Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise

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29.08.2026 15:54
#1 Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Rey/Reina del Foro

Zitat
Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise

Am 13. Juli 2026 setzte Washington zehn kubanische Einrichtungen auf die SDN-Liste, die Specially Designated Nationals and Blocked Persons List des US-Finanzministeriums, die Betroffene vom US-Finanzsystem ausschließt. Darunter waren sechs Staatsunternehmen, unter ihnen die Außenhandelsgruppe GECOMEX und die Hafen- und Seetransportgruppe GEMAR. GECOMEX wickelt den Außenhandel im Auftrag der Regierung ab, GEMAR verantwortet Seetransport, Häfen und die strategische Hafeninfrastruktur. Nicht-US-Unternehmen erhielten eine Abwicklungsfrist bis zum 12. August 2026.

Für ein Land, das rund 80 Prozent seiner Nahrungsmittel einführt, trifft das eine Lebensader. Nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms zahlt Kuba dafür jährlich etwa 2,4 Milliarden US-Dollar. Doch die Ursachen der Ernährungskrise liegen tiefer als in der jüngsten Sanktionsrunde. Sie liegen in einem Agrarsystem, das seit Jahrzehnten weniger produziert, als es könnte.

https://www.kubakunde.de/neues/fruchtbar..._medium=bluesky

La vida debería ser amarilla... amar y ya.

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29.08.2026 16:15
avatar  rafimo
#2 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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super Mitglied

Ja genau das waere meine Frage gewesen produziert man in Kuba eigentlich nix an Lebensmiitteln? Ich meine auf den strassen gab es Obst und Gemüse aber ich denke da ist noch viel Luft nach oben


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29.08.2026 16:23
#3 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Rey/Reina del Foro

Doch, nur so wie man Dich bezahlt, so arbeitest Du auch. Im Campo von Ciego werden Annanas und Orangen gepflanzt. In der Stadt hab ich so eine Art " Kleingarten" mit Anpflanzungen gesehen. Was es war, weiss ich aber nicht.
Ausserdem wird ja auch viel geklaut und dann schwarz verkauft.
Ich habe früher 50 Kg Säcke Reis und Bohnen bis an die Haustür geliefert bekommen. Man fragt nicht wo es herkommt und man sagt es nicht...

Von der Entlarvung des Scheinwissens ausgehend gelangt Platon in den mittleren Dialogen zu einer Dialektik, die sich als diskursive Methode mit der Erkenntnis an sich befasst.

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29.08.2026 16:28
avatar  rafimo
#4 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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super Mitglied

Ja das klingt nachvollziehbar danke für die Info
Aber die Ananas erinnert mich an was das ich kaufen muss zum mitnehmen ein Ananasschneider der schnuckel hat sich immer mit den fingern in gefahr gebracht hatte da konnte man manchmal nicht hinsehen


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29.08.2026 21:17
#5 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Rey/Reina del Foro

Zitat von rafimo im Beitrag #2
Ich meine auf den strassen gab es Obst und Gemüse aber ich denke da ist noch viel Luft nach oben

Wenn du kubanische Obst- und Gemüse"märkte" mit anderen (armen) lateinamerikanischen Ländern vergleichst, erübrigt sich deine "Denke" und wird zur Sicherheit. Da ist noch gaaanz viiiieel Luft nach oben.

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30.08.2026 00:01 (zuletzt bearbeitet: 30.08.2026 00:03)
avatar  Trieli
#6 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Forums-Senator/in

@rafimo: Das System vor den Gesetzesänderungen war.
Bauer darf netterweise Sachen anpflanzen. Er muss das Saatgut dafür vom Staat kaufen. Dann muss er eine Quote erfüllen und den größten Teil davon zu Dumpingpreisen an den Staat verkaufen. Den Rest darf er zu festgelegten Preisen selbst verkaufen. Erfüllt er die Quote nicht, muss er Strafe zahlen.
Das ist jetzt ganz ganz grob zusammen gefaßt wie es 2025 noch war. Die zig neuen Gesetze haben da jetzt vieles geändert. Damit habe ich mich aber nicht beschäftigt.
Viele Landwirte haben in den letzten Jahren kapituliert und die Felder lieber leer stehen lassen anstatt für einen Hungerlohn zu produzieren und auf die Gefahr in schlechten Jahren noch Strafen zahlen zu müssen. Die Bauern waren aber seit der Revolution sowieso nicht die Besitzer der Felder, sondern nur Nutzniesser. Auch wenn die Felder vor der Revolution der Familie gehörten.

Wie hoch wäre deine Motivation da die Felder ohne moderne Geräte zu bestellen?
Da du ja bisher nur im Umkreis von Havanna warst, hast du es ja vermutlich nicht gesehen. Die meiste Landwirtschaft erfolgt noch mit Ochsen- oder Pferden oder purer Muskelkraft der Bauern.

Ein Freund von mir hat mal gesagt: Wir leben auf einer verfickten karibischen Insel und müssen Bohnen importieren? Das zu dem Thema. Viel gesunder Boden, viele Möglichkeiten, aber aktuell so gut wie nicht genutzt.


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30.08.2026 01:00
avatar  tom2134
#7 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Forums-Senator/in

In Kuba gibt es alles, das ist nicht das Problem, die Bauern produzieren, das ist inzwischen alles particular.

Die Teller sind leer, weil sich die Kubaner das nicht leisten können. Die Währung ist zerstört und der Lohn vom Staat für ein paar Libre von allem.

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30.08.2026 01:24 (zuletzt bearbeitet: 30.08.2026 01:27)
#8 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Rey/Reina del Foro

Zitat von tom2134 im Beitrag #7
Die Teller sind leer, weil sich die Kubaner das nicht leisten können.

Dass Kuba 80 Prozent seiner Basislebensmittel, wie zum Beispiel Reis und Hühnchen, importieren muss, willst du hoffentlich nicht bestreiten. Dass man für genügend Geld alles zu kaufen bekommt, ist nicht das Thema. Auch das ist, von saisonalem Obst abgesehen, meist nicht in Kuba produziert.

La vida debería ser amarilla... amar y ya.

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30.08.2026 01:45
avatar  Trieli
#9 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Forums-Senator/in

@tom2134 Ja, die Privatisierung geht gerade im Sauseschritt, aber dieser Sauseschritt funktioniert so nicht bei der Landwirtschaft. Die ist noch nicht mal im Ansatz so weit die kubanische Bevölkerung mit lokalen Produkten zu versorgen. Die Landwirtschaft steckt gerade noch in den Kinderschühchen und kann maximal partiell lokal versorgen. Siehe das Projekt der Vietnamesen, die jetzt seit 2 Jahren Reis in Kuba anbauen und damit nur einen geringen Teil des Bedarfs decken können. Bis die Landwirtschaft in Kuba in der Lage ist das gesamte Land zu versorgen werden noch einige Jahre ins Land gehen. Bis dahin müssen die Importpreise bezahlt werden.
Und bis dahin müssen Kubaner auch lernen, dass man nur mit Arbeit was in den Kochtopf bekommt und Arbeit sich auch auszahlt. Das wird, in meinen Augen, der schwierigste Part des Prozesses. Die aktuellen Akteure handeln nach klaren Anweisungen und Kontrolle ihrer Investoren/Sponsoren aus dem Ausland. Von eigenständigem Unternehmertum wissen die Wenigsten was, die die Insel nie verlassen haben.


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30.08.2026 01:51
avatar  rafimo
#10 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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super Mitglied

Zitat von Trieli im Beitrag #6
@rafimo: Das System vor den Gesetzesänderungen war.
Bauer darf netterweise Sachen anpflanzen. Er muss das Saatgut dafür vom Staat kaufen. Dann muss er eine Quote erfüllen und den größten Teil davon zu Dumpingpreisen an den Staat verkaufen. Den Rest darf er zu festgelegten Preisen selbst verkaufen. Erfüllt er die Quote nicht, muss er Strafe zahlen.
Das ist jetzt ganz ganz grob zusammen gefaßt wie es 2025 noch war. Die zig neuen Gesetze haben da jetzt vieles geändert. Damit habe ich mich aber nicht beschäftigt.
Viele Landwirte haben in den letzten Jahren kapituliert und die Felder lieber leer stehen lassen anstatt für einen Hungerlohn zu produzieren und auf die Gefahr in schlechten Jahren noch Strafen zahlen zu müssen. Die Bauern waren aber seit der Revolution sowieso nicht die Besitzer der Felder, sondern nur Nutzniesser. Auch wenn die Felder vor der Revolution der Familie gehörten.

Wie hoch wäre deine Motivation da die Felder ohne moderne Geräte zu bestellen?
Da du ja bisher nur im Umkreis von Havanna warst, hast du es ja vermutlich nicht gesehen. Die meiste Landwirtschaft erfolgt noch mit Ochsen- oder Pferden oder purer Muskelkraft der Bauern.

Ein Freund von mir hat mal gesagt: Wir leben auf einer verfickten karibischen Insel und müssen Bohnen importieren? Das zu dem Thema. Viel gesunder Boden, viele Möglichkeiten, aber aktuell so gut wie nicht genutzt.


Tja, was soll ich dazu sagen, erst mal danke für die info und das ist erschreckend.


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30.08.2026 07:27
#11 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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sehr erfahrenes Mitglied

Natürlich ist es völlig verrückt, dass Kuba fast alles für teure Devisen importiert, sogar frische Eier, sogar Zucker. Genauso mit der Fischerei. Kuba ist trotz allem eine Insel, von Meer umgeben. Trotzdem bleibt Fisch rar und relativ teuer, weshalb importierte pollos und cerdo und atun de lata dominieren. Und natürlich liegt es v.a. daran, dass die Bauern bisher wenig Anreiz hatten, mehr zu produzieren. Fischern traut man natürlich noch weniger, aus den bekannten Gründen. Falls die derzeitige Krise dazu führt, dass man endlich den Privaten auch in der Landwirtschaft eine Chance gibt, mit den Importwaren zu konkurrieren, so wäre das in jeder Hinsicht positiv.


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30.08.2026 07:28
#12 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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sehr erfahrenes Mitglied

Landwirtschaft, Dienstleistungen (v.a. Tourismus) und ein wenig Bergbau sind schließlich die einzigen Sektoren, die für die Zukunft zumindest etwas Potenzial bieten. Für alles andere ist der Zug doch längst abgefahren…


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30.08.2026 07:41
#13 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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sehr erfahrenes Mitglied

…ganz kapiert habe ich es bis heute nicht…ein paar Dutzend Hühner und einen Hahn zu unterhalten und dann die Eier in Havanna oder Santiago für teures Geld zu verkaufen müsste doch möglich sein…


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30.08.2026 09:32
#14 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Rey/Reina del Foro

Mmh, so lange ist das doch noch nicht her, dass es zumindest die Eier auf libreta gab - und jetzt? Zaun und Bewachung, jeden Tag füttern, Eier sammeln und täglich erstmal in die Stadt kommen/bringen...

Toleranz als gesellschaftliche Tugend wird meist von denen gefährdet, die unter ihren Schutz fallen...

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30.08.2026 10:24
#15 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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spitzen Mitglied

Ich glaube, man bräuchte sie gar nicht in die Stadt zu bringen, man fände auch auf dem campo Abnehmer. Das ist etwas, was ich in vielen Jahren Kuba bis heute nicht verstanden habe, dass auch auf dem campo nichts angebaut wird in den privaten Gärten. Als Gründe wurde mir genannt, kein Saatgut, kein Dünger, kein Hühnerfutter, keine Möglichkeit zur Bewachung und wenn alles reif ist, wird es geklaut. Bei einem meiner Besuche, als ich alles mögliche zum kochen mitgebracht hatte, war im Dorf nicht eine Knoblauch Zehe aufzutreiben.
Im März 23 habe ich im campo von Ciego de Avila hinter Primero enero in der tierra roja kilometerlange Reihen von Kartoffelsäcken gesehen, die auf dem Feld verrottet sind, weil kein Transporte. Das war staatliche Produktion oder genossenschaftliche, so genau habe ich das nicht verstanden bzw. hinterfragt. Wir haben meinen Mietwagen mehrmals vollgeladen und im Dorf verteilt und danach nach Trinidad mitgenommen. Das war das letzte Mal, dass ich einen Mietwagen hatte, da begannen schon die Probleme mit dem Sprit.
Wenn der Verdienst von einem Staatsangestellten nicht ausreichend ist, sich und seine Familie zu ernähren, fördert man doch das „resolver“ das ist doch in jedem drin, alles zu klauen, was möglich ist.
Ein Staat, der seine Bürger dumm hält, kann doch nicht erwarten, dass da plötzlich Unternehmertum wächst.
Ich bin ratlos wie das weitergehen soll und kann.


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30.08.2026 10:28 (zuletzt bearbeitet: 30.08.2026 10:29)
avatar  Trieli
#16 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Forums-Senator/in

Damit eine Hühnerzucht und Eierproduktion rentabel wird, braucht es aber mehr als nur ein paar Hühnchen und einen Hahn. Bei dem Eierkonsum der Kubis reichen ein paar Dutzend Hühnchen ja gerade mal für den Eigenbedarf der Familie und Nachbarn.


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30.08.2026 10:29
#17 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Rey/Reina del Foro

Als wir noch unser Apartment im 4. Stock hatten und unsere Tante neben uns wohnte,gab es hinter der Küche einen kleinen patio. Die Tante kaufte ein Ferkel, es wurde jeden Tag gewaschen, damit keiner es mit kriegte, das dort ein Ferkel war. Als das arme Vieh so gross war das die Schnauze und der Hintern an die Mauer kam.........RiP.

Die Nachbarn auf der anderen Strassenseite hatten im 4. Stock Hühner auf dem Balkon. Die wurden morgens runter geworfen und abends bevor es dunkel wurde wieder eingefangen.

Nachts waren Patroullien mit Hunden unterwegs, die kontrollierten ob es irgendwo illegale Schlachtungen gab.

Von der Entlarvung des Scheinwissens ausgehend gelangt Platon in den mittleren Dialogen zu einer Dialektik, die sich als diskursive Methode mit der Erkenntnis an sich befasst.

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30.08.2026 11:00
avatar  Trieli
#18 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Forums-Senator/in

@Descansa: Es geht sogar noch besser. In der Nähe von Rafael Freyre gab es in meinen Anfangsjahren noch Felder wo von staatlicher Seite her viel Obst und Gemüse angebaut wurde. Für ganz kleines Geld durften die Leute dann alles ernten und mit nach Hause nehmen.
Hat keiner gemacht. Nach einen paar Jahren wurde das Projekt aufgegeben.
Ich war mal da als die Tomaten zur Ernte frei gegeben waren. Ich habe dann tolle Tomaten mitgenommen. Meine Schwiegermutter meinte dann: Was willst du denn damit? Die schmecken doch nur nach Wasser. Mein Vorschlag einen leckeren Salat zu machen wurde abgelehnt mit dem Argument: Wir haben doch keine so tolle Dressings wie ihr in Deutschland oder den Hotels. Ich habe ihr dann gezeigt wie man mit Tomaten, Zwiebeln, Pfeffer, Salz, Essig, Öl und ein wenig Zucker einen leckeren Tomatensalat macht und auch eine leckere Tomatensosse. Bis heute liebt sie Tomaten. Nur gibt es heute in der Gegend kaum noch welche.
Hätte man die Felder weiterhin gepflegt könnten davon heute locker 300-400 pro Tag Leute preiswert und gesund ernährt werden.
Das Projekt ist damals aus meiner Sicht an zwei Dingen gescheiert:
1. Die Trägheit der Leute
2. Die Unwissenheit der Leute, weil sie schlicht nicht wußten was sie damit anfangen sollen. Wenn man jemandem Kartoffeln gibt, muss man ihm auch erklären was man damit machen kann.
Die Kartoffeln auf Kuba wurden ja in der Hauptsache für die Hotels produziert. Der auf dem Land lebende Kubi kennt als Beilage ja fast nur Reis und maximal noch Süßkartoffeln und Maniok.
Hier in Köln gab es mal ein tolles Projekt bei dem renommierte Köche in die Problemecken der Stadt gefahren sind und speziell Jugendlichen gezeigt haben wie man Nudeln, Kartoffeln kocht. Und das man sie überhaupt kochen muss. Anfangs habe ich damals gelacht und gesagt: Was für ein Blödsinn. Jeder weiß doch das man Nudeln kochen muss.
Ich war dann einmal dabei am Kölnberg und mußte lernen, dass Kinder von Eltern mit Alkohol- und Drogenproblemen es eben nicht wissen. Die Eltern kochen ja nicht, öffnen maximal eine Dose oder holen was beim Imbiss. Woher sollen die Kinder es also wissen?
Dasselbe gilt auf Kuba. Es reicht nicht jemandem etwas zu geben. Du musst ihnen auch zeigen was sie damit machen können.
Säcke mit Reis hätten sicherlich keine 10 Minuten da gestanden. Mit Kartoffeln können die wenigsten auf dem Campo was anfangen. Also bleiben sie stehen.

Zu der Zeit mit den Feldern gab es von staatlicher kubanischer Seite eine Gesundheitsinitiave befohlen von Fidel. Da gab es dann auch Kochsendungen im TV. Hat nur keiner geguckt. Sinnvoller wäre da Kochunterricht in den Schulen gewesen.


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30.08.2026 11:06
avatar  Trieli
#19 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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@falko1602: Ich hatte zum Thema Tierhaltung mal eine lustige Diskussion mit meinem Ex bevor er nach Deutschland kam. Sein Argument warum seine Familie auf dem Campo keine Tiere hält war, die werden gestohlen. Hühnchen, Schweinchen und Co. kann man doch nur in der Stadt halten. Und dabei hat er mich angeguckt als wäre ich vollkommen verblödet und hätte die Welt nicht verstanden. Einer unserer ersten Ausflüge in Deutschland ging dann auf einen Bauernhof im Nachbarörtchen. Kurz danach bekam seine Familie die ersten Tiere. Nur leider haben sie das Prinzip: Erst neue züchten, bevor man schlachtet nie wirklich verstanden. 😂 Es kam ja aus Deutschland immer Geld um Nachschub zu kaufen.


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30.08.2026 11:07
#20 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Rey/Reina del Foro

Kleine Anekdote zu Trielies Ausführungen.

Als ich damals meine Frau kennenlernte und unbedarft war, wollte sie das ich haufenweise Multivitamin Brausetabletten mit bringe.
Ich also bei der cub. Botschaft in Bonn angerufen und gefragt ob das erlaubt sei?
Trockene Antwort: Ja, ist erlaubt. Sie könnten aber auch mehr Obst und Gemüse in Cu essen!
Das Ende vom Lied, ich habe keine mit genommen.

Beim Salat hat Trieli leider auch recht. Der wird nur gegessen, wenn ich da bin. Ansonsten wird um jedes Vitamin ein grosser Bogen gemacht.

Von der Entlarvung des Scheinwissens ausgehend gelangt Platon in den mittleren Dialogen zu einer Dialektik, die sich als diskursive Methode mit der Erkenntnis an sich befasst.

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30.08.2026 11:25
avatar  Trieli
#21 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Forums-Senator/in

Stimmt. Kubaner und Vitamine sind nur dann kompatibel, wenn man sie in Wasser auflösen kann oder sie sich im Fleisch verstecken.
Mir wurde im Dezember zum wiederholten Male versichert, dass man krank wird, wenn man nicht täglich Fleisch ißt. Denn man braucht ja die Proteine und Vitamine, die im Fleisch sind. Und auch nur da oder in Brausetabletten. 🤣


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30.08.2026 11:31
#22 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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spitzen Mitglied

Kenne ich genau so. Alle finden den Salat, die Bratkartoffeln, das Kartoffelpüree, die guacamole zu Pellkartoffeln , den krautsalat, den rote Beete Salat, die Spaghetti alió olió lecker, wenn ich das mache (ohne Fix ;)) wird aber nicht nachgemacht, gibts erst wieder, wenn ich da bin und das zubereite.
Auch das braten von Fisch in der Pfanne mit wenig Öl kann nur yuma, bei cubana muss es in Öl schwimmen.


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30.08.2026 11:43
#23 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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spitzen Mitglied

Zu den vitamintabletten, habe ich mich immer geweigert mitzubringen mit dem Verweis, dass eine guave mehr Vitamin C hat, als der Körper braucht und die gibt es gefühlt immer.


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30.08.2026 11:53
avatar  Trieli
#24 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Forums-Senator/in

Oh ja, dieses alles in Öl ertränken ist wirklich gruselig. Wenn ich denen sage, dass ich vielleicht 1-2 Liter Öl pro Jahr verbrauche glaubt man es mir schlicht nicht. So manche Tiere und Fische sterben auf Kuba leider umsonst, weil sie am Ende so versarbeitet werden, dass sie nur noch nach Öl schmecken.

Zum Thema fischen. Meine Familie lebt ja inzwischen in Gibara, wo sogar das Angeln von Privatpersonen seit Corona verboten ist.
Nun gibt es aber diese neuen Gesetze wo Privatleute wieder fischen und angeln dürfen, wenn sie Abnehmer nachweisen können. Meine Freundin mit dem Hotelprojekt hat bereits die Genehmigung mit Privatleuten Verträge zu schliessen über die Lieferung von Obst und Fischen. Mitte September fliegt sie wieder rüber und guckt sich an was mögliche Vertragspartner so zu bieten haben. Ich finde das eine sehr gute Sache. Vor allem weil sie die Preise mit den Lieferanten selbst verhandeln darf.


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30.08.2026 11:58
#25 RE: Fruchtbare Insel, leere Teller: Die Ursachen von Kubas Ernährungskrise
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Rey/Reina del Foro

Zitat von Trieli im Beitrag #18

Zu der Zeit mit den Feldern gab es von staatlicher kubanischer Seite eine Gesundheitsinitiave befohlen von Fidel. Da gab es dann auch Kochsendungen im TV. Hat nur keiner geguckt. Sinnvoller wäre da Kochunterricht in den Schulen gewesen.


Eine dieser Kochsendungen machte ein Onkel meiner Frau. Er war der Chef aller Köche in Varadero.

@descansa
Zum Thema Öl und braten:
In Cu ist meine Frau geizig mit dem Öl, das kommt nur tröpfchenweise in die Pfanne.
Dafür hier in D, brauch ich bald ne Speiseölfabrik🤣

Schlimmer find ich in Cu, das alles lauwarm bei uns auf den Tisch kommt.

Von der Entlarvung des Scheinwissens ausgehend gelangt Platon in den mittleren Dialogen zu einer Dialektik, die sich als diskursive Methode mit der Erkenntnis an sich befasst.

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