Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06

22.06.2006 00:15
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#1 Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )

Das vielgeschmähte Varadero, der „Goldene Käfig“ für Leute, die nach Kuba wollen, aber nicht ganz hinein, wird mir nach 11Kubareisen und 6000km von Pinar bis Baracoa, immer lieber.
Heuer, Mai/Juni 06, nach unerwarteter (weil ohne Versprechungen) Versöhnung mit meiner novia, haben wir uns zum vierten Mal dort getroffen. Sie wusste, dass ich durch unglückliche Umstände diesmal kein überflüssiges Geld mitbringen würde, maximal ihren Viazul von und nach Santiago sowie einen Billigaufenthalt bezahlen könne. Keine Geschenke (abgesehen von ein paar alten Vorhängen und etwas gebrauchter Bekleidung), und diesmal nicht die 300CUC zum Abschied (bis zum nächsten Mal!). Dazu hatte ich auch keinen Grund, da wir ein Jahr zuvor zerkracht auseinandergegangen waren. So war das Ceterum Censeo in meinen immer kürzeren mensajes: No te he olvidado, pero sin confianza no hay futuro.

Ich hatte für die ersten Tage auf meinem Visado das Hotel Dos Mares eingetragen, suchte aber, als ich erfuhr, dass sie trotzdem kommen würde, sofort eine Privatunterkunft. Meine gewohnte cp wurde nichtmehr vermietet, also brauchte ich etwas Neues in Centro Varadero,
wo viele Forumsmitglieder meinen, da gebe es rein garnichts.
Schon die Suche war absolut interessant. Nichts dabei war touristisch. Ich hing zwei Nächte lang an verschiedenen 24hrs-Kiosken herum, zwischen calle 36 und dem Josone-Park, vertraute mein Problem dann und wann den bedienenden Chicas an, besonders denen, die mich wiedererkannten oder gar nach meiner señora fragten. ¿Ah, mañana viene la doctora? Dabei traf ich keine Ausländer (vielleicht wegen der WM), brauchte kein Wort Deutsch oder Englisch, redete nur spanisch und nur mit KubanerInnen, die aus Colón, Santa Clara, Camaguey oder sogar aus Palestina zugezogen waren, und nun in Cardenas wohnten und in Varadero arbeiteten. Turnusmäßig! Alle 24 hrs Schichtwechsel mit dazugehörigem Inventur-machen. Daher der große Kugelschreiberverschleiß!
Jineteros! Wenn man sie am nötigsten braucht, ist keiner da! Endlich meint eine nacht-schwarze Negerin (das war ihr lieber als „Afrokubanerin“, was ich auch nur zum Spaß ausprobiert hatte) sie hätte da vielleicht etwas für mich. Von Kollege zu Kollege! „Was? Welche Klasse?“, frage ich. „Noch gar keine, ich bin 22, gerade fertig geworden, aber jetzt im sechsten Monat!“ Ja, das sah man. Warum saß die noch um 2Uhr früh hier herum? Sie trank noch einen Juguito de mango, vitaminas für ihr bebé, anschließend wollte sie mir die Wohnung zeigen und dann ein Taxi nach Cardenas nehmen. Sie führte mich gleich in die nächste Seitenstraße, bis zum letzten Haus, zu einer Bruchbude, wie man sie in Varadero nicht vermuten würde. Im Eingangsbereich erwachte ein alter Mann, der mich mit wirrem Blick anstarrte. Er machte einen hilflosen, verwahrlosten Eindruck, aber Yunaici zog mich
weiter: „Der braucht nur ein paar Tropfen Rum! Du gibst mir doch dann drei Pesos dafür?“
Ich hatte eigentlich schon genug gesehen. Der nächste Raum sah aus als wäre er mit einer Handgranate aufgeräumt worden. Hier würde meine verwöhnte señora auf keinen Fall wohnen wollen.
Während ich mich skeptisch umsah, hatte die Negrita ihr „Bajichupa“ abgestreift. Bei etwas mehr Licht wäre sie nun wohl die einzige wirkliche Attraktion in dieser Hütte gewesen, aber ich winkte ab. „Lo siento, bin meinen Frauen immer treu, hab´ nicht mal ein Condom dabei.“ Sie aber hatte eines. „Ich bin borracho!“ Und sie: „Tan grave no es! Ich will dir nur helfen, du hast doch Liebeskummer wegen deiner Mulata. Wirst schon sehen: ¡Canela con chocolate se cura!“, lachte sie, in der Überzeugung, sie könne das zimtfarbene Abbild der muchacha in meinem Hirn einfach schwarz überstreichen. „Ya veras!“
Mein letzter Versuch: „Yunaici, no llevo viagra!“ – „ Sag nicht Yunaici zu mir, nenne mich
Viagrita, que tu viagra soy yo“. Ich gab auf und zog meine Geldtasche: „Wieviel brauchst du?“ – „Drei für seinen (Kopfbewegung) Rum und zehn für das Taxi nach Cardenas.“ Ich
merkte erst jetzt, mein Tagesbudget war verbraucht. Sie ging mit mir hinaus und folgte mir bis knapp vor mein Hotel. „Wenn du nicht mehr runter kommst, hast du morgen am Strand keine gute Nachrede!“ Klar kam ich wieder. Mit einem Zehner. „Tut mir leid, den Rum musst du ein andermal kaufen, ich habe sonst nur große Scheine“. Sie war zufrieden, steckte mir
noch irgendwie einen Zettel mit ihrem Namen und ihrer Adresse und Telefonnummer in Cardenas zu. Acht Stunden später war meine doctora hier und wieder zwei Stunden später hatte sie diesen Zettel gefunden.
Bis hierher alles so urkubanisch, als wärs in Banes oder Baracoa. ¿Varadero turistico? von wegen!, nada de eso!

Tut mir leid, aber ich kann heute nicht mehr. Continuará = Fortsetzung folgt!
Saludos de Eleguá.

Soy ateo, gracias a DIOS.


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23.06.2006 19:54
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#2 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )

Fortsetzung: Lanze für Varadero.
Inzwischen war ich aber nicht untätig gewesen, hatte über einen alten Bekannten, der inzwischen seine cubana geheiratet hat, von einer Wohnung erfahren, die dzt. für 25 CUC freistand. Näheres zur Lage und zu den Vermietern kann ich an dieser Stelle aus begreiflichen Gründen nicht sagen. Hier mieteten wir uns ein und hatten auch Küche zur Mitbenützung, DU/WC und eine sala de estar, die allerdings kaum möbliert war, aber immerhin über einen mundial-fähigen Fernseher verfügte. Dazu eine luftige, aber vergitterte Loggia.
Das war ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis!
Dachten wir.
Der in dem großen Bett befindliche Colchón hatte allerdings eher die Form einer Hängematte. An den Enden aufgewölbt, in der Mitte durchgelegen. Am nächsten Tag lernten wir die schwergewichtige Vorbesitzerin kennen. Nun war alles klar.
Die kubanischen „Federkern-Matratzen“ sind leider an den Enden der Kegelfedern nicht so toll abgefedert, so wurden wir einige Male von herausragenden Drahtteilen schmerzhaft gestochen und gekratzt, bis wir diese Stellen mit Kissen und Badetüchern abgesichert hatten. Alles durchaus abenteuerlich und untouristisch.
Wenn das Bett schlecht und die Liebe heiß ist, gibt es als einen der möglichen Auswege die romantische Lösung. Auf einem Strandabschnitt etwas weiter entfernt von den Touristenhotels, im brusttiefen Wasser zu zweit den Sonnenuntergang zu genießen. Fragt nur was die Leute in Siboney nach dem Abendessen noch unternehmen! ¿Nosotros? ¡Al mar!
Die sturmfreie Bude vieler Kubaner.
Wir haben gehört, wenn jemand in Sicht der Hotelgorillas, der Spitzel mit ihren Ferngläsern und der salvavidas gerät, dann soll es schon mal passieren, dass ein Aufruf über die hoteleigene Lautsprecheranlage kommt, die Leute mögen sich auch im Wasser gesittet benehmen. Aber das sagen sie nur auf spanisch. Warum? Einer der beiden verstehts schon!
Tagsüber sind wir beinah täglich an der policia nacional vorbeigeschlendert. Beim ersten Mal
hab ich ihr noch zugezischt: „Cuidado!“, aber sie meinte nur, Warum? Die Leute kennen uns seit vier Jahren, wir haben ein Dutzend Zeugen und nichts zu verbergen!“ Einmal drinnen in Varadero, wird nicht mehr kontrolliert! Hier gibt’s nichts mehr zu kontrollieren.
Tatsächlich hat sie auch daheim in Santiago in meinem Beisein ihren Kolleginnen vom Spital versichert, dass man nirgendwo in Cuba so ungestört und unbelästigt von Polizisten, Soplónes (=Petzern), Sospechones und neuerdings Sozialarbeitern leben, lieben, feiern, baden, reden und als Paar normal zusammenleben könne, wie in Varadero.
Anfangs sind wir heuer öfters in den Parque Josone gegangen, auch um uns mit (deutschen) Bekannten zu treffen, und weil man auch der muchacha del Oriente etwas bieten möchte, das vielleicht für uns Europäer nur Standard bedeutet, für sie aber einen Luxus, der ihr die Augen weit macht, die beste pina colada Cubas in romantischem Ambiente, dem Park des früheren Diktators Battista. Der Italiener im Park hat seine gute Qualität behalten, die piccata milanese
hat In- und Ausländern hervorragend geschmeckt.
Gegenüber dem Park ist der Ranchón, wo ebenfalls gutes Essen geboten wird. Nur die Enchilada de Langosta war diesmal von der Sauce her zu dünn und zu ölhaltig.
Gute Steaks und Fischfilets findet man auch in der „Esquina Cuba“. In der Nebensaison muss man aufpassen, dass man nicht wegen der Faulheit der Köche zum Steak Kartoffelchips aus der Plastiktüte serviert bekommt. Die laufen auch unter dem Begriff „papas fritas“.
Diese drei Restaurants waren zum Großteil von Touristen besucht, deshalb auch entsprechend teuer. (6 bis 15Euro pro Portion!) Natürlich findet man also Touristen, wenn man will. Auch hier in Varadero Centro, abseits der großen Schlafburgen und AI – Paläste.
Wenn das an drei , vier Abenden so der Fall ist, okay, manche von uns sind eben schon so kubavernarrt, dass sie (oder zugegeben: WIR) nicht mehr daran denken, dass wir auch noch ein bisschen dazugehören, zu den Touristen, und keine Berührungsängste haben sollten!

Ein echter Sextourist ist mir in der Hotelbar vom Herradura begegnet, ein Landsmann von mir, wie ich gestehe, der Varadero und FC verfluchte, weil man hier, um etwas aufzureissen ein Auto mieten musste und nach Cardenas hinausfahren. Als er genug intus hatte, prahlte er mit seinen Rekorden: 13Jahre und 9Monate war sie alt, er habe sich ihren Ausweis zeigen lassen. In so einem Fall scheue ich auch diese Begegnungen. Er wäre der letzte gewesen, der von mir einen Tipp bekommt. Sein Glück, dass die herumhängenden schwarzen Vigilantes keine Fremdsprache beherrschen. Ich glaube nach kubanischem Recht hätten sie ihn auf der Stelle verhaften können.

Erfreulicher war für mich, dass wir in der zweiten Woche ein Restaurant fanden, das ich in den letzten Jahren gemieden hatte, das sich aber nun immer besser macht: „La Vicaria“. Der Name eines weiß oder malvenfarbig blühenden Strauches. (¿calle 38?, so etwa!)
Hier kosteten alle Gerichte zwischen 2,50 und 6,00 CUC. Dabei war ein Getränk inclusive. Dadurch konnte ich in den letzten Tagen mit meiner Carmencita (N. geändert!) viel Geld sparen.
Beispiele: Die wirklich beste „Ropa Vieja“ von Varadero um 3CUC. (Ich war nicht so abgebrannt, dass wir an alten Fetzen nagten. So heißt ein typisch kreolisches Gericht). Oder „Camarrones al ajillo“ mit Beilagen um 4,90CUC. Paprikahuhn mit Reis für 2,50.
Die Kellnerin merkte dass ich sehr angetan war von der Qualität und Sauberkeit des Hauses, das zwei Jahre zuvor noch nicht zu empfehlen war. Nachdem ich sie im Libro de Sugerencias empfohlen hatte, brachte sie jedesmal eine Extraportion Ensalada oder Patatas als Spende des Hauses. Hier gab es etwas mehr Cubaner als Touristen.
Zum Abschied bekamen wir von Silvia, die mir glaubhaft von ihrer Sommelierausbildung erzählte, eine Flasche Weißwein aus dem Penedés (Katalonien) serviert. Im Eiskübel mit Stoffserviette, elegant geöffnet, zum Vorkosten hingestellt. Einen Moment dachte Carmencita, hier läuft ein geheimes Zeremoniell zwischen uns beiden ab, als ich probiere anstatt mir vollschenken zu lassen, und die camarera mit leicht geneigtem Kopf auf mein Nicken wartet.
Amüsant.
Aber es wäre nicht Kuba, wenn dir nicht zuletzt noch ein Wermutstropfen eingeschenkt würde:

Tut mir leid. Fortsetzung folgt.

Soy ateo, gracias a DIOS.


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24.06.2006 07:51 (zuletzt bearbeitet: 24.06.2006 07:52)
avatar  Moskito
#3 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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Rey/Reina del Foro
Schreib weiter. Auch wenn Varadero nicht mein Fall ist, auch der Strand hat mich nicht besonders beeindruckt, kann man dort sicherlich ein Weilchen abhängen. Ich habe mal ein paar Tage in einem Dorf ein paar Kilometer entfernt gewohnt und bin dann jeden Tag mit dem Fahrrad an den Strand geradelt. War aber mehr um die letzten Tage vor dem Rückflug mit etwas Strandfeeling auszufüllen, als aus Begeisterung fuer Varadero.
In Antwort auf:
Tatsächlich hat sie auch daheim in Santiago in meinem Beisein ihren Kolleginnen vom Spital versichert, dass man nirgendwo in Cuba so ungestört und unbelästigt von Polizisten, Soplónes (=Petzern), Sospechones und neuerdings Sozialarbeitern leben, lieben, feiern, baden, reden und als Paar normal zusammenleben könne, wie in Varadero
Es wuerde mich schon irritieren, wenn meine Freundin (aus Santiag) solche intime Kenntnisse ueber Varadero hätte......zumindest stellt sich die Frage, woher weiss sie das? Darüberhinaus halte ich Varadero nicht für ganz so problemlos für zugereiste palestinas wie sie, es sei denn, man hat sich irgendwie arrangiert.

Moskito


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26.06.2006 00:13
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#4 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )

Mosquito,
wenn du genau schaust: Ich war schon zum vierten Male mit ihr in Vara.
2002 auch mit ihrer damals 15jährigen Tochter. Wir wurden aber auch bei diesem "Familienauftritt", oder vielleicht gerade deswegen nie belästigt oder auch nur befragt. Davor hatte sie , (1995-1997)wie jetzt gestanden eine Beziehung zu einem spanischen Starchirurgen, Primar mit zusätzlicher Privatklinik.
Daher erzählte sie auch von der Marina Hemingway, die ich nicht kenne (angeblich 5Sterne) und
festlichen Diners in diversen Restaurants in LaWonne. Finanziell völlig verdorben, ist eben schwer das wieder abzutrainieren.
Fortsetzung folgt.
Saludos. Eleguá.
Soy ateo, gracias a DIOS.


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03.07.2006 23:32
avatar  Jogni
#5 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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spitzen Mitglied

Hallo Elegua57,

an anderer Stelle in diesem Forum stand, dass es bei Google Earth jetzt neue Satellitenbilder gibt. Wir haben dort unseren Club Kawama, den Pool und das Haus gefunden. Im Parque Josones waren wir auch, aber nur einmal, Übergang von der 7-tägigen Bustour zum anschließenden Badeurlaub. Ist schon schön dort.


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09.07.2006 00:16
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#6 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )

Ja, Jogni!
Das mit Google Earth ist richtig. Ich kenne den Kawama Club nicht, aber das Hotel Herradura (="Hufeisen")habe ich wegen der Form schnell gefunden. Bustouren habe ich keine gemacht. War meist mit dem Jeep unterwegs, wenn die Kosten sich teilen ließen, oder bin an Ort und Stelle geblieben.
Tut mir leid, dass ich die Fortsetzung/den Schluss der geschichte vertrödelt habe. Nun aber, wo der Schulschluss-stress und Fussball-WM vorbei sind, versprech ichs für morgen.
Eleguá.
Soy ateo, gracias a DIOS.


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09.07.2006 00:41
avatar  ( gelöscht )
#7 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( gelöscht )

In Antwort auf:
Schulschluss-stress

ich lach´ mich tot
halbtags-job bei voller bezahlung, 13 wochen urlaub, und von streß fabulieren.
ach ja, die gesicherte beamtenpension hätte ich fast vergessen, lebenslang 75 % der letzten dienstbezüge, oder wie war das?


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09.07.2006 14:45
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#8 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )

Lieber Christian,
wer in Kuba eine Zweitfamilie hat, der ist auch bereit, ein paar Jahre früher (daher mit nur 54Prozent der Bezüge!)in Pension zu gehen. Einfach um außerhalb der Hochpreis-Reisezeit (Sommer-ferien)auch einmal in Kuba vorbeizuschaun. Der Schulschluss war also nichtmehr mein persönlicher, dennoch habe ich Hilfestellungen geleistet, da dzt. in Österreich durch neue elektronische Datenverwaltungssysteme allgemeine Verwirrung herrscht. Wer auch noch Kinder auf der Uni hat, der
muss sich dann mit Spanisch- und Englischkursen Extras schaffen. Mit 14x1400Euronen würde ich
für mich locker durchkommen, ist aber alles ganz altruistisch für meine Familien. Konntest du nicht
wissen, hast daher meine Absolution.
Chao. Eleguá.
Soy ateo, gracias a DIOS.


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10.07.2006 03:31
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#9 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )

Fortsetzung und Schluss:
Rückblende:
Als die doctora in Varadero ankommt, hab ich mit ihr ein Hühnchen zu rupfen:
Sie war im Vorjahr fremd gegangen, oder besser gesagt „einheimisch“, nämlich mit einem Kubaner, hatte mir aber trotz „Ehrlichkeitsabkommen“ (wegen SIDA-Schutz, etc.) nichts davon erzählt. Ich merkte schließlich, dass sie durch mich hindurchsah, nicht hörte, was ich sagte, und offenbar jemanden betrog, wenn sie mit mir schlief. Wusste aber nicht wer dahintersteckte, und war enttäuscht heimgeflogen. Durch eine "Detektivin", die im gleichen Spital wie Carmencita arbeitet, erfuhr ich später die wichtigsten Daten des Geliebten, sodass ich sie nun damit konfrontieren konnte. Ich wusste ja:
Eine Kubanerin gibt nur das zu, was der Yuma beweisen kann.
Obwohl sie sagt, dass sie gekommen ist um zu gestehen, erklären, bereuen, versöhnen,…
tut sie sich schwer damit anzufangen. Um meine Informantin zu schützen, sage ich ihr, ich wüsste ohnehin schon alles durch die Santería (=afrokubanische Religion). Das war für sie höchst glaubhaft, denn der Bursche war so wie sie selbst auch, in der Santería sehr aktiv.
Ich frag sie nach seinem Job, sie sagt gastronomia, und ich hab inzwischen schon „cafetero“ auf die servilleta gekritzelt, dasselbe Spiel wiederholt sich mit anderen Eckdaten, jedesmal begleitet von kleinen Ausrufen der Verwunderung.
Schließlich sprudelt alles aus ihr heraus. Sie redet nicht wie sonst, mit strategischen Nachdenkpausen, sondern beichtet, wie es kommt, von der ersten Liebe bis zum ersten Yuma, und kann sich zwei Nächte lang nicht erfangen vor lauter neuem Urvertrauen und niemals erlebtem Mitteilungsbedürfnis, als wäre sie froh, zwischen Kuscheln und Weinen alles
aufarbeiten und teilen zu können. Sie selber nannte es eine wunderbare „compenetración“
(und da musste ich heimlich im Wörterbuch nachsehen! Ich hatte falsch geraten. Es war
„Seelengemeinschaft“!)
Und dann, nach leidenschaftlichen Nächten und dem frisch erworbenen Gefühl absoluter Übereinstimmung, als ich schon dachte, nun könne man sie mit ihrer neuen Ehrlichkeit auch nach Europa mitnehmen, ohne dass sie eine latente Gefahr für Supermärkte und männliche Nachbarn darstellen würde, in einem Moment, als ich bereit war meine mehrfach versengte
Hand wieder für sie ins Feuer zu legen, musste ich erfahren:
Palestina bleibt Palestina, oriente bleibt oriente, jinetera bleibt jinetera.
Was hatte sie denn wieder angestellt?
Hinter meinem Rücken mit der Zimmerwirtin verhandelt, ohne sie, Carmencita, wäre ich, der Yuma, im Hotel geblieben, und sie, die Vermieterin hätte überhaupt kein Geschäft gemacht.
Daher solle sie ihr pro Nacht 5CUC „Kommission“ bezahlen, macht 60CUC und zwar Schwarzgeld, von dem ich nichts wissen sollte. Und das ist nun sehr wohl ein Akt von Jineterismo.
Das war der Wermutstropfen in meinem Varadero-Urlaub. Aber was soll ich machen.
Ich mag sie noch immer.
Eleguá.


Soy ateo, gracias a DIOS.


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10.07.2006 10:34 (zuletzt bearbeitet: 10.07.2006 10:35)
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#10 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )
@Elegua57

In Antwort auf:
Daher solle sie ihr pro Nacht 5CUC „Kommission“ bezahlen, macht 60CUC und zwar Schwarzgeld, von dem ich nichts wissen sollte. Und das ist nun sehr wohl ein Akt von Jineterismo.

Das ist obsolut normal, nur sacke ich die Kohle ein, da das mit der Comision in Cuba so üblich ist, warum soll
der Casawirt die Kohle behalten, klappt übrigens auch im Paladar.
Finde es aber lustig dass Du den Cubastecher/Chulo (jetzt weisst Du auch warum die finanziellen Ansprüche so hoch sind, der will sich auch ab und zu ein neues Goldkettchen umhängen) geschluckt hast und dich über die Comision aufregst. Wohl weil der Cubistecher so normal wie die Comision für alles und jeden normal ist?
------------------------
Que te diviertas bien
y gastes poco
------------------------


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10.07.2006 10:36 (zuletzt bearbeitet: 10.07.2006 10:37)
avatar  Uli
#11 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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Uli
Rey/Reina del Foro
Zitat: "Eine Kubanerin gibt nur das zu, was der Yuma beweisen kann."

Geil, der kennt alle Kubanerinnen

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Achtung, da kommt die geballte Kompetenz!


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10.07.2006 11:31
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#12 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( gelöscht )

In Antwort auf:
jinetera bleibt jinetera

wie ich diesen schwachsinnigen spruch hasse.
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10.07.2006 16:08
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#13 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )


Dass Kommission üblich ist, war mir bekannt, etwa wie „Provision“ bei uns. Die steht aber dem zu, der die cp. vermittelt hat, also eher dem dt. Bekannten und dessen cubanischer Frau.
Warum aber nach all den Geständnissen sagt sie nicht offen zu mir: „Schau, was ich UNS ersparen konnte! Meine ganze Rückreise von Matanzas nach Santiago kann ich damit bezahlen.“ Hatte sie Angst ich würde ihr das Geld wieder abnehmen?

„jinetera bleibt jinetera“, hat genau meine Stimmungslage ausgedrückt, als ich merkte, dass sie doch wieder hinterrücks etwas palestinenserte. Natürlich versuche ich für sie und mich
immer noch das Gegenteil zu beweisen, wie du dem Schlußsatz entnimmst.

Ein novio ist aber nicht gleich ein CHULO. Der chulo würde sie persönlich zu mir schicken, mit den Anweisungen, wie sie am besten für sich und ihn das meiste aus mir herausholen könnte. Er wäre nicht einverstanden gewesen, sie einfach gegen Fahrkostenersatz nach Varadero zu schicken. Auch deshalb hatte ich ihr diesmal vertraut. Zudem die Übereinstimmung mit den Ermittlungen.
Saludos de Eleguá.

Soy ateo, gracias a DIOS.


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10.07.2006 20:56
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#14 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )

@Elegua57 das mit dem Chulo ist in Cuba auch flieessend und hat oftz mit dem deutschen Zuhälter wenig zu tun,
oftz ist es einfach der Novio oder Ehemann, der einfach mit dem Nebeneinkünften seiner Frau gut lebt ohne sie
wohin zu schicken. Wir Yumas sind sexuell gesehen sowieso könne Konkurrenz für einen Cubano.
------------------------
Que te diviertas bien
y gastes poco
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10.07.2006 20:59
#15 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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Top - Forenliebhaber/in

[quoteWir Yumas sind sexuell gesehen sowieso könne Konkurrenz für einen Cubano.][/quote]

da sprichste aba bitte nur für dich


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10.07.2006 22:41
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#16 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )

dann frag mal nen Cubano higgi
------------------------
Que te diviertas bien
y gastes poco
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11.07.2006 02:26
avatar  ( Gast )
#17 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )


Schon klar, Bucanero:
Was in DIR ein Seebeben verursacht,das sollte bei IHR einen Tsunami auslösen.
Das ist die Idealvorstellung.
Sie hätte aber lieber die letzte Folge der telenovela gesehen.
War es so?
Saludos de Eleguá.
Soy ateo, gracias a DIOS.


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11.07.2006 08:34 (zuletzt bearbeitet: 11.07.2006 08:34)
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#18 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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( Gast )
@Elegua

In Antwort auf:
Was in DIR ein Seebeben verursacht,das sollte bei IHR einen Tsunami auslösen

solange sie während deinem Seebeben nicht trotzdem die Novela kuckt ist es ja noch okay.
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Que te diviertas bien
y gastes poco
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11.07.2006 13:46 (zuletzt bearbeitet: 11.07.2006 13:47)
#19 RE: Eine Lanze für Varadero, Mai/Juni 06
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Rey/Reina del Foro
In Antwort auf:
dann frag mal nen Cubano
Ich hab nur den Cubanas zugehört ohne daß sie es bemerkten, wie sie sich mal unterhielten: "Ay que rrrico singan los Alemanes". Was sie nicht wußten: Die Bande hatte sich vorher Pillen eingeworfen.


e-l-a
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Alles unter Privatreisen-Cuba.de
Reiseleitung: Mit mir als Reiseleiter in Kuba unterwegs.
Mailservie: E-Mails nach Kuba, auch wenn der Empfänger dort kein Internet hat.
Buchtipp: "Havanna auf allen Vieren - oder der Traum vom Leben auf Kuba"


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