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 Lateinamerika und karibische Inseln ( kleine und große Antillen)
vilmaris
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Tanz den Pinochet
14.01.2005 18:46

Tanz den Pinochet

Von Florian Borchmeyer, Santiago de Chile

12. Januar 2005 Nach langem Tauziehen gelingt es dem chilenischen Richter Juan Guzmán, den früheren Diktator Augusto Pinochet unter Arrest zu setzen. Ein bedeutender Schritt, den General a.D. für die Verbrechen der Militärdiktatur und den Terror der „Operation Condor” zur Verantwortung zu ziehen. - In Santiago de Chile findet nach zähen Verhandlungen mit einigen konservativen Stadträten erstmals in Südamerika eine Loveparade statt. Mit rund 200 000 Teilnehmern ist der Techno-Karneval die größte öffentliche Veranstaltung in der Geschichte Chiles der vergangenen Jahrzehnte.


Zwei Meldungen, die dieser Tage die chilenischen Medien beherrschen. So unzusammenhängend sie auch erscheinen mögen, erweisen sich doch beide Ereignisse als unterirdisch kommunizierende Röhren. „Im Jahre 1989 fiel in Berlin die Mauer und fand die erste Loveparade statt. Im selben Jahre fand hier die Militärdiktatur ihr Ende. Kein Mensch in Chile hätte es in diesem Moment für möglich gehalten, daß es hier jemals eine Loveparade geben könnte. Und viel weniger noch, daß Pinochet jemals vor Gericht gestellt würde”, analysiert Marcelo Trivelli, vom amtierenden Präsidenten Ricardo Lagos eingesetzter Präfekt von Santiago und vehementer Verfechter der Veranstaltung. Er gehört zu einer Generation von Politikern, die es sich zum Ziel gesetzt haben, nach eineinhalb Jahrzehnten aus dem Schatten der Diktatur zu treten, da deren Nachwirkungen allenthalben noch in der chilenischen Gesellschaft spürbar sind.

Kampf um den öffentlichen Raum

Daß in einem politischen Übergangsprozeß ausgerechnet Dr. Mottes buntem Techno-Karneval eine eminente Bedeutung zukommt, ist für die Ausrichter der chilenischen Loveparade, angeführt von Manuel Martínez, genannt „Capitán Cianuro”, keine Selbstüberschätzung. „Wir sind in einem System aufgewachsen, in dem bereits das Zusammenkommen von fünf Menschen als umstürzlerische Zusammenrottung galt”, so der Achtunddreißigjährige, der selbst Ende der Achtziger in der Bürgerbewegung gegen die Diktatur aktiv war.

„Eine Party auf der Straße? Undenkbar! Eine ganze Generation erlebte statt dessen die Ausgangssperre. Und das hat sich bis heute in den Köpfen der Generation unserer Eltern festgesetzt.” Aus dem unverfänglichen Motto der Parade „¡Sal a la calle y baila!” - „Raus auf die Straße und tanz!” spricht daher ein rebellischer Kampf der Jungen fürs Recht auf öffentlichen Raum.

Aus der Halblegalität ins Zentrum

1994 gründete Capitán Cianuro das Techno-Kollektiv „Euphoria”, zusammen mit den Kindern von Exilanten aus dem Umkreis der gestürzten Allende-Regierung, die nach dem Abtritt Pinochets aus Europa in ihre Heimat zurückgekehrt waren und die neue elektronische Musikbewegung mitgebracht hatten.

Erst viel später gelang es ihnen, aus ihrer halblegalen Nischenexistenz ins Zentrum der Öffentlichkeit vorzudringen. Seinen Kulminationspunkt fand dieser Prozeß in einem riesigen „Open Rave” vor dem Regierungspalast La Moneda in Santiago: präzise jenem Ort, der durch die Bombardierung von seiten der Pinochet-Putschisten am 11. September 1973 und den Tod Salvador Allendes weltweit zu trauriger Berühmtheit gelangt war.

Barrieren zwischen den Bevölkerungsgruppen einreißen

Trotz solch starken politischen Symbolwerts geht es den Veranstaltern aber gerade um einen Ausbruch aus einem Zwang zum Politischen, der seit den Zeiten der Diktatur jegliche Form von öffentlicher Zusammenkunft mit dem pejorativen Beigeschmack einer Protestbewegung gegen die Regierenden belegte. „Vor jeglichem Akt der politischen Meinungsäußerung kommen die vitalen Grundbedürfnisse: leben, sich freuen, tanzen zu dürfen”, betont Cianuros Mitstreiter DJ Zikuta. „Und genau das hat man uns unter der Diktatur systematisch verboten.”

Die chilenische Loveparade-Bewegung zielt daher darauf ab, durch ein gemeinsames Zusammenkommen auf der Straße die Barrieren zwischen den Bevölkerungsgruppen einzureißen, zwischen links und rechts, Arm und Reich und Alt und Jung. „In Berlin fiel 1989 eine Mauer aus Stein. Das ging schnell. Unser Übergang ist komplexer. Denn hier steht die Mauer in den Köpfen der Menschen. Und diese Mauer wollen wir endlich zum Einsturz bringen.”

Spaß in Chile

Was das in die Wirklichkeit umgesetzt bedeutet, läßt sich am besten am Hergang der Loveparade selbst ablesen. Als in der Hitze des chilenischen Sommers bei 35 Grad im Schatten nicht allein die Stimmung an ihren Siedepunkt gelangt und die tanzende Menge in rhythmischer Ekstase im Chor um „¡Agua! ¡Agua!” bettelt, verwandelt sich das Zentrum von Santiago zum Szenario einer pittoresken Wasserschlacht. An die Fenster und Balkone der umliegenden Gebäude treten Nachbarn aller Couleur, vom Rentner bis zum Jugendlichen, vom Spießer bis zur buntgeschminkten Tunte, in der Hand einen Eimer, einen Gartenschlauch oder einen Duschkopf, um Fluten über die fröhlich skandierende Menge zu gießen.

Selbst die Feuerwehr läßt sich nicht lumpen. Sie rückt mit ihren Einsatzwagen an, um ihre Löschschläuche auf die tanzende Masse zu richten. Verblüfft sind darüber sogar die Verantwortlichen der Stadtregierung wie der junge Kulturreferent Santiagos, José Joaquín Valenzuela. „Viele haben Ausschreitungen und den Einsatz von Wasserwerfern befürchtet. Aber daß die Feuerwehrbeamten zum Spaß junge Raver naßspritzen, ist völlig verrückt. So etwas hat es in Chile noch nie gegeben.”

Bizarre Widersprüche

Lieber Wasser als Waffen: ein Konsens, der alle Bevölkerungsgruppen zu vereinen scheint. Begeistert ist selbst die konservative Presse, entgegen allen Zweifeln im Vorfeld. Chiles größte Tageszeitung „El Mercurio” titelt vollmundig: „Die Loveparade revolutioniert Santiago”. Einige Seiten weiter im Leitartikel findet sich eine leidenschaftliche Eloge auf die visionäre Wirtschaftspolitik General Pinochets und sein heilsames Wirken auf die politische Öffnung des Landes.

Der blutige Diktator als Demokratiebringer - Chile bleibt ein Land bizarrer Widersprüche. Doch daß beide Positionen koexistieren können, in einer Gesellschaft und sogar einer einzigen Zeitungsredaktion, beweist, daß der von den Loveparade-Gründern angestrebte Wandel unaufhaltsam ist.


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