Montevideo statt Miami

13.09.2026 08:30
avatar  Schning
#1 Montevideo statt Miami
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spitzen Mitglied
13.09.2026 08:52
#2 RE: Montevideo statt Miami
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Rey/Reina del Foro

Ich kenne auch 2 die vor ca.8 Jahren nach Uruguay sind. Allerdings gehörten sie zu der Fraktion "wie,gibt es hier keine freilaufende gebratene Hähnchen?"
Nach 8 Monaten hat die Familie für Rückflüge gesammelt.


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13.09.2026 10:28 (zuletzt bearbeitet: 13.09.2026 10:29)
#3 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

Meine Frau ist ja seit zwei Monaten in Brasilien. Sie hat über die Flüchtlingsroute nach Guayana berichtet, als wäre es ein Sonntag Nachmittags Spaziergang (ich konnte das erst nicht glauben, aber vielleicht ist es tatsächlich so gewesen). Die Fahrt durch Guayana beschrieb sie jedoch als sehr anstrengende, holprige Kamikaze-Fahrt im überfüllten Kleinbus.
Die Schlepper verdienen vermutlich besser und leichter ihr Geld, als Drogen zu schmuggeln. Die Ankunft in Brasilien beschrieb sie als eine Wohltat. Die Behörden behandelten die Flüchtlinge keineswegs abweisend, sie versorgten sie vorbildlich luden sie quasi zur Registration ein. Sie stellten einige Fragen, versahen den Pass mit einem Stempel und verwiesen auf das Aufnahmeprogramm „Protokollo“ genannt.

Darauf hat meine Frau in Boa Vista aber nicht gewartet, weil der Andrang sehr hoch war. Sie hätte ca. eine Woche die Unterkunft in Boa Vista bezahlen müssen, die verlangten ca. 25$/Tag, die sie nach ihren Angaben nicht hatte. Einige, die dort Zwischenstation gemacht haben, sind, wie hier beschrieben, nach Uruguay weitergereist. Meine Frau über Manaus und Sao Paulo nach Itajai. Ich war ja, wie ich schon an anderer Stelle erwähnt habe, vor kurzem in Brasilien. Brasilien hat mir sehr gut gefallen, und bietet schier unbegrenzte Möglichkeiten. Das Land selbst ist schon groß wie ein Kontinent, und bietet so viel Raum für Abenteuer, dass es für zwei Lebenszeiten reichen würde.

Ich bin nicht euphorisch für die Zukunft. Ich behalte die Realität fest im Blick, aber für mich stellt sich auch die Frage, Deutschland zu verlassen, um noch mal ein Twist im meinem Leben aufzunehmen.

Ich bin sehr froh darüber, das Cuba für alle Zeit beendet ist.

Maier

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13.09.2026 10:33 (zuletzt bearbeitet: 13.09.2026 10:34)
avatar  eltipo
#4 RE: Montevideo statt Miami
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Rey/Reina del Foro

Ist das deine Frau Von der du 20 Jahre nix gehörst hast ? Oder ist es die andere die dich als Geldautomat benutzt hat ?


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13.09.2026 10:41 (zuletzt bearbeitet: 13.09.2026 10:44)
#5 RE: Montevideo statt Miami
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spitzen Mitglied

Aber wie kommen denn die Kubaner nach Guyana? Gibt es da direkte Flüge?


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13.09.2026 11:01
#6 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

Zitat von Descansa im Beitrag #5
Aber wie kommen denn die Kubaner nach Guyana? Gibt es da direkte Flüge?


Ja, es gibt Direktverbindungen, Chartermaschinen von Camagüey aus. Die werden aber nicht im öffentlichen Tickethandel angeboten. So wie ich gehört habe werden die Tickets über Händler abgewickelt, FB u. WA Gruppen machen dafür Werbung. Wie die Bezahlung läuft weiß ich nicht. Was ich weiß ist, dass die Bezahlung in Etappen funktioniert und logischer Weise in Bar erledigt wird. Jeder Flug von Cuba aus ist als Hin u. Rückflug deklariert, ich denke, die Preise liegen mE. geschätzt zwischen 1500 und 2500/Person. Logischer Weise tritt man den Rückflug nie an.

Maier

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13.09.2026 11:23 (zuletzt bearbeitet: 13.09.2026 11:24)
#7 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

Zitat von eltipo im Beitrag #4
...Oder ist es die andere die dich als Geldautomat benutzt hat ?...


Das hört sich so negativ an. Auf die kurze Frage gibt es nur eine kurze Antwort, die auch die positiven Seiten ins Licht rückt.

Ich bin mit allem „Fein“, wie man so schön sagt.

Meine angetraute Ehefrau ist jetzt in Brasilien, wir hatten einen super zwei Wochen Honneymoon 2.0. bevor der Alltag bei ihr Einzug hält.
Meine 25 jüngere Ex lebt in Fort Lauderdale, und hat ihr Leben dort in den Griff bekommen. Was ich sehr schätze, und bewundere ich wünsche ihr alles Gute, wir haben noch häufig Kontakt.

Für beide gilt, sie haben meine Transferleistungen über die Jahre dafür genutzt, um ihre Ausreise zu organisieren. Sie haben das Geld zusammen gehalten und es nicht verfeiert!

Das spricht mehr für sie, als gegen sie, aus meiner Interpretation.

Maier

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13.09.2026 11:24
#8 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

Zitat von MaierLansky im Beitrag #6
Zitat von Descansa im Beitrag #5
Aber wie kommen denn die Kubaner nach Guyana? Gibt es da direkte Flüge?


Ja, es gibt Direktverbindungen, Chartermaschinen von Camagüey aus. Die werden aber nicht im öffentlichen Tickethandel angeboten. So wie ich gehört habe werden die Tickets über Händler abgewickelt, FB u. WA Gruppen machen dafür Werbung. Wie die Bezahlung läuft weiß ich nicht. Was ich weiß ist, dass die Bezahlung in Etappen funktioniert und logischer Weise in Bar erledigt wird. Jeder Flug von Cuba aus ist als Hin u. Rückflug deklariert, ich denke, die Preise liegen mE. geschätzt zwischen 1500 und 2500/Person. Logischer Weise tritt man den Rückflug nie an.

Maier


bei Skyscanner findet man günstige Hin- und Rückflüge für €430, allerdings mit Zwischenstop in Panama.

Flug HAV -CEO -HAV.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)

Die Panamesen werden für Cubis, die ja einen denkbar schlechten Ruf hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit haben, sicherlich ein Flughafentransitvisum sehen wollen.

Dann gibt's noch einen Flug mit Aruba Airlines mit Zwischenstop in Aruba, wo Cubis kein Transitvisum benötigen, was auf den ersten Blick erstaunt da Aruba als autonomes Gebiet zu den Niederlanden gehört. Möglicherweise sind die dortigen Behörden bei "Asyl" -Anfragen noch nicht so weichgespült wie unsere Pappkameraden.

https://holiplus.com/en/tour/5221E/air-t...-cmw-round-trip

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13.09.2026 12:46
#9 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

ist denn Guyana als Zielland für Cubis überhaupt noch visafrei erreichbar?

https://guyanahctrinidad.mission.gov.gy/...ation-advisory/

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13.09.2026 12:47
#10 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

Moin Hellmut,

ich wäre überrascht, wenn es frei verfügbare, und buchbare Direktverbindungen aus Cuba gäbe, die nicht über Visapflicht im Transit zur Bedingung hätte.

Die Route über die Türkei Richtung Afrika gibt es ja auch nicht mehr, oder?

Wie sieht es mit Moscow aus? – Ich hatte mal ein Visa für Russland, pre-Ukrainekrieg und pre – Corona. 2020 war das m.E., da wollte ich mich damals mit meiner Freundin in Moscow treffen, wurde drei Tage vor Abflug wegen Coronamaßnahmen gecancelt.

Ich meine, Guayana ist die einzige direkte Verbindung aus Cuba heraus. Bis auf Venezuela, aber dafür benötigen Cubaner glaube ich, auch ein Visum.

Maier

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13.09.2026 13:43
#11 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

Hallo Herr Meier,
ich habe auf der Webseite von Guyana nachgeschaut.
Visafreiheit für Cubis nur für Diplomaten und Offizielle. Das Fußvolk benötigt mittlerweile mindestens einen lokalen Sponsor der einlädt.
Viele interessante Länder in Afrika und Asien wären weiterhin über Istanbul oder Moskau erreichbar, aber da momentan keine Direktflüge von Habana nach Istanbul/Moskau gehen, sind diese Reiseziele auch keine Option.
Cubis haben einfach einen extrem schlechten Ruf ihre angegebene Reiseroute auch einzuhalten, so dass fast sämtliche Zwischenstops ein Flughafentransitvisum erfordern.
Zu deinem interessanten Besuch in Brasilien später mehr.

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13.09.2026 14:58
avatar  Schning
#12 RE: Montevideo statt Miami
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spitzen Mitglied

Nach Guyana kann man auch via Dom.Rep. fliegen, so ist ein Verwandter meiner Frau problemlos aus Kuba rausmigriert.


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13.09.2026 15:06 (zuletzt bearbeitet: 13.09.2026 15:06)
#13 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

Dann hat es in Guayana vor kurzem eine Veränderung gegeben, denn meine Frau ist Mitte Juli nach Guyana eingereist. Vielleicht beinhaltete das Schlepper Paket, welches sie bezahlt hat, die Umgehung von Visaauflagen, keine Ahnung. Ich bin mir auch sicher, dass meine Frau von Details eher keine Ahnung hat.
Ich hab ja jetzt als Angehöriger an zwei Fluchtrouten teilgenommen. Die Fluchtroute über Guayana empfand ich über die Erzählungen meiner Frau deutlich entspannter, als die Erzählungen meiner EX, die über Nicaragua durch ganz Mittelamerika gereist ist.
Die Schilderungen der Fluchtroute Nicaragua – Honduras - Guatemala – Mexico – USA waren dagegen eher etwas aus einem Horror Road Movie.
Aber, das muss man vermutlich zugeben, zu 100% durchorganisiert von den Schleppern. Wer zahlt erreicht sein Ziel!
Wenn er nicht unterwegs stirbt.

So berichtetet meine EX über das letzte Teilstück in Mexiko (Mexico Stadt bis Rio Grande/Laredo wo sie über den Fluss gegangen sind), dass sie fast 24h in einem Seecontainer eingeschlossen war mit über 100 Personen, einige sind dabei erstickt, darunter auch Kinder.
Der Flussübertritt war auch nicht ohne, das Wasser ging ihr bis zur Brust, und sie kann nicht schwimmen.
Alles Erzählungen aus dritter Hand, ich gebe es nur weiter, wie es mir erzählt wurde. Also, unter Vorbehalt einzuordnen.

Fakt ist doch eines, die Flucht ist das eine, aber dann im gelobten Land Fuß zu fassen, ist doch viel schwerer.

Meine Ex war Ende 20, als sie sich auf den Weg gemacht hat, sie hat es durch Fleiß, Disziplin und Ehrgeiz in den USA geschafft. Hat als Zimmermädchen durchgeschlagen und jetzt eine Ausbildung absolviert, und sich damit für den Gesundheitssektor qualifiziert. Ich würde ihr eine 1 in Sachen Lebens Planung geben, und das ohne studiert zu haben. Ob sie es dann vom Zimmermädchen zur Millionärin schafft, ist noch einmal eine andere Frage.
Etwas anders sieht es für meine Frau aus. Sie ist Anfang 50 und hat in ihrem Leben nie abhängig gearbeitet, auch keine Ausbildung abgeschlossen (begonnen ja, aber nie abgeschlossen). Für sie wird es in Brasilien ungleich schwerer. Vor allem in einen Arbeitsrhythmus zu kommen.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, mit 50 noch etwas neues zu erschaffen. Man meint immer, es ginge so leicht, „Ach, das schaffe ich schon!“ aber dann sieht die Realität doch ganz anders aus. Ich hab mit 50 noch einen weiteren Handwerksmeister im Tiefbau absolviert (Hochbaumeister war ich mit 30, das normale Alter, um diese Ausbildung im Handwerk zu beenden). Die Tiefbauer hab ich deutlich unterschätz, waren es doch damals in meiner Jugend die, die den Hauptschulabschluss verfehlten, und dann in den Tiefbau gingen, um direkt Geld zu verdienen. Jetzt sind es die am höchsten bezahltesten Handwerker überhaupt. Trotzdem hab ich es am Ende geschafft, Straßenbaumeister mit 51.

Die Cubaner haben einen gewissen Nachteil, wie ich finde, sie müssen ihre sozialistische Sozialisation ziemlich schnell über Bord werfen, sonst wird es schwer im Kapitalismus. In unseren Gesprächen redete sie immer von einer Vielzahl von Arbeitsangeboten in Brasilien, jedoch nur mit Papieren. Zudem redete sie immer vom „Mindestlohn“ – „das muss man mir zahlen, wenn ich Arbeit xyz ausführe!“. Ja sag ich dann immer: „schaun mer mal, dann sehen wir schon!“ 😉 Ich sag dann immer: „Seh zu, dass du etwas bekommst, was deinem Biorhythmus entspricht!“ Es war schon zu unseren Anfangszeiten schwer, sie vor acht Uhr zum aufstehen zu bewegen.

Maier

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13.09.2026 15:51 (zuletzt bearbeitet: 13.09.2026 15:54)
#14 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

Zitat von hellemut im Beitrag #11
Cubis haben einfach einen extrem schlechten Ruf ihre angegebene Reiseroute auch einzuhalten,


Da fällt mir bei diesem Hinweis mein damaliger Trip nach Ägypten ein.

Einen solchen Trip würde ich heutzutage im Leben nicht mehr machen. Damals war der Frankfurter Flughafen noch für den visafreien Transit offen. Das ist kurz danach geschlossen worden.

Für CDG haben wir damals bei drei Anträgen ablehnende Bescheide der französischen Botschaft bekommen. Damals waren die Seychellen im Visier. Ich glaube, damals auch Visa frei für Cubaner.

Das größte Problem ist doch, sollte es im Zuge der Umsteigezeit zu Problemen kommen, das muss ja gar nicht vom Reisenden vorsätzlich herbeigeführt sein, dann kann man ganz böse im Flughafentransit stranden. Wer tut sich das freiwillig an.
Was wäre, die ägyptischen Behörden hätten meine Freundin damals nicht an Bord des Rückfluges gelassen, das stand damals auf Messers Schneide. Die Transferzeit in Frankfurt ist glaube ich 12 Stunden. Innerhalb dieser Frist ist der Weiterflug anzutreten.

Theoretisch wäre Moscow ein möglicher Umsteigepunkt, weil Cubaner ja visafrei ins Land einreisen könnten, ggf. auch noch China, sollte beim Anschlussflug etwas schief gehen. Aber gibt es dorthin überhaupt Verbindungen?

Na ja, für mich hat sich das alles erledigt. Endlich!

Maier

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13.09.2026 23:16
#15 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

Zitat von MaierLansky im Beitrag #14
Zitat von hellemut im Beitrag #11
Cubis haben einfach einen extrem schlechten Ruf ihre angegebene Reiseroute auch einzuhalten,


Da fällt mir bei diesem Hinweis mein damaliger Trip nach Ägypten ein.

Einen solchen Trip würde ich heutzutage im Leben nicht mehr machen. Damals war der Frankfurter Flughafen noch für den visafreien Transit offen. Das ist kurz danach geschlossen worden.

Für CDG haben wir damals bei drei Anträgen ablehnende Bescheide der französischen Botschaft bekommen. Damals waren die Seychellen im Visier. Ich glaube, damals auch Visa frei für Cubaner.

Das größte Problem ist doch, sollte es im Zuge der Umsteigezeit zu Problemen kommen, das muss ja gar nicht vom Reisenden vorsätzlich herbeigeführt sein, dann kann man ganz böse im Flughafentransit stranden. Wer tut sich das freiwillig an.
Was wäre, die ägyptischen Behörden hätten meine Freundin damals nicht an Bord des Rückfluges gelassen, das stand damals auf Messers Schneide. Die Transferzeit in Frankfurt ist glaube ich 12 Stunden. Innerhalb dieser Frist ist der Weiterflug anzutreten.

Theoretisch wäre Moscow ein möglicher Umsteigepunkt, weil Cubaner ja visafrei ins Land einreisen könnten, ggf. auch noch China, sollte beim Anschlussflug etwas schief gehen. Aber gibt es dorthin überhaupt Verbindungen?

Na ja, für mich hat sich das alles erledigt. Endlich!

Maier


mir ging es ähnlich, hätte ich meine Novia Ende des letzten Jahres, als es noch Direktflüge von Habana über Istanbul nach Zentralafrika gab, wie geplant dorthin auf die Baustelle mitgekommen, hätten wir kurze Zeit später wegen des Kerosinmangels auf den CU Flughäfen und den daraus folgenden gestrichenen Flugverbindungen ein vermutlich auf Jahre nicht zu lösendes Problem mit dem Rückflug bekommen.
Ich mache noch heute regelmäßig drei Kreuze, denn auf die BRD Botschaft hätte ich in einem solchen Notfall mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zählen können. Das war in den 90 er Jahren noch komplett anders, da ist man auch gerne zu den Botschaften auf einen Schwatz gegangen. Musste mal 1996 mit der damaligen Novia in Casablanca auf die Botschaft, weil durch ein Missverständnis ihr Schengen Visum abgelaufen war. Da es von dort keine Flüge zurück nach Cuba gab, konnte ich bei der deutschen Botschaft für den resp. wegen des bereits bestehenden Rückflugs von Frankfurt nach Habana eine kulante Verlängerung resp. Neuaustellung von einer Woche erreichen.
Die Situation heute, die BRD Behörden lassen ohne Ausnahme jeden Asyltouristen, der die vier Buchstaben kennt ins Land, und schieben selbst jedem noch so kriminellen Knacken anstatt ab, noch alles hinten rein.
Dem hart arbeitenden Teil der Bevölkerung hingegen wird das Leben wo es nur geht unnötig schwer gemacht.
Von daher verstehe ich deine Ambitionen in Brasilien.
Vielleicht unternehme ich mal bei Gelegenheit auch um die Lage zu peilen einen Roadtrip von Georgetown nach Boa Vista. Eine Abenteuerreise in den noch verbliebenen Regenwald des Congos oder Amazoniens reizt mich schon länger.
Was ich bei deiner Frau also der etwas älteren Ehefrau nicht nachvollziehen kann, ist die so naiv ohne Ausbildung, ohne Beziehungen und ohne Geld in ein Niedriglohnland wie Brasilien auszuwandern? Die hätte bei dir doch alles gehabt.
Oder hat die etwa auch kein D-Visum bekommen und ihr wollt dort in Brasilien oder Uruguay zusammen leben.

In einer kranken Gesellschaft hält man die Gesunden für verrückt (Erich Fromm)

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14.09.2026 04:37 (zuletzt bearbeitet: 14.09.2026 04:45)
#16 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

Zitat von hellemut im Beitrag #15
Oder hat die etwa auch kein D-Visum bekommen und ihr wollt dort in Brasilien oder Uruguay zusammen leben.


Wir haben es ja drei Jahre versucht.

Man muss verstehen, dass sie durch unsere lange Trennung natürlich ihr Leben in Moron weiter gelebt hat, ein Kind bekommen hat, ohne dieses sie nirgendwo hin dauerhaft ausreist.
Deswegen kam für uns theoretisch ausschließlich eine Besuchslösung, quasi drei Monate oder kürzer besuchsweise in D in Frage.
Ich hab eben auch noch meine Firma, die ganz gut läuft, und den ganzen Klump und Teufel mit der hin und herfliegerei bezahlt, bzw. mir ein entsprechendes Einkommen garantiert.

Wer FMZ beantragt, muss den Deutschtest machen, aber FZF und Schengen Besuchsvisa sind zwei Paar Schuhe, was hier keiner versteht. FZF ist ein nationales Visa für einen dauerhaften verbleib im Schengenraum respektive Deutschland. Wer nicht dauerhaft in Deutschland leben möchte, braucht kein Deutschtest zu absolvieren und reist nur als Gast, und geht nach Ablauf des Visums wieder. Für unsere Belange vollkommen ausreichend, 2x90 Tage im Jahr meine ich. Wer zwei abgeschlossene Visaumläufe durchlaufen hat, die an die Auflagen gehalten hat, der hätte theoretisch ein Anrecht auf das vereinfachte Besuchsvisa-Verfahren. Dabei soll es so sein, dass man das erneute Schengenvisum unkompliziert beantragt, und ohne Interview und ohne Termin das erneute Schengenvisum in den Pass geklebt bekommt (mMn. soll in Havanna der Donnerstag für solche Visaangelegenheiten vorgesehen sein). So weit die Theorie, mit dem vereinfachten Schengenvisum wären alle unsere familiären Probleme gelöst. Damals war ihr Sohn noch 14 Jahre alt. Und das sie ihren Sohn nicht einfach in Cuba stehen lässt, ist auch verständlich. Nur die Botschaft hat niemals ein Besuchsvisa erteilt. Nach der dritten Ablehnung hab ich einen Anwalt spezialisiert auf Ausländerecht angestellt (hat, wenn ich mich recht erinnere 650€ + MwSt. gekostet). Zu einer vierten Beantragung kam es dann nicht mehr.

Seine Analyse des Falls hat ergeben, dass wir zwar ordnungsgemäß verheiratet sind, aber durch die lange Trennung hat die Ehe den speziellen Schutzstatus ggf. verloren. Er hat analysiert, dass die Botschaft vermutl. Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Ehe hegt und hier der Tatbestand der Scheinehe vorliegen könnte, eine Ehe, die ausschließlich zum Zweck geschlossen wurde, um ein Visum zu erlangen. Wo er jedoch offen ließ, ob es sich um ein FZV oder eine Schengen Besuchsvisa. Aus diesem Grund hat die Botschaft eine voreingenommene Position, die sie, so sagte der Anwalt, so gut wie nie umkehrt. Er mutmaßte, dass auch bei weiteren Anträgen, eine Ablehnung erfolgen wird. Er riet dazu, FZF zu beantragen, und die Botschaft bitten, ggf. aufgrund der langen Ehezeit auf A1 Deutschtest zu verzichten, zumal der A1 Deutschtest nur für die erste Einreise gefordert wird. Die erste Einreise meiner Frau war mE. 2002, genau weiß ich das gerade nicht.

Leider nutzt uns ein FZV in unserer Situation gar nichts, weil meine Frau gar nicht dauerhaft in Deutschland leben wollte. Und ich wollte das auch nicht. Der Anwalt riet aber dazu, hier falsche Angaben zu machen, und vorzugeben, man strebe ein dauerhaftes Leben in D an. Sollte dieses dann ebenfalls abgelehnt werden, kann man vor dem Verwaltungsgericht klagen, geschätzte Dauer ca. 3 Jahre, mit ungewissem Ausgang ca. 5000€ Kosten. Selbst bei einem positiven Entscheid des Verwaltungsgerichtes könne man davon ausgehen, dass man mit diesem Urteil wieder an die Botschaft verwiesen wird, und die soll dann die Sachlage „neu bewerten“!

Danach war im letzten Jahr eigentlich Schluss. Ich wollte nicht mehr nach Cuba. Für meine Frau gab es keinerlei Möglichkeit, dass wir uns irgendwo anders treffen. So ist das Jahr 2025 dahingezogen. Ich hab von Zeit zu Zeit noch mal ein Fresspaket gesandt, irgendwie macht man es dann doch, obwohl ich es eigentlich nicht will. Anfang 2026 bot sich kurzfristig die Möglichkeit, über einen Bekannten und auch Geschäftspartner eine Wohnung in Spanien zu mieten. Das hätte bedeutet, ich hätte meinen Wohnsitz dorthin verlegt und den ganzen Klump von dort aus beantragt. Meine Recherche hatte ergeben, dass meine Frau ggf. nach Spanien mit ihre Sohn ausreisen könnte. Wieder reine Theorie, es kam dieses Jahr anders, und darüber bin ich sehr froh. Alle anderen Szenarien wären für mich extrem aufwendig gewesen, und auch da gäbe es keine Garantien, ob es geklappt hätte. Der Vorteil wäre für meine Frau gewesen, sie wäre nicht illegal, sondern mit allen Rechten versehen. Aber auch da wieder Euro-Recht, FZF bedeute auch dort mindestens 6 Monate und einen Tag in Spanien zu leben, sonst verfällt das Visum. Aber alles Theorie, damit hab ich nichts mehr am Hut. Gut so!

Das Szenario Brasilien bzw. Südamerika ist eine ganz neue Wendung. Brasilien kam mir jetzt nicht übermäßig kriminell vor, und die Gegend um den Balneário Camboriú scheint die Riviera von Brasilien zu sein.

Maier

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14.09.2026 06:19
#17 RE: Montevideo statt Miami
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sehr erfahrenes Mitglied

Zitat von hellemut im Beitrag #9
ist denn Guyana als Zielland für Cubis überhaupt noch visafrei erreichbar?

https://guyanahctrinidad.mission.gov.gy/...ation-advisory/


Nein, aber Möglichkeit des Visa on Arrival für Kubaner. Dafür gelten u. a. Anforderungen wie Hotelbuchung bzw. Einladung und Nachweis ausreichender finanzieller Mittel.


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03.10.2026 12:33 (zuletzt bearbeitet: 03.10.2026 12:35)
#18 RE: Montevideo statt Miami
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Cubaliebhaber/in

Zitat von MaierLansky im Beitrag #16
Zitat von hellemut im Beitrag #15
Oder hat die etwa auch kein D-Visum bekommen und ihr wollt dort in Brasilien oder Uruguay zusammen leben.


Wir haben es ja drei Jahre versucht.

Man muss verstehen, dass sie durch unsere lange Trennung natürlich ihr Leben in Moron weiter gelebt hat, ein Kind bekommen hat, ohne dieses sie nirgendwo hin dauerhaft ausreist.
Deswegen kam für uns theoretisch ausschließlich eine Besuchslösung, quasi drei Monate oder kürzer besuchsweise in D in Frage.
Ich hab eben auch noch meine Firma, die ganz gut läuft, und den ganzen Klump und Teufel mit der hin und herfliegerei bezahlt, bzw. mir ein entsprechendes Einkommen garantiert.

Wer FMZ beantragt, muss den Deutschtest machen, aber FZF und Schengen Besuchsvisa sind zwei Paar Schuhe, was hier keiner versteht. FZF ist ein nationales Visa für einen dauerhaften verbleib im Schengenraum respektive Deutschland. Wer nicht dauerhaft in Deutschland leben möchte, braucht kein Deutschtest zu absolvieren und reist nur als Gast, und geht nach Ablauf des Visums wieder. Für unsere Belange vollkommen ausreichend, 2x90 Tage im Jahr meine ich. Wer zwei abgeschlossene Visaumläufe durchlaufen hat, die an die Auflagen gehalten hat, der hätte theoretisch ein Anrecht auf das vereinfachte Besuchsvisa-Verfahren. Dabei soll es so sein, dass man das erneute Schengenvisum unkompliziert beantragt, und ohne Interview und ohne Termin das erneute Schengenvisum in den Pass geklebt bekommt (mMn. soll in Havanna der Donnerstag für solche Visaangelegenheiten vorgesehen sein). So weit die Theorie, mit dem vereinfachten Schengenvisum wären alle unsere familiären Probleme gelöst. Damals war ihr Sohn noch 14 Jahre alt. Und das sie ihren Sohn nicht einfach in Cuba stehen lässt, ist auch verständlich. Nur die Botschaft hat niemals ein Besuchsvisa erteilt. Nach der dritten Ablehnung hab ich einen Anwalt spezialisiert auf Ausländerecht angestellt (hat, wenn ich mich recht erinnere 650€ + MwSt. gekostet). Zu einer vierten Beantragung kam es dann nicht mehr.

Seine Analyse des Falls hat ergeben, dass wir zwar ordnungsgemäß verheiratet sind, aber durch die lange Trennung hat die Ehe den speziellen Schutzstatus ggf. verloren. Er hat analysiert, dass die Botschaft vermutl. Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Ehe hegt und hier der Tatbestand der Scheinehe vorliegen könnte, eine Ehe, die ausschließlich zum Zweck geschlossen wurde, um ein Visum zu erlangen. Wo er jedoch offen ließ, ob es sich um ein FZV oder eine Schengen Besuchsvisa. Aus diesem Grund hat die Botschaft eine voreingenommene Position, die sie, so sagte der Anwalt, so gut wie nie umkehrt. Er mutmaßte, dass auch bei weiteren Anträgen, eine Ablehnung erfolgen wird. Er riet dazu, FZF zu beantragen, und die Botschaft bitten, ggf. aufgrund der langen Ehezeit auf A1 Deutschtest zu verzichten, zumal der A1 Deutschtest nur für die erste Einreise gefordert wird. Die erste Einreise meiner Frau war mE. 2002, genau weiß ich das gerade nicht.

Leider nutzt uns ein FZV in unserer Situation gar nichts, weil meine Frau gar nicht dauerhaft in Deutschland leben wollte. Und ich wollte das auch nicht. Der Anwalt riet aber dazu, hier falsche Angaben zu machen, und vorzugeben, man strebe ein dauerhaftes Leben in D an. Sollte dieses dann ebenfalls abgelehnt werden, kann man vor dem Verwaltungsgericht klagen, geschätzte Dauer ca. 3 Jahre, mit ungewissem Ausgang ca. 5000€ Kosten. Selbst bei einem positiven Entscheid des Verwaltungsgerichtes könne man davon ausgehen, dass man mit diesem Urteil wieder an die Botschaft verwiesen wird, und die soll dann die Sachlage „neu bewerten“!

Danach war im letzten Jahr eigentlich Schluss. Ich wollte nicht mehr nach Cuba. Für meine Frau gab es keinerlei Möglichkeit, dass wir uns irgendwo anders treffen. So ist das Jahr 2025 dahingezogen. Ich hab von Zeit zu Zeit noch mal ein Fresspaket gesandt, irgendwie macht man es dann doch, obwohl ich es eigentlich nicht will. Anfang 2026 bot sich kurzfristig die Möglichkeit, über einen Bekannten und auch Geschäftspartner eine Wohnung in Spanien zu mieten. Das hätte bedeutet, ich hätte meinen Wohnsitz dorthin verlegt und den ganzen Klump von dort aus beantragt. Meine Recherche hatte ergeben, dass meine Frau ggf. nach Spanien mit ihre Sohn ausreisen könnte. Wieder reine Theorie, es kam dieses Jahr anders, und darüber bin ich sehr froh. Alle anderen Szenarien wären für mich extrem aufwendig gewesen, und auch da gäbe es keine Garantien, ob es geklappt hätte. Der Vorteil wäre für meine Frau gewesen, sie wäre nicht illegal, sondern mit allen Rechten versehen. Aber auch da wieder Euro-Recht, FZF bedeute auch dort mindestens 6 Monate und einen Tag in Spanien zu leben, sonst verfällt das Visum. Aber alles Theorie, damit hab ich nichts mehr am Hut. Gut so!

Das Szenario Brasilien bzw. Südamerika ist eine ganz neue Wendung. Brasilien kam mir jetzt nicht übermäßig kriminell vor, und die Gegend um den Balneário Camboriú scheint die Riviera von Brasilien zu sein.

Maier


Hallo Maier,
irgendwas haut hier mit der Antwort/Zitierfunktion nicht hin.
Wie dem auch sei, ich werde den kostspieligen und zeitaufwendigen Grenzübertritt von Guyana, zumindest zusammen mit der Novia, nicht durchführen, und ihr auch diesen alleine nicht finanzieren, nur um einmal der Novia eine Urlaubsreise in ein interessantes Land zu ermöglichen. Werden stattdessen versuchen ein reguläres BR-Tourivisum zu erhalten.
Wobei, es war schon damals ziemlich aufwändig der Ex-Frau eine Reise von Deutschland nach Brasilien zu ermöglichen, und die hatte wenigstens eine BRD Aufenthaltserlaubnis. Erst nachdem ich ihr eine Arbeitsstätte bescheinigen konnte, bekam sie beim Konsulat in München das begehrte Touristenvisum.
Btw, warum soll es keine Rückkehr nach Cuba geben, wenn etliche Cubis in Uruguay gescheitert sind und nach Cuba zurückkehren?

In einer kranken Gesellschaft hält man die Gesunden für verrückt (Erich Fromm)

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