Kubatrip im Februar 2011

27.02.2011 00:14
#1 Kubatrip im Februar 2011
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spitzen Mitglied

Aus Zeitgründen mussten wir, mein Kumpel J. und meine Wenigkeit, den Februar für einen Besuch auf der Insel wählen. Ich hatte erst Bedenken, denn vom Atlantik kommt auch dort im Winter oft Kühles rein, was sich als spätere Wahrheit herausstellen sollte. Die Anreise nach FRAPORT ging problemlos mit dem Auto, ein Bekannter übernahm dort mein Auto zum Aufbewahren in der Nähe. Einchecken in die PE und Check-in am 11.02. zu früher Stunde war problemlos, das Boarding direkt am Gate mal etwas entspannender als erst mit dem Bus über das Areal zu gondeln. Der Kapitän war gut drauf, "nur" 10 h 50 min bis Holguin. Naja das Bordprogramm, Lesen und Getränke sicherten die Erwartungshaltung auf positivem Level. Bei gutem 22 grad in Holguin ging die 767 um 14.45 runter und der Check-In durch die Kammerzeile war auch kein Problem. Die ADUANA machte ihrem Ruf wieder alle Ehre und schnüffelte eifrig umher. Das Auto war am Flughafen bestellt und 2 Kunden weiter waren wir dran, ein schwarzer Seat Cordoba mit 105.000 km auf der Uhr sollte nun die nächsten 12 Tage unser Transportmittel sein. Wir waren definitiv die letzten Ausländer, die gegen 17.3o Uhr den Flughafen verliesen, längst die Busse mit den AI-Kunden entschwunden.
Bei angenehmen Temperaturen gings nach Santiago, wo wir 20.30 Uhr im LAS AMERICAS eincheckten. Nach dem Auspacken (15 min) ging es auf eine kleine Runde, denn gegenüber auf der Freifläche am Park war Konzert-Time (Reaggeton....). Im Melia noch was gegessen und getrunken und dann trotz Freitagnacht ins Zimmer und gepennt.... Erstaunlich wenig Polizei auf der LasAmericas und angrenzenden Orten, dafür haben sie intensiv in die Videoüberwachung investiert!
Am Samstag dann etwas warm-up, für meinen Kumpel J. war es zwar nicht der erste Kubabesuch, dafür der erste Besuch im Oriente. Der Gang via Zentrum bis zum Hafen und retour ist grundsätzlich mein erster Fußweg in Santiago, sozusagen die "Testmeile" für den ersten Eindruck (was ist anders seit davor, Zustand? etc.).
Wir hatten neben verschiedenen verpflichtenden Terminen (auf die ich nicht näher eingehe) auch ausreichend "Siesta" eingebaut, die mittägliche Poolzeit von 13.30 - 15.oo Uhr haben wir nicht immer geschafft... Die Chica-Dichte in den Hotels war amüsant (meist mit den älteren Herren aus Italien, aber auch Frankreich, Canada und Deutschland), mindestens 3-4 Pärchen im Las Americas und 5-7 im Melia zu unserer Zeit. Abends in der Hotel-Disse dauerte es meist gefühlte 2 Minuten bis man durchgereicht wurde an die Damen zur monetären Begutachtung. Bei 5 CUC Eintritt und dann 2 Frei-Bucanero frage ich mich immer, wie sich das für die betriebswirtschftlich rechnet, den Laden zu betreiben. Ich geriet an eine Bibliothekarin einer Schule und die Freundin war "Informatikerin", wir sind dann gegen 2.oo Uhr noch ins Tropicana umgezogen und ich durfte weitere Mitglieder der lokalen Santiago-Mafia kennenlernen.... Als ich 7.oo Uhr wieder im Hotel eintraf ging ich gleich zum Frühstück, dann ins Bettchen. Mittag war ich wieder halbwegs fitt.
Ein paar Anmerkungen zu touristischen Punkten:
(1.) Küstenstraße nach Westen:
Ich bin schon einige Male in Pilon gewesen, wir wollten nur nach Marea de Portillo, aber die Straße ab Santiago bis Chivirico ist komplett durch den Bau der Wasserleitung in die Straße hinein zerstört. Man kann nur noch von einer Schotterpiste sprechen, max. 30 -40 km sind drin. Wir haben bis "La Mula" (109 km) 3 h gebraucht, ich habe es von Pilon nach SdC früher schon in 2 h geschafft. Ein Höllenritt hin und zurück, da fuhren auch noch Touris mit Tourenrädern!!! Also wer an den Südwestzipfel will ist besser beraten über Bayamo, Manzanillo und hinten rum nach Cabo Cruz zu düsen.
(2.) Gran Piedra:
Auch hier die Straße unter aller Sau! Schlaglöcher ohne Ende an den Kurvenpunkten und sehr gefährlich, wenn man nicht weiß wo der Forst-KRAS gerade ist! Diese Straße ist auch derart schlecht, daß man sich sehr genau überlegen sollte, mit wieviel Leuten man im Auto dort unterwegs sein will. Dafür haben sie den Eintritt oben von 1 auf 2 CUC verdoppelt (weil die Forstverwaltung und die Hotelverwaltung beide verdienen wollen und ein Teilen des 1 CUC nicht in Frage kam!).
(3.) Bacanao:
Die Bucht von Bacano ist inzwischen mittels provisorischem Zaun zum Militärischen Sperrgebiet erklärt worden. Es lungert nicht nur ein Posten am Schlagbaum am Ende des Dorfes, neu ist auch einer am Strand. Habe es ignoriert und bin durchgelaufen, da ist er auch sofort gekommen und hat auf das Sperrgebiet hingewiesen!
Der Punto de Control vor Bacano fischt eh schon alle heraus, die z.B. keinen guten Besuchsgrund angeben können.

Am Donnerstag,den 20.02., sind wir dann auf nach Baracoa. Über Gitmo ging es zügig, die Straßen sind teilweise neu geterrt und bis zur Farola gut zu befahren. Natürlich übers Gebirge mit Regen, sturzbachgleich und mit viel Geröll auf der Straße. Auch in Baracoa schüttete es wie aus Eimern. Eingeckt im Punto Santo gegen 15.oo Uhr und auf der Terrasse dem Regen zugeschaut bei einer Flasche Ron....
(Den 2. Teil gibts später, ab ins Bett)


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27.02.2011 00:40
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#2 RE: Kubatrip im Februar 2011
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user ( gelöscht )

Zitat von Cartacuba

(2.) Gran Piedra:
.....Dafür haben sie den Eintritt oben von 1 auf 2 CUC verdoppelt (weil die Forstverwaltung und die Hotelverwaltung beide verdienen wollen und ein Teilen des 1 CUC nicht in Frage kam!).



schoener bericht, Cartacuba, auch wenn ich mal gerade nur eine kleine frage zu einem detail habe:

bei mir haben sie seinerzeit 1 CUC verlangt. ich habe aber NICHTS bezahlt, sondern sie darauf hingewiesen, dass sie ueberhaupt nicht berechtigt sind, was zu kassieren. war irgendjemand vom hotel - und denen gehoert schliesslich die gran piedra nicht.

hast du dir schon mal ueberlegt, da einfach hoch zu gehen und die kassier typen schlicht zu ignorieren - und, falls sie frech werden sollten, notfalls sogar, auch wenn das absurd klingt, mit der polizei zu drohen?


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27.02.2011 17:47
#3 RE: Kubatrip im Februar 2011
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spitzen Mitglied

Ich hätte auch einfach hinten herum gehen können, d.h. den Lehmweg hoch und dann vorn herunter. Sicherlich sind die Eintrittsgebühren willkürlich vom Hotel über die Jahre so eingebürgert worden. Dafür haben sie jedoch dieses Jahr erstmals eine Quittung geschrieben! Das nächste Mal habe ich meine örtlichen Freunde dabei und bin dann nicht mehr "touristisch" unterwegs, d.h. die Gebühr entfällt (wie die Jahre zuvor auch schon)für mich.


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27.02.2011 19:25
avatar  George1
#4 RE: Kubatrip im Februar 2011
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Rey/Reina del Foro

Zitat von Cartacuba
Das nächste Mal habe ich meine örtlichen Freunde dabei und bin dann nicht mehr "touristisch" unterwegs, d.h. die Gebühr entfällt (wie die Jahre zuvor auch schon)für mich.



Na ja - das Schild mit den 2 $ steht da schon seit Jahren.
Früher hat man das nur eben mit 2 MN und 1 CUC übersetzt später verlangte man 2 MN für Cubis und 2 CUC für Yumas und letztens hat man für jeden, der mit ´nem Yuma kam 2 CUC verlangt.
Nachdem ich mir aber für den Eintrittspreis ´n Bierchen auf die Steinspitze bestellt hatte, hat man immer auf den Eintritt verzichtet.

_________
Die USA-Massenverblödung(,)die in Deutschland immer mehr um sich greift, ist eine der schlimmsten Kriegsfolgen(A. Schweitzer)


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28.02.2011 09:24
avatar  chulo
#5 RE: Kubatrip im Februar 2011
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Forums-Senator/in

Zitat

(2.) Gran Piedra:
Auch hier die Straße unter aller Sau! Schlaglöcher ohne Ende an den Kurvenpunkten und sehr gefährlich, wenn man nicht weiß wo der Forst-KRAS gerade ist! Diese Straße ist auch derart schlecht, daß man sich sehr genau überlegen sollte, mit wieviel Leuten man im Auto dort unterwegs sein will. Dafür haben sie den Eintritt oben von 1 auf 2 CUC verdoppelt (weil die Forstverwaltung und die Hotelverwaltung beide verdienen wollen und ein Teilen des 1 CUC nicht in Frage kam!).



Die Strasse ist tatsächlich schlechter als vor ein paar Jahren, aber immer noch sinnvoll befahrbar. Wir waren zu fünft im Auto, no problem.


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06.03.2011 22:57
#6 RE: Kubatrip im Februar 2011
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spitzen Mitglied

sorry mich hat es letzte Woche voll hingeärmelt, lieg seit Montag lang und kämpf mit Magen-Darm-Problemen, sobald ich wieder halbwegs fit bin kommt noch der zweite Teil des Trips (Gitmo-Baracoa-Moa und return).
Saludos Amdigos!


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06.03.2011 23:12
#7 RE: Kubatrip im Februar 2011
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Rey/Reina del Foro

Na dann: Gute Besserung!

Carnicero


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07.03.2011 09:07
#8 RE: Kubatrip im Februar 2011
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Rey/Reina del Foro

Zitat von chulo

Zitat

(2.) Gran Piedra:
Auch hier die Straße unter aller Sau! Schlaglöcher ohne Ende an den Kurvenpunkten und sehr gefährlich, wenn man nicht weiß wo der Forst-KRAS gerade ist! Diese Straße ist auch derart schlecht, daß man sich sehr genau überlegen sollte, mit wieviel Leuten man im Auto dort unterwegs sein will. Dafür haben sie den Eintritt oben von 1 auf 2 CUC verdoppelt (weil die Forstverwaltung und die Hotelverwaltung beide verdienen wollen und ein Teilen des 1 CUC nicht in Frage kam!).



Die Strasse ist tatsächlich schlechter als vor ein paar Jahren, aber immer noch sinnvoll befahrbar. Wir waren zu fünft im Auto, no problem.




"mein" Geely Automatic hatte schwere Temperaturprobleme, so das ich alle 500m Pause machen durfte weil diese rote Lampe wie verrückt blinkte....

_________
"Ehrenmänner lesen nicht die Post anderer Leute" - Henry L. Stimson US-Außenminister 1929


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09.03.2011 23:35
#9 RE: Kubatrip im Februar 2011
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spitzen Mitglied

Saludos amigos, mir geht es besser und ist will den zweiten Teil der Reise auch noch kurz zusammenfassen. Nachdem wir 5 Tage in Santiago das "Las Americas" unsicher machten ging es am Donnerstag, 17.2. mit dem Cordoba in Richtung Baracoa. Bereits 8.30 Uhr ritten wir auf dem Highway ein Stück hinauf um dann rechts nach Gitmo abzubiegen. Die Straße bis zur Autopista vor Gitmo war allererste Sahne, frisch überarbeitet und mit 2 kleineren Kurvenneuausbauten gut entschärft. Wir hatten Zeit und machten Bilder und Vid's, bummelten mit 70 Gitmo entgegen. Kein Punto de Control interessierte sich für uns, wie aufregend....
In Gitmo das übliche Gezerre mit den Rikschas und den Wassertanks von Traktoren gerade so gebuckelt. Auch der folgende Punto de Control hatte keinen Bock und die Patrullas an der Straße machten einen schläfrigen Eindruck. Wir wollten jedoch unbedingt einen Blick auf die BASE werfen, da blieb zwangsläufig nur der obere Anstieg des ersten Hügels übrig. Vorher kurz angehalten, alle Foto-und Videowaffen scharf gestellt und einen Augenblick abgewartet, als kein Fahrzeug zu hören war. Das Shooting (mit bis zu 900mm-Teleweite) gelang bei klarem und noch flimmerfreien Sonnenschein hervorragend. Danach die Speicherkarten gleich ausgewechselt und ein paar Bilder mit Kakteen aufgenommen, sicher ist sicher... Entlang der Küstenstraße blieb aber alles ruhig und wir cruisten gemütlich der Farola entgegen. Inzwischen waren die Temperaturen auf 26 Grad geklettert, als die braune Brühe im Meer sichtbar wurde. Nach wenigen Minuten war es Gewissheit, in den Bergen regnet es, die Flüsse sind voll und voller Schlamm. Also keine Bilder von dahinplätschernden Flüsschen. Bereits nach wenigen Kilometern fing der Regen an, je höher wir kamen desto mehr goss es, von den Hängen gingen kleine Wasserfälle auf die Straße hernieder, auch Geröll und Steinschlag. Auf der anderen Seite wurde es nicht besser, 10 km vor Baracoa dann noch ein Holzeinschlag direkt neben der Straße, mit dem LKW wurden die Kiefern auf der Farola zurecht gerückt und portioniert...natürlich ohne Hinweise auf den fließenden Verkehr! Die Straße vor Baracoa teilweise mit Pfützen total geflutet, wir fuhren langsam im zweiten Gang und ich freute mich auf meinen inzwischen 3. Regenbesuch in dieser Stadt!!!
Nach kurzem Slalom im Einbahnstraßengewirr dann ins Hotel an der nördlichen Hafenbucht, ein typisches Durchgangshotel der Reisegruppen. Das Zimmer gleich am Pool paterre gefiel und der verregnete Nachmittag konnte zur Regeneration mit Rum + Cola auf dem Bett (später eindösend) gut genutzt werden. Gegen 5 p.m. heiterte es etwas auf und man konnte sich umsehen und dann natürlich die Poolbar besuchen. Im Hafen ankerte eine ca. 30 m Segeljacht mit britischer Flagge, ansonsten war nur die dort schon immer liegende kubanische Titanic anwesend. Das Meer peitschte mit hohen Wellen in die Brandung, ein stürmischer Wind hielt bis in die Nacht an. Nach dem Hotelabendessen, es zog noch eine polnische und eine deutsche Senioren-Reisegruppe ein, ging es retour zur Poolbar, wo man noch etwas Animacion mit Band bot.
Der Freitag begann mit sonnigem Wetter, immer noch starken Winden von See und ca. 20 Grad. Nach dem Frühstück und allgemeinen Vorbereitungen ging es in die Stadt. Malecon, Straße rauf und runter, dann ins Castillio hoch und den ersten Libre reingepfiffen. Mittags waren wir mit Baracoa als Stadt fertig... Der Nachmittag wurde am Pool verlebt und gelesen, danach der Flugplatz erkundet (war aber kein Flug angesetzt)und sich für den Abend in Baracoa vorbereitet. Gegen 9.p.m. ging es in ein Dachrestaurante mit Animacion, dort trafen sich auch die Touris aus den Casa part. und Chicas, hier waren wir richtig! Aber wie die katholischen Priester widerstanden wir allen verlangenden Blicken und sonstigen Angeboten der semiprofes-sionellen bis Hobby-Chicas vor Ort und marschierten 1. a.m. retour ins Hotel, wo sich die zurückgebliebenen Reisegrüppchen vergnügten. Samstag war nicht nur für uns Abreisetag, auch 3 Busse starteten (wir hatten eine Österreicher-Truppe zuvor am Abend verpasst). Aber während die nach links auf die Farola abbogen starteten wir rechtsherum nach Moa. Die ersten 20 Kilometer ging es noch über gute Piste aber je weiter man von Baracoa wegkam, desto schlechter wurde die Straße. Ab Kilometer "20" bis ca. "55" war der 2. Gang das Maximum und Schlaglochsurfen in der Steinpiste usus. Ab Provinzgrenze Holguin ging es merklich besser, die Betonstraße lies dann ca. 60-70 kmh zu und wir strebten einigen rauchenden Schloten entgegen. In dieser Gegend war bisher nicht, also kubanisches Neuland und wir bereiteten die Fotosachen auf der Rückbank vor, legten Shirts darüber. Die Mondlandschaft um Moa habe ich schon oft vom Flugzeug aus gesehen, auf der Straße als einziges Turi-Fahrzeug zu fahren war dann doch ein ganz spezielles Gefühl. Das Auto war komplett verdreckt durch die Pfützen und Spitzer entgegeenkommender LKW, ein rotbraungespritzter SEAT mit schwarzer Grundierung.... wir brauchten niemanden erklären worher wir kamen, es war offensichtlich und nicht zu verbergen. Nur aus dem Schutz des fahrenden Auto wurden die Fotos gemacht, von der Fabrik, den rauchenden Schloten, den Spülfeldern, den Abbauflächen, der braunen Mondlandschaft. Trotzdem hielten und dann noch zwei Fahrzeuge des Werksschutzes auf der Straße an und belehrten eindringlich "No foto!". Mit betonter Langeweile fuhren wir weiter Richtung Mayari und sahen noch lange die Folgen des Nickel-und Cobaltabbaus. In Mayari dann suchten wir erstmal eine Tankstelle und füllten unseren Rum-und Cola-Vorräte auf. Samstagmittag in dieser kleinen Stadt, alles auf den Beinen und wir auf dem Weg nach Pinares de Mayari. Auf der einsamen Straße, eher eine unbefestigte Piste in das kleine Gebirge von Loma de Mensura, begegneten uns nur noch hin und wieder ein paar Menschen. Gegen 14.oo Uhr erreichten wir die kleine Hotelanlage von Gaviota im Lodgestile. Außer uns waren noch 4 Franzosen, 2 Kanadier und (natürlich) 4 Deutsche Seniorenpaare dort. Nach dem Schlüsselempfang und Inbesitznahme ging es an die Bar und der erste Cuba Libre des Tages war fällig. Um die müden Knochen zu bewegen entschlossen wir uns auf den Gipfel (ca. 850 m NN) zu wandern. Der Weg windet sich am Hang entlang auf ca. 5 km in die Höhe (Basislager auf 680 m NN) und man hat einen seh guten Blick über die nördliche Bucht von Nipe, kann bis Banes sehen und auch die westlichen Ausläufer des Humboldt-NP zeichnen sich gut ab. Nach Süden hin versperrten Wolken den Blick Richtung Gran Piedra. Auf dem Gipfel ist eine kleine Radarstation, das Radio im Haus lief aber zu sehen war Niemand! Wir verzichteten auf weitere Nachforschungen. Gegen 17.30 Uhr waren wir wieder unten und die Knochen gelockert. Für den "Gipfeltrip" kassierte die Hotelrezeption 5 CUC. Der Kellner/Restaurantchef/Barmann war fix und froh über jeden Gast. Der immer noch kühle Nordostwind war am ganzen Tage nur bei ca. 20 - 22 Grad, abends kühlte es noch mehr ab, ich ging aber erstmal in den Pool, der hatte gefühlte 10 Grad Wassertemp.! Das Abendessen musste im Vorfeld individuell bestellt werden, Beef oder Chicken....wir entschieden uns für Chicken, die Kühe im Umfeld hatten wir gesehen... Der Koch bereitete alles peferkt zu und es schmeckte. 9 p.m. war alles beendet und das Frühstück für 7.30 a.m. bestellt. Die Temperaturen wurden nun merklich kühler und betrugen noch 15 Grad.
Bei diesen Temperaturen war man dankbar für die zweite kuschelige Bettdecke!
Sonntagfrüh alles ins Auto geworfen, gefrühstückt und ab retour nach Mayari. Den Weg nach Mella weiter zu fahren (ca. 35 km) schien mir angesichts der tiefen Fahrspuren nicht gut, auch kommen Sonntags dort sicherlich keine Forstfahrzeuge vorbei, die einen dann aus den Kratern herausziehen.
Auf dem Rückweg schauten wir in einer kleinen Köhlerei vorbei, die gerade Holzkohle abfüllten. Dann über Mayari auf der Straße nach Mella gab es keine Besonderheiten, der nächste Stop erfolgte bei einer Bekannten in Palma de Soriano was auch wunderbar funktionierte. Von dort nahmen wir die Straße über El Cobre nach Santiago retour und erreichten gegen 2.p.m. das Melia. Eingecheckt, ausgepackt und ab in den Poolbereich mit allen Annehmlichkeiten. Ab 6 p.m. ging es zu Bekannten zum Essen und Geselligsein, die touristische Zivilisation hatte uns zurück. Die restliche Zeit am Montag und Dienstag wurde noch zu Besprechungen und Treffen mit Freunden und Bekannten genutzt, die Siesta am Pool nicht vernachlässigt. Am Mittwoch checkten wir dann 12 a.m. aus und fuhren nach dem Verabschieden der Freunde nach Holguin. Nach 1.680 km gaben wir den Seat bei REX ohne Probleme wieder ab. Gegen 17.oo Uhr waren wir mit allem fertig und eincheckbereit. In der kleinen Cafeteria neben dem Airport bezogen wir Stellung bis zum Einbruch der Dunkelheit. Der CheckIn das Holguinübliche Prozedere mit der ADUANA...einfach überflüssig und nervig. Was wir da noch nicht wussten war der Fakt, daß der 1. Jahrestag des toten Zaptero in Banes am 23.2. war und die Genossen der kubanischen Sicherheitsorgane besonders sorgfältig auf die Individualreisenden mit ausufernden Fotoequipment reagierten. Die süße ADUANA-Chicka mit dem Knopf im Ohr jedenfalls unterschied sich durchaus vom üblichen Personal, sie hatte Verhörpraxis, sprach perfekt englisch und verstand auch gut deutsch (obwohl die dies nicht zeigen wollte...). Die älteren männlichen ADUANA-Dienstränge waren ihr untergeordnet und zogen die Kontrollen ohne das Machogehabe gründlich in 45 min (für uns 2 Personen) durch. Ohne Beanstandungen ging dieser Akt zu Ende. Ich konnte es mir dann doch nicht verkneifen und ihr für diese zwar perfekte aber tschekistisch total unsinnige Aktion zu gratulieren, "sie mache nur ihren Job"...ja das haben die Zöllner in der DDR auch immer behauptet! Die Maschine hob dann 10.30 p.m. fast pünktlich ab und flog in 8.40 h direkt nach Frankfurt. Am Donnerstag gegen 13.30 Uhr hatte uns die hessische Wirklichkeit bei - 1 Grad wieder.
ENDE


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10.03.2011 08:45
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#10 RE: Kubatrip im Februar 2011
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userhv ( gelöscht )

Zitat

Der CheckIn das Holguin übliche Prozedere mit der ADUANA...einfach überflüssig und nervig.



Was macht ihr nur am CheckIn.... Die Gepäckaufgabe in Holguin, die Ausreise ..... ist doch total easy und schnell.
Und selbst für die Besoffenen (die nicht mehr so genau wissen, was sie eigentlich gerade machen bzw. wollen) gibt es doch immer noch einen und mehr Ausrufe, wann sie spätestens bei der Immigration sein müssen.
Also einfacher geht es doch wirklich nicht.


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10.03.2011 09:27
#11 RE: Kubatrip im Februar 2011
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Rey/Reina del Foro

die wollten auch unseren Kinderwagen durchleuchten - der war aber eine Nummer zu groß - also ging es so. Die junge Dame ist auch mir aufgefallen - sie war aber ausgesprochen hilfsbereit - naja wenn man als Familie mit Baby unterwegs ist, fällt man sicher in ein anderes Raster als 2 alleinreisende Herren :P

Aber schöner Reisebericht - schaut euch mal bei googleearth Moa von oben an... OMG!

Wegen der Base hättet ihr nicht so einen Streß machen brauchen - gibt es nicht noch den Aussichtspunkt mit angeschlossenem Rumbo Betrieb? da hab ich 02/2001 ein paar schöne Fotos geknipst.

_________
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10.03.2011 16:01
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#12 RE: Kubatrip im Februar 2011
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user ( gelöscht )

Zitat von Cartacuba

Wir wollten jedoch unbedingt einen Blick auf die BASE werfen, da blieb zwangsläufig nur der obere Anstieg des ersten Hügels übrig. Vorher kurz angehalten, alle Foto-und Videowaffen scharf gestellt und einen Augenblick abgewartet, als kein Fahrzeug zu hören war. Das Shooting (mit bis zu 900mm-Teleweite) gelang bei klarem und noch flimmerfreien Sonnenschein hervorragend. Danach die Speicherkarten gleich ausgewechselt und ein paar Bilder mit Kakteen aufgenommen, sicher ist sicher...



@hola, Cartacuba, leider, leider, leider...

hast du den sicherlich ja interessantesten punkt der ganzen reise fuer uns so stiefmuetterlich kurz abgehandelt, dass man ja rein ueberhaupt nichts davon hat.

ihr wart also in unmittelbarer naehe von guatanamo und habt sogar fotos machen koennen!

ja, mann, dann erzaehl doch mal! wie ist das denn da so? was sieht man? wie "gefaehrlich" ist es, sich zu naehern? und, und, und... tausend fragen...


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10.03.2011 18:01
#13 RE: Kubatrip im Februar 2011
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Rey/Reina del Foro

na man fährt ins Sperrgebiet der cubanischen Seite, nachdem man den Extrakontrollpunkt passiert hat - Cubis dürfen nicht mit - und fährt eine einsame Straße durch hügeliges Gelände bis man zu dem Aussichtspunkt gelangt, wo ein Scherenfernglas wartet und auch kühle Drinks man hat Blick auf die gesamte Bucht mit Flughafen, Autoschrotthalde und Baracken. Die Grenzanlage ist witzig - sieht genauso aus wie die der DDR - nur halt das die Amis sich einmauern... ich muß mal die Fotos raussuchen und einscannen...

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"Ehrenmänner lesen nicht die Post anderer Leute" - Henry L. Stimson US-Außenminister 1929


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10.03.2011 18:38
avatar  jan
#14 RE: Kubatrip im Februar 2011
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jan
Rey/Reina del Foro

Wieso?

Ist doch alles ganz easy

Nur die Ossis blieben im Schlamm stecken
.
Ja, damals durften die Freunde aus der DDR noch nah ran.
.

Bildanhänge
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11.03.2011 17:37
#15 RE: Kubatrip im Februar 2011
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spitzen Mitglied

also zu GITMO,
nein wir sind nicht die Straße nach Caimanera lang, dort war ich letztens schon nicht weiter gekommen am Kontrollpunkt, weil man das nur über Agentur buchen kann, eine Woche im Voraus und ab 70 CUC hatte ich auch keinen Bock zu löhnen. Auch in Glorieta kann man nicht mehr unbehelligt aussteigen, dort ist der Punto und auch meist 1-2 Patrullas. Die Straße nach Martires de la Frontera ist eh zu. Wir haben den Bereich der Straße nach Yateritas, noch vor El Acueducto genutzt. Man könnte auch noch auf das kleine Plateau fahren, aber dort stehen bereits die Schilder "Foto verboten" und es ist auch alles ziemlich zerfahren und mit Gestrüpp bewachsen. Da hatten wir keinen Bock irgendwelchen Streitkräftetypen noch ein Erfolgserlebnis zu bescheren.
Ansonsten ist GITMO von dort aus gesehen wirklich unspektakulär, aber eben doch sehr interessant....


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