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Dieses Thema hat 19 Antworten
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chavalito
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Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 11:43
Redefreiheit in Venezuela

von Greg Grandin
24.06.2007 — Alternet / ZNet

Die Regierung von Venezuela hat sich entschlossen, die Sendelizenz für RCTV, einem der ältesten und größten oppositionellen TV-Sender, nicht zu erneuern, als seine Lizenz am 27 Mai ausgelaufen ist. Die US-Medien, mit der Berichterstattung der letzten 8 Jahre fortfahrend, ergriffen diese Gelegenheit dies als Anschlag auf die Pressefreiheit darzustellen.

Es ist nicht klar, warum ein Fernsehsender, der weder in der USA oder einem anderen demokratischen Staat eine Sendelizenz erhalten hätte, diese in Venezuela bekommen sollte. Aber das ist keine Frage, die in den Presseberichten oder Leitartikeln gestellt wird.

RCTV beteiligte sich aktiv an dem von der USA unterstütztem Putsch, durch den der demokratisch gewählten Präsident Hugo Chavez 2002 kurzzeitig gestürzt wurde. Der Sender förderte die Regierung, die nach dem Putsch eingesetzt wurde, und berichtete nur aus der Sicht seiner Befürworter. ls der Putsch scheiterte, zensierte und unterdrückte der Sender den Informationsfluss.

Selbst wenn man RCTV's Rolle in dem Putsch ignoriert, würde die Sendelizenz in den USA, Europa oder einem anderen Staat, der die öffentlichen Fernsehwellen kontrolliert, schon vor Jahren entzogen worden sein. Während des Ölstreiks in den Jahren 2002-2003 rief der Sender wiederholt dazu auf, sich zu beteiligen und die Regierung zu stürzen. Der Sender fälschte zudem Anklagen wegen Mordes gegen den Staat und verbreitete durch das Benutzen von Grafiken und gewalttätigen Bildern seine hasserfüllten Ansichten.

Die ganze Idee, dass die Meinungsfreiheit in Venezuela gefährdet ist, ist ein Witz fuer jeden, der in den letzten acht Jahren dort war. Die meisten Medien in Venezuela werden immer noch von Leuten kontrolliert, die strikt (manchmal gewalttätig) gegen die Regierung sind. Dieses wird auch dann noch so sein, wenn RCTV nur noch über Satellit und Kabel zu empfangen sein wird. Überall in den elektronischen Medien kann man Kritik an dem Präsidenten und der Regierung in einer Art und Weise hören, die in man in den großen Medien der USA nicht hören könnte. Man stelle sich den [rechtsaussen stehenden Fernsehkommentator] Rush Limbaugh waehrend des Impeachments gegen Clinton vor, 50fach, aber mit viel weniger Sorge um zutreffende Fakten.

Betrachten wir irgendeine Zeitung - El Universal und El Nacional sind die beiden groessten - dann versuchen die meisten Schlagzeilen, die Regierung schlecht aussehen zu lassen. Oder drehen wir das Radio auf: Das meiste, was man hören kann, ist gegen die Regierung. Das Fernsehen hat inzwischen zwei von der Regierung betriebene Sender, aber diese gleichen lediglich den restlichen, oppositionellen Teil des Programms aus. Venezuela hat insgesammt mehr oppositionelle Medien als die USA.

Tatsaechlich wird dieser Schritt, wenn die Regierung ihr Versprechen wahr macht und die Sendelizenz an die Allgemeinheit übergibt, um ein vielschichtiges Programm zu erstellen, die Meinungsfreiheit in Venezuela erhöhen, anstatt sie zu unterdruecken, wie die Medien und einige opportunistische und schlecht informierte Politiker behaupten.

Traurigerweise sind einige Menschenrechtsbeamte, ohne die Details zu kennen, in den medialen und politischen Chor eingefallen. In einer Pressemeldung sagt Jose Miguel Vivanco, der amerikanische Direktor von Human Rights Watch: "RCTV abzuschalten ist ein ernsthafter Schlag gegen die Meinungsfreiheit in Venezuela". (Natürlich wird RCTV nicht 'abgeschaltet',da es sein Programm noch weiter über Kabel und Satellit senden kann.) Aber in einem Interview in der gleichen Woche verkündetet Vivacano eine andere Sicht und kritisierte "die, die behaupten, dass die Tatsache, dass die Chavez-Regierung die Sendelizenz nicht erneuert hat, an sich auf die Verletzung der Meinungsfreiheit hindeutet. Das ist Unsinn ... Du bist als privater Konzern kein Anrecht darauf, dass dein Vertrag mit der Regierung für immer erneuert wird." Warum sollte also ein Sender, der die grundsätzlichsten Regeln der Sendelizenz verletzt hat, berechtigt sein, ein weiteres staatlich sanktioniertes zwanzigjaehriges Nutzungsrecht zu bekommen?

Es überrascht nicht, dass die monopolisierten Medien hier das "Recht" der rechten Medien verteidigen, die Fernsehwellen zu kontrollieren. Trotzdem waere es nett, wenn wir hier ueber beide Seiten der Medaille erfahren wuerden - wie es die Venzuelaner durch ihre groesseren Medien kriegen, die grade jetzt mit vielen Artikeln und Sendungen gegen (wie auch fuer) die Entscheidung der Regierung gefüllt sind. Dann könnten sich die Amerikaner ihre eigenen Gedanken machen, ob dieses wirklich ein Problem der "Redefreiheit" ist. Ist das zu viel verlangt, das von unserer eigenen "freien" Presse zu fordern?

Greg Grandin lehrt Lateinamerikanische Geschichte an der American New York University und ist Autor einiger Bücher einschließlich des kürzlich veröffentlichten "Empire's Workshop: Latin America, the United States, and the Rise of the New Imperialism."

Orginalartikel: Free Speech in Venezuela
Übersetzt von: Daniel Pleus

http://zmag.de/artikel/Redefreiheit-in-Venzuela

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ElHombreBlanco
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#2 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 12:17
ZNet verbreitet nur pro-venezolanische (pro-chavistische) Statements (aka Propaganda).

Reporter Ohne Grenzen und Human Rights Watch sind übrigens komplett anderer Meinung.

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user
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#3 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 12:33

Sehr guter Beitrag Chavalito, danke!!!!
Ich bin schon lange der Meinung Chavez gehöre zu den Demokratischten Präsidenten der Welt, ein garant einer demokratischen Welt, so nannte Albert Einstein den Besten Präsidenten den Venezuela jemals hatte, unseren Hugo Chavez.

chavalito
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#4 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 12:37
Zitat von ElHombreBlanco
ZNet verbreitet nur pro-venezolanische (pro-chavistische) Statements (aka Propaganda).

Und wenn die morgen schreiben, die Erde sei eine Kugel, ist es natürlich auch nur eine Propaganda-Lüge.

EHB, du solltest die Dinge mal mit etwas offenerem Geist betrachten und nicht alles nur nach dem starren Schwarz-Weiss-Motto "Schublade auf, rein damit, Schublade zu" beurteilen. Dann würde dir auffallen, dass auch in linken Publikationen (selbst Granma u.ä.) gelegentlich Wahrheiten bzw. objektive Einschätzungen verbreitet werden!
(Gleiches gilt übrigens auch für rechte Publikationen wie z.B. "Junge Freiheit")

Und im Fall Venezuela von einer akuten Bedrohung/Einschränkung der Meinungsfreiheit zu sprechen, ist (wie der Autor richtig bemerkt) nur ein Witz!!

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ElHombreBlanco
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#5 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 12:56

Zitat von chavalito
Und im Fall Venezuela von einer akuten Bedrohung/Einschränkung der Meinungsfreiheit zu sprechen, ist (wie der Autor richtig bemerkt) nur ein Witz!!

Wie gesagt: Führende NGOs, die venezolanische Kirche, die OAS usw. sind da komplett anderer Meinung. Die in dem Artikel vorgebrachten Argumente sind alle altbekannt und voll auf Linie der venezolanischen Staatspropaganda. Nur mit der Realität haben sie IMHO wenig zu tun, denn wenn man sich mit Chávez gutstellt, wie der Chef von Venevision und verspricht einen Schmusekurs zu fahren, dann darf man auch die Lizenz behalten.

Übrigens ist RCTV auch auf Kabel und Satellit abgeschaltet worden und durfte den dortigen Sendeplatz an TVes abgeben. Seit Mitte Juli senden sie wieder auf einem anderen Kanal. Reichweite nur noch 35-40% der Bevölkerung gegenüber 98% vorher.

Der einzige richtige Oppositionssender ist nur noch Globovision. Der Rest ist Pro-Chávez oder hält sich fein raus aus der Politik.

Übrigens schon mal was von cadenas gehört? Da darf Chávez kostenlos Propaganda auf allen Kanälen machen (ähnlich wie beim mesa redonda in Kuba).

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chavalito
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#6 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 13:45
Zitat von ElHombreBlanco

Wie gesagt: Führende NGOs, die venezolanische Kirche, die OAS usw. sind da komplett anderer Meinung.
Wo ist eigentlich Don Olafio?

Manchmal vermisse ich ihn.
Denn der gute alte Olaf hätte dir jetzt eine Flut von Artikeln und Links um die Ohren gehauen, aus denen ersichtlich würde, welche Interessengruppen sich hinter vielen dieser NGO´s verbergen, in welcher engen Beziehung die katholische Kirchenhierarchie seit Jahrzehnten zur venezuelanischen Oligarchie (Hugos Todfeinden) gestanden hat, welchen Einfluss die US-Regierung weiterhin (wenn auch etwas vermindert) in der OAS hat..........warum also insgesamt die "komplett andere Meinung" der genannten Institutionen (milde ausgedrückt) mit Vorsicht zu genießen ist!!

Wie gesagt, Don Olafio hätte sich diese Mühe gemacht.
Ich bin zu faul. Ich vertraue auf Schilderungen wie die eines Bekannten (kein Linker, perfekt die Sprache beherrschend), der vor einigen Wochen aus Venezuela zurückkam und ähnliche Beobachtungen machte wie der Autor des obigen Artikels, nämlich eine weiterhin deutliche Anti-Chavez-Schlagseite in zahlreichen elektronischen und Printmedien und insgesamt eine rege, demokratische Meinungsvielfalt allerorten!
Also alles noch im grünen Bereich.

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chico tonto
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#7 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 14:08

In Antwort auf:
Wo ist eigentlich Don Olafio?



Das frage ich mich auch schon seit Wochen. Hoffentlich hat er "nicht die Brocken (bezüglich des Forums) hingeworfen".

user
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#8 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 14:12

In Antwort auf:
Ich vertraue auf Schilderungen wie die eines Bekannten (kein Linker, perfekt die Sprache beherrschend),


Du vertraust auf irgendwelche Leute??? Das ist nicht dein ernst oder???

In Antwort auf:
der vor einigen Wochen aus Venezuela zurückkam und ähnliche Beobachtungen machte wie der Autor des obigen Artikels, nämlich eine weiterhin deutliche Anti-Chavez-Schlagseite in zahlreichen elektronischen und Printmedien und insgesamt eine rege, demokratische Meinungsvielfalt allerorten!
Also alles noch im grünen Bereich.


Mein Gott ich bin keine Venezuela kenner, aber was da enteignet wird und alles vorsich geht, hat doch mit Demokratie nichts mehr zu tun. Um das zu sehen braucht man nicht besonders helle zu sein. Es fliessen Gelder aus Venezuela ab, die Venezuelaner bringen ihr Geld ins Ausland, verlassen das Land, trotz den Geldern aus den USA entsteht ein deffizit. Wo ist da was im grünen Bereich??????? Wenn das Oel alle ist "Good bye Venezuela"

Chavalito du könntest sogar noch den Propaganda Minister von Sadam Hussein schlagen, da habe ich sogar mit G. Bush was gemeinsam, wir sahen gerne seine Propaganda Sendungen.
Mag sich noch jemand an den Bauern erinnern der mit einer Flinte aus dem 19. Jahrhundert einen Helikopter abgeschossen hat.

chavalito
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#9 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 14:19

Zitat von Esperro
Es fliessen Gelder aus Venezuela ab, die Venezuelaner bringen ihr Geld ins Ausland, verlassen das Land, trotz den Geldern aus den USA entsteht ein deffizit. Wo ist da was im grünen Bereich???????
Esperro, es geht hier um das Thema Meinungsfreiheit/Medienvielfalt/Demokratie (nur hierauf bezieht sich der "grüne Bereich") und nicht um die ökonomischen Motive einiger wohlhabender Venezolaner, ihr Kapital ins Ausland zu schaffen.
Das ist eine andere Diskussion.

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#10 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 14:46

In Antwort auf:
Esperro, es geht hier um das Thema Meinungsfreiheit/Medienvielfalt/Demokratie


Demokratie hat auch was mit einem Rechtstaat zu tun, wo man nicht Enteignet werden kann. Freies Mitspracherecht in allen Themen und das ist in Venezuela nicht gegeben, deshalb verlassen alle das Land.

user
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#11 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 14:48

In Antwort auf:
und nicht um die ökonomischen Motive einiger wohlhabender Venezolaner, ihr Kapital ins Ausland zu schaffen.



Wenn die spanisch sprechenden Europäer Venezuela verlassen, jene des Mittelstandes
500-1500$/Monat kann man nicht von einigen wohlhabenden reichen Personen reden.

chavalito
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#12 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 16:36

Diese Leute verlassen Venezuela aus rein ökonomischen Gründen (die aus ihrer Perspektive verständlich und nachvollziehbar sind, würde ich an ihrer Stelle wahrscheinlich genauso machen)!

Sie gehen nicht, weil sie befürchten müssten, wegen ihrer politischen Ansichten die Arbeit zu verlieren, willkürlich ohne anwaltlichen Beistand verurteilt zu werden, im Knast zu landen oder gar ihr Leben zu verlieren.
Sie gehen nicht, weil sie Repression befürchten müssten, wenn sie an Anti-Chávez-Demos teilnehmen, sich Anti-Chávez-Parteien anschließen oder sonstwie öffentlich am Präsidenten Kritik üben.
Sie gehen nicht, weil sie gezwungen wären, ihre Kinder in staatlichen Schulen oder Unis einer systematischen Indoktrinierung unterziehen zu müssen.
Sie gehen nicht, weil sie es leid wären, in allen Lebensbereichen bespitzelt zu werden und deshalb nicht mehr offen ihre Meinung mehr äussern könnten.

Denn in Venezuela herrscht (noch) eine funktionierende Demokratie!
DARUM geht es in diesem Thread, Esperro!

(Übrigens kehren auch immer mehr Deutsche ihrem Land den Rücken. Die Gründe sind vielfältig. Aber genau wie in Venezuela gehen diese Leute sicher nicht, weil in Deutschland eine Diktatur droht!)

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#13 RE: Redefreiheit in Venezuela
31.07.2007 16:55

In Antwort auf:
Denn in Venezuela herrscht (noch) eine funktionierende Demokratie!


Das sehe ich nicht so, aber ich gönne dir deine Leidenschaft es ist immer toll das Feuer in sich zuspüren.

Manzana Prohibida
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Rey/Reina del Foro

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#14 RE: Redefreiheit in Venezuela
01.08.2007 00:16
Zitat von chavalito
Sie gehen nicht, weil sie befürchten müssten, wegen ihrer politischen Ansichten die Arbeit zu verlieren, willkürlich ohne anwaltlichen Beistand verurteilt zu werden, im Knast zu landen oder gar ihr Leben zu verlieren.Sie gehen nicht, weil sie Repression befürchten müssten, wenn sie an Anti-Chávez-Demos teilnehmen, sich Anti-Chávez-Parteien anschließen oder sonstwie öffentlich am Präsidenten Kritik üben.Sie gehen nicht, weil sie gezwungen wären, ihre Kinder in staatlichen Schulen oder Unis einer systematischen Indoktrinierung unterziehen zu müssen.Sie gehen nicht, weil sie es leid wären, in allen Lebensbereichen bespitzelt zu werden und deshalb nicht mehr offen ihre Meinung mehr äussern könnten.Denn in Venezuela herrscht (noch) eine funktionierende Demokratie!
Es geht zwar um Redefreiheit in Venezuela, aber unwillkürlich habe ich "Sie gehen nicht" mit "Sie wollen gehen" und "Chavez" durch "FC" ersetzen müssen und schon war ich in einem anderen Land

Toleranz als gesellschaftliche Tugend wird meist von Denen gefährdet, die unter ihren Schutz fallen.

Don Arnulfo
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#15 RE: Redefreiheit in Venezuela
14.08.2007 18:50

Zitat von chavalito
Zitat von ElHombreBlanco

Wie gesagt: Führende NGOs, die venezolanische Kirche, die OAS usw. sind da komplett anderer Meinung.
Wo ist eigentlich Don Olafio?
Manchmal vermisse ich ihn.



kommt sicher bald wieder mit Beiträgen, ist (war) heute Online

chico tonto
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#16 RE: Redefreiheit in Venezuela
14.08.2007 18:57

In Antwort auf:
kommt sicher bald wieder mit Beiträgen, ist (war) heute Online


wird aber auch Zeit

don olafio
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#17 RE: Redefreiheit in Venezuela
15.08.2007 01:16

Zitat von chavalito
Zitat von ElHombreBlanco

Wie gesagt: Führende NGOs, die venezolanische Kirche, die OAS usw. sind da komplett anderer Meinung.
Wo ist eigentlich Don Olafio?
Manchmal vermisse ich ihn].
Denn der gute alte Olaf hätte dir jetzt eine Flut von Artikeln und Links um die Ohren gehauen, aus denen ersichtlich würde, welche Interessengruppen sich hinter vielen dieser NGO´s verbergen, in welcher engen Beziehung die katholische Kirchenhierarchie seit Jahrzehnten zur venezuelanischen Oligarchie (Hugos Todfeinden) gestanden hat, welchen Einfluss die US-Regierung weiterhin (wenn auch etwas vermindert) in der OAS hat..........

Naja, da isser wieder.

Die letzten Wochen waren denn doch etwas sehr stressig (trabajo, trabajo bzw. dawaij, dawaij, rabotajet) - aber was hilfts: Vermieter und Stromanbieter wollen ja auch leben...- außerdem hab ich mir ja in den Kopf gesetzt, im Winterhalbjahr nach Bolivien.. - kurzum: Ich bin alt und brauchte das Geld...

Zur Sache: Ich denke nicht, dass dass man bezüglich Rede- oder Pressefreiheit in Venezuela noch viel neues sagen muss - es wurde alles schon X-Mal heruntergebetet

( http://www.kubaforen.de/topic-threaded.p...message=7496582 )

und die seltsamen - wiewohl durch die hiesigen Medien unisono verbreiteten - Falschmeldungen werden auch durch die tausendste Wiederholung nicht wahrhaftiger.

Aber bitte: Man nenne mir hier auch nur einen einzigen deutschen Sender, der von Regimegegnern betrieben wird und dann auch noch offen mit Putschsympathien hausieren gehen darf; man nenne mir auch nur ein einziges hiesiges Medium, das Umfragen mit auzuwählenden Antworten wie: "Würde es dem Land guttun, wenn Merkel einem Attentat zum Opfer fiele" ungestraft davon käme... -

allerdings: Wenn hierzulande eine solche "Freiheit" einmal erreicht sein sollte, bin ich gern bereit, auch betreffs Venezuela weitere Freiheiten zu fordern. Bisher kann ich nur lesen, dass auch hierzulande all jene, denen man "Systemgegnerschaft" unterstellt, ein Fall für den Geheimdienst werden.
(http://www.waz.de/waz/waz.onlinesuche.er...sserver=1&other=)

Leider sind viele der Meinung, dass man das, was hierzulande entweder unmöglich oder gar verboten ist, bei anderen als Mindestvoraussetzung für den Eintritt in die "demokratische" Welt fordern muss. Woran das wohl liegt...?

Unvergessen das Statement (schon ein paar Jahre her) von "Reporter-ohne-Grenzen"-Generalsekretär Ménard: Wenn man die Einschränkungen der eigenen (französischen) Pressefreiheit bemängeln würde, ginge man das Risiko ein, sich die großen Medienunternehmen zum Feind zu machen und sich darüber hinaus den Unwillen der Wirtschaft zuziehen.

Tja.

Wobei wir bei den sogenannten NGOs wären: Man schaue sich an, welche NGOs wie wo auftreten und von wem sie finanziert werden

(z.B "Reporter ohne Grenzen": http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20052/1.html)

Und wie sowas dann gemäß der alten Weisheit "Wes' Brot ich ess, des' Lied ich sing'" funktioniert, ist hier

http://www.telesurtv.net/secciones/notic...x.php?ckl=12810

doch recht anschaulich aufgelistet.

Lustig dabei ist, dass sogar solch honorige Blättchen wie "Le Monde diplomatique" in eine seltsame Selbstzensurstarre (samt eines matten allzu matten online-"mea culpa"

http://www.monde-diplomatique.de/pm/.home "In eigener Sache")

verfallen, wenns an das Aufdecken von Zusammenhängen geht, in die man irgendwie ja auch selbst involviert ist... Im gedruckten Blatt einfach mal unter den Tisch gefallen - und als der Wirbel zu groß wurde, ein verschämtes... "war ja nicht so gemeint..."

Zum Abschluss ein doch sehr moderat formulierter Artikel von Klaus Ehringfeld im "mediummagazin"

(http://209.85.129.104/search?q=cache:hIF...clnk&cd=2&gl=de)

der sich mit dem Thema befasst, leider aber online nicht verfügbar ist und den ich deshalb ausnahmsweise hier in voller epischer Breite einkopiere.


Venezuela
Schwierige
Pressefreiheit
Klaus Ehringfeld, Caracas

Der Fall Chavez versus RCTV in Venezuela wirft neben aller berechtigten Kritik an der venezolanischen Regierung und der Beugung der Pressefreiheit auch ein schräges Licht auf unsere eigene Profession. Von Lateinamerika bis Europa ist in den vergangenen Wochen über das Aus für Radio Caracas Television mehr Falsches als Richtiges berichtet worden. Und leider bilden die deutschen Medien da keine Ausnahme. Entweder waren die Fakten ungenau oder viele Journalisten vernachlässigten ihrer feinsten Tugenden: die Recherche und die Trennung von Bericht und Kommentar.
Es gab kaum ein Medium, das die Nicht-Verlängerung der Sendelizenz für RCTV nicht als „Schließung" bezeichnet hätte. Was so griffig klingt, ist juristisch ebenso falsch. Kein privater Sender hat Anspruch darauf, dass die Regierung seine Lizenz automatisch verlängert. Aber wenn im hoch polarisierten Venezuela einem regierungskritischen Kanal die Erneuerung der Sendegenehmigung verweigert wird, dann liegt der Verdacht der Zensur nahe. Dabei hat es Staatschef Hugo Chavez seinen Kritikern im Fall RCTV allerdings auch einfach gemacht. Er hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass ihm der beim Volk beliebte, Sender ein Dorn im Auge ist. Das Auslaufen der Sendelizenz bot Chavez die Gelegenheit, eine kritische Stimme weitgehend zum Schweigen zu bringen. Im Kabelnetz, im Internet und über Satellit ist RCTV prinzipiell weiter zu empfangen. Doch bisher hat RCTV-Chef Marcel Granier keinen Antrag auf Aufnahme ins Kabelnetz gestellt. Die Verweigerung der weiteren Sendelizenz für RCTV ist ohne Zweifel ein Akt der Zensur. Aber denjenigen Medien, die das Ende der Pressefreiheit in Venezuela ausgerufen haben, sei Folgendes in Erinnerung gerufen: Beim Putsch gegen Chavez vor fünf Jahren hat RCTV genau wie die anderen drei Privatsender in Ausblendung aller journalistischen Kriterien und Ethik medial gemeinsame Sache mit den Putschisten gemacht und den Staatsstreich offen unterstützt. Chavez-Anhänger und ihre Demonstrationen für den gestürzten Staatschef wurden totgeschwiegen. Diejenigen, die jetzt wort- und tränenreich die Verletzung der Meinungsfreiheit geißeln, haben sie damals mit Füßen getreten.
Venezuela ist ein Land, in dem es schwer ist, die Wahrheit zu finden oder auch nur eine objektive Stimme. Es ist ein Land, in dem Medien oft politische Instrumente sind, in dem es nur Regierungspropaganda oder Regierungskritik gibt, oftmals an der Grenze zur Verleumdung.ein Land, in dem die Printmedien aktive Opposition gegen Chavez betreiben. In Venezuela gibt es mehr Pressefreiheit als in vielen anderen Ländern des Kontinents, nur gibt es keine freie Presse.




Don Olafio

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#18 RE: Redefreiheit in Venezuela
15.08.2007 01:27
Endlich, wurde auch Zeit!

Zu lange schon sind hier die Märchenerzähler am Werk, die beharrlich und abseits jedes Realitätsbezugs vom "Diktator Hugo Chavez" und der heraufziehenden Diktatur in Venezuela schwadronieren.

Es fehlte einfach ein Don Olafio, der die Dinge zurechtrückt und die Relationen richtig einordnet.

Auf mich hört ja keiner....

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ElHombreBlanco
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#19 RE: Redefreiheit in Venezuela
15.08.2007 08:51
Hallo Don O.,
bienvenido de nuevo (sagt man so welcome back?),

ich hoffe du konntest dich gut von uns (insbesondere von mir) erholen.

Zu RCTV: Mir (und vielen anderen) geht es nicht so sehr darum, dass denen die Sendelizenz nicht verlängert wurde, sondern um das Wie:

1. Die Nichtverlängerung wurde per Chávez-Dekret bestimmt.
2. Die Sendefrequenz wurde ohne Neuausschreibung derselben an einen regierungsfreundlichen "öffentlichen" Sender von Chávez Gnaden vergeben
3. Wurde das Sendeequipment "vorübergehend" enteignet und dem neuen Sender zur Verfügung gestellt (wie sollen die den ohne Anlagen dann sofort auf anderen Medien weitersenden?)
4. Musste RCTV auch seinen Satellitenkanal zugunsten von Teves abtreten
5. Steht die Abschaltung in einer langen Kette des "an-die Kandarre-nehmens" der Medien durch Chávez
6. Wurde gleich nach Abschaltung von RCTV der letzte noch verbliebene wirkliche Oppositionssender, Globovisión mit Schließung bedroht
7. Sind die Chávez-treuen Medien bekanntlich auch kein Hort von Meinungsvielfalt und unabhängiger Berichterstattung (siehe dazu auch den EU-Bericht zu den letzten Wahlen in Venezuela) und sie sind inzwischen in der Mehrheit!

So nun sendet RCTV seit 16. Juli wieder über einen neuen Satellitenkanal und erstmals auch über Kabel, aber:
8. über die terrestrische Ausstrahlung wurden 98% der venezolanischen Bevölkerung erreicht, jetzt sind es so ca. 35-40%. Gerade die Chávez-Zielgruppe, nämlich die armen Bevölkerungschichten können sich Bezahlfernsehen nicht leisten.
9. (Auch ist die verringerte Reichweite natürlich ein nicht unerheblicher wirtschaftlicher Schaden für RCTV, aber das nur am Rande)

Reicht das erstmal?

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#20 RE: Redefreiheit in Venezuela
15.08.2007 14:11
Venezuela das Demokratische Arbeiterparadis. Demokratie bedeutet nicht nur Freie Meinungsäusserung sondern auch Gewaltenteilung und das ist in Venezuela nicht gegeben, wenn der Präsident nach Lust und Laune Geschäfte privatisiert und Lizenzen verteilt oder entzieht und es keine freie Justiz gibt. Bald erzählen sie uns noch das Venzuela Fortschritte macht, dabei werden Investitionen zurückgezogen, das Geld abgezogen, etc. wo bleibt da der Aufschwung
Ein Präsident der sein eigenes Volk Abkömmlinge von Barbaren nennt, ist wohl nicht ganz sauber.
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