Fidel soll St. Pauli fidel machen

20.10.2004 00:39
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#1 Fidel soll St. Pauli fidel machen
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Rey/Reina del Foro

Fidel soll St. Pauli fidel machen
Präsident Littmann plant vor der Rückrunde Trainingslager auf Kuba
von Julien Wolff

Bei den Heimspielen des FC St. Pauli sticht dem aufmerksamen Beobachter ein Gesicht sofort ins Auge. Wenn sich die Ränge des Millerntors füllen, ist sowohl auf T-Shirts wie auf Fahnen und Transparenten der Hamburger Anhänger das Antlitz des kubanischen Revolutionärs Che Guevara zu sehen. Er symbolisiert den Kampf für die Freiheit, viele Fans des Vereins machen mit Hilfe seiner Figur ihren politischen Standpunkt deutlich.

In der kommenden Winterpause könnten die Spieler des Regionalligisten die Wirkungsstätte des Freiheitskämpfers möglicherweise hautnah erleben. Präsident Corny Littmann bemüht sich derzeit intensiv, das Wintertrainingslager des Regionalligisten auf Kuba stattfinden zu lassen. Während der Regionalligapause, die am 12. Dezember beginnt und am 19. Februar endet, soll sich die Mannschaft auf der Insel auf die Rückrunde vorbereiten. "Es wäre schön, wenn das klappt", sagte Littmann im Gespräch mit der WELT.

Bei seinem Aufenthalt in der sozialistischen Republik im September machte sich der Präsident ein Bild von den vor Ort gegebenen Bedingungen. "Es gibt auf Kuba ein Stadion mit einem Rasenplatz, der in gutem Zustand ist. Das würde uns genügen."

Neben einer Rundreise über die Insel knüpfte Littmann während seines Besuchs erste Kontakte und führt derzeit Gespräche mit den Verantwortlichen. "Ich habe bereits mit dem Präsidenten des Kubanischen Fußball-Verbandes gesprochen", sagte der studierte Psychologe.

Da die Kubaner generell den Kontakt zum deutschen Fußball suchen, "würden sie sich freuen, wenn unser geplanter Besuch zustande kommen sollte". Geplant ist daher auch ein Freundschaftsspiel gegen die kubanische Nationalmannschaft.

In der kommenden Woche will Littmann die Gespräche zu Ende bringen. "Es sind noch einige Dinge zu klären. In erster Linie geht es um finanzielle Punkte, aber auch die grundsätzlichen Rahmenbedingungen müssen abgesteckt werden." Unter anderem stellt sich auch die Akkreditierung von mitreisenden Journalisten als komplizierter als in anderen Ländern dar. "Dieser Punkt muß noch mit der Botschaft abgesprochen werden."

Dabei paßt das Reiseziel auch zum Marketingkonzept der Hamburger. Erst zu Beginn der Saison wurde mit "Viva St. Pauli" eine Merchandising- und Kleidungslinie vorgestellt, bei der Motive der Kubanischen Revolution im Mittelpunkt stehen.

Bezüglich des Trainingslagers könnte es hierbei Anknüpfungspunkte geben. "Man muß sehen, wie sich die Darstellung dann letztlich gestaltet. Eine Kuba-Reise würde sich sicher mit "Viva St. Pauli" verbinden lassen", so der Präsident. Zudem würde der Aufenthalt auf Kuba für die Mannschaft ein unvergeßliches Erlebnis darstellen. "Ich gehe davon aus, daß sich die Spieler darüber freuen würden, wenn wir nach Kuba fliegen sollten", sagt der Vorstandschef.

Dennoch will sich Littmann nicht ausschließlich auf diese Planungen verlassen. Für den Fall, daß sich seine Idee nicht in die Tat umsetzen läßt, habe er weitere mögliche Orte für ein Trainingslager ausgemacht. "Man muß sich immer um Alternativen bemühen, das ist ganz klar. Kuba hat in unserer Planung aber Priorität."

Derzeit scheint vieles darauf hinzudeuten, daß sich die Mannschaft von Trainer Andreas Bergmann auf ein winterliches Reiseziel der besonderen Art freuen darf. Ihre Anhänger dürften sie um dieses Privileg beneiden - oder aber als Touristen mitreisen.

Artikel erschienen am Mit, 20. Oktober 2004


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20.10.2004 08:02
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#2 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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Eine Kuba-Reise würde sich sicher mit "Viva St. Pauli" verbinden lassen", so der Präsident. Zudem würde der Aufenthalt auf Kuba für die Mannschaft ein unvergeßliches Erlebnis darstellen. "Ich gehe davon aus, daß sich die Spieler darüber freuen würden, wenn wir nach Kuba fliegen sollten", sagt der Vorstandschef.

Sicher nicht nur für die Spieler, auch für die Chicas - 22 stramme Yumas mit den Taschen voller Geld!
... uuui das perlt aber wieder!!!


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20.10.2004 10:00
#3 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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Nach Schill nun der F.C. St. Pauli. Wo soll das nur alles enden (vielleicht nach dem ersehnten
Abstieg des HSV aus der Bundesliga in Kubas erster Liga?)???


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20.10.2004 11:32
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#4 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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danke Chris.. habs an meinen Bruder weitergeleitet..
pb


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20.10.2004 11:32
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#5 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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danke Chris.. habs an meinen Bruder weitergeleitet..
pb


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21.10.2004 15:46
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#6 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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Che
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Trainingslager in Kuba, St Pauli steigt ab und nicht auf.


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01.11.2004 11:58
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#7 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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Rey/Reina del Foro

Im Januar 2005 geht es nach Kuba

Die Regionalliga-Mannschaft des FC St. Pauli wird dank der großzügigen Unterstützung seines Hauptsponsors mobilcom in der Zeit vom 10. bis zum 24. Januar 2005 ein Trainingslager auf der schönen Insel Kuba und dort in der Hauptstadt Havanna beziehen. Unter besten Wetterbedingungen werden sich die Kicker von Trainer Andreas Bergmann auf die Rückserie vorbereiten.

Für Fans und Freunde des FC St. Pauli hat der Reiseveranstalter Profi-Tours (Oberursel) ein Angebot zur Begleitung der Mannschaft in das Trainingslager zusammengestellt. Eine Woche auf Kuba im Mannschaftshotel „Maritim Panorama“ (4 Sterne) wird für 1.029 Euro angeboten. Im Preis sind der Flug ab/an Frankfurt, die Übernachtung/Frühstück im Hotel Maritim sowie der Transfer vom/zum Flughafen in Havanna inbegriffen (eine Verlängerungswoche kostet 330 Euro). Interessenten können sich ab sofort auf unserer Internetseite http://www.fcstpauli.de weiter informieren und eine Buchungsanfrage via Mail unter Angabe der persönlichen Daten und des gewünschten Zeitraumes an kuba@fcstpauli.de senden

Quelle


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14.12.2004 23:08
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#8 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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Rey/Reina del Foro

AKTION VON MOPO UND FC ST. PAULI | 15.12.2004

»Heilende« Geschenke für Kubas Jungtalente
STEFAN KRAUSE

Physiotherapeutisches Gerät gesucht

Nicht einmal mehr vier Wochen ist es noch entfernt, das Trainingslager des FC St. Pauli auf Kuba. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Vorfreude wächst. So ganz ohne Gegenleistung will der Kiez-Klub die zu erwartende Gastfreundschaft natürlich nicht genießen. Ein Projekt genießt dabei oberste Priorität: Die Hamburger wollen dem kubanischen Fußball-Verband eine möglichst komplette Physiotherapie-Studioausrüstung schenken.

In Zeiten leerer Kassen kein ganz einfaches Unterfangen. Und darum suchen der FC St. Pauli und die MOPO in einer gemeinsamen Aktion Menschen oder Betriebe, die bereit sind, gut erhaltenes oder gar neuwertiges Gerät zur Verfügung zu stellen.

Folgende Ausrüstung wird benötigt: Chirogymnastikbank, Fango-Wasserbad mit Wärmeträger, Niederfrequenzgerät mit Ultraschall, Magnetfeldtherapiegerät mit Zubehör, Hivamat mit Zubehör, Deuserband/Terraband, Gymnastikmatte, Kreisel, Wippe, Trampolin (je 1), Massagebank, Therapiewürfel, Pezziball (je 2), sowie vier Therapierollen.

"Der kubanische Verband ist finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet", erklärt Pauli-Teamchef Christof Hawerkamp. "Die Dinge, die wir mitbringen wollen, werden vor Ort dringend benötigt." Und sollen im Nationalstadion einen festen Platz erhalten. "Dort", so Hawerkamp weiter, "ist die U20-Nationalmannschaft von Kuba dauerhaft untergebracht." Entsprechend soll vor allem der Nachwuchs in den Genuss notwendiger physischer Betreuung kommen, "damit das Vorhaben des Sportministers, Fußball auf der Insel populärer zu machen, unterstützt wird".

Wer bezüglich der Aktion dem FC und dadurch den kubanischen Kickern helfend unter die Arme greifen möchte, kann sich telefonisch unter 317874-22 auf der St. Pauli-Geschäftsstelle melden oder unter 809057-331 in der Sportredaktion der MOPO. Hawerkamp: "Wir würden uns riesig freuen, wenn wir möglichst schnell möglichst viele der Sachen zusammen hätten."

http://www.mopo.de/nachrichten/147_fcstpauli_70884.html

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21.12.2004 23:15
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#9 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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Rey/Reina del Foro

FC ST. PAULI | 22.12.2004
»Die Resonanz ist überragend«
STEFAN KRAUSE

Über 40 Fans reisen mit nach Kuba

Es wird garantiert das legendärste Trainingslager in der Geschichte des FC St. Pauli. Und viele Fans wollen sich das Ereignis nicht entgehen lassen: Wenn es am 10. Januar losgeht gen Kuba, werden mehr als 40 Anhänger den Kiez-Klub nach Havanna begleiten.

"Die Resonanz ist überragend", freut sich Teamchef Christof Hawerkamp. "Und es gibt immer noch potenzielle Kandidaten, die eventuell mitmöchten." Somit macht sich inklusive Mannschaft, Betreuer, Vereinsvertreter, Repräsentanten von Trikotsponsor "mobilcom" und Journalisten ein fast 90-köpfiger Tross auf den Weg in die karibische Sonne.

Unterdessen zeichnet sich ab, dass St. Pauli den Gastgebern tatsächlich eine komplette physiotherapeutische Ausstattung schenken kann. Bei der gemeinsamen Aktion von FC und MOPO sind bislang reichlich Utensilien zusammengekommen. Hawerkamp schmunzelnd: "So langsam kriegen wir ein echtes Transportproblem." Neben diversen Fitnessgeräten, Stepper und Trampolin wurden auch bereits zwei Ergometer und drei Massagetische zur Verfügung gestellt. "Was jetzt noch fehlt, ist ein Niederfrequenzgerät", so Hawerkamp weiter. Die Ausrüstung soll der kubanischen Nachwuchsarbeit zur Verfügung gestellt werden.

http://www.mopo.de/nachrichten/147_fcstpauli_71334.html


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21.12.2004 23:37
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#10 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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Na, die Hamburger und der St. Paulinaner im speziellen schnakseln halt alle gern! Daher ist der Andrang kein Wunder!

Der ganze Physiotherapeutenkram einschließlich Niederfrequezgerät ist innerhalb von max. 4 Wochen nur noch Schrott! Wetten!

"Ich möchte nie mehr arbeiten, sondern nur noch am Tresen stehen und saufen."

Erwin Kostedde


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25.12.2004 19:42 (zuletzt bearbeitet: 25.12.2004 19:42)
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#11 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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Rey/Reina del Foro

Salsa und Baseball für die Kiezkicker
St. Paulis Kuba-Reise

Auch bei der Suche nach einem geeigneten Trainingslager bleibt sich der FC St. Pauli treu: Der traditionell unkonventionelle Fußball-Club fährt ins sozialistische Kuba. Am 10. Januar reist die Mannschaft von Trainer Andreas Bergmann zu einem zweiwöchigen Aufenthalt in die Republik von Fidel Castro.

"Es ist unbeschreiblich dort, die Menschen sind sehr herzlich. Uns wird dort ganz großer Sport geboten. Die Vorfreude der Spieler ist schon jetzt riesengroß", sagte Teammanager Christof Hawerkamp. Er war vor wenigen Wochen bereits vor Ort, um sich ein Bild von den Bedingungen zu machen und den Aufenthalt zu organisieren. Begleitet wird die Mannschaft auf ihrer Reise von über 40 Fans sowie rund zehn Journalisten und drei Kamerateams. "Insgesamt sind wir ein Troß von 90 Leuten", sagt Hawerkamp. Treue Sponsoren finanzieren das exotische Trainingslager des Regionalligisten.

Realisiert hat den Trip Vereins- Präsident Corny Littmann. Der Theaterchef war bereits im September auf der Insel, führte Gespräche mit der deutschen Botschaft und traf mit Humberto Rodriguez Gonzales, Präsident des Kubanischen Sportministers, ein Abkommen.

Als Dank für die Gastfreundschaft der Kubaner wird St. Pauli den nationalen Fußballverband tatkräftig unterstützen. Trainer Bergmann soll während des Aufenthalts kubanische Jugendmannschaften trainieren und eine Trainerschulung leisten. Zudem werden die Hanseaten gebrauchte medizinische Geräte sowie Fußballschuhe und Bälle an die Gastgeber übergeben.

"Der kubanische Verband ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. All diese Dinge werden äußerst dringend gebraucht", weiß Hawerkamp.

Aber natürlich soll nicht nur den Kubanern fußballmäßig weiter geholfen werden, auch die St. Pauli-Spieler wollen sich sportlich messen. Am 22. Januar tritt der Regionalligist daher in einem Freundschaftsspiel in der Hauptstadt Havanna gegen die kubanische Nationalmannschaft an.

Und damit auch der kulturelle Aspekt nicht zu kurz kommt, werden die Hamburger Spieler um Kapitän Fabio Morena in der organisierten Freizeit kuba-typisches erleben. Neben Besichtigungen der Altstadt von Havanna sowie einer Zigarrenfabrik steht der Besuch einer Salsa-Tanzveranstaltung sowie eines Baseballspiels auf dem Unterhaltungsprogramm.

"Baseball ist auf Kuba Nationalsport, Fußball spielt bislang eher eine untergeordnete Rolle. Aber vielleicht ändert unser Besuch diese Gewichtung ja ein wenig", scherzt Hawerkamp. Ob es womöglich sogar zu einer Audienz bei Staatspräsident Fidel Castro kommen wird, ist allerdings noch unklar. "Es gibt keine Gewähr, daß er kommt. Aber auch keine, daß er nicht kommt." Julien Wolff

http://www.wams.de/data/2004/12/26/379220.html


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26.12.2004 03:17 (zuletzt bearbeitet: 26.12.2004 03:18)
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#12 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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Rey/Reina del Foro

"Es ist unbeschreiblich dort, die Menschen sind sehr herzlich. Uns wird dort ganz großer Sport geboten. Die Vorfreude der Spieler ist schon jetzt riesengroß"
> Matratzensport vom Feinsten, kein Wunder, daß alle sich schon riesig drauf freuen! Die Spielerfrauen bleiben im kalten Deutschland!
Kubanito: Adressen besorgen! Na von den Spielerfrauen die daheim warten!

"Aber natürlich soll nicht nur den Kubanern fußballmäßig weiter geholfen werden".
Wissen wir doch!

"Auch die St. Pauli-Spieler wollen sich sportlich messen"

"Und damit auch der kulturelle Aspekt nicht zu kurz kommt, werden die Hamburger Spieler um Kapitän Fabio Morena in der organisierten Freizeit kuba-typisches erleben". LOL


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26.12.2004 05:59 (zuletzt bearbeitet: 26.12.2004 05:59)
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#13 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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( Gast )

In Antwort auf:
"Der kubanische Verband ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. All diese Dinge werden äußerst dringend gebraucht", weiß Hawerkamp

Geschenke sind immer willkommen - werden gar erwartet?


SPORT / Ein schwäbischer Verein erfährt auf Kuba, dass Freundschaft Grenzen hat

In Castros Reich steht auch der Fußball still

Kuba, die geschichtsträchtige und lebenslustige Insel in der Karibik, steht immer noch im Zeichen von Revolution und Diktatur. Auch ein Verein, der sich deutsch-kubanische Fußball-Freundschaft zum Ziel gesetzt hat, wird vom Castro-Regime argwöhnisch beobachtet.
Wer Spaß daran hat, dass nichts funktioniert, wie es geplant war, dass aber trotzdem alles irgendwie klappt, wer Überraschungen liebt und nachts in die Disco geht, obwohl er überzeugter Nichttänzer ist, wer das Leben als Fest genießt, auch wenn es eigentlich nichts zu feiern gibt - der wird Kuba zu schätzen wissen. So ähnlich steht es in Reise-Prospekten, und so ähnlich verlief auch der jüngste Besuch des Vereins "Deutsch-Kubanische Fußballfreundschaft". Zum fünften Mal war eine Delegation dieses im April 1999 in Filderstadt gegründeten Vereins auf der Zuckerrohr-Insel. Mit dabei: ehemalige Fußball-Profis als Trainer und ein Container voller Geschenke - 60 Fußbälle, ebenso viele Paar Kickstiefel, dazu Trikots, Shorts, Stutzen und jede Menge Engagement. Ein Stück Entwicklungshilfe auf Schwäbisch mit dem Ziel, die "Kaserne" Kuba mit dem Medium Fußball ein bisschen zu öffnen. Was dabei herauskam, war freilich nicht unbedingt "cuba libre". Im Kontrast zum beliebten Mix-Getränk aus Cola und Rum bleibt ein schaler Nachgeschmack zurück. Erfrischend waren nur die Fußballkünste der jungen Kubaner im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. "Denen brauche ich nichts mehr beizubringen", hatte Ex-Nationalspieler Helmut Haller schnell erkannt. Als Mitbegründer des Vereins und langjähriger Kuba-Fan - seine Frau stammt auch von dort - zählt der Vize-Weltmeister von 1966 aus Augsburg zu den Vorzeige-Trainern. "Technisch haben die fast alles drauf, nur können die ihre Fähigkeiten oft nicht umsetzen, weil sie nicht professionell genug betreut und gefördert werden." Trainingsplatz fehlt Wirtschaftliche Rückständigkeit, primitive oder gar fehlende Infrastruktur und vor allem die von der Castro-Regierung verordnete internationale Abschottung verhindern die Weiterentwicklung. Die jüngsten Eindrücke lassen gar darauf schließen, dass die zwischenzeitlich entfachte Fußball-Begeisterung wie eine Seifenblase zerplatzt. Im Vergleich mit Boxen, Leichtathletik, Volleyball und dem Volkssport Baseball fristet Fußball auf Kuba ein Mauerblümchendasein. Im Reich von Fidel Castro gibt es zwar Karneval zum 50. Jahrestag des gescheiterten Sturms auf die Moncada-Kaserne, der als Auftakt gilt zur 1959 schließlich erfolgreichen Revolution, aber keinen gemähten Trainingsplatz für den aktuellen Fußball-Landesmeister. In Ciego de Avila, rund sechs Autostunden von Havanna entfernt, wo Haller und Co. diesmal ihr Trainings-Camp für eine knappe Woche aufgeschlagen hatten, blieben die Schwaben ziemlich unter sich. Ramon Castro, Ehrenmitglied des Vereins und Bruder des Regierungschefs, ließ sich wegen Rückenbeschwerden und einer Erholungskur entschuldigen. Im Vorjahr hatte der 77-Jährige die deutschen Fußball-Entwicklungshelfer noch fünf Mal besucht und vor dem Abflug sogar in sein Haus eingeladen. Auch sonst scheint die Beziehung ziemlich abgekühlt. Kubas Verbandspräsident Luis Hernandez Herez ließ sich entgegen sonstiger Gepflogenheiten nur kurz blicken - herzliche Gastfreundschaft sieht anders aus. Klaus Sattler, der zweite Vorsitzende des Vereins, glaubt an eine vorübergehende Ruhestellung. "So schnell werden Freundschaften nicht gebrochen. Wir stehen weiter in den Startlöchern, auch als Ideengeber", sagt der Pressechef von Toto-Lotto Baden-Württemberg. Auch er kann freilich nicht verleugnen, dass die politische Großwetterlage die vorübergehende kubanische Zuneigung in Richtung Europa mit einer Kaltfront überzogen hat. Die Grundidee des Vereins, als Bindeglied zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und dem bisher unerschlossenen Fußball-Land Kuba zu wirken, bleibt zwar bestehen, doch ihrer Verwirklichung sind Grenzen gesetzt. Vor allem fehlt die realistische Perspektive. "Was nützen da unsere Camps, wenn sich bei denen nichts ändert", mäkelt Buffy Ettmayer, einst Hansdampf des VfB Stuttgart. Der gewichtige Österreicher, ebenso als Gratis-Trainer im Einsatz wie die beiden Ulmer Ex-Profis Erich Steer und Hans Michelberger, genoss die "Ball-Arbeit" mit den geschmeidigen Kubanern, sieht aber schwarz für die Zukunft. "Wenn die nicht rauskommen aus ihrem Käfig, ist alles für die Katz." Der Silberstreif von Sindelfingen ist jedenfalls verblasst. Vor Jahresfrist hatte der Freundschaftsklub dank der persönlichen Initiative von Castro-Freund und Vereinsvorstand Hans Rau einen vielversprechenden Erfolg erzielt, als erstmals eine U19-Auswahl am international renommierten Sindelfinger Junioren-Turnier teilnehmen durfte. Mit diplomatischer Unterstützung von Wirtschaftsminister Walter Döring war dieses Ereignis als Meilenstein in den deutsch-kubanischen Beziehungen gewertet worden. Dabei waren die Karibik-Kicker nicht einmal in Bestbesetzung angetreten, sondern ausgewählt nach "Linientreue", um eine Fluchtgefahr zu verringern. Und tatsächlich waren die jungen Kuba-Fußballer, die trotz ansprechender Ansätze den letzten Turnierplatz belegt hatten, auch komplett wieder in die Heimat zurückgekehrt. Gleichwohl, eine Fortsetzung dieser Öffnung auf sportlichem Gebiet ist derzeit nicht in Sicht. Zwar haben die Kubaner bei der Baseball-WM Anfang Oktober einen von Daimler-Chrysler gesponserten Mannschaftsbus dankend entgegengenommen, doch ihrerseits hält sich das Entgegenkommen in Grenzen. Die deutschen Entwicklungshelfer standen vielmehr unter Dauerbeobachtung. Helmut Haller wurde gar bei der Einreise sogar die Videokamera abgenommen und bis zur Abreise einbehalten. Dennoch lassen sich die Kubaner von den Nachwehen der Revolution von 1959 nicht die Lebenslust nehmen. Tristesse kennen sie nicht, das Leben ist bunt und die Hoffnung auf bessere Zeiten ungebrochen. Dazu gehört auch die Qualifikation für die Fußball-WM 2006 in Deutschland. Das sehen die Deutschen ebenso: "Das wär unser sehnlichster Wunsch", sagen Vereinschef Hans Rau und Vize Klaus Sattler, auch wenn beide wissen, wie unwahrscheinlich seine Erfüllung ist. Und wie es mit der deutsch-kubanischen Freundschaft weitergeht, weiß derzeit auch niemand. Für Sindelfingen 2004 ist jedenfalls kein Kuba-Team gemeldet. Und es gibt auch keinen Termin für das nächste schwäbische Trainingscamp.

ALFRED KOCH

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Und hier findet man noch ein paar schöne Bild vom Haller und einem Castro:
http://www.kuba-fussball.de


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26.12.2004 10:38
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#14 RE:Fidel soll St. Pauli fidel machen
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( Gast )

Ist schon lustig, warum sich all die abhalfterte Ex-Stars wie "Buffy" (!) Etmeyer ausgerechnet Kuba aussuchen, um dort der Entwicklung nachzuhelfen.

Auch die bierbäuchige Ex-Kicker schnakseln halt gern für billig! Und manch einer findet sogar die große Liebe!



"Ich möchte nie mehr arbeiten, sondern nur noch am Tresen stehen und saufen."

Erwin Kostedde


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