Iranische Satiriker über einen Aufruf an Fidel Castro, zum Islam zu konvertieren

09.12.2005 20:52
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Iranische Satiriker über einen Aufruf an Fidel Castro, zum Islam zu konvertieren

MIDDLE EAST MEDIA RESEARCH INSTITUTE (MEMRI)

Wie iranische Nachrichtenagenturen berichteten, ist der kubanische Präsident Fidel Castro von einem iranischen Geistlichen dazu aufgefordert worden, zum Islam zu konvertieren. [1] Zeitgleich erklärte mit Ayatollah Ahmad Jannati der Vorsitzende des Wächterrates, dass "Nicht-Muslime Tiere sind, die nur ihr Futter kauen und für den Niedergang der Welt verantwortlich sind". [2]

Das griffen zwei iranische Exil-Websites in satirischer Form auf. Auf der auch im Iran bedeutenden Site Roozonline (http://www.roozonline.com) schrieb Ibrahim Nabavi, einer der im Iran und im Exil beliebtesten Satiriker, zwei Kolumnen mit den Titeln "Mohammad Abd Al-Fidel konvertiert zum Islam" sowie "Über Tiere und Muslime". Ein weiterer Satiriker, Abd Al Qader Baluch, machte sich in einer Glosse über Castros Übertritt zum Islam lustig, die von http://www.ettelaat.net veröffentlicht wurde.

Im Folgenden dokumentieren wir Auszüge aus den Beiträgen:

Nabavi: "Mohammad Abd Al-Fidel konvertiert zum Islam"

"Ein Wunder ist geschehen! Die Reichweite des Islam ist wirklich einmalig. Meldungen zufolge haben führende iranische Elemente den Führer der iranischen Revolution, Castro, dazu aufgefordert, den Islam anzunehmen. Ich denke, das ist eine ausgezeichnete Wahl, denn Castro erfüllt alle Bedingungen, die für einen Übertritt zum Islam erforderlich sind:

Erstens hat sich Castro schon seit Jahren nicht rasiert, während viele unserer Brüder von der Hizbullah vom [rechten Weg] abgewichen sind und sich irgendwann einmal rasiert haben. Zu nennen wären da etwa Said Hajjarian, [3] [Ataollah] Mohajerani, [4] oder Abbas Abdi [5].

Zweitens: Jahrelang hat Castro immer wieder ein einziges Mantra wiederholt. Zudem weigert er sich, anzuerkennen, dass die Welt sich verändert hat. Das macht ihn besonders tauglich für uns. [...]

Drittens: Da die Hauptquelle des kubanischen Staatseinkommens die Prostitution ist, kann sich Castro nach seinem Beitritt zum Islam endlich darum kümmern, [...] auch in Kuba ‚Häuser der Sittsamkeit' [Bordelle, die im Iran mit Erlaubnis des Regimes errichtet worden sind] einzuführen. [...]

Des weiteren scheinen die Glaubensvorstellungen Castros, der schon seit Jahren in Kuba die Redefreiheit verbietet, große Ähnlichkeiten mit denen der [iranischen] religiösen Konservativen aufzuweisen. Auch aus diesem Grund passt alles.

Dann trägt Castro seit Jahren eine Armeeuniform - nun ist klar, dass er ein geborener Jihadkämpfer für Allah und einer von unseren Bassiji-Brüdern ist. [...]

Ich schlage vor, dass ein großes Foto von Castro verbreitet wird, das ihm in dem weißen Rock zeigt, den er zur Beschneidungszeremonie tragen wird. Das wird ein mächtiger Schlag in das Gesicht der ‚Weltarroganz' [6] sein.

Nabavi: " Über Tiere und Muslime"

"Wenn wir der weisen islamischen, tiefschürfenden und zum Nachdenken anregenden Erklärung von Herrn Jannati folgen, der zufolge [...] fünf Milliarden Menschen ´Tiere sind, die nur ihr Futter kauen and für den Niedergang der Welt verantwortlich sind´, ergeben sich folgende Fragen:

Erstens: Sind der Papst, Jesus, Maria, Moses und die anderen Propheten Gottes, die keine Muslime sind, auch in diese Kategorie einzuordnen?

Zweitens: Sind alle großen Wissenschaftler und Philosophen der Welt Tiere oder nur die meisten von ihnen?

Drittens: Sind nicht Menschen wie Bijeh - ein Mitglied der Muslimbrüder, der in der Stadt Pakdasht 21 Kinder und Jugendliche missbraucht hat - auch am Niedergang beteiligt? Und ist denn auch Mutter Theresa zu den Tieren zu zählen, die den Verfall verursachen?

Viertens: Ist es nicht ein Problem, dass Jannatis Worte jetzt übersetzt werden und Schlagzeilen in Time, Le Monde, und Newsweek machen. Werden dann nicht die Anhänger anderer Religionen und die Führer der Welt gute Gründe haben, gegen den Iran zu sprechen?" [7]

Baluch: "Die islamische Republik und Castros Beschneidung"

"Die Führer des Regimes haben Castro eingeladen, den Islam anzunehmen. Im Lichte der letzten Stellungnahmen von Ayatollah Jannati [...] dürfte der Brief an den kubanischen Führer ungefähr so gelautet haben:

"Liebes Tier, verehrter Bruder Fidel Castro, der lange und ehrenvoll leben soll, in Befolgung unserer juristischen Pflicht, fordern wir das berühmte Tier auf, nicht länger auf dem Planeten Erde nur Futter zu kauen und die Ehre des Islam anzunehmen.

Angesichts ihres Bartes haben wir glücklicherweise keine Probleme mit Ihrer Ehre und ihr Beitritt zum Islam wird leichter sein als der anderer Tiere. Es reicht wenn Sie statt dieser Kappe, Ihrer Armeeuniform und den Stiefeln, die Sie seit 70 Jahren tragen, eine Robe, einen Turban und Pantoffeln anziehen. Wenn Sie dann wie ein altgedienter Ayatollah aussehen, können die religiösen Seminare von Qom Ihnen den Titel Ayatollah Fidel Castro verleihen. [8]

Seien Sie wegen Ihres Schwanz´ und der Beschneidung nicht allzu besorgt. Wir können uns da ganz auf die iranischen Reformer verlassen.

Allah ist der Führer und Sie werden der Mahdi sein."

1] Nachdem die iranische Tageszeitung Iranian Farda News Fidel Castro mit den Worten zitiert hatte: "Wir haben das Gefühl, dass unserer Gesellschaft so etwas wie eine Religion fehlt und fühlen ein Vakuum" (http://fardanews.com/shownews.php?id=14580, 22.11.2005), forderte der Geistliche Mohammad Reza Hakimi laut der Zeitung Iran Castro auf, zum Islam überzutreten.

2] ISNA, 20.11.2005. Der Wächterrat ist ein Überwachungsorgan, das u.a. das Majless kontrolliert und kann dessen Gesetzesinitiativen unter dem Vorwand zurückweisen, dass sie sich gegen die Scharia richten.

3] Hajjarian wird als ein Theoretiker der iranischen Reformbewegung betrachtet und ist einer der Unterstützer von Ex-Präsident Khatami.

4] Ehemaliger Minister für kulturelle Führung, der unter Khatami abgesetzt wurde.

5] Abbas Abdi war als Student an der Besetzung der US-Botschaft in Teheran im Jahr 1979 beteiligt und wurde dann zum Reformist. Die Konservativen im Iran warfen ihm in den letzten Jahren wiederholt vor, für die USA zu spionieren, nachdem er sich öffentlich für eine Wiederaufnahme der Beziehungen mit den USA ausgesprochen hatte.

[6] So bezeichnen die religiösen und politischen Führer häufig den Westen und v.a. die USA.

7] http://roozonline.com/03satire/011947.shtml

8] Eine Anspielung auf den religiösen Führer Ali Khamenei, der kein Ayatollah war bis ihm die Kleriker in Qom den Titel verliehen, damit er die Funktion des religiösen Führers übernehmen konnte.

9] http://ettelaat.net/05-11/news.asp?id=10537.

"die jüdische" 09.12.2005 14:12
http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cg...&Param_Red=4649

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