Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?

  • Seite 3 von 3
17.08.2004 15:56 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2004 15:59)
avatar  jemen
#51 RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
super Mitglied

In Antwort auf:
chulo, es geht durchaus bergauf in Kuba mit Prositution, Kriminalität, Diskrepanz zwischen Dollarbesitzenden und Nicht-Dollarbesitzenden
du nennst hier die negativen Begleiterscheinungen der erzwungenen teilweisen Öffnung für den globalen Markt. Trotzdem hat Kuba viele der sozialistischen Errungenschaften behaupten können und nimmt deshalb heute einen guten Mittelplatz auf dem Human Development Index der UN ein: Platz 52. Vergleiche das mal mit der Nachbarinsel: Dominikanische Republik auf Platz 95, Haiti auf Platz 153. Übrigens EU-Anwärter Türkei steht auf Platz 88. Gewertet werden neben dem Bruttoinlandsprodukt, die Lebenserwartung und die Bildung. http://hdr.undp.org/statistics/
Und in punkto wirtschaftlicher Entwicklung ist doch statistisch erwiesen, dass es seit 1994 wieder langsam bergauf geht. Lies mal hier http://www.indembassyhavana.cu/commercia...nyEcoIndicators oder im CIA Factbook.
Aber das müsste doch eigentlich auch ohne Statistik klar sein, z.B. wenn man durch Havannas Altstadt geht. Die Restauration der Kolonialbauten geht behutsam aber sicher vorwärts. Im privatwirtschaftlichen Bereich, also bei Casas, Paladares, Taxis etc. gibt es auch auf der ganzen Insel erhebliche Fortschritte. Und egal wie man über die Verbreitung westlicher Konsumartikel denken mag - auch das ist ein Zeichen für wirtschaftliche Entwicklung, sogar ziemlich rasant...


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2004 16:11 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2004 16:22)
avatar  Moskito
#52 RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
In Kuba geht es langsam bergauf.
Dazu eine Einschätzung des Auswärtigen Amtes. (Den kompletten Artikel in einem eigenen Thread)
In Antwort auf:
Die seit 1993 durchgeführten, vorsichtigen Liberalisierungsschritte im Wirtschaftsbereich - wie die Freigabe des Dollarbesitzes für Kubaner, die Ermöglichung ausländischer Investitionen, die Förderung des Tourismus, die Wiedereröffnung von Agrarmärkten und die begrenzte Zulassung von Kleinstunternehmern in bestimmten Bereichen - sollen das zentral gelenkte Wirtschaftssystem effizienter gestalten, ohne dass aber ein Systemwandel beabsichtigt wäre. Diese Maßnahmen haben die Situation der Bevölkerung z.T. verbessert, aber auch soziale Unterschiede vergrößert. Inzwischen lässt die kubanische Wirtschaft aber wieder steigende Zentralisierungstendenzen erkennen.

Kuba gilt in der Region als einer der Vorreiter im Bereich Umweltschutz und erneuerbare Energien, sehr oft können die Vorstellungen aber aufgrund knapper Devisen nicht umgesetzt werden.


Moskito


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2004 16:21 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2004 16:22)
avatar  Moskito
#53 RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
Das die Situation im Dezember 2003, als wir in Cuba waren, paradiesisch war verglichen mit der Situation jetzt.
Elisabeth, ich war im Februar und im Juni 2004 in Kuba, wir haben regelmäßig Telefonkontakte, Emailkontakte mit verschiedenen Personen dort, aber für eine dramatische Verschlechterung der Situation, verglichen mit dem Jahre 2003, gab es keine Hinweise.

Du legst doch sonst Wert auf Ausgewogenheit in der Berichterstattung, bei deinen eigenen Beiträgen sehe ich diesen Anspruch oft nicht verwirklicht.

Moskito


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2004 17:52
#54 RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
Forums-Senator/in

In Antwort auf:
Elisabeth, ich war im Februar und im Juni 2004 in Kuba, wir haben regelmäßig Telefonkontakte, Emailkontakte mit verschiedenen Personen dort, aber für eine dramatische Verschlechterung der Situation, verglichen mit dem Jahre 2003, gab es keine Hinweise.

Tja, unsere Kontakte weisen eben darauf hin, dass sich die Situation tatsächlich verschlechtert hat (das "dramatisch" ist von dir, darf ich darauf hinweisen?). Unsere Kontakte sind fast täglich, weil wir durch die Firma meines Mannes beruflich intensiv mit Cuba zu tun haben.

Vorgestern haben wir uns von den 7 Musikerinnen verabschiedet, die wir seit 2. April hier auf Besuch hatten. Dieser Besuch hat ebenfalls tägliche Kontakte mit Cubanern in und ausserhalb Cuba generiert, fast alles Menschen, denen es in Cuba nicht allzu schlecht geht.

Die e-mails für die Damen, die hier fast täglich eintrafen, habe ich hie und da - zwangsläufig, weil sie nun mal an unsere Adresse gingen - gelesen. Auch daraus ging sehr oft die Verzweiflung der Familienmitglieder in Santiago hervor. Ihr wird wieder sagen, alles Theater um an den USD zu kommen. Zu einem kleinen Teil mag das stimmen, aber: es handelte sich hier um Bitten und Mitteilungen an Cubanerinnen die normalerweise in Cuba leben.

Ich versuche, auch schon aus Rücksichtnahme mit den Tätigkeiten meines Lebenspartners, Verständnis für die Sicht der Cubaner aufzubringen die nun mal in ihrem Land leben müssen und wollen. Allerdings sind die Cubaner, mit denen wir in Kontakt sind, sich der Realität ihres Landes sehr bewusst, haben ihre Propagandasprüche schon längst weit hinter sich gelassen und korrigieren mich, wenn ich zur Aufheiterung mal was Nettes im Sinne von: "immerhin hat die Revolution erreicht, dass ihr noch ein ruhiges, nicht so stressiges Leben wie wir, führen könnt" versuche.

Es ist mir bewusst, dass du diese Realitäten nicht wahrhaben willst, weil sie nicht in dein Weltbild passen, versuche du aber doch mal, etwas Verständnis für die Cubaner aufzubringen die finden, dass das Resultat der FC-Revolution katastrophal ist.


Elisabeth


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2004 18:00
#55 RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
Forums-Senator/in

In Antwort auf:
Dies ist vielleicht die Situation, die Elisabeth mit ihrer Schwiegertochter beschreiben will, denn die Gehälter sind wahrscheinlich nicht gestiegen.

Nein, das ist nicht so. Meiner Schwiegertochter geht es finanziell gar nicht so schlecht. Ihr Mann verdient sein Gehalt teils in USD, sie selbst hat für cubanische Verhältnisse auch ein gutes Gehalt und wir helfen ebenfalls.

Nein, es ist die Ohnmacht, die Perspektivlosigkeit und, zum besseren Verständnis: die Angst um ihrer kleinen Tochter die wochenlang krank war und jetzt total geschwächt ist und nichts mehr essen will. Sie bräuchte vor allem Eisen und das ist in Santiago nicht erhältlich. Momentan auch nicht in der USD-Apotheke.


Elisabeth


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2004 18:14
#56 RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
Forums-Senator/in

In Antwort auf:
Bist du in den letzten Jahren auch im Lande herumgereist, oder beschränken sich deine Aufenthalte auf Santiago bzw. bei deiner Familie dort?

Ich war in den letzten Jahren viel in Santiago Stadt und Provinz, in den Provinzen Granma und Holguin, aber auch immer wieder in Havanna. Allerdings meist nur kurz, so 2-5 Tage.

Vor anderthalb Jahren sind wir mit meinem Mann zusammen mit einem Mietauto quer durch Cuba gereist, also Santiago, den Umweg über Niquero und Manzanillo, dann nach Camaguey (2 Tage), Caibairien und Cayo las Brujas, Matanzas und dann Havanna. Wir kommen bei allen unseren Reisen sowohl bei den Verwandten, als auch in Casas Particulares, in Touristenhotels und manchmal sogar Pesos-Hotels unter. Also die ganze Palette, je nachdem was gerade am jeweiligen Ort möglich ist.

Schön, dass du betonst, dass dir Polemik bei deiner Frage fern liegt. Es ist mir klar, dass unsere Sichtweise verschieden ist und verschieden sein muss, denn wir verkehren nicht in den gleichen Kreisen und schwerpunktmässig auch nicht an den gleichen Orten. Meine Reisen (jetzt 19, bald 20 innerhalb von 10 Jahren) führten mich doch vorwiegend in die Oriente.


Elisabeth


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2004 18:59 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2004 19:08)
avatar  ( Gast )
#57 RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
( Gast )

Elisabeth

In Antwort auf:
Sie bräuchte vor allem Eisen und das ist in Santiago nicht erhältlich. Momentan auch nicht in der USD-Apotheke
Ich meine es ernst.
Nach einigen Diskusionen im TV und Gesprächen mit den Ärzten ist es nur in Ausnahmefällen sinnvoll die Surrogate der Vitaminen und sonstigen Extrakten zu nehmen.
Es sollen grundsätzlich immer die Mängelelemente aus den natürlichen Produkten genommen werden.

Aus GU-Nährwert Tabelle

Eiseninhalt in mg auf 100gr.

Hühnergelb 7.2
Rindleber 12
Schweineleber 22 Die höchste Konzentration von Eisen .
Getreide um 3
Keime um 9
Hülsenfrüchte um 5 - 10
Kakaopulver 12

Weil es in Kuba - mindestens in Havanna Supermercado Miramar 70 immer Leber gibt, denke ich, dass auch anderswo möglich ist, Leber zu kaufen.

Da ich noch Vertrauen in die Lebensmittelprodukte in Kuba habe, habe ich nach etwa 30 Jahren wieder mir die Rind- oder Schweinleber in Kuba vorbereitet.
Ich weiss, dass ich mich auch sehr irren kann, was die Reinheit der Leber dort betrifft.

Gruss
José


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2004 20:22 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2004 20:23)
avatar  errue ( gelöscht )
#58 RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
errue ( gelöscht )

Leider den falschen Teil fett gedruckt, der zweite Satz ist der entscheidende:

In Antwort auf:
Diese Maßnahmen haben die Situation der Bevölkerung z.T. verbessert, aber auch soziale Unterschiede vergrößert. Inzwischen lässt die kubanische Wirtschaft aber wieder steigende Zentralisierungstendenzen erkennen.

Was nützt einem ein noch so toller Wohlstandsindex, wenn man in einem totalitären Staat lebt? Wenn man tagtäglich damit rechnen muss, dass irgendwelche sozialistischen Spinner sich wieder etwas Neues einfallen lassen, was die Freiheit weiter einschränkt? Wenn Opposition zu 15 Jahren Knast führt?
Die Cubaner sind der Willkür ihrer Regierung ausgeliefert, da ist nichts mit "Montagsdemonstrationen" gegen die Einschränkung der Privatwirtschaft, die Preiserhöhungen, die Senkung der Zuckerzuteilung auf der Libretta etc. Da muss stillgehalten werden. Und eben dieses hat sich in den letzten Jahren verstärkt, das bisschen, was an Freiheit möglich war, wird konsequent verfolgt und immer weiter eingeschränkt.
Deswegen geht es den Menschen dort schlechter!

errue
_________________________________________________
CUBA LINKS


 Antworten

 Beitrag melden
18.08.2004 00:21
avatar  ( Gast )
#59 RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
( Gast )

In Antwort auf:
Weil es in Kuba - mindestens in Havanna Supermercado Miramar 70 immer Leber gibt

Klar, die Verhältnisse in Miramar sind absolut typisch für Gesamtkuba, wenn man etwas in Miramar kriegt, kriegt man das erst recht in den Barrios von Santiago oder auf dem Campo!!! Joe1, was hast Du für die Leber bezahlt? Ein Monatsgehalt?

Klar wird Leber auch illegal unter der Hand verkauft. Wo die dann her kommt ist bei Gutierrez nachzulesen! ¡Que rico!


Das wird böse enden!


 Antworten

 Beitrag melden
18.08.2004 00:38
avatar  ( Gast )
#60 RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
( Gast )

Quesito Ok OK
Als ich das, nach dem Speichern ins Forum, gelesen habe,
war mir klar, dass ich: "Weil es in Kuba" löschen müsste.
Ich glaube 8$/kg.
Aber ich habe die Leber bei einem Deutschen in Alamar kiloweise in seinem Kühlschrank gesehen und auch in Oriente bei der Familie wo ich war gab es einmal Leber. Aber sie war Krankenschwester und er Busfahrer, so dass sie schon ihre Kanäle haben zu solchen Sachen zu kommen.

Ich schreibe immer wieder.
Die Leute sollen im Forum ihre Geschichten und Beobachtungen schreiben, nur so kommt näher zu den Leuten, wie sie leben.

Gruss
José


 Antworten

 Beitrag melden
18.08.2004 08:27
avatar  Moskito
#61 RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
Rey/Reina del Foro

In Antwort auf:
Tja, unsere Kontakte weisen eben darauf hin, dass sich die Situation tatsächlich verschlechtert hat
Na Elisabeth, dann hilf doch mal meinem eingeschränkten, starren, ideologisch verblendeten Weltbild auf die Sprünge und konkretisiere deine Aussagen, was genau verschlechterte sich von "vergleichsweise paradiesischen Zuständen (2003)" zu heute?

Moskito


 Antworten

 Beitrag melden
20.09.2009 19:17
avatar  Karo
#62 RE: RE:Zehn Jahre später - Was ist aus ihnen geworden?
avatar
Rey/Reina del Foro

Zitat von joe1
Quesito Ok OK
Als ich das, nach dem Speichern ins Forum, gelesen habe,
war mir klar, dass ich: "Weil es in Kuba" löschen müsste.
Ich glaube 8$/kg.
Aber ich habe die Leber bei einem Deutschen in Alamar kiloweise in seinem Kühlschrank gesehen und auch in Oriente bei der Familie wo ich war gab es einmal Leber. Aber sie war Krankenschwester und er Busfahrer, so dass sie schon ihre Kanäle haben zu solchen Sachen zu kommen.

Ich schreibe immer wieder.
Die Leute sollen im Forum ihre Geschichten und Beobachtungen schreiben, nur so kommt näher zu den Leuten, wie sie leben.

Gruss
José



Makaber, makaber, meine Suegra ist grad im Krankenhaus

(aus der Fundgrube Forum)


 Antworten

 Beitrag melden
Seite 3 von 3 « Seite 1 2 3 Seite »
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!