen, mussten wir einen Lebenslauf einreichen. «Natürlich dürfen sie fotografieren », erklärt Frau Pak lächelnd, «aber nur die schönen Dinge in unserem Land.»

Die 150 luxuriösen Zimmer des «Emperor » können nur Chinesen und der mit harter Währung buchen. Nordkoreaner dürfen mit Ausnahme der Angestellten und Reiseleiter das Hotel nicht betreten. Pjöngjangs Regime will den Kontakt seiner Bürger mit der Aussenwelt möglichst verhindern. Die Angst mag nicht ganz unbegründet sein. Die jungen nordkoreanischen Bediensteten im Restaurant, die mit ihren schwarzen Basketballkappen wie amerikanische Verkäufer aussehen, träumen bereits vom Leben im reichen China. «Ich würde gern Englisch lernen und mit einem Computer arbeiten », sagt Kim. Die 22-Jährige wirkt so jung und dynamisch, wie man es in Nordkorea sonst nirgendwo erlebt. Kim ist eine von 220 nordkoreanischen Angestellten, seit vier Jahren im Hotelrestaurant. Chinesisch habe sie sich selbst beigebracht, sagt sie mit leuchtenden Augen. «Ich spreche gern mit den chinesischen Gästen.»

Nach China darf Kim natürlich nicht reisen. Auch das chinesische und japanische Satellitenfernsehen in den Hotelzimmern ist für sie tabu. Nordkoreaner dürfen von Staats wegen nur einen einzigen Propagandasender sehen, der vor allem die Heldentaten des «Geliebten Führers» Kim Jong Il preist. Das «Emperor» ist auch das einzige Hotel im Land mit einem Pornofernsehkanal. Sex ist im chinesischen Tourismusgeschäft wichtig. «Unsere erfahrenen Masseusen werden sicherstellen, dass sich jeder Zentimeter ihres Körpers entspannt», wirbt die im Keller gelegene Hotelsauna. Nachts sitzen junge Chinesinnen, die Gesichter stark geschminkt, in der angrenzenden Karaoke-Bar und lächeln den Männern zu.

«Stinkende Karten»
«Choi pai!», ruft Herr Wang und wirft verärgert seine Karten auf den Spieltisch – «stinkende Karten!» Wang ist aus der nordchinesischen Stadt Shenyang nach Rason gekommen, um für zwei Tage zu spielen. «Dreihundert Dollar liege ich im Minus», sagt er. Das Casino, ein grosser, mit Teppich ausgelegter Raum, ist rund um die Uhr geöffnet. Schon am Nachmittag ist die Hälfte der Tische besetzt. An den meisten wird Bakkarat und Blackjack gespielt. Am Eingang stehen mehrere Reihen einarmiger Banditen, die offenbar gebraucht aus den USA nach Nordkorea gekommen sind. «Nevada Nickels» und «Money Maker» steht auf den Maschinen. Zwei junge Chinesen, jeder mit einer Zigarette in der Hand, werfen Münzen ein. Wie fast alle Gäste sind sie mit einer Reisegruppe gekommen. 750 Yuan kosteten die Einreiseerlaubnis und zwei Übernachtungen – 115 Franken. Von der nordkoreanischen Stadt Rason oder der Umgebung haben sie nichts gesehen. «Wir sind nur zum Spielen hier», erklärt einer.

Es ist der Spieltrieb, der trotz der mühevollen Anreise die Chinesen nach Nordkorea treibt. Um nach Rason zu fahren, brauchen Chinesen ein spezielles Ausreisezertifikat. In dem kleinen Grenzhaus durchleuchten nordkoreanische Soldaten mit groben Gesichtern alle Taschen. aus Angst vor Spionen ist die Einfuhr von Mobiltelefonen streng verboten. Weil in Nordkorea alle Radios so eingestellt sind, dass nur die staatlichen Propagandasender empfangen werden können, darf man auch keine Radios mitbringen. Unsere Grenzkontrolle dauert mehr als eine Stunde. Ein Soldat tastet uns am Körper ab. Ein anderer blättert argwöhnisch die mitgebrachten Zeitschriften und Bücher durch. Danach wird jedes Druckerzeugnis in eine Liste eingetragen. Das Regime will verhindern, dass sich unzensierte Informationen im Land verbreiten.

Das Hotel «Emperor» verdankt seine Existenz dem verstorbenen Diktator Kim Il Sung und den Vereinten Nationen. 1994, drei Jahre vor seinem Tod, hatte der «Grosse Führer» und Vater des heutigen Diktators in den Städten Rajin und Sonbong eine Sonderwirtschaftszone ausgerufen. In der Hoffnung, dass Nordkorea den chinesischen Weg der Wirtschaftsreformen einschlagen könnte, entwarf das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) Pläne für einen Handelsfreiraum zwischen Nordkorea, China und Russland. Pjöngjangs Regime erklärte das Gebiet zur «Rajin-Sonbong-Freihandelszone» und lud Investoren ein.

Undurchsichtige Geschäfte
Die Pläne fielen bald in sich zusammen. Die nordkoreanischen Kader wollten zwar Geld aus dem Ausland kassieren, für bessere Strassen und andere Infrastrukturmassnahmen wollten sie jedoch nichts ausgeben. Schätzungen zufolge flossen bis 2000 nur 35 Millionen Dollar an Investitionen in die mittlerweile in Rason umgenannte Zone. Einzig die Hongkonger Emperor Group, eine in vielen Branchen tätige Finanzfirma, wagte mit dem Casinohotel eine Grossinvestition. Drahtzieher des Geschäfts ist Albert Yeung, einer der reichsten und mächtigsten Tycoons in Hongkong. Yeung war im vergangenen Jahr wegen Korruptionsvorwürfen kurzzeitig in Haft. Auch die Geschäfte im nordkoreanischen Casino sind undurchsichtig. Bezahlt werden kann nur in bar und mit chinesischen Yuan oder US-Dollar – vieles davon ist angeblich chinesisches Schwarzgeld. 300'000 Dollar soll der Chef einer chinesischen Ölfirma aus Yanji im Casino verspielt haben. «Dann hat er sich im Keller des Hotels erhängt», berichtet ein Chinese, der regelmässig nach Rason kommt.

Stadtrundfahrt am frühen Abend. Frau Pak besteht darauf, dass wir mit einem eigenen Bus durch Rason fahren. In vielen der kahlen Plattenbauten brennt kein Licht, nur wenige Autos sind zu sehen. Wir sehen ärmlich gekleidete Nordkoreaner, die offenbar lange Strecken zu Fuss zurücklegen. Unser erster Stopp ist der Buchladen für Auslandssprachen: In einem dunklen Raum hinter verstaubten Vitrinen liegen die Werke der beiden Kim- Diktatoren. Der neuste erhältliche Stadtplan ist von 1996. Als wir zu Fuss durch die Stadt laufen wollen, drängt uns Frau Pak wieder in den Bus. Immerhin erlaubt sie uns einen Besuch des Marktes: Auf kleinen Decken auf dem Erdboden verkaufen alte Frauen Gemüse. Nebenan gibt es Batterien, Seifen und andere Haushaltsgegenstände aus China. Im Vergleich zum Grossteil des Landes, wo Nordkoreaner Hunger leiden, ist die Versorgung in Rason vergleichsweise gut.

Im Casino herrscht mittlerweile Hochbetrieb. Seit Stunden sitzen die chinesischen Gäste an den Spieltischen, rauchen und fluchen. Damit niemand müde wird, schenken zwei nordkoreanische Angestellte Cola und Tee aus. Am Eingang zum Casino kommt es kurz zu Handgreiflichkeiten, als zwei Nordkoreaner versuchen, heimlich in das Casino zu kommen. «Dieses Land ist verrückt. Die sind noch immer in der Kulturrevolution», sagt ein chinesischer Geschäftsmann.

Unser Mitreisender Kong wird am nächsten Morgen 1000 Dollar gewonnen haben. «Mit den Mädchen war leider nichts», sagt er und reibt sich die Müdigkeit aus den Augen. Frau Pak sass seit frühmorgens in der Hotellobby, um zu verhindern, dass wir allein in die Stadt gehen. Vor der Abreise will sie die Busgebühren vom Vortag kassieren. Bezahlt werden soll in chinesischen Yuan. Wie viel wir ihr schulden? «Je mehr, desto besser», sagt die Kaderfrau.

Saludos

El Cubanito Suizo

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