Insel im Zeichen der Dollars

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18.08.2004 07:19
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#1 Insel im Zeichen der Dollars
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Rey/Reina del Foro

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Insel im Zeichen der Dollars

Pilgerfahrten (4): Kuba, einst Bordell und Kasino der USA

Dort, wo du nicht bist, ist das Glück. Aber ist nicht wenigstens ein Sehnsuchtsort erreichbar, durch Hinreisen, Dasein, Anschauen? Von Wallfahrten - ganz persönlichen, privaten - zu heiligen und unheilvollen Pilgerstätten berichten die Beiträge unserer sommerlichen Reihe.

Von Alex Schütz

Ich muss Ihnen gleich am Anfang etwas gestehen. Ich habe eine Schwäche für Kuba. Ich besitze Devotionalien von Ernesto Che Guevara. Ich habe mehr Bücher über die kubanische Revolution als über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gelesen. Und ich reagiere - einige meinen ausgeprägt ungesund - hellhörig, wenn der Name Fidel Castro erwähnt wird. Bevor Sie jetzt vorschnell mit dem Kopf nicken und sich denken "Ach, so einer!", muss ich Sie enttäuschen. Nein, ich bin kein Kommunist. Aber ich hatte schon immer eine Schwäche für Kuba, insbesondere für Havanna. Und da sitzen Kommunisten, sagt man.

Dabei ist diese Insel nur eine von vielen in der Karibik. Und sicher nicht die schönste. Es ist die jüngere Geschichte, die diesen kleinen Flecken Erde so berühmt und noch mehr berüchtigt gemacht hat. Sicher, Bayern und Baden-Württemberg sind zusammen genauso groß wie Kuba. Aber können Sie mir ein Beispiel nennen, wo wegen dieser zwei Bundesländer die Welt den Atem angehalten hätte? Sehen Sie! Auf der Zuckerrohrinsel sitzt aber Fidel Castro, der Máximo Líder, der die Großen das Fürchten gelehrt hat.

In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war Kuba das Bordell Amerikas. Eine Hochburg der Mafia. Was in den Vereinigten Staaten nicht erlaubt war, betrieb man achtzig Meilen vor der Südspitze Floridas im Exzess: das Glücksspiel und die Hurerei. Sergeant Fulgencio Batista Zaldívar, seinerzeit Präsident, sah tatenlos zu, kassierte ab und hatte keinerlei Skrupel mitanzusehen, wie sein Volk verarmte und verhungerte.

Der Rest ist Umsturz. 1953 unternimmt eine Guerillatruppe zum ersten Mal den Versuch, das Regime zu kippen. Der Aufstand vom 26. Juli scheitert, aber im zweiten Anlauf, 1959, muss Batista fliehen, die kubanische Revolution nimmt ihren Lauf. Aus dem Hinterhof großkapitalistischer Nordamerikaner soll ein friedliches Land werden, in dem Bildung und Wohlstand zur Maxime werden, unter sozialistischen Vorzeichen. Das kleine Kuba, der David sozusagen, hat es dem Goliath gezeigt. Die US-Invasion in der Schweinebucht 1961 scheitert, die sonstigen Attentatsversuche auf Castro und seine Barbudos misslingen. Weil Nikita Chruschtschow seine Spielchen treiben muss, steht die Welt im Oktober 1962 kurz dem Atomkrieg.

Und das soll faszinieren? Nein. Aber Kuba ist eines der wenigen Länder dieser Erde, wo es keinen McDonald"s gibt. Es hat hervorragende Dichter und Sänger hervorgebracht, seine Wissenschaftler genießen enorme Reputation, und auch 45 Jahre nach der kubanischen Revolution vergeht kein Jahr, in dem nicht Fidel Castro und seine República international de Cuba für Aufsehen sorgen. Das schafft nicht einmal Edmund Stoiber.

Derart fasziniert von der Geschichte und inspiriert von den Bildern südamerikanischer Lebenslust macht man sich also auf nach Kuba. Nicht nach Varadero, in das Getto der Touristen, sondern nach La Habana, mitten ins Herz, mitten in die Altstadt. El Presidente sieht es nicht so gerne, wenn Ausländer mit der Bevölkerung in Kontakt treten, in Privatunterkünften wohnen und dadurch keine Dollars für die vom Staat zertifizierten Touristenbetriebe abfallen.

Die Desillusionierung beginnt am Flughafen bei der Einreisekontrolle. Wer noch die DDR erlebt hat und von West- nach Ost-Berlin wollte, kennt die Schleusen, durch die man beim Grenzübertritt treten musste. Tür auf, reingehen, Tür zu, ein böse dreinblickender Mensch prüft die Papiere, dann drückt er auf einen Knopf und eine zweite Türe öffnet sich. Eine Eins-zu-eins-Abbildung ist auf dem Flughafen José Marti International anzutreffen, ein Gerücht besagt, dass diese Einreiseschalter ein Geschenk Erich Honeckers an den Máximo Líder gewesen sind. Türe auf. Lächeln. Hilft nichts. Reisepass vorzeigen. Visum. Rückflugticket. Den Voucher für das Hotel in Havanna. Er ist nur für eine Nacht gültig. Damit beginnen die Probleme.

Wo wird man nächtigen? Was man auf der Insel überhaupt so lange machen wolle? Ob man wisse, dass es verboten sei, bei Privatpersonen zu übernachten? Mit einer Armada an Lügen und der Auskunft, im mondänen und sündhaft teuren Hotel Nacional eine Reservierung zu haben, darf man endlich ins gelobte Land. "Taxi, senor? Good price, my friend!" Hilfe. In Havanna angekommen, setzt sich der Spießrutenlauf fort. Ist das Sozialismus, wenn alle nur Dollar wollen? Die Währung auf Kuba ist der Peso, aber fast niemand lässt es unversucht, statt Peso erst einmal den gleichen Betrag in Dollar zu verlangen. Für einen Dollar bekam man vor vier Jahren zwanzig Peso.

Dass Ry Cooder lügt, war mir klar, dass sein Film "Buena Vista Social Club" nicht der Realität entspricht, ebenfalls. Aber dass Havanna, das sich mir in mehreren Wochen erschließt, sich immer mehr zum Albtraum entwickelt, habe ich mir nicht vorstellen können. Dass ich ein Gringo bin, ist mir anzusehen. Aber wenn ich ehrlich bin, sieht man nicht den Gringo in mir, sondern Dollarzeichen auf meiner Stirn. Dabei will ich doch das untouristische Havanna entdecken!

Aber kaum in einer Bar angekommen, habe ich zwanzig "Freunde", die allesamt ein Bier, meine Nike-Airmax-Turnschuhe oder Dollar haben wollen. Ich bin noch nie so schnell von so vielen hübschen Frauen angesprochen worden. Wie bitte, dass sie nicht wirklich mit mir sprechen wollen. Die Jineteras, wie sie von den Kubanern genannt werden, haben sich darauf spezialisiert, "nett" zu Ausländern zu sein. Tagsüber sieht man sie an der Seite von europäischen Männern, die ihnen in den Dollarshops Dessous, Markenartikel und Haushaltswaren kaufen. Was für ein Armutszeugnis für dieses Land!

Und ich dachte, die Zeiten, in denen Kuba das Bordell Amerikas war, wären vorbei. Heute scheint es das Puff der Welt zu sein. Man ist den Tränen nahe, wenn man dicke alte Männer sieht, die sich für einige Tage ihre Latina halten - und umgekehrt: blasse, verknöcherte europäische Frauen stellen stolz ihren knackigen Latino zur Schau und kleiden ihn neu ein.

Überall jagen die Menschen den Dollars hinterher. Zum Teil kann ich sie verstehen, mit Pesos kommt man nicht sehr weit. Und die Touristen verteilen ja großzügig die Dollarscheine und tragen dazu bei, dass die Jungen nicht mehr in die Schule gehen - mit Betteln, Koffertragen oder als Jinetera lässt sich ein Vielfaches von dem verdienen, was ein kubanischer Arbeiter erhält. Meine Bekannten in La Habana und Santiago de Cuba wissen um den Ausverkauf ihrer Insel. Sie wissen um das Unheil, das der Tourismus mit sich bringt. Aber nach der Zeitenwende von 1989 fließt kein Geld mehr vom großen sozialistischen Bruder, und der große kapitalistische Bruder USA unternimmt alles in seiner Macht Stehende, damit Kuba nicht am Welthandel teilnehmen darf. Da bleibt als Einnahmequelle nur noch der Tourismus.

Trotzdem versöhnt mich manches wieder mit diesem Land. Das Bildungsniveau der Menschen ist unglaublich hoch, ich bin mir sicher, dass sie bei Pisa einen der vordersten Plätze belegen würden. Du kommst aus Stuttgart? Wirkten da nicht Schiller, Mörike, Hesse? Wir diskutieren "Unterm Rad" und das "Glasperlenspiel", ich muss Fragen über die Entwicklung des deutschen Programmkinos nach Fassbinder beantworten. In Gedanken erinnere ich mich an Reisen in die USA, wo die Menschen Stuttgart lediglich als "City of Daimler" und München mit "Octoberfest" assoziieren konnten.

Sechs Wochen Kuba können sehr desillusionierend sein. Vielleicht sollte man aber einfach nicht so naiv sein und glauben, dass es die letzte Bastion ist, die sich dem Kapitalismus widersetzt.

Artikel aus der
Stuttgarter Zeitung
vom 18.08.2004




Moskito


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18.08.2004 07:46 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2004 08:27)
avatar  el lobo
#2 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
Du kommst aus Stuttgart

AAh ANGOLA
Oder anders ausgedrückt Das die geografischen
Kenntnisse der Cubaner für einen der vorderen PISA
Plätze reichen würde wage ich stark zu bezweifeln.
Das sie Schiller und Hesse kennen die nicht mal hier
allen bekannt sind, von Mörike ganz zu schweigen,
gehört ebenso ins Reich der Fabel. Dafür wissen
aber alle wo und wann J.Marti einen PEO hat "fliegen"
lassen.
Im übrigen ist der Artikel gelinde gesagt derart farblos
und die Wiederholung dessen was schon tausend Reporteros
einschlägiger Boulevardblätter irgendwann mal geschrieben
haben. gähn,gähn
MfG El Lobo


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18.08.2004 08:16
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#3 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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( Gast )

In Antwort auf:
ich bin mir sicher, dass sie bei Pisa einen der vordersten Plätze belegen würden.

Da hätte ich große Zweifel, zumindest wenn es neutrale Prüfer gegeben hätte (ob die Prüfungen in den einzelnen Ländern wirklich vergleichbar waren, ich habe da selbst ohne die Könige der Manipulation aus Kuba, starke Zweifel) - aber es ist wirklich Schade das Kuba nicht an Pisa teilgenommen hat.
Das wird böse enden!


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18.08.2004 08:20
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#4 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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( Gast )

In Antwort auf:
Das sie Schiller und Hesse kennen die nicht mal hier
allen bekannt sind, von Möricke ganz zu schweigen,
gehört ebenso ins Reich der Fabel.

Der Mann hat halt die letzte Germanistikstudentin kennengelernt, die nicht lieber den dünneren Schmöker auswählt und die nicht nur Deutsch lernt, weil sie mit der Marktlücke "Alemanes" bessere "Jobchancen" hat.
Das wird böse enden!


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18.08.2004 08:35 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2004 09:17)
avatar  jemen
#5 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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super Mitglied

In Antwort auf:
die Wiederholung dessen was schon tausend Reporteros
einschlägiger Boulevardblätter irgendwann mal geschrieben
haben. gähn,gähn

immerhin habe ich dazugelernt, dass "der" Puff auch "das" Puff heißt. Wußte ich nicht. Ansonsten ist das eben die Sicht eines Stuttgarter Bildungsbürgers. Was kann man da schon erwarten? Natürlich die übliche Entrüstung über dickbäuchige Europäer und blasse Touristinnen! Der Mann hat offensichtlich in den Spiegel geschaut und ist dann von seiner bürgerlich christlichen Moral erwischt worden. Also macht er sich lieber nicht lächerlich, verzichtet auf Sex und spricht über Mörike. Schönen Urlaub wünsch ich allen ewuewus....


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18.08.2004 08:42 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2004 08:42)
avatar  el lobo
#6 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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Rey/Reina del Foro

GENAU SO IST ES - TOLLE ZUSAMMENFASSUNG DES
(NICHT)GESCHEHENS
MfG El Lobo


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18.08.2004 08:43
avatar  TJB
#7 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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TJB
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In Antwort auf:
"der" Puff auch "das" Puff

Lieber eine Schwester im Puff, als ein Bruder beim Bund.


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18.08.2004 09:10 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2004 09:18)
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#8 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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( Gast )

In Antwort auf:
Weil Nikita Chruschtschow seine Spielchen treiben muss, steht die Welt im Oktober 1962 kurz dem Atomkrieg.
Weiss der Herr nicht, dass die USA Atom-Raketten schon jahrelang in der Türkei und BRD stationiert waren und die Entfernung zu Moskau ist die Gleiche wie von Kuba bis Washington. Warum dürfte SU nicht das gleiche Recht haben, wie USA?
Und besonders nach Playa de Giron!

In Antwort auf:
Wo wird man nächtigen? Was man auf der Insel überhaupt so lange machen wolle? Ob man wisse, dass es verboten sei, bei Privatpersonen zu übernachten? Mit einer Armada an Lügen und der Auskunft, im mondänen und sündhaft teuren Hotel Nacional eine Reservierung zu haben, darf man endlich ins gelobte Land.

Wenn ein Land vom überstarken Nachbar 1961 praktisch angegriffen wurde und seit Jahrzehnten die Drohung in der Luft schwebt das nächste Mal das gründlich zu machen, dann darf man diesem Land zugestehen, dass sie doch fragen dürfen, was ein Tourist 6 Wochen im Land machen wird, besonders deswegen, wenn er im Hotel National übernachten wird. (So habe ich das verstanden)


In Antwort auf:
Aber kaum in einer Bar angekommen, habe ich zwanzig "Freunde", die allesamt ein Bier, meine Nike-Airmax-Turnschuhe oder Dollar haben wollen.
Er mekkert, dass Buena Vista Social Club eine Lüge ist, was ich nicht so empfinde. Hier lügt er offensichtlich.
Aus den 23 Monaten in Habana und 2 Besuchen in Oriente, war ich von Einzelnen in seinem Sinne angesprochen worden. Schon praktisch ist es unmöglich, dass in einer Bar ihn 20 Jungs anbetteln. Weil er sich so ernst ausgibt aber hier so lügt, darf man seine Beobachtugen anzweifeln, was ich damit nicht sagen möchte, das er auch Recht hat.


In Antwort auf:
Man ist den Tränen nahe, wenn man dicke alte Männer sieht, die sich für einige Tage ihre Latina halten - und umgekehrt: blasse, verknöcherte europäische Frauen stellen stolz ihren knackigen Latino zur Schau und kleiden ihn neu ein.
Seine Welt- und Menschensicht ist rassistisch. Woher nimmt er sich das Recht die alte dicke Männer und verknöcherte Frauen als menschlichen Abfall zu betrachten.

Da möchte ich schon etwas mehr sagen.
Das sind genau die Deutschen die dem Hitler gejubelt haben und nach Polen und dann Frankreich, Balkan und dann in die SU mit grossem Hurra einmarschiert sind. Mit Gedanken und Überzeugung dass die Deutschen den Slawen und anderen Rasssen überlegen sind.
Oder der heutiger Volksheld Stauffenberg: Man soll seine begeisterte Briefe aus Belgien lesen, wie er bei Champagner und Langustas Vormarsch feiert und als er merkt, dass der Krieg nicht zu gewinnen ist, will er seinen Herren töten.

In Antwort auf:
Du kommst aus Stuttgart? Wirkten da nicht Schiller, Mörike, Hesse? Wir diskutieren "Unterm Rad" und das "Glasperlenspiel", ich muss Fragen über die Entwicklung des deutschen Programmkinos nach Fassbinder beantworten.

Der Herr ist weitgehend ein weltfremder Mann.


Moskito!
Ich verstehe dich nicht. Du kennst seit vielen jahren LA und in letzten Jahren insbesondere Kuba, weil du mit einer Kubanerin lebst.
Ich vermisse bei dir DEINE Berichte.
Oder ist die Selbst-Zensur so stark, dass dich das hindert zu schreiben, was du denkst?

Gruss
josé


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18.08.2004 09:33
avatar  TJB
#9 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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TJB
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In Antwort auf:
dicke Männer

Wie machen Männer Strandgymnastik? Bauch einziehen, sobald sie einen Bikini sehen.


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18.08.2004 09:56
avatar  Moskito
#10 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
Aus den 23 Monaten in Habana...
hast du es wirklich 23 Monate in Havana ausgehalten? Ich immer nur 3 Tage.

Moskito


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18.08.2004 10:05 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2004 10:06)
avatar  Moskito
#11 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
Moskito!
Ich verstehe dich nicht. Du kennst seit vielen jahren LA und in letzten Jahren insbesondere Kuba, weil du mit einer Kubanerin lebst.
Ich vermisse bei dir DEINE Berichte.
Oder ist die Selbst-Zensur so stark, dass dich das hindert zu schreiben, was du denkst?

Was genau verstehst du nicht?
Ich schreibe eigentlich immer was ich denke. Nur manchmal wird man etwas überdrüssig, vor allem wenn alles schon 1000 gesagt wurde...
Übrigens, einen Artikel ins Forum stellen, heißt nicht automatisch, dass man sich inhaltlich damit identifiziert. Und sooo unlesenswert finde ich die Desillusionierung des Schwaben letztlich gar nicht.

Moskito


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18.08.2004 10:20 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2004 10:25)
#12 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
Und ich dachte, die Zeiten, in denen Kuba das Bordell Amerikas war, wären vorbei. Heute scheint es das Puff der Welt zu sein. Man ist den Tränen nahe, wenn man dicke alte Männer sieht, die sich für einige Tage ihre Latina halten - und umgekehrt: blasse, verknöcherte europäische Frauen stellen stolz ihren knackigen Latino zur Schau und kleiden ihn neu ein.


Klasse formuliert.
In Antwort auf:
Das Bildungsniveau der Menschen ist unglaublich hoch, ich bin mir sicher, dass sie bei Pisa einen der vordersten Plätze belegen würden. Du kommst aus Stuttgart? Wirkten da nicht Schiller, Mörike, Hesse? Wir diskutieren "Unterm Rad" und das "Glasperlenspiel", ich muss Fragen über die Entwicklung des deutschen Programmkinos nach Fassbinder beantworten.
Jetzt übertreibt er aber bissel. Nach so hochgeistigem wurde ich in 5 Jahren nicht ein einziges mal gefragt. Und wo Weimar liegt, wußten allenfalls ein paar ehemalige Gastarbeiter, der Rest kannte weder Goethe noch Schiller vom Namen her.

Und was Pisa betrifft, da sind unsere pickelfressigen Basecapträger auch nicht schlechter in Mathe, als dort jeder zweite Kellner oder Kassierer.

e-l-a


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18.08.2004 10:44
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#13 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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TJB
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In Antwort auf:
dicke Männer

Ein voller Bauch,
ein voller Tank und etwas
Vollschlankes im Bett, das ist Freiheit
made in Germany.


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18.08.2004 14:46
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#14 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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( Gast )

In Antwort auf:
Woher nimmt er sich das Recht die alte dicke Männer und verknöcherte Frauen als menschlichen Abfall zu betrachten

wo tut er das denn, bitteschön??
In Antwort auf:
Das sind genau die Deutschen die dem Hitler gejubelt haben und nach Polen und dann Frankreich, Balkan und dann in die SU mit grossem Hurra einmarschiert sind. Mit Gedanken und Überzeugung dass die Deutschen den Slawen und anderen Rasssen überlegen sind.

und mit dieser aussage wäre ich an deiner stelle auch sehr, sehr vorsichtig!! woraus schließt du das??


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18.08.2004 19:20 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2004 19:31)
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#15 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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( Gast )

Moskito
Ich lebe ziemlich einfach. 15 Monate habe ich gearbeitet. Alleine zu reisen gefällt mir nicht und ich brauche sehr viel Zeit, dass ich mit anderen Menschen einen vertrauensvoller Kontakt herstelle. Nur Bla Bla gefällt mir nicht.

Mit deinem Wissen und Erfahrung könntest du interessante Berichte schreiben, über Alltag oder z. B. Geschichten zu deinen Fotos. Da sind sicher einige interessante Leute dabi deren Geschichte interessant wäre.
Dass man dafür viel Zeit braucht - ich mindestens, weiss ich.

Wullp
Lies nochmal den ganzen Absatz woher der Satz stammt.
Das dürfte ausreichen um meine Aussage zu bestätigen.
Wenn eine Person schreibt, dass ihm die Tränen kommen, wenn er nicht junge Begleiter der Kubanern sieht, dann darf ich behaupten, dass das die rassistische Gedanken sind. Die von ihm gennante Personen dürften sich nach seiner Meinung nicht, in der Gesellschaft so wie die Anderen benehmen: Deswegen Abfall.

Das eine Zeitung aus einer grossen Stadt solche abwertende Aussagen zulässt, denke ich, dass auch sie nicht die Problematik solchen Aussagen verstehen und deswegen habe ich das vom Krieg geschrieben. Wenn noch im Juni 1940 - nach Frankreich Feldzug - die überwältigende Mehrheit der Deutschen dem Hitler gejubelt hat, ist die grundsätzliche Ursache bei den Medien, die eben nicht gegen Rassismus, gegen Krieg und Mehrwertigkeitsgefühl der Deutschen gegen über den Anderen gekämpft haben.
Es gab Köpfe in D, die wussten, dass Krieg in die Katastrophe führen wird. Nur es war zu spät, dass sie ihre Stimme offen äussern konnten.

In diesem Zusammenahng muss ich auch behaupten, dass ein Ausländer in D in Allgemeinen es besser hat, als in anderen Ländern. Ich habe mich mit Vielen, die in Anderen Ländern arbeiten, unterhalten und auch die Anderen meinen, dass man D es besser hat.

Und zu Kuba
Man muss schon bei den rassistischen Ansätzen seine Stimme erheben. So lange man das noch kann. Für die Kuba die Stimme heute zu erheben, bedeutet auch die kolonialisierende Politik der USA zu bekämpfen.
Und es ist nicht so abwegig zu vermuten, dass es nur die Frage der Zeit ist, wann auch deutsche Politik in Washington bestimmt werde.

Es wird oberflächig auf Vieles geschimpft und Castro und Sozialismus und und nicht effektvolle Bürokratie und Wirtschaft.
Die Kubaner leben seit 1959 in ständiger Angst, dass sie vom überstarken Nachbar besetzt werden. Unter solchen Umständen kann sich kein lebendiger Organismus gesund entwickeln. Nicht alle Mängel aber Einige ganz bestimmt, haben hier ihre Ursahe .

Gruss
José


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18.08.2004 21:01
avatar  derhelm
#16 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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Forums-Senator/in

In Antwort auf:
Die Kubaner leben seit 1959 in ständiger Angst, dass sie vom überstarken Nachbar besetzt werden. Unter solchen Umständen kann sich kein lebendiger Organismus gesund entwickeln. Nicht alle Mängel aber Einige ganz bestimmt, haben hier ihre Ursahe .

Diese Angst wird den Cubanern durch ihre eigene Regierung bewusst eingeredet. Du scheinst auch schon Opfer dieser Propaganda zu sein. Solange in Cuba kein Bürgerkrieg herrschen wird, wird die USA es nie wagen Truppen nach Cuba zu schicken. Und wenn dieser Fall doch eintreten sollte, würde dies nur im Rahmen einer UNO-Mission geschehen.
Ich halte diese Prognose für am realistischsten.
Du schreibst, dass sich wegen dieser Bedrohung nie ein lebendiger Organismus entwickeln konnte, der Grund für das Scheitern liegt wohl eher daran, dass dieser Oragnismus jahrzehntelang am sowjetischen Tropf hing ohne die Notwendigkeit eine effiziente Wirtschaft aufzubauen, die sich selbst tragen kann. Diese Fehlentwicklung kann man nicht in 10 Jahren korrigieren.
Selbst andere ehemalige sozialistische /kommunistischen Länder in Osteuropa mit besseren Ausgangsbedingungen und ohne Isolation haben das im gleichen Zeitraum auch nicht geschafft, sind aber auf einem eindeutig besserem Wege.


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18.08.2004 23:20
avatar  derhelm
#17 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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Forums-Senator/in

In Antwort auf:
Da möchte ich schon etwas mehr sagen.
Das sind genau die Deutschen die dem Hitler gejubelt haben und nach Polen und dann Frankreich, Balkan und dann in die SU mit grossem Hurra einmarschiert sind. Mit Gedanken und Überzeugung dass die Deutschen den Slawen und anderen Rasssen überlegen sind.
Oder der heutiger Volksheld Stauffenberg: Man soll seine begeisterte Briefe aus Belgien lesen, wie er bei Champagner und Langustas Vormarsch feiert und als er merkt, dass der Krieg nicht zu gewinnen ist, will er seinen Herren töten.

Du hast jahrelang in Deutschland gelebt, scheinst aber das Land wegen seiner Geschichte zu hassen, obwohl selbst Du wahrscheinlich kaum etwas davon persönlich erlebt haben kannst.
Alt-Nazis mit chica am Arm auf Cuba??? Habe ich das richtig verstanden?
Stauffenberg angreifen, weil sein Gewissen ihn erst später in zum Hitler-Attentäter hat werden lassen?
Er war Offizier, also hat er zum einen erstmal seinen Job gemacht und auch die Privilegien als solcher genossen.

Wer hat bei deinen Beiträgen eigentlich noch den Durchblick???



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19.08.2004 00:36
avatar  jeff
#18 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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spitzen Mitglied

In Antwort auf:
Alt-Nazis mit chica am Arm auf Cuba??? Habe ich das richtig verstanden?

Habe bei meinem ersten Aufenthalt '95 in Havanna einen Münchner Ex-SSler dort kennengelernt. Und der hatte auch eine Kubanerin am Arm.
Mittlerweile dürfte ihn sein X-tes Schlägle hinweg gerafft haben, sicherlich steht auf seinem Grabstein: Er hatte nicht viel Geist aufzugeben.

¡Danilismo o muerte!


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19.08.2004 10:01
avatar  Moskito
#19 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
Diese Angst wird den Cubanern durch ihre eigene Regierung bewusst eingeredet. ..... Solange in Cuba kein Bürgerkrieg herrschen wird, wird die USA es nie wagen Truppen nach Cuba zu schicken.
derhelm, bist du der Meinung, für das kubanische Volk mache es einen Unterschied, ob diese Bedrohung real oder fiktiv ist?
Und sicher ist auch, dass die Bedrohung nicht nur eingebildet und erdacht war (ist).

Man lese z.B. Operation Northwoods

Moskito


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19.08.2004 10:10
avatar  TJB
#20 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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TJB
Top - Forenliebhaber/in

In Antwort auf:
Solange in Cuba kein Bürgerkrieg herrschen wird, wird die USA es nie wagen Truppen nach Cuba zu schicken.

Vor einem großen Krieg geht es erst auf Angsthasenjagd.


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19.08.2004 10:20
avatar  Moskito
#21 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
Diese Angst wird den Cubanern durch ihre eigene Regierung bewusst eingeredet. ..... Du scheinst auch schon Opfer dieser Propaganda zu sein.
In Antwort auf:
20.03.2003 (WD/RS)
Die Nachrichten sind manipuliert und zensiert, die Weltöffentlichkeit wird brüskiert und übergangen.
Der amerikanische Militärschlag gegen den Irak hat heute begonnen.
Die diplomatischen Anstrengungen vieler Staaten konnten dies nicht verhindern.
Die UNO wurde von den USA praktisch an die Wand gespielt.
Millionen Menschen, die mit der Hoffnung auf den Sieg der Vernunft und Fairness weltweit für eine friedliche Lösung demonstrierten, wurden bitter enttäuscht und sind fassungslos.
Die Vereinigten Staaten von Amerika setzen sich über UNO- Resolutionen und das Völkerrecht hinweg.
Was in den Köpfen der Verantwortlichen und ihrer Anhänger vorgeht, verstehen die meisten nicht mehr.
Was bis heute hinter den Kulissen des Weissen Hauses geplant wurde und noch wird, wissen wir nicht.
Dazu haben wir keinen Zugang.

Wir möchten im folgenden die möglichen Denk- und Arbeitsweisen der CIA am Beispiel eines Dokuments aus der Zeit der Cuba-Krise darstellen.
Die sogenannte "Operation Northwoods" ist ein inzwischen veröffentlichtes Geheimpapier aus dem Jahr 1962. Es wurde diskutiert, mit welchen Mitteln man die Öffentlichkeit und die Vereinten Nationen bewusst täuschen und manipulieren könnte, um einen Krieg gegen Kuba zu entfachen.
Es wird exakt dargestellt, wie man mit Hilfe der Medien ein Feindbild produziert.

Der Northwoods-Plan zeigt, wie politische Gegner zu Todfeinden gemacht werden können. Auch im Falle des Iraks geschah dies über Jahre hinweg.


Nun, Opfer der Propaganda sind wir doch alle, leider sehen wir es meist nur bei den Anderen.

Moskito


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19.08.2004 16:39 (zuletzt bearbeitet: 19.08.2004 16:40)
avatar  ( Gast )
#22 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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( Gast )

In Antwort auf:
WD/RS

Walter Döbler und Renie M. Stickel


Herr Döbler, Betreiber von http://www.newsatelier.de, sollte berufsbedingt eigentlich einen klaren Blick für den Ist-Wert besitzen...

YB

PS:

In Antwort auf:
Nun, Opfer der Propaganda sind wir doch alle, leider sehen wir es meist nur bei den Anderen.

Den Spruch drucke ich mir gleich aus und steck ihn in einen Glückskeks.


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19.08.2004 17:38 (zuletzt bearbeitet: 19.08.2004 17:40)
avatar  Moskito
#23 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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Rey/Reina del Foro

Bobo-leo, immer so verkrampft...

Moskito


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19.08.2004 18:10 (zuletzt bearbeitet: 19.08.2004 18:21)
avatar  ( Gast )
#24 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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( Gast )

@ Mokerle


Ja ja , ist schon manchmal ein Krampf mit den Kollateralschaden-Kumpels aus der Blockadehochburg, die gerne in trüben Quellen fischen.


Bleibe aber trotzdem immer locker,denn Ich finde deren Weltbild nett und bei echten "Giiinters-Gedankenblitzen" bin ich sogar begeistert.


Yer Baby !


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19.08.2004 19:56
avatar  derhelm
#25 RE:Insel im Zeichen der Dollars
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Forums-Senator/in

Moskito,

natürlich gab und gibt es in den USA etliche Leute die gerne einen Krieg gegen Cuba angezettelt hätten.
Abgesehen von der halbherzig unterstützten Invasion in der Schweinebucht, die allerdings nicht durch US-Truppen durchgeführt wurde, haben sich diese Gruppen nicht durchgesetzt. Das haben die letzten 45 Jahre gezeigt und dabei wird es meiner Prognose nach auch bleiben, so lange kein Bürgerkrieg auf Cuba ausbricht.

Das in der Politik gelogen und mit falschen Beweisen gearbeitet wird ist nichts neues, der Irakkrieg war ein trauriger Höhepunkt dieses Vorgehens. Das hat auch die amerikanische Öffentlichkeit zuenehmend erkannt und etwas vergleichbares wird sich vorerst nicht wiederholen. Bush wird hoffentlich gekickt und trifft treibend auf dem Meer auf seinen Kollegen Castro.

Das wir alle Propaganda ausgesetzt sind ist richtig, die Frage ist nur, wie stark diese auf einen selbst abfärbt und mit welchen alternativen Informationsmöglichkeiten dieser begegnen kann.
Deswegen sind Cubaner die größeren Opfer als wir!



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